Elternfragen

10/09/2018 - 19:45

Stadt-Mama Katharina

Leserfrage von Sina: Ich will nicht, dass meine Tochter von Fremden einfach getäschelt wird

Ich habe eine Tochter, die ein Jahr alt ist. Was mich richtig stört ist, dass sie ständig von Fremden, vorallem älteren Menschen, ungefragt angefasst wird. Das kommt zum Beispiel beim Einkaufen vor. Dann sitzt sie vorn im Einkaufswagen und die älteren Herrschaften fassen ihr an die Füße, Hände oder ins Gesicht. Ich weiß natürlich, dass so kleine Kinder wahnsinnig süß sind und man sie gern knuddeln und knutschen möchte - aber es stört einfach.
Ich weiß manchmal nicht, wie ich damit richtig umgehen soll. Jeder Erwachsene hat seine eigene Komfortzone, die auch meist respektiert ist. Aber Kinder scheinen Berührungen einfach über sich ergehen lassen zu müssen - das kann doch nicht richtig sein. 

Ich habe tatsächlich auch das ein oder andere Mal die Herrschaften darauf hingewiesen, dass ich das nicht möchte, da wir nicht wissen, ob unsere Tochter das gut findet. Das wird entweder ignoriert oder mir wurde auch schon geantwortet, dass ich mich nicht so anstellen soll, es wäre ja nicht böse gemeint. 

Mich interessiert: Wie machen andere Mamas das? Wer hat einen guten Spruch, der klar macht, was ich will?

Foto: Pixabay

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Kommentare

Ziva — Mo, 09/10/2018 - 20:36

Liebe Sina, mir geht es ähnlich wie dir. In der Schwangerschaft konnte ich es auch nicht leiden, dass mir alle an den Bauch gingen. Da fing es schon an. Oft sieht man ja, dass die Leute zum Kind rüber"greifen " und da sage ich einfach "nicht anfassen". Tatsächlich habe ich sehr oft gehört "aber er lächelt doch" und nur geantwortet "na und?". Es ist sehr schwierig. Mein Sohn ist jetzt aber zwei Jahre alt und zieht oft selbst den Kopf weg. Wenn ich mal nicht schnell genug bin sage ich trotzdem, dass das Kind nicht angefasst werden soll. Damit er auch merkt, dass ich es nicht einfach toleriere. Ob es jetzt schadet oder nicht kann ich nicht sagen. Toll finden die Leute das alle nicht. Aber darum gehts ja auch gar nicht. Ich wünsche dir viel Kraft. Vielleicht zeigt deine Tochter ja bald selbst, ob sie es mag oder nicht. Viele Grüsse Ziva

Tinka — Mo, 09/10/2018 - 21:30

Liebe Sina, ich kenne diese Übergriffigkeit auch! Ich finde es auch schwer damit umzugehen. Ich habe aber auch entschieden, dass es mir wichtiger ist, meinen Kindern zu zeigen, dass man sich nicht alles gefallen lassen darf - auch dann nicht, wenn es nur nett gemeint ist- als dass ich andere nicht verärgere. Ich sage dann "Bitte fassen sie mein kind nicht an. Sie wollen doch auch nicht von mir angefasst werden." Einmal habe ich dann auch zurück ins Gesicht gefasst, weil die alten Damen nicht aufhörten sich zu beschweren, dass sie das nun gar nicht verstehen könnten und das ihnen noch nie passiert wäre und wurde daraufhin beschimpft, dass wäre mit Deutschen ja nie passiert. Heute habe ich das erste mal eine positive Reaktion bekommen. Ein älterer Herr tätschelte meinem Sohn den Helm und er hat sich tatsächlich entschuldigt, als ich ihn gebeten hab, das nicht noch mal zu machen. Ich muss zugeben, es ist mir auch noch nie zuvor gelungen, das so gelassen und ohne Wut zu sagen. Inzwischen schimpft mein Sohn (fast5) auch selbst mit Grapschern. Daraufhin sind die meist empört, wie frech er ist. Aber ich bin stolz, dass er sich wehrt. Er sagt eben sehr laut und deutlich, dass die ihn nicht anfassen sollen. Mit meiner kleinen (1.5) sieht es anders aus, die geht richtig auf andere zu. Zum Glück fängt sie jetzt an, mehr zu sortieren, mit wem sie das macht. Da habe ich dann eher ihr gesagt, bei fremden gehen wir nicht auf den Arm. Vielleicht hilft es ja schon zu wissen, dass du mit dem Problem nicht allein bist.. Liebe Grüße

Katja — Mo, 09/10/2018 - 21:36

Ich hatte damit große Probleme, als mein Kind ein Baby war, da empfand ich es wirklich als übergriffig. Inzwischen bin ich gelassener geworden, da es meiner Tochter meist nichts ausmacht und es oft wirklich freundlich gemeint ist. Ich finde die genervten und bösen Blicke von Leuten, die mit Kindern gar nichts anfangen können, viel anstrengender. Aber wenn Du Dich sichtlich unwohl dabei fühlst, dann sage doch weiterhin, dass du das nicht möchtest. Kommt ja auch darauf an, wie man das rüberbringt.

Birgit — Di, 09/11/2018 - 00:21

Ich fand das über den Kopf Streicheln schön und nicht schlimm. Einzig ins Gesicht fassen fand ich doof. Heute sind meine Kinder schon gross und ich würde selbst am liebsten jedes knuffige Kleinkind knuddeln. Die sind einfach zu süss

Christin — Di, 09/11/2018 - 09:30

Ganz ehrlich - ich mag es überhaupt nicht, wenn fremde Leute meine Kinder anfassen, sei es auch noch so lieb gemeint. Erwachsene haben eine Distanzzone und die sollten wir auch Kindern zugestehen. Ich erinnere mich noch ganz genau an eine Situation im örtlichen Supermarkt (Dorf). Eine ältere Dame sprach meine Tochter (saß im Einkaufswagen), damals ca. 1,5 Jahre, an und tätschelte ihr die Wange. Meine Tochter sagte "nei" (nein konnte sie noch nicht klar aussprechen). Die Dame daraufhin "Ach wie süß!" und tätschelte ihr ernuet die Wange. Daraufhin habe ich IHR die Wange getäschtelt und sie schaute mich völlig konsterniert an. Ich gab ihr zu verstehen, dass meine Tochter Tochter ihr ihre persönliche Grenze aufgezeigt hat und dass ich erwarte, dass diese respektiert wird. Außerdem fragte ich sie, ob sie sich gerade wohl gefühlt habe, als ich ihre Wange tätschelte, was sie verneinte. Ich denke, zumindest diese Dame wird zukünftig darüber nachdenken, ob sie jemandem einfach ins Gesicht fasst. Normalerweise weise ich Leute übrigens erst einmal höflich darauf hin, dass ich das nicht möchte ;-). Da diese Dame aber ganz klar über die von meiner Tochter gesetzte Grenze hinweg gesetzt hat, "musste" ich mal etwas deutlicher werden.

Yvonne — Di, 09/11/2018 - 13:29

Vor ein paar Monaten habe ich ein T-Shirt mit dem Spruch: Nur anschauen nicht anfassen, gesehen, vielleicht hilft das. Unser Kleiner lächelt Fremde nicht an, dann traut sich auch niemand das Kind anzufassen.

Svenja — Do, 09/13/2018 - 08:36

Hallo, das Thema hatte ich schon bei 2 Kindern.... Bei Nr. 1 überwog die Unsicherheit wie ich richtig reagieren sollte, war wirklich schwierig. Nr. 2 war ein Tragekind, also nahezu immer Tragetuch, da war es deutlich weniger mit anfassen, da sie ja auch mir hätten sehr nahe kommen müssen. Ich habe beiden sehr früh erklärt, dass sie laut "NEIN!" sagen sollen - was auch bisher klappt. Bei der 2-jährigen endet es dann so, schon bevor sie angefasst wird, schreit sie alles zusammen, als ob man ihr ein Messer reingerammt hätte. Der Schockzustand ist oft bei den andern größer, denn der gesamte Laden schaut was gerade passiert ist.

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