Elternfragen

22/09/2017 - 10:45

Land-Mama Lisa

Keine Pausen! Leserfrage: Wieso denkt niemand an die Erzieher? Wie sollen sie das schaffen?

Ihr Lieben, ich hatte hatte nun den ersten Elternabend in der Kita. Seit dem ersten Kita-Tag meines Sohnes, ist mir eigentlich schon immer etwas aufgefallen: die Erzieher machen keine Pause. Nicht, weil sie diese aus freien Zügen nicht machen wollen, sondern weil sie es zeitlich nicht schaffen! Ich habe dies bei dem Elternabend angesprochen, und es wurde mir nochmal bestätigt: Sie machen keine Pausen! 

Der Personalschlüssel ist im Gesetz so formuliert, dass es eine Mindest- und Höchstzahl an Betreuungsstunden gibt. Mehr Betreuungsstunden = kostet mehr.
Somit werden nur die Mindestsätze eingehalten, wenn überhaupt!
 
Was ist, wenn jemand krank ist und ein anderer Urlaub hat, dann fällt das ganze System zusammen. Die Erzieherinnen, denen doch so unendlich viel abverlangt wird sind von morgens bis zum späten Nachmittag stets zu Diensten unserer "wilden" Kinder. Ohne eine Verschnaufpause, noch nicht mal beim Essen.... 2,5 Erwachsene auf mehr als 20 Kinder beim Mittagessen, das ist happig. Vor lauter Schlabbereien und Löffel hin-und her-Gehacke bleibt den guten Frauen doch kaum noch etwas Zeit für den eigenen Hunger.
 
Eine Erzieherin von uns ist seit mehr als 20 Jahre im Beruf. Sie sagt, es ist erschreckend: Eltern überlassen die Erziehung immer mehr den Erzieherinnen, es ist ihnen aber gar nicht bewusst, das in der Erziehung Eltern und Erzieher zusammen arbeiten müssen....
 
Die Erzieher müssen die Kinder auf die Schule vorbereiten, wie soll das alles noch gut möglich sein? Nächstes Jahr kommen zehn neue U3 Kinder in die Gruppe -von insgesamt 22! FÜR U3-KINDER GIBT ES JA MEHR GELD. Wie soll das noch alles funktionieren? Und dann bleibt einer Erzieherin noch nicht mal 30 Min. zum Verschnaufen...? 
 
Dann ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis ein Burnout kommt.Alle sagen, die Kinder sind unsere Zukunft. Aber an diejenigen, denen wir unsere Liebsten anvertrauen, denkt niemand. Was können wir tun, außer möglichst laut darauf aufmerksam zu machen und Briefe an Politiker zu schreiben?
 

Tags: Erzieher, Kindergarten, Erziehung, Elternarbeit, Betreuung, Überlastung, Fremdbetreuung

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Kommentare

Kathrin — Fr, 09/22/2017 - 13:47

Hallo, wir haben Erzieher in der Familie und ich habe mein Schulpraktikum im Kindergarten gemacht und es dort auch bewusst erlebt: Pause ist nur möglich, so lange die Kleinen Mittagsschlaf machen- da werden die Türen aufgemacht und ein Gruppenerzieherteam passt auf 2 Gruppen auf, während die anderen Pause machen. Nach 1/2 Stunde wird gewechselt... Jetzt als Mutter habe ich gerade in der Vorschulzeit meines Großen genau düsen Mittagsschlaf verflucht- war dann das Kind doch abends bis jenseits der 21:00 Uhr wach... meine Vierjährige übrigens jetzt schon! Doch ich würde es nie den Erziehern vorhalten- sie brauchen die Pause und welcher Erzieher will auch am Nachmittag über 20 nölige Kinder haben, weil sie langsam müde werden. Also habe ich dem Großen, als er mittags wirklich nicht mehr schlafen konnte erklärt, dass ihm auch Ruhe gut tut! Und unsere tollen Erzieherinnen haben es den Großen auch erlaubt leise Bücher im Bett anzuschauen oder sogar früher aufzustehen und leise zu malen! Das fand ich toll!!! Und ja Erzieherinnen haben einen sehr verantwortungsvollen Job, der oft viel zu wenig gewürdigt wird! Daher sollten wir Mütter Ihnen öfter Danke sagen!

Gonzalez Andres — Mo, 09/25/2017 - 10:24

Hallo, ich bin ein ausländischer Darlehensgeber Ich habe beschlossen, kurze, mittlere und lange Kredite Darlehen an ehrliche Menschen zu gewähren, die trotz ihrer monatlichen Einkommen kämpfen, um ihre grundlegenden Bedürfnisse zu erfüllen. Der Zinssatz für Darlehen ist 2% des gesamten Darlehens und Darlehen Lieferbedingungen sind sehr einfach. Die angeforderten Darlehen werden innerhalb weniger Stunden nach der Einreichung der Anträge beantragt. Wenn interessiert kontaktieren Sie uns über diese E-Mail (GONZALEZANDRESLOAN@GMAIL.COM)

Maria — Fr, 09/22/2017 - 15:12

Vielen Dank für den Artikel Ich bin seit über 20 Jahren Erzieherin und habe auch eigene Kinder. Ich hatte meistens 25 Kinder in der Gruppe und war so oft alleine. Kollegin krank oder schwanger oder küchendienst oder Mittagsschlaf Begleitung und und. Dazwischen Portfolio, Elterngespräche, wickeln, vorschule und diverse Kurse, die mittlerweile verpflichtend sind. Zuhause erarbeite ich dann Projekte, bestelle Fotos usw Freiwillig und ohne Überstunden natürlich. Ich liebe die Kinder, aber es gibt Tage, da komme ich wirklich an meine Grenzen. Viele Kinder sind erst 2 oder auch häufig in ihrem Verhalten auffällig. Oft kann man es auch den Eltern nicht recht machen, weil bei 25 Kindern das eigene Kind nicht immer bevorzugt werden kann. Leider fehlen so viele Erzieher. Sobald jemand kündigt, länger erkrankt oder schwanger ist, ist eine Kollegin definitiv ununterbrochen alleine mit den 25 Kindern. Was, wenn sie auf die Toilette muss/ ein Kind wickeln muss/ ein Kind erbrochen hat oder ein Kind krank wird und sie telefonieren muss. Selber krank werden ist sowieso ausgeschlossen. Es wäre besser, wenn man zu zweit höchstens 20 Kinder in der Gruppe hätte. Das wäre auch für die Kinder schöner. Und dann heißt es leider, wir bekommen unser Geld fürs Spielen.....

VioCocoba — Fr, 09/22/2017 - 16:34

Meine Kinder (2 und 4 Jahre) sind beide in (verschiedenen) Elterninitiativen. Die Gruppengrößen sind überschaubar (10 Kinder bei der 2-Jährigen mit 3 Erwachsenen und 16 Kinder beim 4-Jährigen mit 3 Erwachsenen + Springer + Ergänzungskraft zur gezielten Förderung von Integrativkindern). In beiden Einrichtungen wird sehr darauf geachtet, dass die Pausen eingehalten werden, wir haben aber auch in beiden Einrichtungen einen sehr guten Personalschlüssel. Elterninitiative heißt halt, dass man als Eltern große Verantwortung trägt, im Prinzip Arbeitgeber für die Erzieher ist und auch einige Aufgaben übernehmen muss, wie Vorstand, Putzdienste, Finanzen, etc. oder z.B. auch regelmäßig für die Zubereitung des Mittagessens zuständig ist. Natürlich ist es eine Frage des Geldes, wieviel Personal sich der Träger leisten kann, aber auch eine Frage der Prioritäten. Und ich beobachte halt, dass in kleinen Elternvereinen manche Probleme sinnvoller und kreativer gelöst werden und mit deutlich weniger Bürokratie im Vergleich zu Einrichtungen mit großem Träger und viel Personal, da wird es halt schneller unübersichtlich und auch anonymer. Deshalb wäre meine Antwort, was man als Eltern tun kann: sich einbringen und die Verantwortung wahrnehmen, z.B. auch indem man eine Elterninitiative gründet!

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