Gastbeiträge

10/06/2017 - 07:45

Stadt-Mama Katharina

Die Königsdisziplin aller Eltern: 10 Wege, um Kinder ins Bett zu bringen

Wir beide, Nina und Laura - Mütter von jeweils drei Kindern - können nicht behaupten, dass wir unsere wilde Meute Abend für Abend ohne Probleme ins Bett bekommen. Aber wir können behaupten, dass wir einiges an Erfahrungen gesammelt haben, was das Thema betrifft. Wir haben verschiedene Wege ausprobiert: von der sanften Methode mit viel Klingeling und Lalelu über die „Fräulein Rottenmeier-Variante“ mit Türe zu und Aus die Maus. Heute wollen wir euch von unseren Kinder ins Bett bringen-Routinen erzählen. Vielleicht inspirieren wir ein paar Eltern oder zeigen einfach nur, dass selbst erfahrene Mütter oft einfach nur noch aufgeben müssen.

Ninas fünf Wege, um Kinder ins Bett zu bringen

Das faszinierende am menschlichen Gehirn ist ja, dass es schlechte, unangenehme oder alptraumhafte Dinge irgendwann einfach verdrängt! So musste ich wirklich lange nachdenken, wie denn unsere Kinder ins Bett bringen-Routine (Routine ich lach mich schlapp!) vor knapp 1 1/2 Jahren aussah. Da waren die Jungs 1 Jahr alt und Lisa 2,5 Jahre alt. Und ich kann sagen, dass es abends nicht wirklich traumhaft war! Vor allem, wenn der Mann noch arbeiten musste. Ich bin regelmäßig nur noch von Bett zu Bett gesprintet und bin meistens gegen 21 Uhr oder später irgendwo zwischen den Zimmern in komatösen Schlaf verfallen! Aber hey, auch diese Zeit geht für alle vorbei ;-)

Hier kommen meine Top 5 drei Kleinkinder ins Bett zu bringen:

1. Ins Schlaf-Koma lesen

Für diese Variante muss man selbst noch top fit sein, denn ansonsten schläft man mit Sicherheit vor den Kindern ein. Beim Schlaf-Koma lesen ist es vor allem wichtig SEEEHR monoton vorzulesen und keine Spannungsbögen aufzubauen! Von zehn Versuchen hat diese Methode im übrigen bis jetzt genau zehnmal nicht funktioniert, aber ich bin ja Optimist ;-)

2. Noch EINE Folge Sandmännchen

Hahaha! Fallt ihr da auch wieder regelmäßig drauf rein? Da stehen drei niedliche Kinder mit riesen großen Kulleraugen vor mir „Mamaaa biiiiitte!!! Noch eine Folge vom Sandmännchen!“ „Ooookay liebe Kinder, aber wirklich nur EINE und dann versprecht ihr mir, dass jeder in sein Bett geht und schläft!“ „Jaaaa Mama, versprochen!“ Also ich falle da mindestens einmal die Woche drauf rein! Immerhin bietet einem das Sandmännchen 10 Minuten Verschnaufpause!

3. Fieser Schnullerklau

Sobald ich merke, dass vor allem die Jungs sich nur noch damit wach halten und aus den Betten zu klettern, komme ich mit einer sehr fiesen Methode, dem Schnullerklau! Sobald die kleinen Kobolde Anstalten zum Herumalbern machen kommt die böse Mama und klaut den Schnuller mit den Worten „Wenn Du wach bist brauchst du den ja nicht oder?!“ Wirkt kurzzeitig erschreckend gut! Sie werfen sich dann meist sehr theatralisch ins Bett, kneifen die Augen zu als würden sie schlafen und machen den Mund für den Schnuller auf.

4. Die Widerholungs-Methode

Die läuft echt gut und hat am Ende immer Erfolg! Ich gehe zwischen 8 und 9 Uhr einfach alle 2 Minuten ins Zimmer und schicke die Kids wieder in ihre Betten...Klappt das nicht nehme ich Nummer 3 „Fieser Schnullerklau“ dazu. Und hey, meistens habe ich nach 30 mal ins Zimmer stapfen Erfolg! ;-)

5. Der Mann muss es richten-Methode

Wenn so gar nichts mehr  geht und die Kinder mir tagsüber schon auf der Nase rumgehüpft sind, schicke ich den Mann mit den Worten „Schatz, übernimmst Du bitte? Du kannst das einfach viel souveräner!“ Dann laufe ich im Eilschritt zum Kühlschrank, schnappe mir ein Glas Weißwein und verziehe mich an einen Ort, an dem ich nichts mehr hören kann!

Und hey wir können alle ganz optimistisch in die Zukunft blicken, denn irgendwann so mit spätestens 18 Jahren schlafen sie von alleine ein, also wenn sie dann überhaupt noch in ihren eigenen Betten schlafen...schluchz!

Lauras fünf Wege, um Kinder ins Bett zu bringen

1. Klare Ansage

Immer wieder schwöre ich auf die klaren Ansagen und fliege damit regelmäßig auf die Schnauze. Vor mir sitzen zwei brave Kinder im Alter von vier und sechs Jahren mit geputzten Zähnen und frischen Schlafanzügen. Ich sage freundlich, aber bestimmt: „Erst darf sich jeder eine Geschichte aussuchen, die lese ich dann vor. Danach gibt es jeweils fünf Minuten Füße massieren und dann ist Schicht im Schacht, Kapito?“ Vier Äuglein klimpern und zwei Köpfchen nicken zustimmend. Dann lese und massiere ich, verteile Küsschen und gehe raus. Da höre ich Luise: „Mama, noch Rücken kraulen!“ Ich verneine und weise auf meine klare Ansage hin. An die kann sich kein Kind mehr erinnern! Luise besteht auf Bauch kraulen, Wärmekissen, einmal Hänsel und Gretel erzählen und dann noch Zahlen auf den Rücken malen. Und zwar in dieser Reihenfolge.

2. Müde Mäuse

Die beste Voraussetzung fürs Kinder ins Bett bringen sind ja wohl müde und kaputte Kinder. Dafür mögen Eltern die wilde Brut vor dem Einschlafen noch heftig verkitzeln, nachdem sie ein paar Minuten durch die Wohnung gejagt wurden. In besonders harten Fällen reicht das nicht und es bietet sich noch eine Wasserschlacht in der Badewanne oder eine halbstündige Abendwanderung an. Hauptsache, die Augen fallen bei den ersten Zeilen von „Der Mond ist aufgegangen“ zu. Klappt bei uns leider nur in den seltensten Fällen.

3. Singen, was das Zeug hält

Funktioniert immer wieder erstaunlich gut, bedarf aber einer sicheren Singstimme. Wir haben the good old Liederbuch mit den alten Zoten wie „Entchen von Tharau“ oder „Rund sind schon die Felder“ neben den Bettchen liegen und singen dann wie in alten Zeiten, bis der Mond aufgegangen und die Bettdecken mit Nägeln besteckt sind. Anton spielt dazu die Flöte, denn er trifft Töne beim Singen schlechter als Luise das Glas beim Einschenken.

4. Kinder-Wellness

Wenn ich selber in der Stimmung bin für eine exzessive Kinder ins Bett bringen-Routine, hole ich das Massageöl und ein selbstgenähtes Leinsamenkissen mit Einhornmuster hervor und lade zu Pferde- und Fußballmassage ein. Dafür legt sich Luise auf den Rücken und ich massiere selbigen. Dafür trappel ich mit meinen Fingern über den Rücken (Pferde rennen), zupfe mit den Fingerspitzen Gras (Pferde fressen), streichel mit den Handflächen über die Haut (Pferde kuscheln) und mache noch sonstigen Massage-Chichi. Anschließend legt sich Luise auf den Rücken und ich lege ihr das Leinsamenkissen über die Augen, auf das ich vorher Orangenduft geträufelt habe. Das ganze dann für Jimmy mit dem Thema Fußball, denn Pferde findet er grundsätzlich doof und „Igitt“.

5. Zur Oma ausquartieren

Genialer Kinder ins Bett bringen-Tipp für Kinder, die gerne bei der Oma schlafen: Mutter anrufen, Jimmy ankündigen, begeistertes Kind rüberfahren, nach Hause gehen und sich freuen, dass nur zwei kleine Geister ins Bett gebracht werden müssen. Funktioniert bei den anderen nicht, da schlimme Anfälle von Heimweh nächtliches Abholen notwendig machen.

Und, konnten wir den ein oder anderen neuen Tipp geben? Oder habt ihr ein bisschen geschmunzelt? Wir freuen uns darüber, eure Kinder ins Bett bringen-Geschichten zu erfahren. Auch Mütter von drei Kindern können noch viel, viel lernen, das das Kinder ins Bett bringen betrifft. Gute Nacht, eure Laura und Nina von HEUTE IST MUSIK

 

Tags: Schlafen, Tipps, Abend, Kinder, Erziehung

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Kommentare

Antje — Di, 06/13/2017 - 21:08

Ich sitze gerade im dem IPad im Dunkeln neben meiner Tochter, die um 21 Uhr noch gaaaar nicht müde ist... wir probieren es heute mit einem Hörspiel im Spielzimmer... da sie mit Ihrem großen Bruder in einem Zimmer schläft und leider fast jeden Abend großes Theater veranstaltet - während der große Bruder sich schon beschwert und müde ist. Vielleicht klappt es heute ja so. Massage, Meckern, Vorlesen, Vorsingen, 30 mal rein rennen und ins Bett bringen haben wir alles schon probiert... Hilft leider alles nur begrenzt. Tatsächlich klappt es bei den Omas und Opas deutlich besser als bei uns. Und Der Papa kann mit eindrucksvoller Männerstimme manchmal auch mehr richten. Ab Ende Juli kommt dann noch Kind 3... Das kann dann richtig heiter werden. Naja, alles geht irgendwann vorbei... Und im Winter klappt es auch wieder besser.

Anka — Fr, 06/16/2017 - 20:25

Bei uns werden nach dem Abendbrot Zähne geputzt, Pipi gemacht, dann gehts ins Kinderzimmer, im Bett dann manchmal noch was trinken, gelegentlich liest einer noch eine Geschichte, und dann ist Ruhe. Mehr machen wir nicht. Das findet in der Regel gegen 19 Uhr statt. Das haben wir so ab 1 Jahr angefangen, damals natürlich noch mit etwas weniger Erfolg ;) Jeder findet da sicher seinen Weg. Wir waren und sind da als Eltern sehr konsequent, weil wir gern abends Zeit für uns allein oder als Paar haben oder weil wir manchmal einfach noch arbeiten müssen.

Silke — Mi, 02/21/2018 - 20:53

Da bin ich doch sehr froh, dass ich nicht alleine mit diesem Mama-Problem. Ich habe es in der Tat mit ähnlichen Taktingen versucht. Singen, vorlesen und kuscheln. Nein, auch bei mir hat es nur sporadisch geklappt. Coole Idee war Geschichten und Figuren freierfinden. Mein Sohne (fast 5) ist begeistert. Denn seine Mama erfindet Piraten, Kappen in Ausbildung, Geschichte von Pumas ... offensichtlich ist ein Kindertraum ist wahr geworden. Aber schlafen tut er nicht. Mein Mann hat mit Budeswehr Geschichten (weil angeblich langweiliger) mehr Erfolg. Ich hoffe, ich finde bei euch mehr Tipps für alle Lebenslagen mit Kind. Mich freut, dass hier alles mit einem Zwinkern beschrieben wird.

Ulrich — Fr, 12/14/2018 - 22:02

Gerade wollte unsere Tochter nicht ins Bett gehen. Ich war verzweifelt auf der Suche im Netz nach einem "wie kriege ich mein Kind ins Bett", als ich auf diese Seite gestoßen bin. Ich las soeben vom "Schnuller-Trick", welcher mir interessant klang! Gesagt, getan, nahm ich unserer Tochter schon den Schnuller weg, mit den Worten: "Bist ja eh noch wach...kriegst ihn im Bett wieder!" Kurzes Überlegen auf der der Gegenseite, als mich meine Gattin schon aus dem Zimmer rief, was denn die Kleine mache? Man höre nichts mehr! Ich schritt in ihr Zimmer und wurde nur mit einem "Papa, bitte zudecken!" in Empfang genommen! Danke für diesen einmaligen Vorschlag!!!

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