Stadtleben

11/01/2020 - 06:45

Stadt-Mama Katharina

Bye bye Babyzeit - eine neue Ära bricht an

Am Dienstag sagte die Kleinste am Frühstückstisch zu mir: "Ich will mich mal wieder mit Lilli verabreden. Und zwar ohne Dich." 

Ich hätte mich fast am Müsli verschluckt. Wie - ohne mich? Einfach so nach der Kita mit zur Freundin? Ohne dass ich mit auf dem Sofa sitzen und beobachten muss, wie die Mädels zusammen Lego bauen? Wie geil ist das denn? Und wie verstörend gleichzeitig?

Ja, seit meine Jüngste im November drei Jahre alt geworden ist, geht es Schlag auf Schlag. "Ich bin ein großes Mädchen", sagt sie ständig. 

Ein weiterer Meilenstein: Sie ist windelfrei. Nach neun Jahren, in denen Windeln und Feuchttücher zu meiner Grundaustattung gehörten, eine UNGLAUBLICHE Befreeiung. Windeln wechseln ist wirklich eine Sache, der ich null komma null hinterher trauere. 

Man kann es also drehen und wenden wie man will - es ist sicher: Eine neue Ära bricht an, die Kleinstkind-Zeit ist vorbei. 

Unsere Kleinste ist eine glückliche Drittgeborene, die davon profitiert, dass ihre Geschwister sie lieben und uns Eltern oft die Puste für Konsequenz fehlt. Sie durfte viel früher fernsehen, Süßigkeiten essen, länger wach bleiben. Sie kann schon den Titelsong von Bibi&Tina mitsingen und weiß, wer wer bei Paw Patrol ist. Sie ist die, bei der wir am meisten auf unser Gefühl gehört haben und am wenigsten darauf, was andere Leute sagen. Das alles führt zu einer guten Portion Selbstbewusstsein.

Als unsere Tochter diese Woche also ihr erstes Playdate alleine hatte, war es für mich wirklich etwas Besonderes. Ich war beim Abholen richtig aufgeregt, ob denn alles gut geklappt hat. Unsere Tochter war quietschvergnügt und fast ein bisschen beleidigt, dass ich so früh kam. Auf dem Nachhause-Weg sagte sie, sie wolle nun bald alleine zur Großmutter nach Bayern fahren, um da mal Urlaub zu machen. 

Und so schön dieses Gefühl von nahender Freiheit für mich ist, so schmerzvoll ist auch das Loslassen. Der Abschied von dieser einzigartigen Phase, in der wir so eng mit unseren Kindern sind wie wohl nie mehr. Ich freue mich auf all das, was kommt. Auf all das, was das Leben mit größeren Kindern bereit hält. 

Und doch: Die Wehmut über die kleinen schönen Momente, die vergangen sind. Vergessen sind plötzlich die durchwachte Nächte, Stillprobleme, Heulkrämpfe wegen der fiesen Hormone. Unsere Babyzeit? War doch easy...Höhö... war sie natürlich nicht. Ganz und gar nicht!

Und so groß die Dreijährige schon sein will - in einem ist sie doch noch ganz klein. Nacht für Nacht krabbelt sie zu uns Eltern ins Bett - etwas, was ihre Geschwister nie gemacht haben. Sie greift meine Hand und seufzt seelig, wenn sie unsere Nähe spürt. Und ich? Freue mich und genieße diese "Baby-Reste" ganz bewusst, so lange sie es noch gibt. 

----

Foto: Cindy und Kay Fotografie: http://www.cuk-fotografie.de

Das könnte dich auch interessieren...

Kommentare

Charlotte — Sa, 01/11/2020 - 08:58

Schön geschrieben. Das kenne ich auch.

Elena Mustermann — Sa, 01/11/2020 - 10:59

Schön geschrieben. Unsere Tochter (auch das dritte Kind) wird im Mai 3 und sie ist auch ganz großer "Bibi & Tina" Fan :-) Ich merke auch schon, dass sie "groß" wird, denn sie will sich jetzt schon selbst anziehen und puzzelt schon ganz schwierige Puzzle. Sie kommt mir aber immer noch klein vor, da sie bisher noch recht wenig spricht, aber plötzlich wird es immer mehr. Und sie will noch "Busi". Bin gespannt, wie lange noch.

Sandra — Sa, 01/11/2020 - 12:48

Meine Zwillinge sind Nummer 3 und 4 und werden im Mai 5.Hier ist es ähnlich,sie sind auch selbstbewusster und selbstständiger. Ich genieße das Gefühl der Freiheit und das das Zwillingsthema in den Hintergrund rückt.Mein Wunsch waren nie Zwillinge,ohne Auto,Alleinerziehend.Es war echt der Wahnsinn!Trauern tue ich deshalb nicht so stark,nur manchmal ein bisschen,wenn ich so ganz kleine Babys sehe.

Jennifer — Mo, 01/13/2020 - 13:11

Wie schön und treffend ist das bitte geschrieben? Ich habe uns als Familie 1:1 wieder gefunden nur das es bei mir mein Sohn ist. Im April erwarten wir unser zweites Wunder und ich bin gespannt wo die Reise diesmal hingeht. Es ist eine wundervolle Zeit die unglaublich schnell vergeht. Höhen und Tiefen. Freude und Schmerz. Aber immer im Vertrauen.

Neuen Kommentar schreiben