Landleben

13/05/2016 - 11:00

Land-Mama Lisa

Die Sommerferien-Planung in 100 Akten: Wie sollen berufstätige Eltern sechs Wochen Urlaub überbrücken?

Ihr Lieben, die ihr schon Schulkinder habt: Ihr werdet kennen, was jetzt kommt. Es geht um die Ferienplanung. Und wer schon einmal die Interessen zweier Eltern und dreier Kinder unter einen Hut gebracht hat, weiß: sechs Wochen können wirklich lang werden...
Dabei blicke ich auf die Ferien meiner eigenen Kindheit so gern zurück! Sechs Wochen waren fast ein ganzes Leben. Es gab so viel zu entdecken, so viel zu tun, irgendwann Langeweile - was sooo lang noch, bis die Schule wieder anfängt? Laaangweilig.
Diese Langeweile haben viele Kinder heute nicht mehr. Sie werden von Ferienfreizeit zu Oma zu Schul-Ferien-Betreuung geschickt - weil Mama und Papa arbeiten müssen. MÜSSEN. Wir können Eltern keinen Vorwurf machen, die ihre Kinder wochenlnag verplanen, denn viele haben einfach keine Wahl. Wir müssen bei den Arbeitgebern ansetzen, bei den Gehältern, die sonst nicht reichen, aber auch bei den Arbeitszeiten.
 
Zwölf Wochen Ferien pro Jahr haben Kinder! Das ist sooo toll! Ich finde das wichtig, ich finde, Kinder müssen diese Zeit haben, sich und ihre Umgebung zu entdecken, vielleicht mal irgendwohin zu fahren, in den Urlaub oder in einen Freizeitpark. Aber.
 

Eltern haben leider keine zwölf Wochen Urlaub im Jahr. WIE SOLL DAS GEHEN?

Ich möchte meine Kinder in den Ferien nicht fünf von sechs Wochen von 8 bis 17h in die Ferienbetreuung geben. Ich finde, der Urlaub ist doch auch für die Familie da! Zeit miteinander verbringen. Seele baumeln lassen, mal ohne Alltagschaos und Termine in den Tag reinleben, zusammen. Oder mal einen Schwimmkurs besuchen, zwei Wochen jeden Tag. Mal etwas anderes machen außer Mathe, Deutsch und Sachkunde.

Es gibt Eltern, die nie zusammen Urlaub machen! Drei Wochen nimmt die Mama. Danach drei Wochen der Papa. Weil es sonst mit der Arbeit nicht hinhaut. Ich kenne Eltern, die einen Monat unbezahlten Urlaub in den Sommerferin nehmen, weil die vier Wochen Ferienkurse zur Betreuung der Kinder mehr kosten würden als der eine Monat Arbeit einbringt. Ein Glück, wenn der Arbeitgeber solchen unbezahlten Urlaub gestattet.

Wie viele Eltern Schweißausbrüche beim Gedanken an die Sommerferien kriegen! Oh weh, wie sollen wir das schaffen!? Damit das nicht in purem Stress mündet... Ich habe keine LÖSUNG für dieses Thema. Allen Eltern zwölf Wochen Urlaub im Jahr gestatten? Wer stellt dann noch Eltern ein? Die Ratte beißt sich in den Schwanz.

Deswegen sind Ferienkurse so begehrt! Ich schreibe im MAI über dieses Thema, zwei Monate vor dem Start der Ferien, weil man sich jetzt schon kümmern muss, wenn man noch etwas ergattern möchte. Gestern wurde in unserem kleinen Städtchen feierlich das Sommerferien-Programm 2016 vorgestellt und die Anmeldefunktion im Netz eröffnet. Der Bürgermeister schreibt das Grußwort und die besten Kurse sind nach nicht mal 24 Stunden ausgebucht! Und die besten Kurse sind oft nicht die, die die Kinder am interessantesten finden, sondern die, die von Montag bis Freitag von möglichst früh bis möglichst spät gehen...

Ganze Messen finden in Köln zum Thema Ferienbetreuung statt. Das Geschäft boomt. Auf unserem Rücken. Aber auch auf dem Rücken der Kinder. Und ich bin ein Teil davon. Bei uns arbeiten sowohl mein Mann als auch ich. Die Kinder wünschen sich Zeit mit uns. Und wir uns Zeit mit ihnen. Was also tun?

Ich wünsch mir, arbeiten zu können und trotzdem Zeit für Kinder und Urlaub zu haben. Ist das zu viel verlangt?

Ich habe mich gestern bestimmt zwei Stunden lang hingesetzt und coole Seiten und Programme ergooglet. Denn es gibt wirklich richtig tolle und meine Kinder kamen schon so oft völlig begeistert von solchen Kursen! Vermutlich würde ich sogar welche buchen, auch wenn ich nicht arbeiten würde. Ich habe also gestern eine Liste angelegt, in die ich Zeiten und Episoden dder Sommerferien eingetragen habe. Und ich war unendlich stolz, als ich das "Programm" für uns vermeintlich fertig hatte. Zwei Wochen Urlaub zusammen. Eine Woche Ferienspiele für alle drei (mist, von Samstag bis Mittwoch statt Montag bis Freitag, da muss dann die Oma noch zwei Tage ran). Einer dann zum Schwimmkurs, zwei ins Fußballcamp. Dann nochmal Ponyhof.

Ich holte glücklich die Kinder von der Schule und präsentierte ihnen meine Errungenschaften, meinen Managementbeitrag zu unserem Famillienleben. Und wisst ihr, wie sie reagiert haben?

"Was? DA gehe ich nicht hin. Und DA schon gar nicht."

"Dann hab ich ja nicht EINE Woche mal richtig frei."

Ich hab dann die Schultern hängen lassen. Die Kinder sehen nicht mal den gemeinsamen Urlaub mit uns als "frei" an. "Frei", das heißt für sie: Einfach mal zu Hause sein. Ohne Verpflichtungen. Ohn Termine. Ohne irgendetwas zu müssen oder zu tun.

Ich bin froh, dass ich bislang nur meine Liste hatte und keine Anmeldebögen. Ich muss jetzt alles nochmal neu überlegen.

Wie macht ihr das?

 

Tags: Ferein, Urlaub, Ferienprogramm, Kinder, Vereinbarkleit, Schulferien, Vereinbarkeitslüge, Lösungen

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Kommentare

Anne — Fr, 05/13/2016 - 11:35

Es ist ein Elend vor allem wenn man noch Schließungszeiten beachten muss und die bei 2 Kindern in 2 Einrichtungen nicht übereinstimmen. DIE große bleibt auch mal allein ich komm gegen Mittag.im Sommer nehmen wir 3 Wochen 2 übereinstimmend.wenn der Kleine in sie Schule kommt wird trotzdem Betreuung anfallen....deren Qualität und Vielfalt oft nicht gegeben ist....anders geht es leider nicht.

Sandy — Fr, 05/13/2016 - 12:21

Genau das bereitet mir wirklich Sorgen... wie wird es wohl sein? Unser Großer kommt dieses Jahr in die Schule und ganz ehrlich, die ersten Ferien im Oktober mussten mein Mann und ich uns bereits teilen. Anfang des Jahres hatten wir das noch gar nicht auf dem Zettel, es schien so weit weg als wir unseren urlaubsantrag stellten.. Ich weiß wirklich nicht wie es nächstes Jahr werden soll. Wir hatten uns damals bewusst für eine KiTa entschieden, die KEINE Ferien macht, aber jetzt können wir es uns nicht mehr aussuchen udn ich will mein Kind nicht permanent zur Schule schciken, egal ob dort auch Kurse angebiten werden oder nicht... Mein Mutterherz blutet.. LG Sandy aka quirlimum

Andrea Aichinger — Fr, 05/13/2016 - 12:29

Bei uns in Österreich dauern die Ferien 9 (!!!!!) Wochen! Das geht sich unmöglich mit dem Urlaub der Eltern aus.

Mirjam — Fr, 05/13/2016 - 13:08

... Aber auch das ist für meine Kinder nicht 'frei'. Zum Glück sind die beiden großen groß genug ... Und wir müssen dahingehend nur die kleinen unterbringen. Aber es ist schon ein Akt zwei Bundesländer, 4 Kinder (je zwei pro Bundesland), die Interessen derer, gemeinsamen Urlaub, Ferienlager für einen, Trainingslager für den anderen, Ferienjob beim dritten und evtl. noch Zeit beim Papa für den kleinen, zwei Jobs und Patchwork als Fernbeziehung unterzubringen. Manchmal bin ich schon erstaunt wie wir das machen ;D.

Anna — Fr, 05/13/2016 - 13:28

Alter Schwede! Freizeit wird der Wirtschaft untergeordnet. Es ist einfach unfair. Ich glaube ja, dass Mütter die begabtesten Multi-Tasker überhaupt sind. Ohne uns ginge nichts. Deswegen bin ich ja schon lange nicht nur für eine Frauenquote, sondern für eine Mütterquote in den Vorstandsetagen. Sicher würden sich manche Probleme schneller auflösen als Schnee in der Sonne. Wir nehmen 2 Wochen Urlaub zusammen, 1 Woche Großeltern, 1 Woche Fussballcamp und 2 Wocgen wurschteln wir uns irgendwie durch*seufz*

Mama geht online — Fr, 05/13/2016 - 14:38

Da verstehe ich deine Kinder voll und ganz. "Frei" haben bedeutet für mich auch, einfach "nichts" tun zu müssen. Gar nichts. Und das mit den 12 Wochen Ferien pro Jahr kommt auch noch auf uns zu, wenn der Junior in die Schule kommt. Oh Mann ... Hoffentlich gibt es bei uns auch solche Ferienprogramme oder Omas, die Zeit haben. Lg Anke

Antje — Fr, 05/13/2016 - 14:42

...schiebe ich noch knappe 4 Jahre vor mir her. Obwohl wir jetzt schon zusehen müssen, dass wir die knapp 5 Wochen Schließzeit unserer Kita im Jahr mit unserem Urlaub abgedeckt bekommen. Wir haben ja insgesamt 30 Urlaubstage im Jahr, aber dann bleiben eben nur ein paar Tage die man mal unabhängig von der Schließzeit nehmen kann, und sei es nur mal für einen Tag Behördengang oder eine Familienfeier oder einfach mal einen Brückentag. Da bleibt leider nicht mehr viel Flexibilität. Dieses Jahr nehmen uns Oma und Opa zum Glück eine der drei Urlaubswochen in der Sommerschließzeit ab. Ansonsten hätten wir uns wohl auch reingeteilt mit dem Urlaub. Ideal ist das alles jedenfalls nicht. Als Kinder waren wir damals auch viel bei Oma und Opa. Heutzutage geht das aber gar nicht mehr in dem Umfang weil unsere Eltern alle noch Berfufstätig sind und teilweise gar keinen Urlaub in den Ferien bekommen. Alles nicht so einfach... Liebe Grüße und allen geplagten Eltern viel Erfolg bei der Planung :)

Danny — Sa, 05/14/2016 - 08:54

mein Sohn war jetzt 3 Ferien lang zur Betreuung in der Schule (vormittags, wenn ich arbeite). Dort spielt er mit seinen Freunden auf dem Gelände, was er kennt und es gibt Bastelangebote, für die, die wollen. Er spielt meist Kicker, oder draußen Fußball oder erkundet das "Wäldchen" hinter der Schule (= die Baumreihe). Er findet es toll und würde gerne noch länger hingehen. Wir melden ihn aber nur für die Zeit an, die wir brauchen, damit mein Mann und ich dann gemeinsam Urlaub nehmen können und die Zeit zu viert genießen können. Das klappt toll, wir haben zusammen Urlaub, er spielt vormittags in der Schule und die Nachmittage können wir frei verplanen. Natürlich wäre es schöner, wenn er die Vormittage in unserem Dorf verbringen könnte und machen, wozu er Lust hat. So wie wir früher. Da unsere Gesellschaft aber nicht mehr dieselbe ist, ginge das aber gar nicht, da seine Freunde ja auch in der Ferienbetreuung sind. Denn deren Eltern arbeiten ja auch.. Natürlich klappt das nur so problemlos, weil ich nur halbtags arbeite und dort die einzige mit schulpflichtigen Kindern bin, so dass ich meinen Urlaub problemlos dann nehmen kann, wenn ich möchte.

ChristinaChris — Mo, 05/16/2016 - 00:29

Letztes Jahr hatten wir das Problem auch. Glücklicherweise konnte mein Sohn als Vorschulkind schon in die Ferienbetreuung und in der ersten Woche war alles super, weil sein Freund dabei war und ihm den Einstieg erleichterte. Danach war er allerdings allein dort und ich hatte so ein schlechtes Gewissen, dass ich ihm das schon zugemutet habe. Die wirklich tolle Gruppenleiterin hat mir aber meine Ängste genommen- sie hat ihn dann ziemlich gut integriert. Dieses Jahr stellt sich die Frage nicht, da ich nun an einer Schule arbeite und Ferien mit meinem Sohn zusammen habe. Besuche bei Oma und Opa, gemeinsame Unternehmungen mit Freunden und ganz viel Mama-Sohn-Zeit werde ich ganz bewusst genießen, weil ich es anders kennengelernt habe und weiß, welchen Spagat wir letztes Jahr und die meisten anderen Eltern jedes Jahr aufs Neue leisten. Mein Tipp ist es, sich Netzwerke zu schaffen- vielleicht kann man das Kind mal ein paar Tage bei Freunden unterbringen, die schon Urlaub haben. Oder man kann das Kind mal mit auf die Arbeit nehmen- wenn der Chef tolerant ist, kann es eine tolle Erfahrung für das Kind sein...Das sind nur ein paar Ideen, aber die Umsetzung derer erfordern wieder organisatorische Meisterleistungen. Es wäre so wünschenswert, dass unsere Politiker das mal mit bedenken. Schließlich soll ja die Berufstätigkeit der Frau gefördert werden... Ich wünsche euch allen, dass ihr gute Lösungen für euch und eure Familien findet und dass die Ferien neben der ganzen Organisation auch Erholung bringen!

Susanne — Do, 07/06/2017 - 19:14

Die sechs Wochen Sommerferien (und restliche Ferien) sind der Grund, weshalb ich gerade dabei bin mich selbständig zu machen. Denn sonst müssten wir uns auch aufteilen oder auf Programme zurück greifen, was ich nicht möchte. So ist zumindest der Plan, dass ich während der Ferien ein paar Termine habe, die ich entweder zuhause wahrnehme und die Kinder sich zwei Stunden alleine beschäftigen, oder alle Termine auf einen Tag lege und da dann Großeltern einspringen/Papa frei nimmt. Ich möchte für meine Kinder keine externe Ferienbetreuung wenn es nicht anders auch geht. Ich möchte die Kindheit die ich hatte zumindest ansatzweise auch ihnen ermöglichen. Womit ich nichts gegen Ferienprogramme/Lager gesagt haben möchte. Nur eben nicht als muss, weil die Eltern arbeiten müssen. Liebe Grüße und viel Glück allen die basteln müssen.

Ferdinand Schneider — Di, 06/05/2018 - 15:58

Mein Sohn wird dieser Sommer zum ersten Mal ins Ferienlager fahren. Aber vorher gehen wir zusammen zwei Wochen nach Frankreich. Ich finde es nämlich wichtig, dass wir auch etwas zusammen machen, sodass die Beziehung stärker wird. https://www.reisemeise.de/kinderreisen

Hanna Adams — Mo, 09/10/2018 - 09:17

Meine Schwester hat jetzt gerade 6 Wochen Schulferien gut überstanden. Sie hat mit ihrer Familie Urlaub gemacht und hat sich ein Hotel gebucht. Euer Tipp, dass die Eltern nicht zusammen Urlaub machen sonders getrennt, um die Ferienzeit zu überbrücken sind echt gut! https://voneuch.de/hotel

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