Gastbeiträge

23/01/2019 - 06:45

Land-Mama Lisa

Entsorgte Mama: Fühlende Mütter haben die Sorge, streitende Väter das Recht

Ihr Lieben, manchmal erreichen uns Geschichten, die sich lesen wie ein Roman. So auch diese hier von unserer Leserin Hella, die eigentlich anders heißt. Nach Jahren konnte sie sich endlich aus ihrer gewalttätigen Ehe befreien. Doch der Kampf ist noch nicht zu Ende. Denn jetzt geht es um die Kinder. Lasst euch ein bisschen Zeit, die Geschichte ist recht lang. Wir aber finden: Jeder der Worte sollte in diesem Fall auch gesagt werden...

Es ist Februar 2014, als ich im Hochbett meiner älteren Tochter liege und wieder der Gedanke in mir aufsteigt „Du musst dich trennen, es führt kein Weg daran vorbei, du verdrängst das immer nur.“

So schnell dieser Gedanke sich in mein Bewusstsein drängt und heftiges Herzklopfen in mir auslöst, so schnell kann ich ihn auch wieder verdrängen.

Wir hatten zwei gute Jahre hinter uns. Zwei Jahre in denen ich dachte, es hat sich alles geändert und wir sind auf einem guten Weg, eine glückliche Familie zu werden.

Zwei Jahre zuvor, im März 2012, hatte ich unsere zweite Tochter zur Welt gebracht. Ein absolutes Herz- und Wunschkind für mich. Ich war glücklich, mein Mann lebte endlich Familie, unternahm mit uns Dinge und verbrachte Zeit mit uns, seiner Familie.

Gewalt in der Ehe: Zwei Jahre, in denen er nicht zuschlug

Das Wichtigste aber war: Es waren zwei Jahre, in denen er nicht zugeschlagen hat. Mich nicht mit anderen Frauen betrogen hat. Jedenfalls nicht so, dass ich es mitbekommen habe.

Endlich schloss er sein Studium ab und übernahm nach schwierigen Jobaussichten mit meiner Hilfe eine eigene Praxis. Durch die Selbstständigkeit hatten wir noch weniger Probleme mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und er verdiente endlich Geld verdient, ich war neben der Kinderbetreuung endlich nicht mehr allein verantwortlich für die Finanzen und das Geldverdienen.

Doch all das, was ich positiv sehen konnte, setzte meinen Mann im Februar 2014 wieder so stark unter Druck, dass er sich abermals Bestätigung bei anderen Frauen suchen musste. Angeblich, weil ich ihm „zu wenig Bestätigung“ gäbe und „schuld daran“ sei, dass er jetzt den Druck der Selbstständigkeit auf sich lasten hätte.

Ich wollte mich trennen. Ich wusste, es geht nicht mehr. Gleichzeitig hatte ich große Angst.

Ich wollte meinen Kindern nicht die Familie nehmen und konnte mir auch nicht vorstellen, es alleine zu schaffen. Dennoch habe ich mit meinem Mann gesprochen und ihm gesagt, dass ich mich trennen werde und es nicht mehr länger akzeptieren werde, dass er mich immer und immer wieder betrügt.

„Du kannst dich trennen, dann nehme ich dir alles, ich nehme dir die Kinder.“

Seine Antwort war kurz und knapp: „Du kannst dich trennen, dann nehme ich dir alles, ich nehme dir die Kinder, ich mache dich nackig.“

Selbstschutzmechanismen greifen gut. Schnell wollte ich wieder einen schönen Alltag, alles wegdrücken, weitermachen, mich nicht mit dem Thema auseinandersetzen. Schon bald kam der Alltag zurück und die Trennung war kein Thema mehr.

Ich hielt an meinem „Projekt heile Familie“ fest. Äußerte sogar den Wunsch nach einem dritten Kind. So wie ich es mir immer gewünscht hatte, eine Familie mit drei Kindern. Ebenso wie bei den ersten beiden Kindern wollte mein Mann kein weiteres Kind und mein Wunsch wurde kommentarlos abgeschmettert.

Das Leben ging weiter, bis 2016 meine Mutter plötzlich verstarb. Mein Mann war für mich da. Jedenfalls hielt er mir den Rücken frei, so dass ich genug Zeit hatte, mich um alles zu kümmern.

Nach dem Tod meiner Mutter ging er wieder fremd

Offenbar schenkte ich ihm in dieser Phase wieder zu wenig Aufmerksamkeit, so dass es wenige Monate nach dem Tod meiner Mutter wieder eine andere Frau gab.

Ich war gerade dabei, für meinen Mann die Einweihungsparty seiner neuen Praxis zu planen. Dies sollte eigentlich von seinen Mitarbeiterinnen übernommen werden, doch offenbar hatte das nicht geklappt und mein Mann geriet in Panik. Der Termin stand und die Gäste waren eingeladen, aber es war nichts vorbereitet.

Die vorherigen Tage hatte ich schon mit beiden Kindern Besorgungen gemacht und Getränke und Knabbereien in die Praxis gefahren. Am Abend saßen wir zusammen auf dem Sofa, ich war gerade dabei, Catering-Firmen anzuschreiben als das Handy meines Mannes blinkte. Es lag zwischen uns und zeigte die Nachricht einer Frau an: „Bleibt es bei morgen Abend 19 Uhr?“.

Mein Mann versuchte sich – wie immer – rauszureden. Doch ich ließ nicht locker. Sagte, dass es mir nur darum geht, dass er ehrlich mit mir ist. Dann kam die ehrliche Antwort. Ein Schlag ins Gesicht, der mich durch das ganze Wohnzimmer fliegen ließ. Mein einziger Gedanke dabei: „Hoffentlich sieht man morgen keinen blauen Fleck im Gesicht.“

Doch auch das reichte noch nicht, um endlich meine Sachen und meine Kinder zu schnappen und zu gehen. Ich blieb.

"Ich blieb, weil ich die perfekte Familie wollte"

Ich blieb mit der Hoffnung auf Besserung, ich blieb, weil ich die perfekte Familie wollte. Ich blieb, weil ich meinen Kindern eine Trennung nicht antun wollte.

Und dem nicht genug, denn kurze Zeit später war ich wieder schwanger. Ich freute mich sehr, liebte dieses kleine Wesen in mir vom ersten Tag an. Die Reaktion meines Mannes fiel anders aus: „Oh Gott, dann können wir ja demnächst unter der Brücke schlafen, das ist unser finanzieller Ruin.“ Es war absurd, denn nie hatten wir so viel Geld, wie zu diesem Zeitpunkt.

Zum ersten Arztbesuch konnte mein Mann mich nicht begleiten. Das kannte ich schon aus den vorherigen zwei Schwangerschaften. Das erste Ultraschallbild unseres dritten Kindes kommentierte er mit „Jup“, mehr sagte er nicht.

Ich bekam Blutungen. Die Blutungen gingen und kamen. Eines Abends wusste ich, das Baby wird nicht bleiben. In dieser Nacht spürte ich, dass es sich verabschiedete. Beim Arztbesuch am kommenden Tag begleitete mein Mann mich ausnahmsweise und hielt mir die Hand, als der Arzt bestätigte, was ich bereits gefühlt hatte: „Ich kann keine Herzschläge mehr sehen.“

Ich wollte Abschied nehmen, mir Zeit lassen. Doch die Blutungen wurden so stark, dass mir keine Zeit blieb. Meine Freundin fuhr mich ins Krankenhaus und die Ärzte sagten mir, sie müssten eine Ausschabung machen, um die Blutung zu stillen.

Ich rief meinen Mann an und bat ihn, zu mir zu kommen, ich hatte Angst und brauche ihn. Meine Freundin würde kommen und auf die Kinder aufpassen. Seine Antwort: „Das ist jetzt schlecht, ich habe schon ein Glas Wein getrunken, ich kann dich ja morgen abholen.“

Verlust meines Babys: Ich MUSSTE mich trennen

Ich wusste, ich muss gehen, ich wusste ENDLICH: ich werde gehen.

Ich erholte mich von dem Verlust meines Babys, nahm Abschied, machte es mit mir selbst aus. Gestaltete ein Buch mit Erinnerungen und verstand, warum sie nicht bleiben konnte.

Ich war innerlich auf dem Weg zu gehen, mich zu trennen. Bei einem gemeinsamen Familienurlaub über Pfingsten spürte ich deutlich, dass ich es nicht mehr aushalte, dass ich nur noch weg möchte.

Eine Woche nachdem wir aus dem Urlaub zurück waren hatte ich eine berufliche Abendveranstaltung. Zufällig fuhr ich gleichzeitig mit einem Mann von dieser Feier nach Hause, den ich bereits zwei Jahre zuvor kurz kennengelernt hatte und der damals schon Herzklopfen in mir ausgelöst hatte. Zuhause angekommen fragte er, ob wir noch ein Bier zusammen trinken wollen. Wir redeten bis morgens um 4 Uhr. Nie zuvor habe ich mich so verstanden gefühlt.

Von diesem Tag an trafen wir uns immer wieder. Stundenlang redeten wir. Er war meine kleine Oase, ich sagte immer: Meine Glaskugel, in der ich die Welt vergessen kann, Kraft tanke.

Aufgeladen mit Energie und Kraft, begann ich Ende 2017 nach Wohnungen zu suchen. Als mein Mann merkte, dass ich es ernst meine und mich tatsächlich trenne, schwankte seine Stimmung zwischen lammfromm – „bitte bleib bei mir! – hoch aggressiv „Du bist MEINE Frau!“.

So viel Gewalt in der Trennungsphase

In der Phase der Trennung hat er mich so oft eingesperrt und geschlagen wie nie zuvor in so kurzen Abständen. Dennoch habe ich nicht die Polizei gerufen. Ich wollte immer nur deeskalieren. Dachte, wenn ich die Polizei rufe und ihn aus der Wohnung verweisen lasse, eskaliert alles und wir bekommen keine gute Einigung für die Kinder hin.

Ich zog aus und ließ ihm alles. Immer in der Hoffnung, dass er sich beruhigen wird, wenn ich nur gerecht und fair bleibe und wir uns für die Kinder gut verständigen können.

Seine Deeskalation bestand darin, mir anzukündigen, dass er mir ab sofort die Kinder nicht mehr, wie vereinbart, bringen wird und er mir „einen großzügigen Umgang alle 14 Tage von Fr-So gewährt“.

Über eine Anwältin reichte ich beim Familiengericht einen Antrag auf Übertragung des alleinigen Aufenthaltsbestimmungsrechts und Klärung des Umgangs ein. Was im Juni 2018 bei der darauffolgenden Gerichtsverhandlung beim zuständigen Familiengericht folgte, hatte ich in Deutschland bis zu diesem Zeitpunkt nicht für möglich gehalten.

Der Verfahrensbeistand, der für unsere Kinder bestellt wurde, gab kurz und knapp seine Einschätzung ab. Das Jugendamt teilte seinen Eindruck von dem anderthalbstündigen Gespräch mit, welches im Vorfeld der Verhandlung mit meinem Mann und mir geführt wurde. Die Richterin stellte ein paar Fragen.

Alle drei (Verfahrensbeistand, Jugendamt, Richterin) waren der Meinung, dass wir zwei intelligente Menschen sind, beide über ausreichend materielle und finanzielle Ressourcen verfügen, sowie beide beruflich so flexibel, dass eine hälftige Kinderbetreuung kein Problem sei.

„Fühlende Mütter haben die Sorge, streitende Väter das Recht“

Meine Anwältin wagte einen Vorstoß und führte die 13 Jahre häusliche Gewalt an, sowie die Tatsache, dass bis zum Zeitpunkt der Trennung die Kinderbetreuung fast ausschließlich von mir übernommen wurde. „Was in der Vergangenheit liegt, wollen wir uns heute hier nicht anschauen, wir blicken jetzt positiv in die Zukunft“, war der knappe Kommentar der Richterin zu den geschilderten Sachverhalten.

Mein Einwand, dass ich möchte, dass ein psychologisches Gutachten erstellt wird, kommentierte die Richterin mit: „Gut, wenn Sie es darauf ankommen lassen wollen. Die Gutachterin hat immer viel zu tun, das kann bis zu einem Jahr dauern. Bis zur Fertigstellung des Gutachtens werden die Kinder dann dort leben, wo sie amtlich gemeldet sind und das ist beim Vater.“ Punkt.

Unter Schock stimmte ich der Richterin zu und wir kamen zu der „Einigung“, dass unsere beiden Töchter, 6 und 10 Jahre alt, ab sofort im Wechselmodell leben werden.

So stehe ich in Tränen aufgelöst vor dem wunderschönen, alten Gerichtsgebäude und erkenne, dass ich mich zwar mit viel Kraft, Mut und Stärke aus 13 Jahren Demütigung befreit habe, das deutsche Rechtssystem aber imstande ist, diese Demütigung in potenzierter Form weiterzuführen.

Ich möchte mich schreiend, weinend auf die Treppen des Gerichtsgebäudes schmeißen. Für meine wundervollen Töchter tue ich dies aber nicht. Ich stehe auf und versuche, ihnen ein gutes Vorbild zu sein. Hoffe darauf, dass sie irgendwann verstehen und reflektieren und besonders, dass sie trotz dieser schwierigen Bedingungen zu glücklichen und selbstbewussten Frauen werden, die ihren eigenen Weg gehen.

 

Foto: pixabay

 

Tags: Beziehung, Partnerschaft, Häusliche Gewalt, Schläge, Sorgerecht, Trennung, Gerechtigkeit, Recht

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Kommentare

Stephanie — Mi, 01/23/2019 - 10:09

Erstmal möchte ich mein Mitgefühl aussprechen. Häusliche Gewalt ist etwas, was es nicht geben darf. Aber ich verstehe auch nur bedingt, warum sich Frauen (oder auch Männer) so etwas gefallen lassen. Ja, man hat immer die Hoffnung, dass es einmalig ist oder sich bessert, aber es 13 Jahre zu ertragen finde ich auch schon hart. Was mich aber eigentlich zu meinem Kommentar bringt, ist die Sorgerechtssache. Wie soll denn ein Gericht entscheiden? Die Kinder sind bei den Eltern aufgewachsen, beim Vater gemeldet, er hat ihnen ja anscheinend auch nichts angetan, finanziell und zeitlich ist eine Betreuung möglich. Was spricht also gegen die gleichmäßige Aufteilung des Sorgerechts? Dass die Mutter es gerne anders hätte. Der Vater wahrscheinlich auch. Wahrscheinlich wäre es anders, wenn die Mutter doch die Polizei gerufen hätte. Bitte nicht falsch verstehen, ich kann die Mutter voll verstehen und wäre auch ganz auf ihrer Seite, aber es gibt, was das Sorgerecht angeht nun einmal Gesetze und Richtlinien und die sprechen so nicht gegen den Vater. Dass das aus dieser Sicht nicht fair ist oder man es gerne anders hätte, spielt dabei keine Rolle. Diese Sorgerechtsstreits sind eben auch immer sehr subjektiv.

MIA — Mi, 01/23/2019 - 11:01

Stephanie, weil vielleicht jemand, der seine Frau regelmäßig verdrischt, so eine besch… Impulskontrolle hat, dass Kinder bei ihm langfristig nicht gut aufgehoben sind?! Oder wie würdest du das bei deinen Kindern so sehen?

Stephanie — Do, 01/24/2019 - 11:11

Bei meinem Kind würde ich es auch so sehen. Ganz klar. ABER: Ist die Gewalt jemals angezeigt worden? Gibt es andere Beweise für die Gewalt? Z.B. Atteste? Würde es von meinem Mann Gewalt gegen mich geben, würde ich generell anders handeln. Und Kindeswohl ist nun einmal ein sehr dehnbarer Begriff und in unserem Rechtssystem muss eben alles bewiesen werden.

Eine Mutter — Sa, 01/26/2019 - 10:15

Nein, der Kindeswohlbegriff ist nicht dehnbar, das wird nur von den Väterrechtlern behauptet. Dass in unserer Gesellschaft der Umgang zwischen Kindern und gewalttätigen Väter im Rechtssystem durchgesetzt wird, ist dramatisch und nicht akzeptabel. Schade, dass immer mehr Frauen so eine väter- und gewaltverherrlichende Perspektive einnehmen und die Ansichten der Väterrechtler verteidigen.

Carola Wilcke — Mi, 01/23/2019 - 11:15

Wie soll ein Gericht entscheiden? Dafür gibt es klar definierte Kindeswohlgründe: Haben die Eltern eine tragfähige Beziehung, die von Vertrauen und Respekt geprägt ist? NEIN - also kein gemeinsames Sorgerecht. Bei welchem Elternteil werden die Kinder prognostisch die bessere Entwicklung nehmen? Wird untersucht anhand der Kindeswohlkriterien: Kontinuität, Förderung/Erziehungsfähigkeit/Bindungstoleranz, Bindungen zu den Eltern und Geschwistern, Kindeswille. Und auch für die Anordnung des Wechselmodelles als Umgangsregelung hat die höchstrichterliche Rechtssprechung klare Kriterien vorgegeben: hinreichende Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit beider Eltern · ein Grundkonsens in den wesentlichen Erziehungsfragen · Elternteile müssen die Bereitschaft und Fähigkeit haben den gesteigerten Kooperationsanforderungen gerecht zu werden · gleichwertige Bindungen des Kindes zu beiden Elternteilen · beide Elternteile müssen erziehungsgeeignet sein · das Wechselmodell muss dem Kindeswillen entsprechen und, · es müssen kindeswohlgerechte äußere Bedingungen (zum Beispiel geringe Entfernung der Elternwohnungen zueinander sowie jeweils angemessene Unterbringung und Versorgung der Kinder) gegeben sein. Ein gewalttätiger Vater ist in seiner Erziehungsfähigkeit erheblich eingeschränkt (auch wenn es "nur" Gewalt gegen die Mutter gab), denn er liefert ein schlechtes Vorbild für Konfliktlösungen ab. In aller Regel bauen Kinder zu einem gewalttätigen Elternteil auch keine sichere Bindung auf. Wenn man diese Regeln als Familienrichter intus hat und berücksichtigt, könnte ganz vielen Kindern und von Gewalt betroffenen Nachtrennungsfamilien geholfen werden. Leider sieht die Praxis anders aus.

Julia — Mi, 01/23/2019 - 11:04

Danke für den Artikel! Wechselmodell hört sich ja ganz ok an. Ich hatte bei der Überschrift schlimmeres erwartet. Vielleicht wird es ja ganz gut klappen. Ich wünsche Euch viel Glück dabei. Was mich noch interessieren würde ist, ob etwas festes mit dem Mann geworden ist, der der Autorin Herzklopfen bereitet hat? Interessant fand ich auch, dass der Ehemann keine Kinder wollte, aber es dann doch ja drei wurden. Mutig, das allein zu entscheiden. Alles Gute Euch

Eine Mutter — Mi, 01/23/2019 - 15:30

Sorry, mein erster Gedanke war: Wer hat Dir denn ins Hirn geschissen?! Aber um es ein wenig sachlicher zu formulieren: Würdest Du Dein Kind zu einem gewalttätigen Vater geben? Wechselmodell ist nicht so schlimm. BITTE?????!!!???!!!??!?!??! Nö, der asoziale Kindsvater kann nur nach belieben seine Kinder misshandeln ohne dass eine Mutter sie beschützen kann oder diese Wut auffangen kann. Geh mit deinem Sozialvoyeurismus woanders gaffen, ob die Mutter eine neue Liebe gefunden hat ist hier völlig unwichtig.! Alles gute Dir (ist genau so ironische gemeint, wie Deine Wünsche).

SilkeAusL — Mi, 01/23/2019 - 17:27

dass er auch die Kinder geschlagen hat. Und man muss nicht gleich jemanden angreifen, der hier seine Meinung kundtut. Ich befürchte, die Wut bezieht sich wohl eher auf diese narzistischen A....löcher, dann lassen Sie diese bitte auch an denen aus!

Eine Mutter — Mi, 01/23/2019 - 19:50

Nein, ich meine schon dumme Frauen, die der Meinung sind, dass das Wechselmodell trotz häuslicher Gewalt nicht so schlimm sei.

Eine Mutter — Mi, 01/23/2019 - 19:53

Und es ist völlig egal, ob der KV "nur" die Mutter geschlagen hat. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass so ein Mann seine Wut bei pubertierenden Jugendlichen oder aufmüpfigen Kindern unter Kontrolle hat.

anja — Mi, 01/23/2019 - 21:51

fakt ist leider: die frau hat die häusliche gewalt nie angezeigt, sodass es keine beweise gibt, ob die frau wirklich von ihrem partner geschlagen wurde. theoretisch könnte die frau sich das nur ausgedacht haben, um dem vater das sorgerecht wegzunehmen. vor gericht zählen nun mal nur beweisbare fakten. deswegen ist das wechselmodell aus juristischer sicht die richtige entscheidung.

Eine Mutter — Mi, 01/23/2019 - 21:58

Nein ist es nicht. Nur weil asoziale Richter die Gesetzlage in einigen Gebieten Deutschland so auslegen (München, Brandenburg, Celle), muss das nicht gesellschaftsfähig werden. Wer zeigt schon seinen "Partner" an, während er noch mit ihm zusammen ist? Die Richter müssen sich mit Gewaltbeziehungen auseinandersetzen, um solche fehlerhafte Unterstellungen zu begreifen und zu unterlassen.

Eine Mutter — Mi, 01/23/2019 - 22:01

Und selbst wenn die Mutter die Gewalttaten angezeigt hätte, ganz ehrlich, die Staatsanwaltschaft schert sich da einen feuchten Furz drum. Die werden nach fünf Monaten mit dem Hinweis eingestellt, dass leider "keine öffentliches Interesse" bestehen. Da hat sich die "Rechtsstaatlichkeit" in Deutschland ein feines Verfahren überlegt, um die Gewalt an Frauen und Müttern zu negieren.

Ein Vater — Mi, 02/20/2019 - 14:02

... der angezeigt wurde wegen angeblich häuslicher Gewalt. Nach meiner Erfahrung bleibt so etwas nie unberücksichtigt und auch in meinem Fall hat es einige Zeit gedauert bis meine Unschuld bewiesen war. Ja, die Geschichte ist herzzerreißend aber wir befinden uns in einem Rechtsstaat. Kinder haben das Recht auf beide Elternteile und das hat einen Grund - das ist Kindeswohl!!! In einem Rechtsstaat wäre es fatal, wenn einem Elternteil im vorliegenden Fall das Recht auf Wechselmodell versagt bliebe. Es hört sich nicht schön an, was dieser Vater getan hat. Wenn es um die Frage des Wechselmodells geht, ist aber allein zu berücksichtigen ob Gefahr für die Kinder besteht und das Wechselmodell insgesamt zum Kindeswohl ist. Jugendämter, Verfahrensbeistände und Richter sind nicht zimperlich Umgang zu versagen, wenn von einem gewalttätigen Elternteil Gefahr ausgeht. Im vorliegen Fall scheint das nicht so zu sein, zumindest wird das auch nicht beschrieben. Also ist das Urteil richtig. Es geht nämlich nicht darum den Vater für sein schlechtes Verhalten der Mutter gegenüber zu bestrafen. Ich bin sehr froh, dass ich in einem Rechtsstaat lebe und nicht von einer Mutter abgeurteilt werde, die ihr Vokabular und ihre Ausdrucksweise - gerade weil sie "Eine Mutter" ist - dringend überdenken sollte.

Martina — Fr, 03/01/2019 - 21:42

Es tut mir leid, aber ich habe den Glauben an einen Rechtstaat leider eingebüßt. Nach einem Umgang der Kinder (damals 10 und 13 Jahre) beim Vater kamen sie nicht mehr nach Hause, obwohl sie seit 6 Jahren bei mir ihren Lebensmittelpunkt, Schule, Freunde, sämtliche Verwandtschaft usw. hatten. Zwar habe ich durch Verfahrensbeistand und Gericht Umgänge zugesprochen bekommen, aber daran hielt sich der Vater nicht- auch nicht an die gerichtlich vorgeschriebenen Elterngespräche. Der Vater entfremdete mir die Kinder vollständig (Gehirnwäsche- Parental alienation syndrom) und seit Jahren kämpfe ich um meine Kinder, und kein JuA u.a. tun etwas, damit ich wenigstens 1 Gespräch mit ihnen führen kann ... Und leider habe ich viel zu viele Mütter und Väter kennen gelernt, denen es genau so ergeht- und oftmals gehen diese Geschichten mit Krankheiten einher- auf beiden Seiten der sicherlich unfreiwilligen Entfremdung... Wünsche allen Betroffenen viel Kraft!!!

Kim — Di, 03/19/2019 - 14:41

Besonders interessant ist es ja, WANN die (Falsch)beschuldigungen vorgebracht werden. Oft mitten im Umgangsverfahren. Zurecht können wir uns glücklich schätzen, in einem Rechtsstaat zu leben.

monden kindtm — Mi, 01/23/2019 - 11:17

Es tut mir soooo unendlich leid für Dich. Ich kann Dir da 1:1 nachfühlen, denn ich habe das leider genau so erfahren müssen. Ich hatte keine körperliche Gewalt, dafür die psychische, noch viel schwerer bis gar nicht nachweisebare, Gewalt. Der Herr hatte Angst um seine "Belastungen, die man sich im Leben so anschafft" (Haus, Firma etc.) und klagte die Kinder ein. Richter, Rechtsbeistand und JuA stimmten dem Urteil des viel zu früh gemachten Gutachtens zu und ließen dabei den Wunsch der Kinder außer Acht. Keiner wollte mir zuhören (Die ist nur hyterisch und die Kinder wollen ja gar nicht. Das will nur die...) und entschieden gegen den Wunsch der Kinder. Der Kommentar des Rechtsbeistandes im langen Telefonat mit ihr: Jetzt stellen Sie sich nicht so an. Wenn Sie Ihren Kindern immer wieder erzählen, wie sehr Sie sie vermissen, machen Sie es nur unnötig schwerer. Sie sehen sie ja zu den Besuchszeiten... Es brach mir ein weiteres Mal das Herz. Ich wollte es in die Welt schreien: "Seid ihr sooo blind? Seht ihr denn nicht, dass die Kinder nicht wirklich geliebt werden? Die Neue an seiner Seite kümmert sich n scheiß um die Kinder und dort haben sie kein Familiengefüge und werden nicht so angenommen. Müssen die Kinder wirklich erst kaputt gehen, damit ihr wirklich in Sinne der Kinder entscheidet und nicht im Sinne der modernen Rechtsprechung? Man, die werden bei mir geliebt wie sie sind und nicht als Finanzier des Hauseigentums gehalten. Der ist selbständig, verdient genug und mit den Kindern sichert er sich mal eben knapp 1000 Euro im Monat. Aber stattdessen steckt diese Geschichte wie ein bösartiger Tumor im Hals, lässt sich nicht rausbringen, denn ich bin die hysterische Mutter, die aus egoistischen Gründen handelt... (wer erkennt hier die Ironie?)

Wendula — Mi, 01/23/2019 - 20:26

Hallo, ich bin voll bei Ihnen! Dieses Väterrechtssystem wird sich erst ändern, wenn zwei Väter im Sorgerechtstreit enden. Es ist einfach widerlich! Es tut mir so leid und ich weiß, wie es ist geschlagen und von VATER STAAT weiter geprügelt zu werden. Meine drei Kinder haben darunter mehr als genug gelitten. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und genug Liebe, meine Liebe haben Sie auf jeden Fall! Ich leide immer noch und deswegen, schrei(b)t Petitionen bis euch die Finger blutig sind, Politiker müssen es endlich überall begreifen, was es bedeutet, Kinder zu haben, geschlagen zu werden und dann gegen VATER STAAT weiter kämpfen zu müssen. Ich habe hier schon mal eine, womit ich angefangen habe! Bitte lest, verteilt, unterzeichnet und vor allem schreibt selbst eine. Es gibt bestimmt etwas, was ihr fordern könnt. Zum Beispiel weg mit dem Wechselmodell für gestillte Säuglinge oder so....https://www.change.org/p/alleinerziehende-stärken-bedarfsgemeinschaftssplitting-statt-ehegattensplitting-einsplittingfüralle-auch-für-alleinerziehende?recruiter=7024031&utm_source=share_petition&utm_medium=twitter&utm_campaign=share_petition&utm_term=share_petition Herzliche Grüße Wendula Strube

Jutta — Mi, 01/23/2019 - 21:09

Dieser Artikel zeigt aktuelle Kindesgefaehrdung auf. Die Kinder schweigen doch, sollte etwas passieren. Bitte als Mutter nicht mit der Situation zufrieden geben, sondern kämpfen. Dass dieser Artikel hier so erscheint ohne Handeln der Journalistinnen ist befremdlich.

anja — Mi, 01/23/2019 - 21:59

dieser fall zeigt, wie wichtig es ist, häusliche gewalt sofort zur anzeige zu bringen. dann sind blaue flecken sichtbar, es gibt verletzungen als beweise. wer erst im zuge von sorgerechtsstreitigkeiten plötzlich mit häuslicher gewalt um die ecke kommt, und vorher jahrelang die klappe hält, der macht sich leider unglaubwürdig. vor gericht zählen fakten und beweise d.h. es muss bewiesen sein, dass die häusliche gewalt tatsächlich statt gefunden hat. wenn alle verletzungen verheilt sind, dann fehlen leider die beweise. und dann gilt: im zweifel für den angeklagten. aus juristischer sicht ist das wechselmodell absolut richtig, auch wenn es auf den ersten blick sicher schwer verständlich scheint.

Eine Mutter — Mi, 01/23/2019 - 22:06

Dein Kommentar zeigt, dass Du keine Ahnung von Gewaltbeziehungen hast. Nein ist es nicht. Nur weil asoziale Richter die Gesetzlage in einigen Gebieten Deutschland so auslegen (München, Brandenburg, Celle), muss das nicht gesellschaftsfähig werden. Wer zeigt schon seinen "Partner" an, während er noch mit ihm zusammen ist? Die Richter müssen sich mit Gewaltbeziehungen auseinandersetzen, um solche fehlerhafte Unterstellungen zu begreifen und zu unterlassen.

Eine Mutter — Mi, 01/23/2019 - 22:07

Und selbst wenn die Mutter die Gewalttaten angezeigt hätte, ganz ehrlich, die Staatsanwaltschaft schert sich da einen feuchten Furz drum. Die werden nach fünf Monaten mit dem Hinweis eingestellt, dass leider "keine öffentliches Interesse" bestehen. Da hat sich die "Rechtsstaatlichkeit" in Deutschland ein feines Verfahren überlegt, um die Gewalt an Frauen und Müttern zu negieren.

Ela — Do, 01/24/2019 - 06:09

Ich denke es wurde ihr auch negativ ausgelegt, dass sie ohne die Kinder gegangen ist. Die Richterin könnte sich gedacht haben, dass er ja nicht so schlimm sein kann, wenn sie die Kinder bei ihm gelassen hat.

Eine Mutter — Do, 01/24/2019 - 07:32

Tja, und wenn sie die Kinder mitgenommen hätte, dann wäre ihr unterstellt worden, dass sie bindungsintolerant ist und die Kinder nicht in ihrem gewohnten Umfeld belässt, sprich erziehungsunfähig ist. Als Frau kann man aktuelle im Familiengericht nur alles falsch machen. Die Sünderhauf und ihr Heer an Väterrechtlern sorgen schon dafür, dass frau immer die dumme ist.

Eine Mutter — Mi, 01/23/2019 - 22:09

Wer hier weiterhin ein Wechselmodell trotz einer Gewaltbeziehung rechtfertigt, der hat selber nie eine erlebt und sollte hier nicht weiter Victim Blaming betreiben. Dem müssen sich die Mütter schon genug in diesen asozialen Familiengerichten aussetzen.

Rote Mutter — Do, 01/24/2019 - 08:36

Leider, leider hat die Mutter viele "taktische" Fehler gemacht. Und das wird ihr einem von männlichen Rchtsstrategen gestalteten Rechtssystem zum Verhängnis gemacht. Es hätte noch schlimmer kommen können, werden viele Erfahrene vielleicht seufzen. Schlimm genug sage ich. Derzeit gibt es eine Ausstellung in Paris über "das Totalitäre", dabei wird die alte Sowjetunion zitiert. Mir macht Sorgen wie ein Rechts-Verständniss wie eben dieses, welches die Mutter hier durchlitt von totalitären Ideen durchtränkt ist (Scheiss auf Opfer, Opfer reden nur Kacke etc, es ist gut für Kinder von einem Ort zum anderen zu reisen, auch gegen ihren Willen) aber der Allgemeinheit als "liberales Kinderwohl" verzapft wird - Kinder brauchen Väter etc. Es ist alles komplett verdreht. Eben so wie der Papa.. darf ich mal raten - ein Psychologe, oder?

Romy Stephan — Sa, 01/26/2019 - 15:34

Was Frauen/ Menschen aushalten! Oder aushalten wollen um etwas aufrecht zu erhalten, was, wenn sie ehrlich zu sich sind nach dem ersten Gewaltausbruch des Partners und dem ersten Fremdgehen schon zum scheitern verurteilt war. Und so belügt sie sich Tag für Tag selbst und auch ein Stück weit ihre Kinder, da sie ihnen die heile Welt vorgegaukelt.

Klaus Petersen — Mi, 10/02/2019 - 13:23

"Seine Deeskalation bestand darin, mir anzukündigen, dass er mir ab sofort die Kinder nicht mehr, wie vereinbart, bringen wird und er mir „einen großzügigen Umgang alle 14 Tage von Fr-So gewährt“." Ja und? Da müssen viele Väter mit klarkommen und hier wird es als absolute Katastrophe dargestellt, nur weil es die Mutter ist "Meine Anwältin wagte einen Vorstoß und führte die 13 Jahre häusliche Gewalt an, sowie die Tatsache, dass bis zum Zeitpunkt der Trennung die Kinderbetreuung fast ausschließlich von mir übernommen wurde. „Was in der Vergangenheit liegt, wollen wir uns heute hier nicht anschauen, wir blicken jetzt positiv in die Zukunft“, war der knappe Kommentar der Richterin zu den geschilderten Sachverhalten." Genau richtig, Bravo, Frau Richterin! "Unter Schock stimmte ich der Richterin zu und wir kamen zu der „Einigung“, dass unsere beiden Töchter, 6 und 10 Jahre alt, ab sofort im Wechselmodell leben werden." Jeder Vater ist froh, im WM leben zu können und diese KM heult hier rum - nur noch peinlich. Dieser einseitige Quatsch ist nicht auszuhalten. Die Meinung des Vaters dazu ist anscheinend nicht relevant, die arme Mama darf sich hier ausheulen und ihr wird auch noch geglaubt.

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