Landleben

16/11/2016 - 07:30

Land-Mama Lisa

Abschalten, loslassen, Party on: Warum Eltern unbedingt auch mal unvernünftig sein müssen

Ihr Lieben, eins unserer Kinder hatte in den letzten zwei Wochen eine Lungenentzündung und wer das schon einmal mitgemacht hat, der weiß, dass das kein Spaziergang ist. Nun wisst ihr ja, dass Karneval für mich zu den schönsten Tagen im Jahr gehört und der 11.11. stand vor der Tür. Ich habe wirklich kurz überlegt, alles abzusagen.

Ich hatte mir für diesen Tag bereits alles freigeschaufelt. Das eine Kind nach da organisiert, das andere Kind nach da und das dritte noch woanders hin. Ich hatte mir extra freigenommen. Nun spürte ich nach den anstrengenden Wochen aber auch plötzlich ein Kratzen im Hals, ich war müde und dachte: Nee, ich kann jetzt nicht einen ganzen Tag lang feiern gehen. Oder kann ich doch? Oder nicht? Oder vielleicht ja, aber dann mit angezogener Handbremse, damit ich nicht danach richtig flach liege? Die Vernunft, die Vernunft… ich vermute, ihr kennt das…

Das Ende vom Lied: Die Unvernunft siegte. Ich ging los wie geplant. Mit meiner besten Karnevalstruppe der Welt. Da bin ich ganz traditionell, die Leute sind gesetzt. Dass dann immer noch sehr viele sehr nette Leute dazukommen: Super! Nix mit Handbremse, Viva Colonia.

Jedenfalls war ich pünktlich an der Feierhalle – in kompletter Karnevalsmontur. Uns selbstverständlich ohne Auto, wenn schon, denn schon. Wir haben getanzt (wie wild), geweint (vor Rührung) und das Leben genossen. Und wie! Einfach mal nicht an morgen denken. Nicht an den nächsten Termin, die nächste Herausforderung, die Wochenendplanung, die Winterklamotten, den Job. NEIN. Einfach nur sein, im Hier und Jetzt, ohne Verantwortung. WAR DAS SCHÖN! WAAAAAR DAS SCHÖN!

Natürlich leidet man am nächsten Tag. Ist müde. Hat Kopfschmerzen. Der Körper schmerzt, aber... die Seele schwebt! Ja wirklich, so muss man das sagen. Es tut soooooo gut, mal wieder man selbst zu sein. Kein Vorbild. Keine Sorgen-Anlaufstelle. Einfach nur jemand, der singt und feiert und Spaß hat und frei ist und tolle Freunde hat. Ich profitiere da noch jetzt von!

Es trägt mich durch die Tage, dass ich meine Freunde treffen konnte, dass ich diese Euphorie nochmal erleben durfte, dass ich mal wieder raus gekommen bin aus meinem Trott, aus meinem Haus, aus meiner Mutterrolle. Natürlich geht sowas nicht immer. Aber solche Ausbrüche sind wichtig. Ab und zu. Solche Tage bringen uns wieder näher zu uns selbst. Solche Aktionen zeigen, was wir sonst noch so sind. Wir MÜSSEN auch mal unvernünftig sein! Sonst platzen wir irgendwann!

Und dann ist´s auch wieder gut. Dann schaut der Wäscheberg am nächsten Tag auch gar nicht mehr so unfreundlich. Dann hält man auch einen Wutanfall des Kindes besser aus, weil man noch immer diese positive Energie in sich trägt. Weil das Leben als Working Mum eben nicht mehr nur aus Wäsche und Wutanfällen besteht, sondern aus so viel mehr. Und sich dessen mal wieder bewusst zu werden, müssen wir ab und zu einfach mal wieder rausgehen. Egal wie müde und erschöpft wir davor sein mögen. Es loooohnt sich so!   

Zum Weiterlesen: Nimm dir Zeit für dich selbst! Wie schwer es ist, sich als Mama mal etwas zu gönnen 

Und: Warum Katharina Karneval so gar nicht mag... 

 

 

 

Tags: Karneval, Familie, Mutter, Rollen, Ausbruch, Aufbruch, Feiern, Me-Time

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Kommentare

Jessie — So, 11/20/2016 - 09:41

In diesem Artikel steckt so viel Wahrheit. Nur wer auch mal "unvernünftig" sein kann und seinem inneren Kind etwas Freiraum gönnt kann selbst glücklich sein. Vielen Dank LG

Christina von m... — Mi, 11/23/2016 - 13:46

Liebe Lisa, vielen Dank für diesen Text. Genau so ist es. Ich war am 11.11. auch mit meinen Mädels unterwegs und es war einfach nur herrlich. Wir standen zwar anderthalb Stunden vor der Kneipe an (auch das wird wohl nur ein Kölner verstehen können), aber der Tag war einfach nur genial. Singen, tanzen, lachen, mal was ganz anderes als Wäsche falten und Memory spielen. Ab und zu braucht man das, auch und gerade als Mutter. "Der Körper schmerzt, aber die Seele schwebt." Du hast es perfekt beschrieben. Alaaf, Christina

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