Gastbeiträge

27/01/2017 - 07:00

Land-Mama Lisa

Jungsmutter: "Ich wünschte, ich hätte eine Tochter" Gastbeitrag über ein verpöntes Gefühl

Heute Morgen kam es wieder dieses Gefühl. Diese tiefe Sehnsucht nach einer Tochter. Den Arzt beim Ultraschall sagen hören: „Es wird diesmal ein Mädchen“. Mich vorzubereiten, durch die H&M-Abteilungen schlendern und einfach nach einem gepunkteten Kleidchen greifen - kein rosa Klischee, einfach nur ein hübsches, gepunktetes, Kleidchen für mein Mädchen.

Diese tiefe Sehnsucht nach einer Tochter fühlt sich schmerzhaft an. Ich könnte mir vorstellen, dass sich so kinderlose Paare fühlen, die ungewollt kinderlos sind. Obwohl ich eigentlich natürlich mein Glück, drei Jungs geboren zu haben, nicht mit kinderlosen Paaren vergleichen möchte. Nein, nur der Vergleich mit einem fehlenden Mädchen. Es ist ein Tabuthema in unserer Gesellschaft.

Man wird schwanger und freut sich einfach auf das Geschlecht, das da kommt. So ist das. Traurigkeit über das Geschlecht? Gilt als fast frech und anmaßend. Schließlich gibt es tausende von Paare, die nie Kinder haben werden.

„Wow, Du hast drei Jungs?“ Ja, sage ich, stolz aber auch ein wenig verhalten. „Ja, aber leider kein Mädchen“, sage ich. Und schwups kommen diese Blicke und die Worte: Naja, eigentlich ist es doch egal, Hauptsache gesund. Und ich rechtfertige mich sofort: Klar, ich liebe meine Jungs, sie sind toll, aber... EGAL! Für wen eigentlich?

Für MICH ist es nicht egal. Ich habe drei Jungs, richtig. Ich liebe sie sehr, ich bin stolz und glücklich, sie bei mir zu haben, sie begleiten zu dürfen. Trotzdem ist da mein unerfüllter Mädchen-Wunsch.

Ich möchte zu gerne wissen, wie es sich anfühlt, eine Tochter zu haben - sie Mathilda, Marie, Karla oder auch Ida zu nennen. Ihr Zöpfe zu flechten, mit ihr gemeinsam Pferdegeschichten zu lesen, sie stark zu machen für die Welt da draussen, wie sie sich vom Mädchen zur Frau entwickelt, zu erleben wie sie selber vielleicht einmal schwanger wird. All dies werde ich nie erleben.

„Ach, dann bekommst du bestimmt eine niedliche Enkeltochter oder eben eine tolle Schwiegertochter.“ Ja, vielleicht, aber auch das ist einfach nicht das Gleiche wie eine eigene Tochter. Die Bindung und das Gefühl bei einer tollen Schwiegertochter oder Enkeltochter wird nie dieselbe sein, wie bei einer eigenen Tochter.

Ich kann natürlich noch Kinder bekommen. Ein oder sogar zwei wären noch möglich. Aber will ich schwanger werden, nur weil ich auf ein Mädchen hoffe? Und überhaupt, ich bin mit drei Kindern schon sehr gut beschäftigt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir mit der Familienplanung abgeschlossen haben.

Kein Mädchen mehr. Und auch kein Jungen mehr. Es schmerzt der Gedanke.

Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich drei mal schwanger sein durfte. Ich finde aber auch, dass die Geschlechter-Gefühle sein dürfen. Es ist ok, enttäuscht zu sein. Warum soll man diese Gefühle nicht haben dürfen? Gefühle kann man nicht abstellen, nur unterdrücken, was auf die Dauer einfach krank macht. Ich benenne sie lieber. Deswegen liebe ich meine Kinder nicht weniger.

 

Fotoquelle: pixabay

Zum Weiterlesen:

Gastbeitrag von Conny: Du hast vier Jungsn? Du Arme

Sie hatte sich ein Mädchen gewünscht - und bekam vier Jungen

Diskriminierung von Jungen: Zieh unsere Gesellschaft nur noch Warmduscher groß?

Tags: Jungen, Mädchen, Schwangerschaft, Familie, Mutter, Muttergefühle, Enttäuschung, Wünsche

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Kommentare

Julia — Fr, 01/27/2017 - 08:04

Ich habe vollstes Verständnis für Dich und ich glaub, dass die "Gesellschaft" bzw. vor allem Mütter Dich alle verstehen. Vielleicht wollen sie Dich mit ihren Sprüchen auch nur aufmuntern. Und es ist natürlich Wehmut und Traurigkeit auf hohem Niveau, denn drei gesunde Kinder ist schon super. Davon können andere nur träumen. Das mit dem Grschlecht ist auch etwas idealisiert, oder? Wer weiß, ob die Mutter-Tochter-Bindung wirklich immer soooo stark ist. Ich hatte und habe eine super Beziehung zu meiner Mama, aber erwarte ich dann nicht zu viel vom weiblichen Geschlecht, dass es bei mir und meiner Tochter genauso wird. Da kann ich auch wieder enttäuscht werden. Und ein Sohn ist zwar keine Tochter, aber es kann genauso so ein Band entstehen. Ich finde, dass das Geschlecht nicht unbedingt zählt, denn es sind doch die unterschiedlichen Charaktere, die zählen. Ich habe zwei Jungs und bin gerade zum dritten Mal schwanger. Der Arzt sagt, dass es eine Tendenz Richtung Mädchen ist, aber schauen wir mal. Ich bin auf jeden Fall auch mit einem dritten Jungen glücklich. Alles hat seine Vorteile.

Eva — Fr, 01/27/2017 - 08:15

Ich habe auch drei Jungs. Und ja, ich hätte auch gerne eine Tochter. Ich glaube im übrigen schon, dass es Geschlechterunterschiede gibt, ganz gleichgültig wie diese hervorgerufen werden. Auf jeden Fall sind unsere Themen im Moment: massive Schulhofprügeleien, Spielekonsolen, Skylander und Minecraft. Meine Jungs sind zumindest zuhause extrem wild und laut, und Gott sei Dank haben wir mittlerweile genug Platz für ihren Tatendrang!

Tina — Fr, 01/27/2017 - 08:33

Das kann ich gut nachvollziehen. Ich habe zwei Jungs die ich über alles Liebe. Und trotzdem ist die Sehnsucht nach einer Tochter sehr groß. Leider waren meine beiden Schwangerschaften nicht leicht. Bei beiden vorzeitige Wehen und Gebärmutterhalsverkürzung mit Krankenhausaufenthalt, Wehenhemmer und Bettruhe. Mein zweiter Sohn war dann auch beim Frühchen, wenn auch komplett entwickelt und zum Glück Gesund. Die Angst nochmal schwanger zu sein mit diesen Problemen hält uns davon ab ein drittes Kind zu bekommen. Das tut mir und auch meinem Mann sehr weh und der Wunsch nach einem Mädchen wird wohl leider nie in Erfüllung gehen und ewig in meinem Herzen sein.

zwanderthalb — Fr, 01/27/2017 - 09:00

Es geht mir genauso mit zwei Jungs, der zweite ist gerade ein halbes Jahr alt. Und auch bei uns ist die Familienplanung abgeschlossen bzw. ich glaube, noch einen Jungen verkrafte ich nicht. :( Ich finde es gut, wenn über dieses Thema öffentlich gesprochen wird, denn es ist kein gutes Gefühl, nicht darüber reden zu dürfen, weil man so schnell verurteilt wird. Und mit Hans & Franz will ich gar nicht darüber reden. Bei jeder Begegnung fürchte ich mich davor, daß ein Kommentar kommt. Den ich habe bisher nichts Positives gehört, sondern sowas wie “Jetzt noch ein Mädchen, dann seid ihr vollständig.“ Aber ich habe mir vorgenommen, Fremden gegenüber so zu tun, als sei ich froh damit. Und alle Argumente zählen nicht, denn es ist nunmal einfach ein Gefühl, daß etwas fehlt. Vermutlich müssen wir unser Leben lang damit klarkommen. Im Moment finde ich diesen Gedanken ganz schrecklich.

Gast — Fr, 01/27/2017 - 09:10

Gibt es denn auch Mädchen Mamas die einen Jungen vermissen?

Supermom86 — Fr, 01/27/2017 - 10:07

Ja, gibt es. Ich wollte nur Jungs. Mein zweites Kind ist ein Mädchen. Ich war am Boden zerstört und habe sehr lange sehr viel geweint, weil ich nicht verstehen konnte, wieso ich so bestraft werde. Inzwischen habe ich meine Meinung zu Mädchen bzw. Töchtern geändert. Es ist gut so, wie es jetzt ist. Genau wie meinen Sohn liebe ich sie über alles und möchte sie nicht missen. Manchmal habe ich sogar ein schlechtes Gewissen, weil ich anfangs kein Mädchen wollte. Allerdings muss ich gestehen, dass ich Mütter, die nur Jungs haben, nach wie vor beneide und dass ich mir manchmal vorstelle, wie es wäre, wenn meine Tochter doch ein Junge geworden wäre...

Kathrin — Fr, 01/27/2017 - 20:43

Ich hatte mir schon immer mindestens einen Sohn gewünscht und war überglücklich, als sich mein erstes Baby auf dem Ultraschall tatsächlich als Junge geoutet hat. Mittlerweile habe ich auch noch ein Mädchen bekommen und finde so ein Pärchen perfekt, zwei Jungs wären aber auch nicht schlecht gewesen. Habe mich das zwar nie getraut laut auszusprechen, aber 2 Mädchen wären für mich Höchststrafe gewesen...

Anna — Sa, 01/28/2017 - 09:19

Ich glaube nicht, dass Mädchen grundsätzlich das bevorzugte Geschlecht sind. In meinem Bekanntenkreis ist es eher umgekehrt, gerade die Väter sind sehr enttäuscht, wenn sie nicht wenigstens einen männlichen Nachwuchs bekommen. Ich denke es geht einfach darum, dass man sich nach lauter Jungs genauso nach einem Mädchen sehnt wie umgekehrt nach lauter Mädchen nach einem Jungen. Und der zweite Faktor: ein Haus voller Jungs ist einfach sehr laut, sehr wild, sehr baggerlastig usw., genauso wie ein Haus voller Mädels sehr rosa, sehr zickig und sehr Pony-lastig ist. Ganz viel Klischee, ich weiß. Aber tendenziell sind Jungs nunmal so und Mädels anders, und in der Menge potenziert sich das ungemein.

Feli — Fr, 01/27/2017 - 09:52

Danke für diese ehrlichen Worte. Sie sprechen mir aus der Seele. Ich habe 2 tolle, süsse, freche, wilde Jungs,die ich um nichts hergeben möchte. Gleichzeitig bin ich mit dem.3. Kind schwanger und wir lassen uns diesmal das Geschlecht nicht sagen...Ich möchte meinen Mädchen Traum so lange wie möglich aufrecht erhalten...Ein 3. Junge wird auch genauso geliebt werden, aber ich weiß, dass ich tief im Herzen immer eine Tochter vermissen werde.

Christina — Fr, 01/27/2017 - 09:58

Ich kann das verstehen, obwohl ich selbst eine Tochter habe. Ich habe am Anfang der Familinplanung auch immer gedacht, dass ich so gerne ein Mädchen hätte, weil es mir bestimmt nahestehen wird und ich verstehen werde, wie es tickt. Hätte ich nur Jungs bekommen, ich würde vermutlich ähnlich hadern wie Du. Jetzt kommt das Aber: meine Tochter ist unser erstes Kind, wir haben noch einen kleinen Sohn. Auch in dieser Schwangerschaft habe ich ein ganz klein wenig mehr auf ein Mädchen gehofft, die Info, dass es ein Junge wird, musste ich kurz verdauen. Es war kein Schock, aber ich war verhalten. Katharina hatte das hier letztens ganz ähnlich beschrieben. Jetzt sind meine Kinder noch recht klein, 5 und 3 und ich weiß nicht, wie es sich über die Jahre entwickelt, aber momentan ist es so: ich habe zu meiner Tochter ein gutes Verhältnis, aber es ist manchmal harte Arbeit und es ist nicht immer nur innig und vertraut. Sie tickt in vielem so total anders als ich, dass es mir oft schwer fällt, sie wirklich zu verstehen und nicht nur so zu tun. Mit meinem Sohn ist es dagegen tatsächlich so, wie ich mir das immer vorgestellt hatte. Seine Reaktionen sind so, dass ich mich als Kind vollkommen darin wiedererkenne. Ich liebe beide meine Kinder sehr, ich freue mich auch weiter eine Tochter zu haben und ja, ich gebe zu, dass ich unkitschige Mädchenklamotten shoppen darf, freut mich noch immer. Aber ob meine Tochter und ich uns später sehr nah und vertraut sein werden, kann ich weiter nur hoffen, genauso wie ich hoffe, dass mein Sohn mir auch später, wenn Pubertät etc. durch sind, weiter nah und ähnlich sein werden.

Antje — Fr, 01/27/2017 - 10:04

Ich kann dieses Gefühl so gut verstehen. Ich habe aber das "Glück" einen Sohn und eine Tochter zu haben. Dafür bin ich unendlich dankbar. Daher kenne ich beide Seiten - die Jungs- und die Mädchenthemen. Meine Kinder lieben sich sehr und streiten sich trotzdem jeden verdammten Tag. Mein Sohn ist jetzt 8 und meine Tochter 6 Jahre alt und so langsam gehen die Interessen auseinander. Das stelle ich mir mir gleichgeschlechtlichen Geschwisterpaarungen einfacher vor.

Madleen — Fr, 01/27/2017 - 10:07

Wow danke für deinen ehrlichen Text. Er hat mich sehr berührt und mir auch aus der Seele gesprochen. Nur ist es bei uns anders rum. Ich habe 2 wundervolle Töchter! Nun bin ich mit dem 3 Baby schwanger und wir freuen uns natürlich riesig. Ich weiß genau das sich mein gesamtes Umfeld, Ehemann, Töchter einen Jungen/ Bruder wünschen. Wir werden uns nächste Woche das Gedchlecht beim 2 Ultraschall verraten lassen und ich bin ehrlich, ich weiß noch nicht wie ich reagieren werde, wenn es heißt herzlichen Glückwunsch bald sind es 3 Mädchen. Werde ich mich freuen? Ja natürlich. Aber ein Junge wäre schon toll!

Lena — Fr, 01/27/2017 - 10:27

Ja so ist es, genau diese Gedanken kenne ich auch - und es tut weh. Diese Sprüche kenne ich auch zu genüge - das ging sogar soweit das die Ohrenärztin von meinen beiden Jungs ungefragt sagte: " Sie müssen noch ein drittes machen, ein Mädchen! Jungs gehen irgendwann - Mädchen bleiben" Ich habe Monate gebraucht um das zu verdauen - was bildet die sich ein?? Und: oh Gott - sieht man mir das an? Ich liebe meine beiden Jungs! Ich will sie nicht missen. aber ich wäre gerne so eine Mutti die aus vollem Herzen sagen kann: "das Geschlecht ist mir egal!" es wäre so vieles leichter ... vielleicht probieren wir es in ein paar Jahren nochmal wenn ich ganz sicher sagen kann: ja ein 3. Junge wäre fein! - vorher traue ich mich das nicht. Dabei würde ich so gerne mal was rosanes Nähen ... oder mit Einhörnern Spielen .. so Kitschzeugs eben das man Jungs nicht zumuten möchte, und wo sie ja auch meistens null interesse dran haben ...

Susanne — Fr, 01/27/2017 - 11:19

Liebe Jungomama, danke für deine Ehrlichkeit! Ich finde es immer sehr bereichernd, wenn das ausgesprochen werden kann, was man denkt und fühlt. Dafür auch euch, liebe Stadtrandmamas, ein Dankeschön, dass ihr die Plattform dafür bietet. Ich habe eine Tochter, sie ist ein Jahr alt (wir haben am gleichen Tag Geburtstag ;))) und ich habe mir von Herzen ein Mädchen gewünscht. Meinem Mann ging es ähnlich. Wir haben das auch immer verhalten gesagt frei nach dem Motto: "wenn wir aussuchen könnten, würden wir uns ein Mädchen wünschen, aber ein Junge wäre genauso gut, Hauptsache gesund." Ein Junge ist sicher auch toll und wir wissen ohnehin alle nicht, wie sich das irgendwann entwickelt, mit dem Charakter, der Beziehung zueinander etc. Aber wenn der tiefe Wunsch da ist, ist er da und das sollte man gar nicht erklären oder rechtfertigen müssen. Deswegen ist es wunderbar, wenn man darüber offen spricht bzw. sprechen kann.

Sabine — Fr, 01/27/2017 - 11:22

Ich habe einen Sohn und zwei Töchter. Mein Sohn ist 7 und sagt Sätze wie : "Du bist die schönste Mama auf der Welt.. Ich würde Dich heiraten . Ich Liebe dich.... " Das geht runter wie Öl und er ist einfach toll. Meine Töchter sind auch toll . Nur diese Sätze sagt nur mein Sohn.... Ich denke, die Charaktere sind häufig so unterschiedlich, dass es letztendlich nicht unbedingt aufs Geschlecht sondern die Persönlichkeit ankommt. Ich kann momentan noch keinen Unterschied zwischen typisch Junge und Mädchen feststellen... Ich habe es genommen, wie es kommt. Mein Mann hätte allerdings drei Söhne laut seiner Auskunft nicht überlebt :-)

Melissa — Fr, 01/27/2017 - 13:22

Zu Beginn meiner Schwangerschaft hatte ich mir ein Mädchen gewünscht, ziemlich schnell war dann aber klar, dass es ein Junge wird. Anfangs ein wenig enttäuscht, bin ich jetzt so glücklich über meinen süßen Sohn, dass ich mir nun bei einem potenziellen zweiten Kind bewusst eher einen Jungen wünschen würde. Dass die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ganz besonders ist, kann ich persönlich nicht bestätigen, ich habe einen schlechten Draht zu meiner eigenen Mutter. Soviel zu dem "Ideal", man weiß nie wie es kommt...

Sabrina — Fr, 01/27/2017 - 14:50

... Völlig normal das mit dem positiven Schwangerschaftstest auch ein Wunsch zum Geschlecht miteinher geht. Natürlich wünschen sich alle zu allererst Gesundheit und Glück für das neue Familienmitglied, aber dann :) na ja und ob nun Junge oder Mädchen besser sind oder besser die Beziehung enger wird, hängt denke ich vom Kind und den Eltern ab. Bis zum Tag des Großen Ultraschalls wollte ich immer und unbedingt Söhne und dann auf einmal wurde es eine Tochter und ich war im Siebten Himmel. Aktuell wünsche ich mir nun nur noch Mädchen aber mal sehen was passiert wenn der Doc in Ferner Zukunft sagt es wird ein Junge, ich hör die Schmetterling schon flattern und das Mutter Herz platzen vor Freude das es ein Kind wird, mein Kind, unser Kind!

Tany — Fr, 01/27/2017 - 19:14

Ich wollte immer Jungs. Ich war sicher, eine richtige Jungs-Mama zu sein. Dann kam meine große Tochter. Als ich fünf Jahre später wieder schwanger wurde, habe ich gehofft und gehofft. Es aber schon geahnt....wieder ein Mädchen. Ich liebe meine Mädels. Sie sind toll und ich möchte nicht ohne sie sein. Aber ein junge fehlt mir trotzdem.....

Hope — Fr, 01/27/2017 - 20:34

Puh dieser Beitrag ist wahrscheinlich sehr schwer auszuhalten für alle Mamas die sich in der langen Warteschleife des Kinderwunsches befinden und sich sehnlichst einen 2. Streifen auf dem Schwangerschaftstest wünschen. Ist es denn wirklich so bedeutsam ob man einen Jungen oder ein Mädchen bekommt??? Ist Fruchtbarkeit nicht das allergrößte Geschenk dass man in den eigenen Händen halten darf? Vielleicht machen einen die Jahre in Kinderwunschkliniken und Co. auch mürbe, aber es ist trotzdem jedes Mal ein Schlag ins Gesicht so etwas zu hören und ich hoffe ich bin nicht die einzige der es so geht . . .

Sabine — Fr, 01/27/2017 - 21:30

irgendwie ist bei mir immer jeder -einschließlich mir - davon ausgegangen, dass ich Mädchen bekomme und nun habe ich zwei tolle, süße, lebhafte Jungs. An den meisten Tagen liebe ich es Jungsmama zu sein und ganz viel zu toben und zu bauen aber manchmal bin ich doch sehr traurig darüber, dass ich nie eine Tochter haben werde. Ich finde man darf und sollte zu diesen Gefühlen stehen. Meine Mama wollte immer zwei Jungs und hat zu meiner Schwester und mir ein tolles Verhältnis - Brüder hab ich keine ;). Sie hat das immer mal ohne Wertung gesagt und wir haben das nie schlimm gefunden und heute freut sie sich über drei Enkel.

Simone — Mo, 01/30/2017 - 10:13

Gefühle sind Gefühle. Die sind da und keine von den Müttern, die hier schreibt, sollte sich ihrer Gefühle schämen. Aber dennoch wünschte ich mir, hier etwas mehr reflektierte Beiträge zu lesen. Geschlecht ist doch in erster Linie einfach nur ein biologisches Merkmal. Als Eltern sollten wir und auf einen kleinen Menschen freuen, der uns geschenkt wird. Dieses Menschlein wird eine Persönlichkeit mitbringen und wir formen diese Persönlichkeit mit. Wir geben Liebe, wir erziehen, wir formen. Unabhängig vom Geschlecht. So sollte es zumindest sein. Seht ihr denn nicht an euern eigenen Biografien, wie schädlich eine Sozialisation nach starren Geschlechtsrollen sein kann? Die Fixiertheit auf das Aussehen und den eigenen Körper, das ewige Gefangensein in dem Verhaltensmuster, von allen nett gefunden zu werden. Der Kollege, der besser bezahlt wird, trotz gleicher Leistung....ich könnte ewig so weiter schreiben, aber ihr wisst schon was ich meine. Sollten wir als Eltern unsere Kinder nicht einfach zu guten, selbstbewussten Menschen erziehen, die sich selbst lieben, wie sie sind? Und ist der Wunsch danach, einem Mädchen hünsche Kleidchen zu kaufen und Zöpfe zu flechten nicht einfach nur ein Zeichen dafür, wie sehr die meisten Eltern in der Rosa-hellblau-Falle stecken und diese Verhaltensmuster unreflektiert weitergeben? Ich finde es sehr schade. Es grüßt euch eine Mutter von zwei kleinen wunderbaren Söhnen, der es auch beim geplanten dritten Kind völlig egal sein wird, welches Geschlecht es haben wird.

Rebekka — Mo, 01/30/2017 - 14:39

Mir ist ehrlich gesagt auch etwas schlecht geworden bei diesem Beitrag - gepunktete Kleidchen kaufen, Pferdebücher lesen, Zöpfe flechten - geht noch etwas mehr Klischee? Und das in 2017 :( Vielleicht ist es ganz gut so, dass die Verfasserin mit der Familienplanung abgeschlossen hat, denn was für eine Enttäuschung wäre ein Mädchen, das keine Kleider mag und Pferdegeschichten langweilig findet!?! Ich war so ein Mädchen, jetzt bin ich mit unserem ersten Kind schwanger, was auch eines wird - was mir übrig völlig wurst war, wir haben uns das Geschlecht nur sagen lassen, weil mein Mann so neugierig war. Jedenfalls habe ich bisher kein einziges Kleid gekauft, sondern Sachen, die geschlechtsneutral sind. Und sobald es Spielsachen gibt, kaufen wir beides - die typische Speilzeugeisenbahn und das typische Puppenhaus und dann darf unsere Tochter wählen, wie "typisch Mädchen" sie sein möchte.

Kathrin — Mo, 01/30/2017 - 19:57

Da sind sie wieder, zwei Supermuttis. Eben dachte ich noch 'wie schön, hier können sich tatsächlich noch Mütter zu ihren Gefühlen und Schwächen austauschen, ohne dass gleich der erhobene Zeigefinger winkt'. Zu früh gefreut.

Simone — Di, 01/31/2017 - 10:12

Liebe Kathrin, du scheinst meinen Beitrag nicht gründlich gelesen zu haben. Ich schreibe, dass Gefühle und auch Schwächen absolut ok und der Austausch gut ist. Ich bitte aber um mehr Reflektion beim Thema Geschlechtsrollensozialisation. Konstruktive Kritik nennt sich das. Ich bin übrigens keine Supermutti, halte mich auch für keine und möchte auch keine sein. Viele Grüße

DorfGlucke — Do, 02/02/2017 - 22:49

Die neueren Trends der Selbstverwirklichung usw. sind allemal schlimmer: http://www.dasgelbeforum.net/board_entry.php?id=159426#p159426 - ich fnde es sinnvoll, dass sich die Wünsche auf ein bestimmtes Geschlecht nicht 'einfach so' erfüllen und sich das nicht bewusst steuern lässt - denn die Entwicklungen in China und Indien, wo man bewusst das zu erwartende Geschlecht zu beeinflussen sucht, zeitigen gewaltige demograhische Ungleichgewichte und Spannung. Beides führt zu einer Ausblutng der Alterssicherungssysteme. Ich denke, solche Wünsche darf man haben, man kann sie sogar, auch gegenüber den Kindern des anderen Geschlechts, äussern, solange man nicht dabei ihnen das Gefühl gibt, weniger geliebt oder quasi 'zweite Wahl' zu sein.

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