02/05/2013 - 10:17

Land-Mama Lisa

Elternerschöpfung! Dieses Ich-will-immer-noch-mehr-aber-eigentlich-auch-nur-auf-die-Sonnenliege-Gefühl

 
Hallo, liebe Caro,
 
sag, hast du dich eigentlich schon mal intensiver mit dem Thema Burnout beschäftigt? Immerzu liest man dieses Wort und hört, wie viele Frauen und vor allem Mütter betroffen sind und in so manchen erschöpften Momenten, die sich irgendwie anders anfühlen als normale Betrübtheit, da frag ich mich dann schon auch mal: Bin ich womöglich auch betroffen? Zumindest in Maßen?
Ja, ich mache viel. Ja, ich lache viel. Und trotzdem gibt es auch diese trüben Momente, in denen alles sich irgendwie zu viel anfühlt.
Und dann las ich auf der Pinnwand einer Freundin neulich diesen Satz von der französischen Schriftstellerin Anais Nin, der mich zum Nachdenken brachte:
"In mir sind immer zwei Frauen, eine die verzweifelt ist und verwirrt und zu versinken glaubt, und eine andere, die den Menschen nur Schönheit, Anmut und Freude schenken möchte, die in einer Situation auftritt wie auf einer Bühne und ihre wahren Gefühle verbirgt, weil sie nur aus Schwäche bestehen, aus Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, was sie vor der Welt mit einem Lächeln verdeckt, mit Tüchtigkeit, Anteilnahme, Enthusiasmus und Interesse."
Ich kenne solche Gefühle. Kennst Du sie auch? Ich weiß, ich bin heute ein bisschen nachdenklich, aber ernste Themen gehören eben auch zu unserem Elternalltag und es hilft mir, mich damit zu beschäftigen. In dem Buch "Das Anti-Burnout Erfolgsprogramm" von Helmut Kolitzus, das ich mir im letzten Jahr tatsächlich mal bestellt habe, in einer Zeit, in der ich keine Kita für meine Zwillinge fand und wir das Buch-Manuskript abgeben mussten und an der Uni die Vordiploms-Prüfung rief, da habe ich viele Dinge gelesen, die mich keineswegs betreffen. Aber es gibt eben auch Sätze, bei denen ich nicht nur dachte, das könne jetzt mich betreffen, sondern bei denen ich dachte: MÜTTER. Hier müssen Mütter gemeint sein. Kleine Kostprobe gefällig? Bitte sehr:
"Der Ausgebrannte wirkt oft wie ein Egoist, ohne es unbedingt zu sein: Denn eigentlich opfert er sich für die anderen auf. Dabei versucht er verzweifelt, die restlichen Energien zu sammeln, um über Wasser zu bleiben und nicht völlig im Stress unterzugehen. Ausgebrannte leben häufig im Energiedefizit. Sie geben mehr als sie bekommen. Die Umwelt jedoch erlebt den überlebensnotwendigen Rückzug meist als Egoismus. `Jetzt bist du schon mal da - und dann bist du nicht greifbar?` Auf beiden Seiten entstehen Ärger, Wut, Angst, Trauer - beim Ausgebrannten oft neben Schuld- und Schamgefühlen eine gehörige Portion Selbstmitleid."
Ich habe ja in meinem letzten Text zum Thema Liebe schon angedeutet, welch großes Verständnis es in der Partnerschaft braucht und welch großen Respekt vor dem anderen, egal in welcher Verfassung er sich gerade befindet, damit die Liebe bleibt. Gerade vor dem Hintergrund der heutigen Leistung von berufstätigen Eltern zwischen Meeting und Kitasommerfest bekommen diese Eigenschaften noch einmal eine GANZ große Bedeutung, die wir, die in einer Beziehung leben, mal alle mit Edding und neongelbem Marker anstreichen sollten! Wie machen Alleinerziehende das denn?
Nun, kennst du den Bestseller "Der Alchmist" von Paulo Coelho? Der findet im Anti-Burnout-Programm auch Erwähnung. Darin steht, dass es um die Spannung geht "zwischen dem Drang einerseits, vorwärts zu stürmen zu neuen Ufern, und dem Wunsch andererseits zur meditativen Rückschau und Versenkung, z.B. eine Pilgerreise zu unternehmen nach Santiago de Compostela." Ich glaub`, das Buch könnte gerade zu mir passen. Zumal ich Coelho eh sehr schätze. Dieses Ich-will-immer-noch-mehr-aber-eigentlich-auch-nur-auf-die-Sonnenliege -Gefühlist nämlich grad symptomatisch für mich. Wem kommt das bekannt vor?        Fotoquelle ist die wirklich empfehlenswerte DOROBOT

Tags: Land-Mama, Burnout, Mutter, Eltern

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Kommentare

Tina — Do, 05/02/2013 - 13:22

Mehr als bekannt. Das wahre Ausmaß der Erschöpfung wird dann sichtbar, wenn an den Grundpfeilern gerüttelt wird. Sich zum Beispiel Menschen abwenden, für die man den ganzen Zirkus eigentlich veranstaltet. Und wenn es die eigenen Kinder sind.

nadine — Do, 05/02/2013 - 16:08

bin hier in der Woche alleine mit 3 Kindern,eins davon chronisch krank. Es ist die anstrengenste Phase meines bisherigen Lebens.Wären die Aussichten nicht ziemlich "rosig" wäre ich bereits in der Klapsmühle.

Rosica — Do, 05/02/2013 - 17:17

@Nadine! Hört sich nicht gut an und es sollte keiner alleine sein der Hilfe braucht! Wie kann ich dir helfen aus Hamburg? Manchmal reicht schon ein Telefonat oder Tipps für Hilfe von Aussen : (Tagesmutter, Leihoma, Behördenkram)... Nimm meine Hilfe an, auch unbekannter Weise. Ich biete das hier zum ersten mal einem "fremden" Menschen an. Bin selbst eine Mutter und kenne das gut. Habe aber nur einen Sohn (1 Jahr) und eine tolle Mutter (Oma) und einen guten Mann die mir helfen! Versuche dir ganz viele Netzwerke aufzubauen damit du Zeit zum Durchschnaufen hast um neue Kraft zu gewinnen. So jetzt liegt es an dir. @ Stadt-Land-Mamas. Es ist echt an der Zeit das die Mütter zu anderen Mütter mal die Wahrheit sagen und sich Hilfestellungen suchen. Sich gegenseitig unterstützen, dabei gibt es so viele verschiedene Formen von Hilfe! Dieses Theaterspielen muss endlich ein Ende haben! Nervt nur noch!

kikukas — Do, 05/02/2013 - 18:22

Aamen!!

Kerstin — Sa, 05/04/2013 - 03:55

Liebe Lisa, ich frage mich schon länger bei quasi jedem Post von dir, wie es möglich ist ein derartiges Pensum zu schaffen. Ein Hausfrauendasein mit drei Kindern wäre doch schon der Hammer-Fulltimejob, oder? Was mir auch auffiel (aber vielleicht ist das von deinem Mann nicht gewollt -in eurem Blog aufzutauchen), niemals erwähnst du deinen Partner. Uebernimmt der die Hälfte von Haus- und Erziehungsarbeit? Schliesslich hast du mit Blog, Buch und Studium ja auch einen Vollzeitjob, oder? Wir haben vermutlich nur ein Leben. Gib' auf dich acht.

Nadine — Sa, 05/04/2013 - 12:53

Vielen Dank für dein Angebot mir zu helfen. Es ist wirklich so was von lieb, dass du auf meinen Kommentar geantwortet hast. In absehbarer Zeit kann ich mit meinem Sohn eine Spezialklinik aufsuchen. Er hat Extremneurodermitis mit Dauerjuckreiz. In diesen Aufenthalt steck ich zur Zeit all meine Hoffnung und schöpfe auch Kraft daraus hier durchzuhalten. Ich bin übrigens super vernetzt,gut durchorganisiert und top informiert und trotzdem irgendwie fertig. Wird Alles! Danke nochmal und alles Gute Dir!

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