Interviews

13/03/2017 - 07:15

Stadt-Mama Katharina

Kitafreie Erziehung: "Selbstbetreuer nehme ich als gelassenere Mütter wahr"

Ihr Lieben, wir können nicht oft genug sagen, wie wichtig es uns ist, hier die verschiedensten Lebensmodelle und Frauen vorzustellen. Ein Thema, das uns immer wieder bewegt, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wann will ich nach der Geburt wieder in den Job einsteigen? Will ich überhaupt zurück in den Job? Wann soll mein Kind in die Kita und wie lange kann ich es mir finanziell erlauben, auszusteigen? Heute stellen wir Euch Noemi vor. Sie ist 30 Jahre alt und hat einen zweijährigen Sohn und eine sechs Monate alte Tochter. Sie hat sich entschieden, ihre Kinder bis zum klassischen Kindergartenalter (also mit über drei Jahren) zu Hause zu betreuen, also für diese Zeit aus dem Job auszusteigen. Wie die Reaktionen darauf sind und wie ihr Alltag aussieht, erzählt sie uns im Interview. Vielen Dank für den Einblick in Dein Leben, liebe Noemi!

Liebe Noemi, was sagst Du, wenn Dich jemand fragt, was Du beruflich machst?

Ich bin Klavier- und allgemeine Musiklehrerin, aber zur Zeit kümmere ich mich um meine Kinder, solange sie klein sind und noch nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen. 

Und wie sind die Reaktionen darauf? 

Die Reaktionen sind meistens neutral. Im Moment habe ich ein sechs Monate altes Baby, da ist es in den Augen der meisten natürlich "stimmiger", dass ich zu Hause bin. Wenn es allerdings darum geht, dass auch mein Sohn (etwas über zwei Jahre alt) den ganzen Tag mit mir und seiner kleinen Schwester verbringt und erst nächstes Jahr nach dem Sommer (also mit etwa dreieinhalb Jahren) und nur halbtags, sogar möglichst ohne Mittagessen, in den Kindergarten kommen soll, reagieren viele schon etwas erstaunt.

Es gibt aber auch vereinzelt sehr positive und bestärkende Rückmeldungen, gerade von älteren Menschen, die sagen dann meistens so etwas wie: "Die werden so schnell groß. Genießen Sie die Zeit mit ihnen, solange sie klein sind!". Mütter, die auch zu Hause sind, zeigen natürlich tendenziell mehr Verständnis und freuen sich mit mir, berufstätige Mütter von kleinen Kindern erklären in solchen Momenten dagegen häufiger, warum sie selbst das nicht wollen oder können. Männer tun dies in der Regel nicht (sich erklären), vielleicht ist das der Unterschied. 

Wann und wie hast Du Dich entschieden, erstmal zu Hause bei den Kindern zu bleiben?

Es war mir schon immer klar, dass ich das so möchte. Das wurde bzw. wird mir auch von meiner Mutter und meinen beiden älteren Schwestern so vorgelebt (übrigens alle akademisch bestens ausgebildete Frauen und auch wieder berufstätig, sobald die Kinder größer waren/sind/werden).

Auch mit meinem Mann habe ich das von Anfang an klar so besprochen, dass es für mich nicht in Frage kommt, die Kinder vor dem "klassischen" Kindergartenalter außerhalb des häuslichen Rahmens betreuen zu lassen. Er ist da zum Glück ganz auf meiner Linie. 

Wie erlebst Du die Mütter, die nach wenigen Monaten wieder zurück an den Arbeitsplatz kehren?

Ganz ehrlich? Einerseits vielleicht ein bisschen strukturierter als vorher mit Baby zu Hause, auf der anderen Seite aber auch innerlich unausgeglichen, hin- und hergerissen zwischen den verschiedenen Verantwortungen und Verpflichtungen. Ich nehme bei Müttern, die den ganzen Tag mit ihren Kindern zusammen sind und sich ganz auf diese konzentrieren und einlassen können, unabhängig vom Charaktertypus, mehr Gelassenheit und Ruhe im Umgang mit den Kindern wahr.  

Viele Frauen haben keine andere Wahl, als wieder arbeiten zu gehen, weil sie auf das Gehalt angewiesen sind. Was würdest Du diesen Frauen wünschen?

Echte Wahlfreiheit! Ein vom Haushaltseinkommen abhängiges Erziehungsgehalt für die ersten drei Lebensjahre, falls das Gehalt des Partners nicht ausreicht, auch und besonders für Alleinerziehende. So etwas wie das mittlerweile ja wieder weitestgehend abgeschaffte Betreuungsgeld, allerdings höher und politisch und gesellschaftlich nicht herabgewürdigt (Stichwort "Herdprämie").

Rentenpunkte gibt es ja drei Jahre lang für den Elternteil, der zu Hause bleibt, aber die helfen einem in der konkreten Situation finanziell nicht weiter. Auch mehr Teilzeitmodelle seitens der Arbeitgeber wären gut, dass z.B. in mehr Berufen erst einmal nur zwei bis drei (halbe) Tage die Woche gearbeitet werden könnte. Wenn der andere Elternteil das auch so machen könnte, müsste das Kind nicht oder nur wenig in außerfamiliäre Hände. 

Wie sieht ein typischer Tag bei Euch aus?

So um 7 Uhr stehen wir alle auf, um 8 Uhr geht mein Mann ins Büro. Wenn das Baby um 9 Uhr noch einmal schläft, koche ich schon mal das Mittagessen und mache ein bisschen Haushalt, wenn mein Sohn mich lässt. Oder ich beschäftige mich eben ein wenig in Ruhe mit ihm ohne seine Schwester. Um 10 Uhr gehe ich raus, einkaufen und auf den Spielplatz. 12 Uhr Mittagessen, 13-15 Uhe Mittagsschlaf (manchmal lege ich mich auch ein wenig hin, oder aber ich nutze die Zeit, lese ein wenig, schreibe Emails, telefoniere oder räume herum). Um 16 Uhr gehen wir spätestens wieder raus, je nach Wetter nochmal auf einen Spielplatz oder wir sind mit anderen Müttern und Kindern zu Hause oder draußen verabredet.

Einmal die Woche gehen wir nachmittags zum Kinderturnen und ein- bis zweimal die Woche zu einer Spielgruppe. Um 18 Uhr gibt es Abendbrot, um 18.30 Uhr kommt mein Mann nach Hause, übernimmt unseren Sohn und bringt ihn um ca. 20 Uhr ins Bett. Ich bringe das Baby um ca. 19 Uhr ins Bett. Zweimal die Woche gehe ich dann noch kurz zum Sport (mein Mann auch) und einmal die Woche zur Chorprobe, aber in der Regel beginnt spätestens um 21h unser Feierabend (bis das Baby wieder Hunger hat…). 

Mütter, die schnell wieder arbeiten, sind Rabenmütter. Mütter, die zu Hause bleiben, sind Glucken und faul. Wie erlebst Du diese Diskussion und was ist Dir im Bezug darauf wichtig?

Sicherlich sind sowohl die einen als auch die anderen mitunter kritischen Reaktionen ausgesetzt, und das nervt natürlich. Was mir allerdings bisweilen auffällt, ist, dass arbeitende Mütter von Kleinkindern - und es geht in der Diskussion ja vor allem um die ersten Lebensjahre - häufig von einem "schlechten Gewissen" sprechen, von "Zerrissenheit", davon, allen Seiten "gerecht werden zu müssen".

Von diesen Gefühlen höre ich bei nicht berufstätigen Müttern in der Regel nicht. Sie haben dafür vielleicht öfter mit mangelnder (Selbst-)Wertschätzung und weniger Zeit "für sich" zu kämpfen, aber ein schlechtes Gewissen ihren Kindern gegenüber haben sie nicht.

Ein schlechtes Gewissen, das sollte mir doch niemand von außen einpflanzen können, ebenso wenig, wie es mir von jemand anderem wieder genommen werden kann. Wenn ich mit meiner Entscheidung im Reinen bin, sollte es mir eigentlich gut gehen damit. 

Von der politischen Seite her wird jedoch eindeutig der rasche Wiedereinstieg in den Beruf gefördert und gefordert, weswegen ich persönlich in der gesellschaftlichen Debatte und von den finanziellen Möglichkeiten her die Vollzeitmütter eher im Nachteil sehe und deswegen das Klagen über den "Rabenmuttervorwurf" mancher berufstätiger Frauen als Selbst-Rechtfertigung empfinde.

Wichtig ist mir ganz einfach wirkliche Wahlfreiheit für jede Frau, dafür müssen aber erst einmal die politischen Strukturen geschaffen werden, die dies möglich machen. 

Hast Du das Gefühl, dass Deine Arbeit zu Hause genügend honoriert wird?

Von meinen Kindern, mir selber und meinem Mann: ja! Besonders von Letzterem bekomme ich sehr häufig Bestätigung und Wertschätzung ausgesprochen, das tut mir sehr gut, gerade nach einem anstrengenden und nervenaufreibenden Tag.

Von "der Gesellschaft" bzw. dem Staat eher nicht. Das Elterngeld im ersten Lebensjahr ist zwar ganz nett, aber wenn man vorher nicht gearbeitet oder nicht besonders viel verdient hat, reicht es nicht für viel und vor allem nicht über das erste Lebensjahr hinaus. 

Hast Du einen Plan, wann und wieviel Du wieder arbeiten gehen möchtest? 

Also, erst einmal: Ich arbeite jeden Tag von morgens bis abends, ich werde nur nicht dafür bezahlt! ;-) 

Im Moment gebe ich eine Nachhilfe- und eine Klavierstunde die Woche. Das kann ich gerade so in meinen Alltag einbauen (einmal in der Mittagspause und einmal abends) und es hilft, um ein wenig "am Ball" zu bleiben. Da habe ich bei meinem Beruf natürlich Glück, dass das so geht.

Wir wünschen uns noch in drittes Kind und auch dieses Kind soll erst mit drei Jahren und auch nur halbtags in den Kindergarten gehen, also bis dahin möchte ich auf jeden Fall zu Hause bleiben. Und dann müssen wir mal sehen, was finanziell vielleicht vonnöten sein wird und was aber auch praktikabel ist, wenn ich weiterhin möchte, dass meine Kinder schon vor oder direkt nach dem Mittagessen zu Hause sein können. Mehr als eine halbe Stelle wünsche ich mir erst einmal nicht. Ich hoffe, wir werden so auskommen. Wenn alle Kinder in der Schule sind, kann ich mir auch wieder mehr vorstellen. 

Welchen Vorteil haben Deine Kinder dadurch, dass Du zu Hause bist?

Hm, keine leichte Frage, da meine Kinder ja nicht direkt antworten können. Ich nehme vor allem meinen Sohn (das Baby ist ja noch ein Baby) als sehr ausgeglichen und in sich ruhend wahr. Er hat einen übersichtlichen Alltag ohne Stress und mit viel Ruhe und Zeit für das, was gerade dran ist.

Er trifft so gut wie jeden Tag andere Kinder (zufällig und/oder gezielt), aber er kann sich zurückziehen, wenn es ihm zu viel wird (meistens nach ein bis zwei Stunden). Er ist sehr unabhängig und mutig, weiß mich aber gleichzeitig immer im Hintergrund und kann sich jederzeit auf mich beziehen, wenn er mich braucht. Er schläft mittags in seinem vertrauten Zuhause und wird von mir in den Schlaf und aus dem Aufwachen heraus begleitet.

Ich weiß ganz genau, was er tagsüber erlebt und was ihn beschäftigt und kann darauf eingehen. Dadurch, dass ich ihm meinen ganz normalen Alltag vorlebe (mit dem Umsorgen des Geschwisterchens, dem Haushalt, dem täglichen Kochen etc.), lernt er das Leben "aus erster Hand" kennen, ahmt mich in vielen Tätigkeiten nach und beschäftigt sich auch ziemlich gut alleine.

Ich bin überzeugt davon, dass er sich auf diese Weise in seinen ersten Lebensjahren ein sehr stabiles Fundament aufbauen kann, um dann ganz gestärkt und mit viel Vertrauen in die (Kindergarten-)Welt zu ziehen. Diesen Schritt soll er erst machen müssen,  wenn er wirklich bereit ist, sich von mir als seiner "Basisstation" zu lösen.

Thema Finanzen: Wie gehst Du damit um, dass Du kein eigenes Geld verdienst, also auf das Gehalt Deines Mannes angewiesen bist?

Damit habe ich überhaupt gar kein Problem, weil mein Mann und ich da eine andere Auffassung haben. Wir sind eine Familie und somit eine Lebensgemeinschaft, in der jeder verschiedene Aufgaben erfüllt. So wie er meine Arbeit zu Hause mit den Kindern wertschätzt, so bin ich auch dankbar dafür, dass er jeden Tag für uns ins Büro geht.

Wir haben ein gemeinsames Konto, auf das der Großteil des Gehalts meines Mannes einfließt, das ist unser "Familiengeld": für Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Sparen für die Kinder etc. Dann hat noch jeder von uns ein eigenes Konto (über das wir allerdings theoretisch jeweils gegenseitig verfügen können), auf dem jeden Monat die gleiche (niedrige) Summe Geldes eingeht bzw. verbleibt, für unsere privaten Ausgaben: Handy, Friseur, Bücher, Geschenke etc.

Ich lege einen kleinen Teil dieses Geldes noch für meine Altersvorsorge an. Sollten wir uns scheiden lassen (was wir selbstverständlich ganz und gar nicht vor haben, sonst hätten wir ja nicht geheiratet!), würde ich wahrscheinlich früher als gewünscht wieder selber berufstätig sein müssen, aber solange dies nicht der Fall ist, verstehen wir uns als Einheit, in der jeder Teil füreinander aufkommt.

Hast Du manchmal Zukunftsangst, dass Du den Wiedereinstieg in den Job nicht schaffen wirst, weil Du zu lange draußen warst?

Nein. Wie gesagt, als Pädagogin habe ich das Glück, ganz gut nebenbei ein paar Unterrichtsstunden geben zu können, und auch die Jobchancen stehen eher dauerhaft gut. Außerdem lerne ich durch die Erziehung meiner Kinder so vieles dazu, was ich auch im Beruf brauchen kann! Ich denke, das gilt nicht nur für pädagogische Berufe.

Wir Eltern wissen doch alle, welche Kompetenzen man durch seine Kinder erwirbt: Effizienz, Belastbarkeit, Organisation, Geduld und soft skills ohne Ende ;-). Ich glaube, man braucht einfach ein wenig Mut, sich diese "Lücke" im Lebenslauf zu gönnen, sollte aber schon innerlich wach bleiben und die Perspektiven nicht aus den Augen verlieren, um sich ggf. auch wieder schnell auf den Markt zu bringen. Unser Leben ist doch aber hoffentlich noch so lang, warum sollte ich denn nicht auch einfach einige Jahre später noch beruflich durchstarten können, wenn ich das will und/oder muss!?

Welche Werte möchtest Du deinen Kindern vermitteln?

Ich wünsche mir, dass sie sich zu Menschen entwickeln, die ihre Lebensentscheidungen mit Herz und Verstand treffen können. Dass sie den Mut haben, ihren eigenen Weg zu gehen und sich selber treu bleiben. Dass sie ihr persönliches Glück nicht von Oberflächlichkeiten, Statussymbolen und äußerem Erfolg abhängig machen. Dass ihr höchstes und wichtigstes Gut immer die Beziehung zu anderen Menschen sein wird.

Was möchtest Du besonders Deiner Tochter in Bezug auf Mutterschaft mitgeben?

Ich wünsche meiner Tochter, dass sie innerlich und äußerlich so frei ist, dass sie sich ihrer Mutterschaft ganz selbstbestimmt widmen kann, wie auch immer das dann konkret aussehen wird. Ein Lebenspartner, der die gleichen Werte teilt, ist meiner Meinung nach eine wichtige Grundvoraussetzung dafür. Ich hoffe, dass sie sich nicht zu sehr an den Erwartungen der Gesellschaft orientieren, sondern unabhängig ihre ganz eigenen Maßstäbe erfüllen wird, auch wenn das eventuell Einbußen und Einschränkungen auf der materiellen Ebene mit sich ziehen könnte.

Jedes Kind hat nur eine Mutter (lassen wir Eizellspenden und Leihmutterschaft mal beiseite) und jede Mutter hat nur eine Mutterschaft mit ihrem jeweiligen Kind. Diese Zeit ist unwiederbringlich und sollte so intensiv wie möglich gelebt werden können.  

Welche Frau aus der Öffentlichkeit beeindruckt Dich momentan und warum?

Also, Frau Schwesig schon mal nicht! ;-). 

Mich beeindruckt jede Frau, die ihre Prioritäten nach Möglichkeit mit dem Herzen setzt. Das bedeutet in diesem Zusammenhang bei einer Mutter: Die Bedürfnisse der Kinder und der Familie stehen an erster Stelle und es besteht grundsätzlich die Bereitschaft zur Hingabe (diese Einstellung schätze ich übrigens genauso bei Vätern).

Wenn sie es dann auch noch schafft, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren und ihr weiteres Leben selbstbestimmt und auch innovativ zu gestalten, finde ich das bewundernswert und stark.

Ich persönlich mag Bodenständigkeit und Bescheidenheit, was aber nicht zwangsläufig ausschließt,  beruflich erfolgreich zu sein! Vielleicht kann man diese Kombination bei Meryl Streep finden: Mehrfache Oscar-Preisträgerin und Mutter von vier Kindern, die eben nicht alles gleichzeitig, sondern alles immer jeweils zu seiner Zeit gemacht und geschafft hat und die sich selber nicht allzu wichtig zu nehmen scheint.

Dass mir gerade keine konkrete Frau aus der deutschen Öffentlichkeit einfällt, die diese Einstellung vertritt, spricht Bände über die familienpolitische Landschaft in Deutschland. Lob bekommt da meistens nur, wem es gelingt, sein Familienleben den Strukturen des Berufslebens unterzuordnen und nicht umgekehrt.

INFO: Noemi verfasst gemeinsam mit ihrer Freundin Helena Artikel zu dem Thema Selbstbetreuung und Wahlfreiheit in der Mutterschaft. HIER gehts zu ihrer Facebook-Seite

------ZUM WEITERLESEN:

- Und plötzlich ist Lisa wieder eine Working Mom

- Warum ich gerne Hausfrau und Mutter bin

- Was berufstätige Mütter von berufstätigen Vätern unterscheidet

 

Tags: Hausfrau, Vereinbarkeit, Erziehung, Familie, Rollenverteilung, Kinder, Kita, Job

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Kommentare

Kathrin — Do, 03/16/2017 - 11:54

Wir haben 2 Kinder, 2,5 Jahre auseinander. Ich habe in meiner ersten Elternzeit mein Fernstudium beendet und die Diplomarbeit geschrieben, dann bin ich genau 12 Monate arbeiten gewesen, bevor ich mit der Schwangerschaft des 2. Kindes ins Beschäftigungsverbot bin. Nach 14 Monaten bin ich wieder los. 75 % in einer spannenden Aufgabe, die mir viel Spaß macht! Durch meine Ausbildung und das Dranbleiben auf Arbeit habe ich jetzt einen Job, wo ich mir die 30 Std. gut einteilen kann. Ich frühstücke jeden Tag gemeinsam mit den Kids, sie gehen entspannt in eine wirklich gute Kita, in der sie mehr lernen, als wir Ihnen zu Hause bieten könnten (u. a. Chinesisch (und jetzt heftet mich wahrscheinlich jede "Vollzeitmama" ab)). Am Nachmittag hole ich sie ab und wir machen uns eine schöne Zeit. Einmal die Woche holt mein Mann ab und genießt die Zeit mit Ihnen, da arbeite ich mind. 9 Std., so habe ich auch immer Überstunden für Wandertage, Schnupfentage etc... Kind krank geht auch trotzdem bzw. teilen mein Mann und ich uns auch oft am Tag dann rein... und was ich finde, was hier total vergessen wird, das sind die Großeltern! Unsere nehmen die Kids total gerne mal mit in den Urlaub (vor allem die, die noch berufstätig sind) und die anderen, die schon zu Hause sind springen nach Krankheiteb für die Erholungsphasen gerne ein! Da machen die Kids dann Landurlaub und tanken die Kräfte auf, bevor sie wieder in die Kita gehen! Ich denke eine große Familie und gute Bezugspersonen in der Kita sind eine Bereicherung für Kinder. Sie alle sind unser Dorf, dass es braucht um Kinder groß werden zu lassen! Daher bleibt wirklich entspannt Zeit für meine Berufstätigkeit, ohne dass den Kindern etwas fehlt. Ich verfolge allerdings nicht den Anspruch, dass nur ich den Kids gut tue! Ich vertraue da auch allen anderen, welche von den Kids so gemocht werden! Naja und ehrlich gesagt habe ich auch die Energie dafür!

Kathrin — Do, 03/16/2017 - 15:06

Ach ja, gestern war ich mit 2 Freundinnen auf einem Konzert von Sarah Connor- die ja vor 2 Monaten Ihr 4. Kind bekommen hat. Sie meinte ganz lässig: So jetzt habe ich meine Kleine gestillt und jetzt gehe ich arbeiten- also lasst uns 2 Stunden Party machen! Sie hat dann ein Konzert gegeben mit soviel Spaß und Freude an der Sache, das muss echt gewesen sein! Daher denke ich, als Mutter gibt es nicht allein die Mutterschaft, man bleibt doch auch immer noch man selbst! Und wenn der Job da dazu gehört, dann ist es auch wichtig diesen auszuüben und nicht nur zum Geld ran schaffen! Bei mir hat dieser immer zum Leben dazu gehört und es ist mir wichtig, es interessiert mich, also warum sollte ich es auf Jahre nicht tun!

Tina — Fr, 03/17/2017 - 20:06

Zwei Punkte, die mir in der Diskussion bisher zu kurz gekommen sind: 1. Wahlfreiheit ist eine Illusion, einer der Gründe warum heute im Vergleich zum Westdeutschland der 80er Jahre so viel mehr Frauen arbeiten gehen, ist doch, weil das eine Einkommen zu wenig ist. De facto müssen also 2x40 Stunden in der Woche gearbeitet werden, um das zu verdienen, was früher 1x40 Stunden einbrachten. Das hat mit Feminismus nichts zu tun. 2. Ich erlebe in meinem Umfeld, dass die wenigsten Frauen (und Männer!) mit Ihrer Entscheidung 100% im Reinen sind. Wenn sie in Elternzeit sind, vermissen sie die Eigenständigkeit des Arbeiten Gehens, wenn sie dann wieder Arbeiten, würden sie gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen und sind dann doch wieder froh wenn sie diese Montagmorgen in der Kita abgeben und mal wieder durchatmen können.

D — Sa, 03/18/2017 - 21:34

Ich bin auch über das unentspannte berufstätige Mütter gestolpert, weil ich es in meinem Kreis komplett anders herum erlebe und für mich auch gegenteilig empfinde. Seit ich wieder arbeite bin ich wesentlich entspannter und kann die Zeit mit meinem Kind viel mehr genießen. Ich beobachte oft, dass Frauen mehr als ein Jahr zuhause bleiben, die vorher unzufrieden oder gelangweilt in ihren Berufen waren, würde aber niemals behaupten, dass dies generell der Fall ist. Ich werde nie vergessen, mit welcher Glückseligkeit ich in meinen ersten Arbeitstag nach der Elternzeit gestartet bin. Für mich und somit auch für mein Kind wäre eine längere Elternzeit nicht gut gewesen. Ich fände es persönlich wichtiger, dass es mehr Familien ermöglicht wird sich die Elternteil "gerecht" untereinander aufzuteilen. Zu oft scheitert es daran, dass der Mann der hauptverdiener ist. Mein Mann hat lange darunter gelitten, dass ich in vielen Situationen die bevorzugte Bezugsperson für unser Kind war. Hätte er mehr Elternteil gehabt wäre dies bestimmt anders gewesen. Er hat nun schon länger etwas Stunden reduziert und übernimmt mind. Einen Nachmittag mit unserem Kind, an dem ich dann arbeite. Für uns alle ist dies eine große Bereicherung. Mal abgesehen vom stillen ist mir unklar, warum die Mutter wichtiger fürs Kind sein sollte als der Vater. Eine Förderung einer gleichberechtigten Betreuung wäre für mich daher wünschenswert

D — Sa, 03/18/2017 - 21:43

Achso und ich fühle mich durch das Interview nicht angegriffen. Jeder macht das so wie er es für sich und seine Kinder am besten findet, sofern er überhaupt die Wahl hat. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Mütter allein durch die Tatsache, dass eine andere Mutter es anders macht angegriffen fühlen. Das finde ich schade.

Carina Richter — Mi, 02/07/2018 - 07:11

Hallo....ich bin 41 und habe 4 Kinder im Alter von 4-15 Jahren und es sind alle erst im Sommer nach dem 3.Geburtstag in den Kindergarten gegangen. Die ersten 3 hatten noch einen klassischen Kindergarten ohne Mittagessen was ich super fande unseren kleinen haben wir jetzt seid 4 Monaten über Mittag aber nur bis 14 :30Uhr in der Kita da er mit einem anderen Kind die einzigen waren die Mittags abgeholt wurden und durch den Zeitmangel hat die Gruppe schon gegesstn und mein kleiner sass meist als einziger alleine in der Leseecke. Da ich Krankenschwester bin arbeite ich meist von Freitag nis Sonntag im Nachtdienst und somit kahm ich gut ohne Kita aus...ausser bei unserem 3 Kind da war mein Mann leider kurz Arbeitslos und ich bin nach 8 Wochen 10 Nachtdienste voll stillend arbeiten gegangen..zum Glück nur 3Monate lang aber das war hart da mein Mann parrallel einenJob bekommen hatte und ich 2 Monate Tagsüber alleine war mit 3 Kindern und den Nachtdiensten...die Grosseltern waren zu dem Zeitpunkt s elber am arbeiten. Ich fande immer man kann es schaffen früher hatten die Frauen vor allem vom"Hof"mehr zu leisten. Unsere Einstellung ist bis heute wir haben die Kinder für uns bekommen und nicht für Betreuungseinrichtungen und Grosseltern. Die ersten 3 Jahre eines Kindes gehört das Kind soviel wie möglich zu seiner Familie.Man verzichtet halt viel aber bekommt sovieles wundervolles zurück. Es gibt natürlich besondere Fälle wo ich es super finde das es die Kita für unter 3 Jahre gibt...aber oft muss es nicht sein dass die Kinder so früh schon in die Kita gehen. Gruss Carina

Diana Gerbig — Mi, 02/07/2018 - 08:43

Sehr schöner Artikel. Meine Kinder sind auch mit drei Jahren in die Kita. Anfangs bis um 12 Uhr, dann wurde die Zeit Schritt für Schritt verlängert. Lag auch vielleicht daran, dass ich schlechter losgelassen konnte als meine Kinder :-)

Lucy IMAN — Di, 06/12/2018 - 22:20

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