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11/04/2019 - 06:45

Land-Mama Lisa

Interview: So kann es nicht weitergehen mit Alleinerziehenden in Deutschland

(Symbolbild)

Ihr Lieben, Unsere Leserin Katrin ist alleinerziehend und genervt davon, dass getrennt lebenden Vätern immer mehr Rechte zugeschrieben werden - die Pflichten dabei ber vergessen werden. Sie selbst kämpft zum Beispiel schon lange darum, dass die Kinder mehr Zeit mit ihrem Vater verbringen als nur jedes zweite Wochenende. Sie bemängelt, dass es keinerlei Handhabe für Alleinerziehende gibt, den anderen Elternteil mehr einzubinden, wenn dieser nicht dazu bereit ist.

Liebe Katrin, du bist alleinerziehende Mutter zweier Söhne und findest die Debatte um den Kindesunterhalt „unsäglich“. Erklär doch mal, was genau dich so auf die Palme bringt…

Die Bundesfamilienministerin forciert Kinderarmut anstatt sie zu bekämpfen. Für mich ist es unfassbar, dass die ohnehin laut aktuellem Armutsbericht der Bundesregierung stark von Armut betroffene Gruppe der Alleinerziehenden durch Reduzierungen der Unterhaltszahlungen weitere finanzielle Einbußen hinnehmen soll. Übrigens wird auch der Unterhaltsvorschuss ab 1. Juli 2019 gekürzt! Das Geld, das jenen Kindern zusteht, deren unterhaltspflichtige Elternteile nicht zahlen!

Dies alles geht vor allem zu Lasten der Kinder, deren Möglichkeiten zur Teilhabe weiter sinken und die – viel schlimmer noch – noch weniger entspannte Zeit mit ihren doppelt und dreifach belasteten Eltern verbringen können, die dann noch mehr finanzielle Sorgen durch weitere Arbeitsstunden kompensieren müssen.

Dazu geht diese absurde Debatte davon aus, dass die Kosten für die Kinder durch Tage beim anderen Elternteil spürbar sinken. Das ist kompletter Unsinn, denn die Lebensmittel sind in der Regel der kleinste Teil, die Fixkosten für Wohnung, Hort, Schulverpflegung und -material, Kleidung, Klassenreisen und vieles mehr bleiben gleich.

Noch immer drücken sich viel zu viele Väter in Deutschland vor der Unterhaltszahlung – laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Statistik sogar die Hälfte! Während ein Viertel nur teilweise bezahlt… nur jeder vierte Unterhaltspflichtige zahlt danach den vollen Betrag

Nun ärgert dich besonders, dass es in der öffentlichen Wahrnehmung und auch in der Politik vor allem um mehr Rechte für getrennt lebende Väter geht, dass dabei aber die Pflichten unter den Tisch fallen… was genau meinst du damit?

... und zugleich sinkt der Unterhaltsvorschuss ab Juli. Der kleinste Teil der nicht geleisteten Unterhaltszahlungen wird zurückgeholt. Das ist alles unfassbar.

Zu den Pflichten: In meinem Freundeskreis von alleinerziehenden Frauen kämpft der größte Teil mit dem Problem, dass Väter – insbesondere wenn die Trennung schon etwas länger zurückliegt – das Interesse verlieren und sich zunehmend zum Fun-Dad entwickeln oder langsam einfach immer weniger präsent sind. Das klingt wie eine Beschreibung aus einer anderen Zeit, ist aber leider weit verbreitete Realität.

Ich selbst kämpfe schon lange darum, dass die Kinder mehr Zeit mit ihrem Vater verbringen als nur jedes zweite Wochenende. Der Vater ist aber nicht bereit, beispielweise an einem Tag in der Woche, etwas weniger zu arbeiten, so dass die Kinder dann bei ihm allein oder fremdbetreut wären. Selbst eine Mediatorin beim Jugendamt hat ihm schon mitgeteilt, dass Umgang ohne seine Anwesenheit keinen Sinn ergibt. Er bleibt aber dabei.

Ich kenne sogar Väter, die keine Ferienzeiten mit den Kindern verbringen möchten. Vielleicht sind das Einzelfälle. Schaut man sich aber die Zahlen zu den nicht geleisteten Unterhaltszahlungen aber an, sagt dies doch Einiges über das „Stimmungsbild“ aus. Und wenn Unterhaltszahlungen für mehr Betreuung reduziert werden sollen, dann müssen die Unterhaltspflichtigen zwingend an den Fixkosten für Betreuung, Klassenreisen und Co. beteiligt werden.

Worum es mir aber ganz besonders geht, ist, dass es keinerlei Handhabe für Alleinerziehende gibt, den anderen Elternteil mehr einzubinden, wenn dieser nicht dazu bereit ist. Es kursiert immer noch das Bild von der gekränkten Mutter, die dem Vater die Kinder aus purer Boshaftigkeit vorenthält und zu faul zum Arbeiten ist. Oft ist es aber umgekehrt: Gerade bei den nicht so schönen Dingen wie Krankheitstage, Arztbesuche und Elternabende kann sich der andere Elternteil rausziehen, ohne irgendwelche Folgen. Alleinerziehende sind dieser Willkür völlig ausgeliefert.

Es gibt keinerlei Verpflichtung für den anderen Elternteil kooperativ zu sein. So kann ich mich nicht daran erinnern, dass der Vater meiner Kinder sich in den 6,5 Jahren, in denen wir nun Schulkinder haben, Krankheitstage übernommen hat. Und das ist kein extremer Fall, so läuft es in den meisten Fällen. Meine Position im Job stärkt es übrigens auch nicht, wenn ich immer wieder ausfalle, weil etwas mit den Kindern ist.

By the way … nach meiner Rückkehr in eine Unternehmensberatung für politische Kommunikation aus meiner ersten Elternzeit von sechs Monaten wurden mir alle Projektleitungen entzogen mit dem Hinweis, dass in Teilzeit meine Ansprechbarkeit für die Kunden nicht gewährleistet sein. Das ist die nächste Baustelle für Eltern insgesamt, denn damals war ich noch nicht allein, aber für Alleinerziehende eben ganz besonders.

Was hältst du vom Wechselmodell, bei dem die Kinder dauerhaft zwischen den zwei Elternteilen pendeln?

Schon aus Sicht der Kinder halte ich davon nichts, aus dem einfachen Grund, dass ich auch nicht gern jede Woche woanders wohnen möchte. Aber das sollte jede Familie selbst entscheiden und nicht – wie von der FDP jüngst gefordert – vorgegeben werden. Nach meiner ganz persönlichen Erfahrung brauchen die Kinder ein „Nest“, also einen Hauptwohnort, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Die Kinder sind durch die Trennungen der Eltern ohnehin belastet. Ich finde nicht, dass sie noch mehr auf sich nehmen sollten, weil ihre Eltern diese Entscheidung getroffen haben.

Das Nestmodell, in dem es eine Kinderwohnung gibt in der die Eltern wechselseitig mit den Kindern wohnen, könnte eine Alternative sein, aber ist wohl in den wenigsten Fällen realisierbar. Wir könnten auf jeden Fall nicht drei Wohnungen in Berlin finanzieren.

Ein anderer wichtiger Punkt schließt aber an das zuvor Gesagte an. Leider ist es nach meiner Erfahrung so, dass Frauen nach wie vor den Löwenanteil der so genannten Sorgearbeit leisten, egal in welchem Modell die Familien leben. Das heißt, die Frauen machen die komplette Kinderorganisation: Sie kennen die Kleidergrößen, die anstehenden Referatstermine, backen die Kuchen für die Feste und besorgen den nächsten Termin zu Haare schneiden sowie die Geschenke für die Einladungen zu Kindergeburtstagen. Die Liste ließe sich endlos fortführen. In den mir bekannten Wechselmodellen, funktioniert das ebenso. Der größte Teil der Sorgearbeit bleibt bei den Frauen.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Zumindest bei meinem Arbeitgeber wäre es kaum möglich im Wochenwechsel mal voll und mal Teilzeit (ich arbeite 75%) zu arbeiten. Ich gehe davon aus, dass das auch anderswo schwierig wäre. Das heißt konkret, dass im Falle eines Wechselmodells der Vater meiner Kinder nicht mehr unterhaltspflichtig wäre, ich dennoch eine große Wohnung von meinem 75%-Gehalt finanzieren müsste und wohl weiterhin den größten Teil der Familien-Organisation übernehmen würde. Nicht zuletzt sind unsere Kinder nun 11 und 13 Jahre alt und entscheiden auch manchmal selbst, wo sie ihre Zeit verbringen. Das ist in der Regel bei mir.

Wie ist es denn bei dir und deinen alleinerziehenden Freundinnen? Teilt ihr euch da mit euren ehemaligen Partnern die Kosten für Hort, Kita, Sportkurse, Schulbücher, Hobby-Ausrüstung?

Nein, das ist Teil des Unterhalts und wir tragen alles darüber hinaus allein.

Wir könnte denn für sich eine gute Lösung aussehen, bei der die Frauen nicht zu kurz kommen?

Frau Giffrey kann ja gern finanzielle Anreize dafür schaffen, dass auch der unterhaltspflichtige Elternteil mehr Verantwortung und Zeit für die Kinder übernimmt. Aber bitte nicht finanziert von den alleinerziehenden Elternteilen, die auch so schon jeden Cent umdrehen müssen. Wie bereits gesagt, die Kosten sinken nur unwesentlich, wenn Kinder etwas mehr Zeit beim anderen Elternteil verbringen. Das heißt der alleinerziehende Elternteil müsste sich nach diesen Plänen noch mehr einschränken und das würde zu einem weiteren Anstieg von Kinderarmut führen! 

Wenn wir es uns leisten können den größten Teil der nicht gezahlten Unterhalte nicht zurück zu holen, können wir wohl auch jene Familien von staatlicher Seite finanziell unterstützen.

Interessant wäre allerdings – auch mit Blick auf die Unterhaltszahlungsmoral – wie viele Familien überhaupt von Frau Giffreys Idee betroffen wären und wie geprüft werden soll, welche Betreuungszeiten und welche Anteile der Sorgearbeit die Elternteile übernehmen. Das klingt doch alles sehr nach inhaltsleerer Symbolpolitik, die nicht zu Ende gedacht wurde.

Insgesamt ist aber ein grundlegendes gesellschaftliches Umdenken ist nötig. Hin zu der Wahrnehmung, dass Kinder ein ganz bedeutender Teil unserer Gesellschaft sind für deren Wohlergehen wir alle gemeinsam Sorge tragen sollten. In dieser Welt würde auch die Sorgearbeit entlohnt und wichtige Meetings grundsätzlich nur vormittags stattfinden. Im Ernst: Auch steuerlich werden Alleinerziehende gegenüber Ehepaaren benachteiligt.

Viele Alleinerziehende können nicht voll arbeiten und  haben später entsprechende Einbußen in der Altersvorsorge. Für vielleicht 16 Stunden Arbeit pro Tag (was nicht übertrieben ist, wenn man noch kleine Kinder hat und berufstätig ist), landet man relativ sicher in der Altersarmut. Es kann nicht sein, dass die Teile der Gesellschaft, die sich mit aller Kraft um Kinder kümmern, an allen Fronten benachteiligt und in die Armut gezwungen werden. Diese andauernden Existenzängste spüren auch die Kinder.

Hinzu würden in dieser idealen Welt Unterhaltspflichtige diesen gern zahlen, da sie verstanden haben, dass damit einen entscheidenden Beitrag für das Wohlergehen ihrer Kinder leisten. Die Zahlen zu den nicht geleisteten Unterhaltszahlungen sind haarsträubend. Das Absenken des Unterhaltsvorschusses ist ein Skandal. Elternteile, die zu Krankheitstagen, Elternabenden und Ferien keine Lust haben, sollten dazu verpflichtet werden, aber natürlich nur, wenn das Kindeswohl nicht in Gefahr ist. In einer idealen Welt würden  Alleinerziehenden deutlich steuerlich entlastet und nicht benachteiligt.

Ein weiterer Punkt übrigens: Arbeitgeber*innen und Kolleg*innen jubeln in der Regel nicht auf, wenn sie hören, dass die Bewerber*innen alleinerziehend sind. Im Berufsleben befinden wir uns in einer endlosen Rechtfertigungsschleife. Ist mir gerade gestern passiert: Als ich um 15 Uhr das Büro verließ, um mich um meine Kinder zu kümmern, kommentiert eine Kollegin dies mit „Dein Leben möchte ich haben“ - da kann ich schon ganz schön sauer werden manchmal.

Käme für dich auch eine Art Mütter-WG in Frage?

Selbst im Studium war ich nicht wirklich ein WG-Mensch. Aber für viele wäre das bestimmt eine tolle Alternative. Fehlt bloß noch der bezahlbare Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen…

Wie lautet dein Appell an all die Alleinerziehenden da draußen, denen nicht die ihnen zustehende Unterstützung gewährt wird?

Bildet Banden!

Zum Weiterlesen empfehlen wir: Keine Auszeiten, etliche Pflichten: Wie einsam es macht, alleinerziehend zu sein

 

Foto: Pixabay

 

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Kommentare

Antje — Do, 04/11/2019 - 10:57

...vor allen Alleinerziehenden und der täglichen Mammutaufgabe, die sie stemmen! Ich finde es immer wieder unglaublich, wie ungerecht gegen über dieser Bevölkerungsgruppe unser Land doch ist! Ich habe 3 Kinder, lebe mit meinem Mann zusammen und arbeite 30h/Woche und schon für uns ist es finanziell und organisatorisch eine riesen Aufgabe - zumal wir nur wenig regelmäßige Hilfe von der Familie haben. Ich mache mir schon ab und an Gedanken, wie ich das stemmen würde, wenn ich ohne Partner wäre. Wir führen zwar eine stabile Beziehung aber die Gefahr, dass es schief gehen kann, besteht ja doch. Liebe Lisa, liebe Katharina, vielleicht könnt ihr ja mal Initiativen oder Möglichkeiten vorstellen, wie man sich für die Interessen von Alleinerziehenden (und Familien generell) einsetzen kann oder diese konkreter unterstützen kann?

Seraphin Wieser — Do, 04/11/2019 - 12:35

Ich finde es immer unangenehmer, daß der alleine erziehende Vater, wie ich es bin, bei ganz vielen Sachen keinerlei Erwähnung findet. Oft kämpfen wir für die gleichen Dinge, nur das der Alleine erziehende Vater gesellschaftlich noch lange nicht so angekommen ist, wie die Mutter. Es gibt genug Beispiele in den man sich rechtfertigen muss und manches Mal echt blöd angemacht wird, warum man das Kind nicht bei der Mutter aufwachsen lässt... Oder die Tatsache das es in jeder größeren Ortschaft mutterkind aktion/Initiativen gibt. Oft sind dort auch Frauen die von ihren Ex Männern geschlagen worden sind oder andere Probleme haben. Versuchen sie mal als Mann, als alleine erziehende Vater neue soziale Kontakte mit gleichgesinnten zu finden, wenn solche Umstände vorherrschen... Ich persönlich will nicht rum Jammern, ich habe ein hervorragendes Netzwerk und die Mutter meines Sohnes kümmert sich auch den Umständen entsprechend ihren Möglichkeiten. Aber ich appelliere auch hier mal wieder daran, dass man weg vom Geschlecht geht. Na klar gibt es Unterschiede, welche natürlich auch unterschiedlich gewichtet sind. Dennoch sind die meisten Probleme die gleichen, unterhält, bsuchsrecht, etc... Alles was da oben steht, kenne ich nicht nur von weiblichen Leidensgenossen. Eventuell denkt man in Zukunft mal genau darüber nach. Denn Gleichberechtigung sollte auch hier an diesem Punkt angemessen verwendet werden. Liebe Grüße aus der Königin der Hanse, der Hauptstadt des Marzipan, aus Lübeck Hr. Seraphin Wieser

Land-Mama Lisa — Do, 04/11/2019 - 17:52

In diesem Falle haben wir eine Mutter interviewt, das heißt aber nicht, dass bei uns die Väter nicht auch zu Wort kommen. Hier erzählt ein Alleinerziehender: https://www.stadtlandmama.de/content/alleinerziehender-papa-johnny-%C3%BCber-sein-leben-allein-mit-seiner-tochter Liebe Grüße!

Anna — Do, 04/11/2019 - 14:00

Mich macht es echt so wütend, dass sich politisch und zwischenmenschlich da immer noch nichts zum Besseren geändert hat. Ich bin zwar nicht alleinerziehend, aber meine Mutter war es. Ich habe miterlebt, wie mein Vater sich wegen der "hohen" Unterhaltszahlungen selbst bemitleidet und am Wochenende nur mit uns Dinge gemacht hat, die kostenlos waren - also im Grunde nur in seiner Bude vor Bildschirmen hocken. Aber für ein großes Auto, Zigaretten und Urlaub allein oder mit der neuen Partnerin war dann plötzlich Geld da. Auf menschlicher Ebene hat er uns die Vaterschaft aufgekündigt - schulische/soziale Probleme oder Alltagsorganisatorisches - das ginge ihn jetzt alles nichts mehr an. Meine Mutter konnte nie (mit oder ohne uns) in Urlaub fahren und trotzdem hat sie sich ein Bein für uns ausgerissen. Selbst den Kühlschrank mussten wir uns von Freunden leihen, weil mein Vater den großen Familienkühlschrank nach der Trennung für sich beansprucht hat - schließlich hatte er ihn ja auch bezahlt ! Also liebe Alleinerziehenden mit ehrlosen TrennungspartnerInnen: wenigstens eines sei euch gewiss - eure Kinder wissen später sehr genau wer wirklich für sie da war und werden es euch danken!

Manuela — Do, 04/11/2019 - 14:31

Ich kann Seraphin Wieser nur zustimmen. Kommt raus aus diesem Geschlechterkampf!!! Ja, aktuell sind es noch viel mehr Frauen, welche sich nach einer Trennung um die Kinder kümmern. Aber 'so what'! Es ist vollkommen egal ob Mama oder Papa! Es gibt Väter die 'mal kurz Zigaretten holen gehen' und Mütter die sich genauso wenig für ihr Kind interessieren. Die Probleme bleiben die gleichen - LEIDER! Meiner Meinung nach muss sich für getrennt lebende Eltern,aber auch für Familien, gesellschaftlich einiges ändern. Es geht nämlich nicht vorrangig um die Wirtschaft und um ach so wichtige Meetings etc. Es geht darum Druck und Stress zu reduzieren. Ein Elternteil - egal ob allein oder mit Partnern - sollte keinen Stress und Angst um den Job empfinden, wenn das Kind morgens krank aufwacht oder die Kita, der KiGa oder die Schule anruft. Genauso müssen auch Unterhalts-/BetreuungsAnsprüche bzw. -pflichten reformiert werden. Frau Giffeys Ansatz ist nicht zuende gedacht -klar. Aber wie soll eine Alleinerziehende eine neue Partnerschaft eingehen wenn sie nur mit Überleben beschäftigt ist - genau wie der Vater im übrigen. Bei 1080€ Selbstbehalt ist da auch nicht viel mehr drin.... außer der Verdienst ist hoch genug.... Was ich im Grunde ausdrücken möchte ist, dass es viel mehr Gerechtigkeit geben muss. Es kann nicht sein, dass sich ein Elternteil nicht kümmert oder kümmern darf (ja es gibt auch die Mütter, die es nicht zulassen - selbst miterlebt). Was ist also mit verpflichtenden Mediationen oder Therapien auf Elternebene oder Trennungstherapien? Oder verpflichtenden Gespräche um Finanzen zu besprechen und festzulegen wer was leisten kann aufgrund seines Verdienstes. Ich meine auf so einer Grundlage wäre es besser und viele Konflikte würden erst gar nicht entstehen. Und wenn wären da greifbare Ansprechpartner um zu klären. Entscheidet man sich Kinder in die Welt zu setzten muss Frau und Mann sich darüber im klaren sein den anderem Elternteil sein Leben lang nicht mehr loszuwerden!!! Sonnige Grüße!

Birgit — Do, 04/11/2019 - 22:50

... ihre Kinder sehen zu wollen. Bei uns verschwindet der Vater immer mal wieder Monate und meldet sich einfach nicht. Dann ist ihm Anderes wichtiger. Ich darf es den Kindern erklären und sie auffangen. Da er weiter Unterhalt zahlt, kann man nichts machen. Man kann Umgang nicht erzwingen. Echt schade für die Kinder.

Merle — Fr, 04/12/2019 - 02:16

Ich kann die Situation der Autorin und ihre Argumentation gut nachvollziehen. Leider leben wir nicht in einer perfekten Welt. Die individuellen Familienkonstellationen mit den verschiedenen Hintergründen, persönlichen Motiven und Schwierigkeiten sind so zahlreich. Es wird nie möglich sein, politisch wirklich alle Familien so zu fördern, dass man am Ende von Gleichberechtigung sprechen könnte. Das fängt bei Kinderbetreuung für Regel- und Randzeiten an und hört irgendwo bei Geschlechterdiskriminierung im Job und Wechselmodell für Trennungskindern auf. Klar wäre es toll, wenn statt einem Ehegattensplitting grundsätzlich Eltern steuerlich entlastet würden usw. Es wäre auch schön, wenn schon präventive Ansätze wie Eheberatungen finanziell unterstützt würden. Am Ende fehlt es an der tatsächlichen Möglichkeit, wirklich gleiche Lebensbedingungen zu schaffen, aber schlichtweg auch am politischen Willen, manche Dinge familienfreundlicher zu gestalten. Am Ende ist es immer das gleiche: Die sozial schwächeren Gruppen fallen hinten runter.

Detlef B — So, 04/14/2019 - 09:19

Immer dieses Gejammer. Hat meine EX mir je einen einzigen Cent bezahlt? Nein. Aber ich bin ein Mann und schaff es problemlos meine Kinder durchzubringen. Um mich herum lauter Alleinerziehende Mütter. Jede hat ihren Freund. Sie leben offiziell nicht zusammen, aber sie bumst ihn und er finanziert sie (dafür.) Ha. Einige haben sogar mehrere Ficker oder tauschen den Kerl jedes Wochendene. Zusätzlich das typische Gejammer. Siehe den Text oben. Frauen wollen einfach alles. Wie ihr mich ankotzt ! Die meisten Alleinerziehenden in Bremen haben Harz4, stocken auf. Und wer arbeiten geht ist selbst Schuld. Arbeit rechnet sich gar nicht. Kauft euch mal einen Taschenrechner. - Mein Vorschlag: sich gegenseitg helfen. Aber Alleinerziehende Männer passen euch ja nicht. Männer werden immer ausgegrenzt, und ihre Kinder auch, deswegen hasse ich euch und wünsche euch Weibern alles alles schlechte. Geht unter auf eurer Demo. Demos ändern eh nix.

Sarah — So, 04/14/2019 - 17:41

Die Wortwahl ist wirklich die unterste Schublade und hat in einem sachlichen Austausch, finde ich, nichts zu suchen.

Sonni D. — So, 04/14/2019 - 10:20

Als erstes: Detlef D.: offensichtlich kennen Sie nur die falschen Damen. Ich kenne keine Alleinerziehende, die sich aushalten lässt. Aber dafür selbst arbeiten geht und den Spagat zwischen Teilzeit und Sorge alleine stemmt. Vielleicht bewege ich mich aber auch in anderen Kreisen... Wir haben einen OLG Beschluss, der den Umgang regelt. der Kindsvater nimmt diesen trotzdem nicht wahr. Wohnt woanders, es sei ihm nicht zuzumuten (denkt er),das Kind jedes zweite WE zu holen. Wobei das jahrelang ging. Oft genug ist er einfach nicht gekommen und ich hatte das weinende Kind hier. Dann lieber gar keinen Umgang. Wie sieht der Umgang wohl aus, wenn er dass Kind nicht bei sich haben möchte? Ne, dann ist es doch besser bei mir oder Oma (ich muss ab und zu an WE arbeiten) aufgehoben, wo es willkommen ist. Er zahlt regelmäßig nach Tabelle, das läuft über das Jugendamt, ist also nicht das Problem. Ich frage mich: was bringt es dem Kind, wenn man den Vater zwingen würde, mehr Umgang zu haben, Ferienzeiten wahrzunehmen? Wie sieht das dann aus? Was hat das Kind davon?

Kiwi124 — Mo, 04/15/2019 - 22:30

Kann man diesen Kommentar von Detlef B. nicht entfernen? Das ist doch dermaßen daneben!!! Ich habe selber im Freundes- & Kollegenkreis alleinerziehende Frauen, die weder jammern, bedauert werden wollen noch sich ständig einen anderen Mann angeln, der sie aushält! Ich habe den größten Respekt vor dieser Leistung, denn alle Sorgen, Probleme & finanziellen Belastungen liegen nur bei diesen Frauen - da gibt es Niemanden, mit dem diese Dinge geteilt werden können. Sicher können die Väter nicht zum Umgang gezwungen werden, aber es darf nicht sein, dass solch eine Leistung nicht besser anerkannt & auch finanziell fair behandelt wird! Es wird immer noch so getan, als wäre das selbst verschuldet & somit eben „persönliches Pech“! Unsere Gesellschaft & auch die Arbeitgeber & öffentlichen Stellen müssen da fairer, Vorurteilsfreier & Familienfreundlicher sein. Mich macht das wütend, wie Alleinerziehende behandelt werden! Auch, wenn es mich nicht betrifft.

Mölder — Di, 04/16/2019 - 11:46

Die Interviewte wird doch von der zur Diskussion stehenden Unterhaltskürzung gar nicht tangiert. Es geht doch um Väter, die sich deutlich mehr als das klassische alle-2-Wochenenden Modell engagieren. Ihr Ex gehört offensichtlich nicht dazu. Ich teile mir mit meiner Exfrau die Erziehung unserer Kinder. Wir wechseln allerdings innerhalb der Woche (Sa und dann Mi nach der Schule wieder). Meine Ex ist mit dem Modell mittlerweile sehr glücklich und propagiert es als das einzig richtige. Sie hat dem ursprünglich aber nur zugestimmt, weil sie einen langen Prozess um das Aufenhaltsbestimmungsrecht vermeiden wollte. Unterhalt zahlen wir uns gegenseitig nicht, ich übernehme aber alle Extrazahlung, da ich mehr verdiene und habe damals auch die Kitakosten etc. übernommen. Das war aber nur möglich, da meine Ex (aus Stolz) kein Geld von mir wollte bzw. wir uns geeinigt haben. Ohne ihr Entgegenkommen hätte ich ihr den vollen Unterhalt zahlen müssen, weil die damalige Rechtslage keinen hälftigen oder 2/3 etc. Unterhalt kannte. Das kann es ja auch nicht sein, da ja beide Kosten für die Kinder haben (Kinderzimmer, Kleidung etc. ist alles doppelt vorhanden). Man sollte das ganze Thema nicht mit soviel Schaum vor dem Mund diskutieren und nicht nur seine eigenen (ggf. negativen) Erfahrungen berücksichtigen. Wenn sich beide Elternteile zu gleichen Teilen einbringen, dann bringt das für die Kinder eine bessere Verlässlichkeit und beide Elternteile haben planbare Tage, an denen sie ohne "Kinder-Druck" im Rücken arbeiten können. Das das nicht in allen Fällen funktioniert ist mit auch klar, aber manchmal frage ich mich bei einigen Schilderungen schon , wie man ernsthaft mit so einem Mann/Frau Kinder bekommen konnte...

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