Gastbeiträge

10/11/2018 - 08:45

Stadt-Mama Katharina

Gehen oder bleiben: Wann ist eine Ehe nur noch Schein?

Mein Name ist Martina, ich bin seit 10 Jahren mit meinem Mann Patrick zusammen, unsere Kinder sind 7 und 4 Jahre alt. Viele Jahre lang galt für mich einfach nur "Durchhalten", mich selbst habe ich ganz schön hinten angestellt. Es blieb zwischen Job und Kindererziehung wenig Zeit übrig, um mir zu überlegen, wie es mir geht, was ich mir eigentlich noch vom Leben erträume und wie es um unsere Ehe gestellt ist. 

Patrick ist ein guter Mensch und ein guter Vater - das soll heißen, er weiß um seine Verantwortung und ist liebevoll mit den Kindern. In den letzten Jahren jedoch ist unsere Ehe mehr und mehr zu einer Zweckgemeinschaft geworden. Wir funktionieren zusammen, lassen uns nicht hängen. Im letzten Jahr jedoch bemerke ich Veränderungen an uns. Wir sind weniger geduldig miteiteinander, sagen manchmal Dinge, obwohl wir wissen, dass sie dem anderen weh tun. Wir haben kaum noch Sex, abends verschwindet er hinter dem PC und ich gammel auf der Couch. Ich habe es ein paar Mal angesprochen, aber Patrick hat abgeblockt. Er scheint kein Interesse daran zu haben, dass sich etwas ändert - schlimmer noch: Er scheint kein Interesse mehr an mir zu haben. 

Ich habe in den letzten Wochen viel mit einer Freundin gesprochen, die auch eine Coaching-Ausbildung hat, um herauszufinden, wie ich eigentlich zu meiner Ehe stehe. Es tut mir unheimlich weh, aber ich muss zugeben, dass auch ich mir ein Leben ohne Patrick vorstellen könnte. Wäre ich alleine. Aber ich kann doch den Kindern nicht den Vater nehmen. 

Ich hätte auch Schiss davor, im Alltag Alleinerziehend zu sein. Patrick kümmert sich zwar gut um die Kinder, aber er ist schon immer etwas anstriebslos und ich befürchte, er würde der typische "Jedes-zweite-Wochenende"-Vater werden. 

Ich überlege also. ob ich einfach so weitermache oder ob ich mich trenne. Ich bin 42 und finde eigentlich, dass ich zu jung bin, um unglücklich zu sein. Aber meine Kinder sind auch zu jung, um unglücklich zu sein....

Ich würde mich freuen, wenn es hier Mamas gibt, die aus ihren Erfahrungen  erzählen. War schon mal jemand in einer ähnlichen Situation? 

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Kommentare

Johanna — Sa, 11/10/2018 - 08:44

„Ich überlege also. ob ich einfach so weitermache oder ob ich mich trenne.“ Warum sollen das die einzigen Optionen sein? Was ist mit Eheberatung, gemeinsam daran arbeiten, dass es besser wird, kämpfen um die Beziehung...? Es klingt nicht so als hättest du/hättet ihr alles versucht. Ich finde, dass ist man sich selbst, dem Partner und den Kindern schuldig.

Clara — Sa, 11/10/2018 - 13:02

Das stimmt. Allerdings nur dann, wenn der Partner auch bereit ist, mit daran zu arbeiten. In meinem Fall war er es nicht und ich habe mich gefühlt wie eine ertrinkende, die vergeblich um Hilfe bittet. Irgendwann ging es nicht mehr. Jetzt bin ich Singel und sehr, sehr glücklich damit.

Bianka Drexler — Sa, 11/10/2018 - 09:30

Ähnlich war es bei meinem Mann und mir. Unsere Trennung ist nun drei Jahre her. Davor gab es viele Jahre des nur Funtionierens und Nebeneinander-her-Lebens, unzählige Gespräche, Streit, Verletzung, Frustration, Selbstaufgabe. Betrogen haben wir uns nie und die Achtung voreinander verloren auch nicht. Wir hatten uns Hilfe gesucht, um den Prozess der Trennung für unsere beiden Mädchen so erträglich wie möglich zu gestalten. Es gab in dieser Phase neue Partner, sowie Höhen und Tiefen zwischen uns als getrennte Eltern. Doch eins steht für uns nach wie vor ganz oben an: Wir haben unseren Kindern aus Liebe das Leben geschenkt und wir sind beide für sie verantwortlich! Weil wir trotz Trennung immer Eltern bleiben werden. Wir sind immer noch Familie. Nur eben anders! Vielleicht sogar eine bessere Familie, als anderswo!?

Christiane — Sa, 11/10/2018 - 10:58

... genau so ergeht es uns auch. Treffender hätte ich es nicht beschreiben können. Danke für Deinem Post!

fanta — Sa, 11/10/2018 - 10:19

Zuallererst würde ich die Couch nutzen um mir zu überlegen was ich denn nun lieber tun würde, als auf ihr ab zu gammeln. Die Ergebnisse würde ich nach Themen sortieren, die ich alleine machen werde und Dinge, die ich mit meinem Mann tun möchte. Dann würde ich ein paar kleine, besondere Snacks einkaufen, vielleicht einen guten Wein und meinen Mann abends, wenn er eigentlich am Rechner sitzt und ich auf der Couch liege, zu einem kleinen Date einladen. Und ihm dann erklären, dass es ja ganz nett ist allabendlich allein auf der Couch herum zu liegen, aber auch langweilig. Und deshalb habe ich vor dies oder jenes auszuprobieren. An der VHS Mandarin lernen oder sowas. Und außerdem würde ich gerne mit ihm demnächst in diesen Kinofilm gehen und danach mal durch die Stadt gehen und irgendeine nette Bar entdecken. Oder wie wäre es mit dem Samba Kurs, außerdem gibts jede Menge Veranstaltungen zu Tag- und Nachtzeiten .... Trennst Du dich nicht von deiner Couch, wird er sich nicht von seinem Rechner trennen. Und trennst Du dich von ihm, bevor Du dich von deiner Couch trennst, nimmst Du dich Couch mit. Abgesehen davon gibt es selten emotional vernünftige Trennungen, Weil sich Paare selten trennen weil sie selbstreflektiert und offen miteinander umgehen. Hinzu kommt dann, dass der Staat Trennungen, vor allem mit Kindern, zusätzlich erschwert. Zu versuchen sich selbst von unliebsamen Gewohnheiten zu trennen, bevor man sich vom Konkon trennt, der einen schützt, wäre erst einmal der, finde ich, klügere Weg.

Renate — Sa, 11/10/2018 - 14:08

Da ist jemand unzufrieden mit ihrem Leben und schiebt die Schuld auf die Ehe, dabei hat sie ja selbst keinen Antrieb. Wenn sie alleine wäre, wäre sie doch auch nicht automatisch glücklich, sondern müsste anfangen mal rauszugehen oder sich ein Hobby suchen. Das glücklich werden mit sich kann sie aber auch jetzt schon versuchen ohne die Ehe zu beenden. Und wenn der Partner diesen frischen Wind mitbekommt, dann kann auch ein glücklich werden in der Ehe wieder klappen.

Mia — Sa, 11/10/2018 - 10:24

Ich Les mal mit. Ich kann dich so gut verstehen. Auch ich weiß im Moment nicht wie es weiter gehen soll. Wir haben alles versucht. Vorübergehende Trennung, eheberatung, neu Wege gehen. Aber wir kommen immer wieder an den gleichen Ausgangspunkt. Gehen oder bleiben. Die Frage aller Fragen

Simone — Sa, 11/10/2018 - 10:42

Liebe Katharina, ich habe mich damals vom Vater meiner Tochter getrennt, da war sie knapp 2 Jahre alt. Wir waren nicht verheiratet und der Vater hat sich in den letzten 10 Jahren eher sporadisch um seine Tochter gekümmert. Meine Tochter hat die Trennung jedoch sehr gut verkraftet. Allerdings war es ein sehr harter und steiniger Weg, als alleinerziehende Mama. Man lebt plötzlich alleine mit dem Kind, muss den Tag alleine organisieren; einkaufen, kochen, putzen, waschen. Ich stieß an meine Grenzen. Nach einiger Zeit lernte ich einen neuen Partner kennen. Auch er hatte eine Tochter im gleichen Alter. Seine Tochter hat im Gegensatz zu meiner Tochter, die Trennung der Eltern nicht gut verkraftet und leidet meiner Meinung nach psychisch immer noch sehr darunter. Wir sind nun 9 Jahre zusammen und im letzten Jahr kam unsere gemeinsame Tochter zur Welt. Wir erleben in unserer Beziehung Höhen und Tiefen. Die gemeinsamen Momente werden rar, und wir leben ein Leben nebeneinander her. Natürlich fällt bei Streitigkeiten das Wort „Trennung“, jedoch weiß jeder von uns, was für ein Preis dafür gezahlt wird, gerade in Anbetracht auf unsere gemeinsame Tochter. Auch wir sind auf der Suche, neue Wege einzuschlagen. Gegebenenfalls werden wir eine Paartherapie machen. Man hat sich füreinander entschieden, und nun stehen wir das auch gemeinsam durch! Schließlich haben wir in den letzten Jahren so manche Krise überstanden. Es ist lediglich die Luft raus! Wir betrügen uns nicht gegenseitig, es ist keiner gewalttätig sondern es ist einfach nur langweilig. Und an diesen Punkt werden wir in jeder (neuen) Beziehung stoßen! Also arbeiten wir daran! Für uns, für unsere Familie! Schließlich vermitteln wir unseren Kindern ständig, nicht aufzugeben! Und das ist der beste Beweis dafür: In guten wie in schlechten Zeiten... Ich wünsche Dir und Deiner Familie das allerbeste und alles Glück der Welt!

Manuela — Sa, 11/10/2018 - 13:31

Das könnten meine Worte sein! Mir fehlt auch Nähe und Geborgenheit und Wertschätzung! Wir haben drei Kinder und ich bin Ende Dreißig und manchmal denke ich, dass es vielleicht die weibliche "Midlifecrisis" ist. Klar ist Ehe nicht immer nur Schmetterlinge im Bauch, aber nur so neben bei leben, ist mir auch zu wenig. Mein Mann sitzt auch lieber vor seinem Handy als mit mir etwas gemeinsam zu machen. Ich gehe dann auch lieber gekränkt ins Bett als mir das anzuschauen. Klar, er ist gestresst, arbeitet sehr viel und die Kinder sind fordernd und ich bin dann abends auch nicht immer nett, sondern mein Mann nervt mich einfach total. Ein Teufelskreis irgendwie. Aber ich will nicht, dass sich die Ehe nach Arbeit anfühlt, sondern mehr nach Leichtigkeit. Ich will meinem Mann nicht sagen müssen, dass er mich mal umarmen soll. Kann er da nicht von alleine darauf kommen. Ich bin gespannt, wie es so bei Dir wird. Ich bin auf jeden Fall derzeit zu feige zum Gehen bzw. noch nicht verzweifelt genug. Aber ich zweifle die Ehe schon etwas an. Und ich sehe immer mehr Frauen, die sich Hobbies, Freundinnen suchen, um die Leere in der Beziehung zu kompensieren. Ist das das Leben? Liebe ist doch so wichtig.

Ramona — Sa, 11/10/2018 - 21:36

Wie soll er wissen, dass du in den Arm genommen werden willst? Wie soll er wissen, dass dir das Leben mit ihm zu langweilig ist, wenn du nicht mit ihm redest. Sich schmollend ins Bett zu verziehen anstatt zu reden hat noch keine Ehe gerettet. Der Schlüssel zu einer glücklichen Beziehung ist nunmal die Kommunikation. Funktioniert diese nicht, dann wird über kurz oder lang jede Beziehung in die Brüche gehen. Kommunzieren lernen kann man, auch wenn es schwer ist, besonders, wenn man davor auch noch Selbstreflexion betreiben muss. Aber der Weg lohnt sich.

Anna — Sa, 11/10/2018 - 13:36

Ich finde den letzten Post so treffend "es ist nur langweilig". Sicher macht das unglücklich - aber meiner Erfahrung nach ist das kein Grund, eine Beziehung zu beenden. Für mein Gefühl beenden wir heute Beziehungen (wenn auch sicher nie einfach oder völlig spontan) recht schnell, weil wir das große, absolute Glück, stetige Verliebtheit suchen. Das muss m.E. aber für jede Beziehung eine Überforderung sein - vielleicht sollte man eher nach Zufriedenheit streben als nach Glückseligkeit. Mir hat eine Paartherapie (gekoppelt mit Einzelsitzungen für beide) jedenfalls gezeigt, dass Gefühle eher nicht verschwunden oder erloschen, sondern lediglich verschüttet sind - und das zeigte sich schon mehrfach, wir sind immer wieder (aus ähnlichen Mechanismen heraus) in Krisen geraten und haben uns immer wieder da heraus gearbeitet - heute gelingt es uns immer öfter, unsere eigenen Mechanismen früh zu erkennen, zu unterbrechen und zu verändern, so dass wir uns nur noch selten Unterstützung bei unserem Therapeuten suchen müssen. Auch muss einem bewusst sein, dass man seine eigenen Schwierigkeiten/ Erfahrungen/ Verhaltensmuster immer mitnehmen wird - ob ins Singleleben (da kann an sie oft nur unproblematischer ausleben, da es weniger Gegenwind gibt) oder in eine neue Beziehung (und dort werden wieder Herausforderungen/ Krisen etc. entstehen). Von daher denke ich, dass gerade solche schwierigen Zeiten eine riesige Chance beinhalten, die Beziehung zu verbessern und zu vertiefen und v.a. auch eine ganze Menge über sich zu lernen. Selbst wenn der Partner da zunächst nicht mitziehen möchte - es gibt genügend (auch kostenlose) Beratungsangebote für Familien und Paare, an die man sich zunächst einmal allein wenden kann und die einem viele Denkanstöße geben können - verändern kann man sowieso nur sich selbst... Und selbst wenn sich im Rahmen einer Beratung zeigt, dass doch die Trennung der richtige Weg ist, dann kann diese dann wenigstens reflektierter, moderierter und begleitet stattfinden. Ich wünsche dir jedenfalls viel Kraft, egal auf welchem Weg!

Anna — Sa, 11/10/2018 - 13:46

Und eine Ehe ohne Arbeit kann es m.E. auch nicht geben - wenn der eine vor dem Handy sitzt und der andere gekränkt auf die Couch/ ins Bett geht, KANN das nicht funktionieren. Einer von beiden (im besten Fall irgendwann beide) muss dann Größe zeigen, Geduld, Zugewandtheit, Gesprächswillen... Wahrscheinlich ist derjenige vor dem Handy doch genauso gekränkt/ enttäuscht/ wütend/ einsam! Noch einmal: verändern kann man nur das eigene Verhalten. Und das geht nun einmal besser, wenn man im Rahmen einer Therapie einmal "hinter die Maske" schaut und es gelingt, EHRLICH miteinander über Verletzungen, Erwartungen, Wünsche usw. usf. zu sprechen, dann kann man nämlich auch verstehen, warum der andere sich so verhält. Vielleicht traut der Mann sich ja nicht mehr, seine Frau zu umarmen, weil diese kurz vorher so abweisend reagiert hat? Und versteckt sich hinter dem Handy, weil eine körperliche Nähe auf dem Sofa zu schwer zu ertragen wäre, da er nicht glaubt, dass seine Frau ihn noch will? Das erfährt man aber nur, wenn man spricht. In so einer verkrusteten, verhärteten, von Zweifeln durchzogenen Situation kann es doch gar keine Leichtigkeit mehr geben! Die wird sich erst nach einer gehörigen Portion Arbeit wieder einstellen und auch immer wieder verloren gehen und wieder gesucht werden müssen. Aber ich bin mir sicher, dass das in den allermeisten Fällen bei beiderseitigem Wunsch danach gelingen kann.

Nadine — Sa, 11/10/2018 - 18:05

Ein sehr reflektierter und fundierter Kommentar, ich sehe es ganz ähnlich. Um Hape Kerkeling zu zitieren: „Liebe ist Arbeit, Arbeit, Arbeit.“ Leider. Ich würde auch sagen, es gibt mehr, als die Optionen bleiben oder gehen. Professionelle (!) und neutrale (!) Hilfe (Freunde/Familie... auch jeder hier bringt subjektive, eigene Erfahrungen und Meinungen mit) würde ich für ratsam halten. Alles Gute, von Herzen

Maria — Sa, 11/10/2018 - 19:51

Ich fühle derzeit genauso wie Du. Vielleicht kommen wir da beide wieder raus. Ich bin gespannt. Anscheinend ist Liebe Arbeit wie ich hier lese. Es macht etwas Mut zu lesen, dass dieses Verliebtsein wohl bei fast allen weg ist, obwohl ich das sehr schade finde. Bei mir kommt hinzu, dass mich ein anderer Mann toll findet, ohne dass ich irgendwas gemacht habe. Ich fühle mich eigentlich total unattraktiv, fast körperlos und dann sagt Dir jemand, dass er Dich attraktiv findet. Mein Mann hat mir das vielleicht mal vor 10 Jahren gesagt bzw . gezeigt. Da überlegt man dann doch, wie es wäre wieder neu anzufangen, begehrt zu werden und nicht ständig den Alltagstrott zu haben. Ich kann mich jetzt zumindest in die Lage von Leuten versetzen, die eine Affäre haben. Das konnte ich früher nicht und ich war entsetzt vom Verrat und Betrug, aber jetzt kann ich es zumindest nachvollziehen. Moralisch ist das dennoch verwerflich, aber mein Kopfkino gehört immer noch mir. Auch frage ich mich, ob sich nicht viele einfach die Ehe schönreden. Ich bezweifle, dass ein Paartherapeut da Wunder bewirken kann. Der kennt die eigenen Gefühle nun auch nicht. Der Beitrag ist schon reflektiert. Klar kann man sich Hobbies und co suchen, aber das Bedürfnis nach Nähe und Zuneigung können die Hobbies langfristig nicht erfüllen und dann kommt wieder die Leere, dann kauft man sich nette Klamotten und keine Ahnung was und dann kommen vielleicht Enkel. Es gibt immer etwas zum Ablenken, aber trotzdem sollte der Mensch Liebe und Zuneigung spüren und bekommen. Und wenn es die nicht gibt, ist eine Trennung doch total ok. Vielleicht kommt ja danach etwas Anderes bzw. Besseres. Klar nimmt man sich immer mit, aber frischer Wind kann manchmal doch helfen. Und es gibt so tolle Pachwork-familien. Es muss nicht immer diese eine Ehe sein. Viel Glück und halte uns auf dem Laufenden.

Sandra — Sa, 11/10/2018 - 20:25

"ich habe es ein paar mal angesprochen"....so nebenbei? Einfach nen Satz und es kam keine Reaktion? In einem Kommentar fand ich den Satz "Man trennt sich viel zu schnell." Ja genau so ist das. Und warum?? Weil man nicht redet !!!!! Oder nur so halbwegs das, was einem auch stört! Wieso kann man sooooo viel mit der Besten Freundin etc sprechen, aber nicht mit dem eigenen Partner? Bei uns ist es auch so, dass es abends eher so läuft, dass jeder an seinem Handy, Tablet o.ä. sitzt und für sich dann diese Minuten/Stunden für sich genießt. Warum auch nicht? Und Abends im Bett kommt man dann ja zusammen und spricht oder macht andere Dinge ;) nur weil es nicht wie im siebten Himmel ist, muss die Beziehung doch nicht schlecht sein oder etwas nicht mit ihr stimmen? Man muss auch an sich selber arbeiten und nicht immer die "Schuld" beim Partner sehen/suchen.

Silke — Sa, 11/10/2018 - 23:14

So lief meine erste Ehe ungefähr ab. Dass es nicht gut lief, war beiden klar, aber er hatte auch keine Lust was zu ändern. Für ihn war alles bequem wie es war. Änderungen hätten bedeutet, aktiv zu werden, die komfortzone zu verlassen, reflektieren zu müssen und sich Mühe zu geben. Das war ihm zu anstrengend. Irgendwann hab ich mich getrennt. In der Sekunde in der es ausgesprochen war, fiel mir ein Stein vom Herzen. Die erste Nacht in der neuen Wohnung war wie eine riesige Erleichterung. Mein Kind hat den Vater vermisst, klar. Aber ein schlechtes Gewissen sollte man nicht haben. Lieber zwei einzelne Eltern die für sich glücklich sind als ein Elternpaar das miteinander unglücklich und unzufrieden ist. Inzwischen bin ich wieder verheiratet, obwohl ich dachte, dass ich das nie wieder tun würde. Aber wenn der richtige vor der Tür steht, dann sagt man JA. Mein Kind hat heute 2 Väter. Einen biologischen Erzeuger der sich 2 bis 3 mal im Jahr "kümmert" und einen Stiefvater von dem mein Kind selbst sagt er sei eigentlich der wahre Vater. Das Leben ist nicht vorbei wegen einer Scheidung. Und eine Trennung zeigt am Ende deinen Kindern eines: dass du und dein eigenes Seelenheil dir selbst wichtig sind und du für dich einstehst. Wenn es wirklich keine andere Lösung gibt und ihr auf keinen gemeinsamen Weg mehr kommt, bedeutet getrennte Wege nicht unbedingt das schlechteste. Es kann auch eine Chance sein auf Elternebene zu arbeiten während man akzeptiert dass die Beziehungsebene vorbei ist. Das ist harte Arbeit. Aber letztendlich gibt es Gründe warum man sich trennt und die verschwinden nicht nur weil man sich trennt. Dieselben Probleme werden weiterhin bestehen.. Nur dann kann man sich besser abgrenzen und es weniger persönlich nehmen. Zusammen bleiben oder trennen.. Beides bedeutet Arbeit, wenn es am Ende für die Kinder gut funktionieren soll. Und für euch. Alles Gute für dich. ❤️

Maria — So, 11/11/2018 - 20:08

....genau an dem Punkt waren wir auch Ich habe die Verantwortung für mein Leben in die eigene Hand genommen,habe ihm klar gesagt hier und nicht weiter. Jeder hat sich zu gleichen Zeilen um die Kinder gekümmert und Verantwortung übernommen...wir haben die eigenen Zimmer bezogen und haben wie in einer WG gelebt. Meine Erwartungen waren sich zu 50% an Kinder und Haushalt beteiligen und mich mit Rsepekt behandelt. Ich habe mich verändert,mich auf die eigenen Beine gestellt. Mein eigenes Geld verdient mich um mich gekümmert. Nach 3 Jahren haben wir uns erneut verliebt und sind nun 10 Jahre weiter und haben drei fast erwachsene Kinder.....meine Stärke und Freiheit haben wir uns erhalten...er ist kein Arbeitsesel und ich keine Putze......es gab eine Zeit da habe ich Ihn gehasst Also nicht jammern( meine ich nicht böse) sondern handeln

Saskia — Mo, 07/15/2019 - 12:11

Habe teils die Kommentare gelesen und ich kann ersehen, dass es bei vielen Ehepaaren so aussieht. Mir ist an diesem Wochenende bewusst geworden, dass ich auch in einer Zweckgemeinschaft lebe. Wir haben uns nach langer Zeit mal wieder unterhalten und ich habe mitbekommen, dass mein Mann schon seit langem ausziehen möchte, aber die finanzielle Situation es nicht zulässt. Also leben wir neben einander her. Als er mir seinen Standpunkt erzählt hat, habe ich mir überlegt, dass ich mit dem Wissen nicht mit ihm zusammen leben kann. Wir haben auch noch 2 Töchter, davon lebt eine Tochter in einer Wohngemeinschaft und die andere noch zu Hause. Irgendwie ist die Luft heraus. Mein Mann hatte schon immer angeschoben, dass wir uns, bevor ich am Nachmittag zur Arbeit gehe und er dann zu Hause ist, reden. Aber ich wollte dieses zwischen Tür und Angel reden nicht. Da ich mich nicht darauf eingelassen habe und dieses auch nicht gemacht habe, blieb dieses auf der Strecke. Muss auch dazu sagen, dass ich nicht so sexuell aktiv bin und das auch ein Knackpunkt in unserer Ehe ist. Er redet jetzt immer mit einer besten Freundin, die auch mit mir befreundet ist. Sie treffen sich regelmäßig und reden über "Gott und die Welt". Da ich eifersüchtig bin, nahm ich dann auch an, dass sie eine Affäre haben, was aber nicht so ist. Mein Mann war über diese Aussage auch sehr enttäuscht und meinte, dass ich sein Vertrauen missbraucht habe. Weiß, dass immer 2 Menschen an der Situation beteiligt sind und beide Fehler machen. Auf alle Fälle habe ich mir jetzt überlegt einen neuen Job und eine neue Wohnung zu suchen. (Der jetzige Job ist nur 15 Stunden in der Woche und das reicht finanziell nicht aus.) Wer weiß, was das Leben noch so bringt.

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