Achtung, jetzt kommt Geschwisterplüsch, warum weiß ich auch nicht :-)!

caroline-rosales

Ihr Lieben, 

wahrscheinlich schreibe ich nur diesen Post, damit Ihr mir alle mal gehörig den Kopf wascht und sagt: Ja, ja, das ändert sich alles noch, aber im Moment bin ich wirklich verblüfft von meinen Kindern…

Also ich erkläre Euch mal, was hier seit Monaten vor sich geht: Mein Sohn Maxime ist ja zweieinhalb und seine kleine Schwester Cleo ist jetzt bald fünf Monate alt. Und was ich sagen: Es ist die große Liebe. Ehrlich erstaunlich, denn ich war auf etwas völlig anderes eingestellt. Ich habe nämlich eine Schwester im selben Altersabstand und wir waren halt zwei kleine Mädchen (und sind es heute noch!). Sprich: Haare ziehen, Puppen klauen, petzen und Platzkämpfe inklusive. Von mir ist zum Beispiel überliefert, dass ich als Kleinkind meiner Babyschwester eine geklebt hätte, weil ich neidisch und eifersüchtig auf das kleine süße Kind im Taufkleid war…

Wie dem auch sei, ich hatte deshalb nicht allzu große Erwartungen, was Maxime und Cleos Kleinkind-Baby-Beziehung angeht… Und bin deshalb um so überraschter… Jeden Tag seit Cleos Geburt dachte ich zugegeben: Oh, jetzt kommt gleich der große Knall. Jetzt sagt er mir, dass Cleo weg soll, usw. 

Und das Gegenteil passierte: Ich erinnere mich noch, da war Cleo gerade eine Woche alt, da habe ich sie mir ins Wickeltuch gebunden und ihn aufs Kiddieboard gestellt. Der Buggy war also leer. Wir gehen also zum Einkaufen, als mein Sohn plötzlich die Decke aus der Kinderwagenwanne reißt und ich mich anschaut: „MAAMA, wo Cleo???“ 

Ich lachte: „Na, hier im Tuch.“ Er lächelte nun auch. 

Lesen wir abends ein Buch und ich denke: „Ah, es ist wichtig, dass wir Zeit alleine haben“, fragt er mich ebenso. „Wo Cleo?“

„Na, im Bett“, antworte ich dann. Und er nimmt das Babyphone und schaut sehnsüchtig auf den Monitor. Er mahnt mich, wenn ich sie mit einer Hand im Arm halte, sie könnte runterfallen, er bittet mich, ihr die Nägel zu schneiden, wenn sie ihn aus Versehen (Babys möchte ich keine Absichtshandlung unterstellen!) gekratzt hat. Morgens sagt er: „Guten Morgen, Schatz“ oder „Guten Morgen, süße Maus“ und küsst ihr die Füße. Dann wird gelächelt, gespielt, er reißt sie an den Beinen, faltet ihr Ohr wie ein Salatblatt oder nimmt ihre Hände, um sie Klatschen zu lassen… Also mal ehrlich, wenn ich ihr nur den Body falsch anziehe, motzt sie rum. Von ihm lässt sie sich dagegen ALLES gefallen. Ich glaube, sie bewundert ihn und er genießt das Brudersein. Manchmal legt er sich auch neben sie und bittet mich (Ja, ehrlich!) ein Handyfoto von den Beiden zu machen. ??? Ja, ich finde, die beiden übertreiben langsam. Nie will er ein Foto mit mir zum Beispiel… Langsam denke ich fast schon, dass eine hier eine Verschwörung gegen mich im Gange ist… :-)! Der Opa sagt, das liege daran, dass Cleo immernoch wie ein Baby rieche, das wecke Beschützer-Instinkte.

Und dabei hatten meine süßen Kids echt ein holpriges Kennenlernen. Einen Tag nachdem ich aus dem Krankenhaus kam, hatte Maxime 41 Grad Fieber. Das ging irgendwie vier Wochen so, dass er nicht krank, aber auch nicht richtig fit wurde. So eine Art verschleppter Infekt… Lustigerweise habe ich das zu der Zeit von sehr vielen Müttern gehört, die das zweite Kind bekommen hatten. Plötzlich war das große Kind auf Knopfdruck krank… Jedenfalls führte das dazu, dass uns die Kinderärztin empfahl, die Beiden strikt zu trennen, wegen der Ansteckungsgefahr. Ich tourte also mit den Beiden vier Wochen lang durch den Kiez, ohne das ein richtiges Kennenlernen meiner Kids möglich war… Nun, aber das ist schon vier Monate her. Ich kann deshalb mit meiner Story nur alle Eltern beruhigen, die ihr zweites Kind erwarten: Das Kennenlernen wird überschätzt. 

Tja, und auf die Gefahr hin, dass sich ironischerweise nach diesem Post alles ändert, liebe kleine Cleo und mein Maxime: Wenn ihr das in 20 Jahren lest, werdet Ihr hoffentlich sagen: „Ja, das sind ganz wir. So war es eben schon immer.“ Nur eine Bitte: Lasst noch ein bisschen Platz zwischen Euch, vielleicht will der ein oder andere ja noch in eurem Club dazukommen…

Und wenn ihr mal zofft habt: Lest das hier und denkt hoffentlich: Das können wir besser. 

Alles Liebe, 

Eure Caro xxx

Fotos: www.lenimoretti.com


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4 comments

  1. Betüdeln=Dominanz
    Aus meiner täglichen Praxis weiß ich, wie stark Geschwisterbeziehungen das Leben prägen. Gleichgeschlechtliche Kinder stehen oft stärker in Konkurrenz, das ist richtig. Großer Bruder, kleine Schwester ist eine Konstellation mit weniger Konfliktpotential. Dennoch: auch starke Fürsorge kann ein Zeichen von Eifersucht sein, da es dabei auch um Dominanz geht. Meist löst sich das aber sehr früh, wenn beim jüngeren Kind die körperliche (laufen) und seelische Loslösung beginnt.
    Wichtig ist für die Entwicklung vor allem eins: jedes Kind braucht seinen Raum, seine Freunde, seine Interessen. Das schafft Selbstbewusstsein. Und ein bisschen Streit muss übrigens auch sein!

    Alles Gute deinen beiden Kids!

  2. Hier (Mädchen gut 3, Junge
    Hier (Mädchen gut 3, Junge knapp 6 Monate) ist es ebenso – ich weiß gar nicht, ob in dem Alter das Geschlecht schon eine Rolle spielt. Das meiste, was Du erzählst, kann ich unterstreichen. Ich dachte auch immer, ich muss der großen Maus ihre Exklusivzeiten gönnen und dann will sie ständig, dass der Bruder dabei ist. Ich denke dennoch, es wird auch andere Zeiten geben und das ist für mich auch ok so. Momentan ist er das kleine Baby und himmelt die große Schwester an, findet sowieso alles toll, was um ihn rum passiert, aber insbesondere, wenn sie ordentlich hüpft und kreischt und Quatsch macht. Und er akzeptiert noch klaglos, wenn ihm was weggenommen wird. Aber das wird sich ändern und die Große fängt jetzt manchmal an, etwas empfindlich zu reagieren, wenn er sie mal grober erwischt oder das in ihren Augen falsche Spielzeug anfasst. Es wird Krach geben und das darf es ja auch. Ich glaube aber, dass so ein guter Start, wie wir ihn hatten und ihr auch, eine gute Voraussetzung dafür ist, dass eine grundsätzliche Zuneigung und Loyalität vorhanden ist.*hoff* 🙂

  3. Das perfekte Team!
    Das klingt wirklich traumhaft- sehr harmonisch und genauso, wie es im Idealfall sein sollte!
    Vielleicht liegt es wirklich daran, dass die Kleine stolz ist, einen tollen großen Bruder zu haben und er froh über die kleine Schwester ist und sie beschützen möchte 🙂
    Wir hoffen, dass es genauso bleibt und wünschen noch eine schöne Woche!

    Beste Grüße,
    das HEBA-Germany Team

  4. der große bruder 😉
    ich kenn es aus vielen bekannten familien, dass die großer bruder- kleine schwester- beziehung ziemlich innig ist. und irgendwie auch über viele jahre fast immer bleibt (zankereien gibts überall mal). da werden selbst die kumpels irgendwann angehimmelt 😉 unter 2 mädels kenn ich es leider nur mit gezicke und gezanke, aber oft gibt sich auch das iiiiiiiirgendwann. und: als mama bleibt man trotzdem immer die erste große liebe