Gastbeiträge

26/07/2018 - 07:30

Stadt-Mama Katharina

Gastbeitrag einer Krankenschwester: Ich sehe täglich, was passiert, wenn Eltern keinen Fahrradhelm tragen

Mein Name ist Marietta, seit 20 Jahren arbeite ich als Krankenschwester auf einer Neurochirurgischen Intensivstation. Bei uns liegen Patienten, die gestürzt sind, schwere Verkehrsunfälle hatten oder Menschen mit Hirnblutungen und Hirntumoren. 

Manchmal, wenn ich vom Dienst nach Hause fahre, fange ich an Radfahrer zu zählen. Wie letzten Sonntag, es war herrliches Wetter und viele Radler waren unterwegs. 

Auf einer Strecke von 10 Kilometern habe ich  44 Radfahrer gezählt - 40 davon trugen keinen Helm. Die vier die einen Helm auf hatten, waren Kinder, die mit ihren Eltern unterwegs waren. 

Besonders jetzt im Sommer kommt es häufig vor, dass wir Patienten bei uns auf der Station haben, die während einer Fahrradtour gestürzt sind und sich Kopfverletzungen zugezogen sind. Schwere Schädel-Hirnverletzungen sind die Folge, in den meisten Fällen liegen die Personen dann erst mal im „ künstlichen Koma“. Wie und ob sie daraus  erwachen, kann keiner genau sagen. Die meisten von ihnen trugen bei dem Sturz keinen Helm. 

Ich erinnere mich an einen schweren Unfall vor zwei Jahren. Eine fünfköpfige Familie hatte einen Ausflug gemacht, die Kinder mit, die Eltern ohne Helm. 

Die Mutter stürzte mit dem Rad, fiel auf den Kopf und war schwer verletzt.Sie hatte gewaltige Blutungen im Schädelinneren und eine starke Schwellung des Gehirns.  Sie überlebte, ist aber bis heute ein schwerer Pflegefall und liegt im Wachkoma. Sie kann nie wieder ihre Kinder in den Arm nehmen, ihnen die Schulbrote schmieren, oder ihnen etwas vorlesen. Sie ist ihr restliches Leben auf die Hilfe anderer angewiesen, ob sie ihre Familie überhaupt noch wahrnimmt, kann keiner genau sagen. Der Vater steht nun mit drei Kindern und seiner Frau alleine da. Dieses Drama wäre zu verhindern gewesen. 

So ein Unfall ist kein Einzelfall. Sie passieren immer und immer wieder. Mittlerweile habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, Freunde, Bekannte, andere Eltern darauf anzusprechen und sie zu fragen, warum sie keinen Helm tragen - und die Kinder schon. 

Wenn ich diese Frage stelle, bekomme ich meist folgende Antworten: "Ich fahre doch noch kurz zum Supermarkt, da passiert schon nichts." oder "Ich fahre so oft Rad, ich bin ganz gut geübt, da kann nichts passieren"  oder "So selten wie ich fahre, brauche ich keinen Helm" Einmal antwortete mir jemand: „Mein Schädelknochen ist so dick, so schnell passiert da nichts"

Ich kann das nicht verstehen. Denn ich finde, es gibt nicht Schlimmeres, als einem Kind in die Augen schauen zu müssen, dessen Elternteil gerade mit dem Leben ringt. 

Vor ein paar Wochen gab es einen weiteren schweren Unfall. Ein Vater fuhr mit dem Rad, stürzte, verletzte sich schwer. Er lag bei uns auf Station im Koma und ist letztendlich an seinen Verletzungen gestorben. Er hinterlässt eine Frau mit zwei Kindern (3 und 5 Jahre). Als wir merkten, dass der Vater es nicht schafft, bekamen die Kinder die Möglichkeit, sich vom Vater zu verabschieden. Das fünfjährige Kind bat mich um einen Gefallen. Es bat mich, dass ich Papas Hand halten soll und ihm nette Dinge ins Ohr flüstern soll, wenn er geht - das Kind selbst traute sich das nicht. 

Ich habe es dem Kind versprochen und mein Versprechen gehalten. Ich habe dem Vater die Hand gehalten bis zum letzten Herzschlag, ich habe daneben gestanden und geweint, obwohl mir dieser Mensch fremd war. Ich denke jeden Tag an diese Familie, frage mich wie es ihnen wohl gerade geht. Nun muss ich mit diesen Bildern leben, es hat bei mir tiefe Spuren hinterlassen. 

Bis zu meiner Schwangerschaft im Jahr 2004 sind auch wir ohne Helm gefahren. Erst als mein Mann eines Tages nicht wie üblich vom Nachtdienst heim kam, sondern erst mit Stunden Verspätung, hat es klick gemacht. Warum? 

Er war gestürzt und stand blutüberströmt vor mir. Da wurde uns klar, welches Glück er hatte und dass wir dieses kein weiteres Mal heraus fordern wollten. 

Daher meine Bitte: Tragt Helm, auch wenn Ihr nur ein paar hundert Meter weit radelt. Auch, wenn Eure Frisur danach ruiniert ist. Denkt einfach an Eure Kinder. Und daran, dass sie nicht ohne Euch aufwachsen sollen. 

Fotto: pixabay

 

Tags: Helm, Radfahren, Kindern Schutz

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Kommentare

Sandra — Do, 07/26/2018 - 08:06

Danke für diesen Beitrag. Ich verstehe auch alle Eltern nicht, die keinen Helm tragen. Diese ausreden finde ich alle echt lächerlich und erbärmlich. Verstehe halt nicht, warum Eltern ihren Kindern sagen das die einen Helm brauchen, aber selber dann keinen anziehen. Das verstehe ich absolut nicht! Hoffe, dass Sie mit diesen Beitrag einige erreichen und die Augen geöffnet werden. Liebe Grüße

Frl.Meli — Do, 07/26/2018 - 09:04

Sehr guter Artikel. Ich staune auch immer wieder wie viele Radler an mir vorbeiziehen die keinen Helm aufhaben, mitten in der Großstadt. Und es geht ja auch nicht immer nur um einen selber und das eigene Fahrkönnen. Man kann von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen werden. Das scheinen viele zu verdrängen. Aber gerade auf dem Rad habe ich nunmal keine Knautschzone.

Ella — Do, 07/26/2018 - 12:34

Genau! Das frage ich mich auch immer. Ich habe selbst schon einen kleinen Unfall gehabt, auf einer kurzen Strecke in der Stadt, wo ich „nichts falsch gemacht habe“ und wo der Autofahrer einfach auf einmal aus dem nichts wie blind auf mich rückwärts drauf fuhr. Da hatte ich noch Glück, habe aber gesehen, wie schnell sowas passieren kann. Es ist wirklich in keiner Weise zu verstehen, warum so viele Eltern selbst keinen Helm tragen, dem Kind aber (natürlich!) einen aufsetzen! Ich werde jetzt auch immer bei Gelegenheit solche Eltern ansprechen.

Marlen Kirchner — Do, 07/26/2018 - 14:41

....schade dass es erst in vielen etwas bewegt, wenn bereits was passiert ist oder doch zu spät. Ich finde es mehr als verantwortungslos! Mein Sohn (4) sagt immer: "Oh Mama, die tragen gar keinen Helm." Oder einmal als ich ihn abgeholt habe vom Kindergarten : "Dann kann ich kein Laufrad fahren Mama, wenn der Helm noch in Papas Auto liegt." Hoffentlich lesen viele diesen Artikel... Denn was gibt es wichtigeres als das LEBEN!!!

Kathi — Do, 07/26/2018 - 21:31

Ein toller Artikel, danke! Meine Oma liegt seit nunmehr 40 (!) Jahren im Koma nachdem ihr unverschuldet von einem Autofahrer die Vorfahrt genommen wurde auf einer Strecke von 800m von ihrem Haus zur Arbeit. Dass das nicht nur ihr Leben zerstört hat, sondern auch das von meinen Opa, meinem Papa der damals gerade erst 13 war, seinem Bruder und letzlich auch mich und meine Cousins und Geschwister um eine liebevolle, fitte, intelligente Oma betrogen hat, kann man sich wohl als Nicht-Betroffener nicht in den Maße vorstellen. Da hilft auch der Schadensersatz nicht - schließlich braucht sie rund um die Uhr Pfleger und ein behindertengerechtes Haus musste gebaut werden. Die Gesundheit und das Leben gibt einem erst Recht keiner zurück.

Antje — Fr, 07/27/2018 - 00:35

Das mit Ihrer Oma tut mir leid. Es ist unglaublich, dass sie seit 40 Jahren im Koma ist. (nicht wach Koma?) Entschuldige mein Neugier, aber gibt es nicht die Zeitraum, wo die Ärzte dann sagen dass die Maschinen abgeschaltet werden muss? Ich mag mein Helm nicht aber fand unlogisch, meine Kinder zu zwingen, während ich keinen trage. Also tragen wir alle, auch wenn ungern. Aber Sicherheit geht vor. Danke für den Beitrag. Das ist so wichtig!

Christine S. — Do, 07/26/2018 - 22:39

Ich kann dem nur zustimmen - ich bin ehrenamtlich im DRK als Helfer vor Ort tätig - d.h. wann immer ein Notfall bei uns in der Nähe ist werden wir alarmiert zur Überbrückung bis der Rettungsdienst eintrifft und oft haben wir auch dann noch mehr als genug zu tun. Wir haben schon einige schwere Einsätze durch Fahrradstürze erlebt - oft musste der Patient ohne Helm mit schweren Verletzungen im Rettungshubschrauber abtransportiert werden. Auch ist ein Cousin meiner Mutter so gestorben - er wurde von einem Autofahrer beim Radeln gestreift, stürzte ohne Helm gegen die Bordsteinkante - keine Chance. Helme sind nicht schlimm, sie tun nicht weh und keine Frisur der Welt ist mehr Wert als das Leben.

Nick — Fr, 07/27/2018 - 12:54

Toller Beitrag. Ich war auch jemand, der beim Touren immer den Helm trug, in der Stadt aber nicht, da es mir zu umständlich war, ihn immer mitzuschleppen. Als ich dann heftig bei einem Volks-Radrennen gestürzt bin, mit über 50 auf den Asphalt, habe ich umgedacht. Der Helm - eine US-Marke mit italienisch klingenden Namen - rettete mich: Er brach indem er die Sturzkraft aufnahm, aber mir ging es ausser einer kleinen Gehirnerschütterung gut. Ich trage nun immer einen Helm. Hier in Australien, wo ich jetzt bin, ist es sogar Pflicht. Gut so! Meine Nachbarin in der Schweiz hatte mal einen schlimmen Sturz. Sie musste wieder lernen, zu reden. Die Motorik musste sie sich ebenfalls neu aneignen. Das Gedächtnis hatte lange danach noch viele Lücken. Trotzdem sah ich sie irgendwann wieder ohne Helm auf dem Rad. Traurig, denn manche lernen es nie.

Maria — Fr, 07/27/2018 - 13:53

Genau wie du beobachte ich schon seit Langem aufmerksam die vielen Menschen ohne Helm. Selbst meinen Kindern fällt das auf und sie fragen immer wieder, warum das so ist. Wir sind mittlerweile dazu übergangen, uns gegenseitig nur noch auf helmtragende Radfahrer aufmerksam zu machen. Ich danke Dir sehr für den Artikel und wünsche dir und deiner Familie alles Gute!

Barbara — Fr, 07/27/2018 - 17:46

Mein heutiger Zählerstand auf meinem Rad-Heimweg: 19 Radler ohne Helm, 3 mit. Traurigerweise von den 19 auch einige Kinder, dafür bei den dreien auch Erwachsene.... Ich gebe selbst zu- ich fahre auch erst seit kurzem "mit", zum Glück ohne einschneidendes Erlebnis und auch ohne dass ich (bis jetzt) selbst Kinder habe. Und ja, es ist manchmal heiss und die Frisur ist ein bisschen verwuschelt, aber spätestens wenn man diesen Artikel liest sollte man von der Eitelkeit befreit sein! Vielen Dank dafür! PS: vielleicht hat ja jemand einen guten Tipp: sperrt ihr den Helm beim Abstellen des Fahrrads ab oder nehmt ihr ihn mit? Wäre toll wenn es Faltbare Helme gäbe zum Platzsparen ;-)

Charlotte — Sa, 07/28/2018 - 13:20

https://hovding.sportimport.de/hoevding-2.0/airbag-2.0 zwar kein faltbarer Helm, aber auch interessant- ein Kopfairbag statt Helm

Lars — Sa, 07/28/2018 - 08:03

Hallo, ein wichtiger Artikel, ich selbst fahre jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit. Natürlich mit Helm aus zwei Gründen: 1. Habe ich Kinder und denen predige ich nie ohne Helm zu fahren und 2. Arbeite ich in einem Kindergarten und habe da dann natürlich eine Vorbildfunktion. Mein Sohn hat das mittlerweile so verinnerlicht, dass er sogar andere Leute ohne Helm anschreit sie sollen den Helm aufsetzen. Meisten mit den Worten der Kinderrockband Randale "Helm auf du Penner, sonst Schubs ich dich vom Rad" einfach mal googlen und anhören sehr zu empfehlen.

Nora — Sa, 07/28/2018 - 09:37

Den Kopf nicht zu schützen ist einfach nur dumm, es kann immer was passieren selbst- oder fremdverschuldet. Und für den, der absolut nicht seine Frisur verhunzt haben möchte, für den ist vielleicht das hier was: https://hovding.de, aber da fehlt dann die offensichtliche Vorbildfunktion;)

Felix — Sa, 07/28/2018 - 10:48

Liebe Katharina, ich finde deine Botschaft richtig - Helm tragen hilft sicherlich. Ich fahre sehr viel Rad und trage auch immer einen Helm, es gibt mittlerweile gibt es ja auch sehr leichte, bequeme und modische Varianten. Aber: (1) "Manchmal, wenn ich vom Dienst nach Hause fahre, fange ich an Radfahrer zu zählen." Fährst du im Auto vorbei? (2) "Besonders jetzt im Sommer kommt es häufig vor, dass wir Patienten bei uns auf der Station haben, die während einer Fahrradtour gestürzt sind". Wieviele Radler behandelst du, die von den LKW überrollt, von PKW angefahren wurden? Was ich sagen will: Radfahren ist etwas extrem gutes und man denkt damit auch an Umwelt und Mitmenschen (Unfallgefahr, Lärm, Platzverbrauch, saubere Luft). Ich finde, dass man diese Menschen nicht für etwas verantwortlich machen sollte. Und: Wieviele hunderttausende Menschen sterben durch den motorisierten Verkehr, durch Unfälle, giftige Luft (wenn du als Krankenschwester auf der Atemwegsstation arbeiten würdest, würdest du darüber schreiben....)? Das ist abstrakter als die Kopfverletzungen, die du siehst, aber es ist eine traurige Wahrheit. Ich finde: Weniger Elterntaxi-Fahrerinnen, die sich über Radfahrer ohne Helm beschweren! Dann gebe es auch weniger Radunfälle und unsere Kinder könnte wieder gefahrlos auf den Straßen spielen!

Dagmar — Sa, 07/28/2018 - 22:56

Liebe Marietta, mein dreijähriger Sohn trägt beim Laufrad fahren immer einen Helm. Für mich selbst kam mir diese Möglichkeit überhaupt nicht in den Sinn. Er hat mich schon mal darauf angesprochen, warum ich keinen trage und ich hab ihm geantwortet, dass ich ja schon ganz super Rad fahren könne und immer aufpassen würde. Natürlich war ich in Wahrheit zu eitel. Ausserdem ist nie was passiert und es wird schon nichts passieren habe ich gedacht. Und dann habe ich deinen Beitrag gelesen und er hat mich sehr betroffen gemacht. Du hast so Recht! Wenn man Kinder hat ist es einem das Wichtigste dass es ihnen gut geht und man will immer für sie da sein. Wir müssen auf uns aufpassen und auch Vorbild sein. Jedenfall haben wir heute gleich einen Mama- und einen Papahelm gekauft. Ich wusste, dass ich es gleich machen muss, solange mir dein Beitrag noch so präsent ist, sonst wird es nie was.... Die Verkäuferin hat gefragt welcher uns gefällt und wir fanden alle scheusslich aber wir haben es durchgezogen! Jetzt bin ich sehr zufrieden mit mir und keine Sorge, tragen werd ich den auch wirklich, Dank dir hätte ich sonst ein schlechtes Gewissen!

Unit — Mo, 07/30/2018 - 08:25

Danke für diesen Beitrag. Ich trage immer einen Helm auch wenn ich von anderen schief angeschaut werde. Mein Freund trägt nun zum Glück auch (meistens) einen Helm. Das liegt daran, dass auch in unserer Familie ein Radunfall passiert ist. Meine Taufpatin hatte IMMER einen Helm an und ist mit Clips geradelt. Bei einer unübersichtlichen Stelle fuhr ein Auto aus der Einfahrt raus und erwischte sie. Leider entkam sie den Clips nicht und wurde auf die Gegenfahrbahn geschleudert. Da kam gerade ein Kleintransporter. Leider hat sie es nicht geschafft. Aber ich erinnere mich an die Worte des Arztes,dass ihrem Kopf rein gar nichts passiert ist. Der hat keinen Schaden bekommen. Man ist bei einem Unfall einfach oft nicht selber Schuld. Das sollte Grund genug sein, einen Helm zu tragen.

Herr Bock — Mo, 07/30/2018 - 13:53

Danke für diesen Beitrag. Ich bin Vater von einem 3jährigen Jungen, der es liebt, mit seinem Laufrad durch die Welt zu flitzen. Oberstes Gebot vom ersten Tag an: Helm auf! Er hat mich umdenken lassen. Mein Leben lang habe ich mit diversen Ausreden darauf verzichtet, selbst einen zu tragen. Jetzt erzähle ich ihm, er soll seinen tragen, während ich keinen auf habe. Das passt nicht. Gar nicht. Und ich bin oft sportlich mit dem Rad unterwegs. 30 bis 50 km/h. Ich habe bei einem Unfall ohne Helm keine Chance. Mit Helm erhöhe ich sie. Helm ist Pflicht, besonders als Elternvorbild.

ERley — Mi, 08/01/2018 - 19:36

Hallo, Marietta, Wieviel Geld bekommst Du für den Schwachsinn, den Du da erzählst. Mit Helm, wären die Menschen alle Querschnittgelähmt. Die Helme und auch die Gurte im Auto sind Todesfallen aber ein lukratives Geschäftsmodell für die illegalen Straßenpiraten,.. mit der Aufschrift POLIZEI auf dem Rücken. und die Versicherungen. Wer sich im Auto anschnallt, widr bei einem schweren Autounfall verbrennen, weil er nicht rausgeschleudert wird und die Fuerwehr sie nicht aus dem brennenden Auto befreien kann,

Thomas — Do, 08/02/2018 - 10:42

Einerseits habe ich volles Verständnis für die emotionale Reaktion auf ein Unglück. Aber generell sind Einzelfälle und eigene Wahrnehmung nicht die optimale Grundlage, um allgemeine Ratschläge zu erteilen. Es gibt vieles, was das Radfahren sicherer macht, vor allem auf Seiten den Autofahrer (z.B. Rücksicht) und auf Seiten der Verkehrsplaner (z.B. Radfehrer ins Blickfeld). Radhelme gehören nicht dazu. Das hat zwei wsentliche Gründe. Der erste ist banal, aber wichtig: Radhelme verhindern keinen einzigen Unfall. Der andere ist physikalisch-medizinischer Natur: Radhelme dämpfen translatorische Beschleunigungen und vertielen den Druck. Durch die geringe Energieaufnahme sind sie geeignet, um Beulen, Schürfungen und Kopfplatzwunden zu verhindern. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Radhelme geeignet sind, tödliche Verletzungen zu verhindern. Vor allem aber: Gehirnverletzungen entstehen in der Hauptsache durch rotatotrische Beschleunigungen. Neue Untersuchungen deuten darauf hin, dass Helme hier generell wirkungslos sind. Die Helmdiskussion ist also kein Beitrag zur Sicherheit von Radfahrern. Sie lenkt vielmehr von wirklich wirksamen Maßnahmen ab.

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