Elternfragen

11/03/2018 - 21:15

Stadt-Mama Katharina

Leserfrage: Wie erklärt Ihr Euren Kindern den Begriff Sünde?

Mein Name ist Bianca und ich brauche heute mal Tipps von anderen Mamas. Ich bin praktizierende Christin, also religiös und bei meiner Tochter steht nun die erste Beichte an. 

Sie fragte mich: "Was soll ich denn da sagen?" Ich konnte ihr keine richtige Antwort geben. Denn ich stelle mir selbst die Frage: Was ist aus Perspektive eines Kindes eine Sünde? Ich mag den Gedanken nicht, alltägliche Verhaltensweisen (zb. Streit unter Geschwistern oder das heimliche Naschen von Süßigkeiten) als Sünde zu titulieren. Für mich sind meine Kinder ohne Schuld - weil sie eben Kinder sind. 

Gibt es hier andere gläubige Mütter, die mir erzählen können, wie sie ihren Kindern das Thema Sünde und Beichten besprochen haben? 

 

Tags: Sünde, Religion, Glaube

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Kommentare

Hannah Louise — So, 03/11/2018 - 21:19

Als Christin ist doch die Bibel die Grundlage deines Glaubens. Das neue Testament definiert Sünde sehr ausführlich. Gerade der Apostel Paulus erwähnt in seinen Briefen an die Vetsammlungen viele sündige Handlungen. Ruhig mal nachlesen. Das Ritual der Beichte konnte ich allerdings noch nicht in der Bibel finden. Über einen Hinweis wäre ich dankbar. Lg

Jenny — So, 03/11/2018 - 21:38

Ich finde die Frage spannend. Eine sehr gängige Definition von Sünde in der evangelischen Kirche ist simpel und treffend: Sünde ist das, was mich von Gott trennt. Also das, was unsere Beziehung (Gott und ich) stört. Einen konkreten Fehlerkatalog kann man da nicht auflisten. Vor allem kann man ihn nicht aus der Bibel ableiten. Das ist meine Antwort als Pastorin. Als Mutter würde ich außerdem mein Kind fragen, was es denn selbst denkt, was uns von Gott trennt. Kinder haben darauf ganz eigene und tolle Gedanken und Antworten. Viele Grüße

Donata — So, 03/11/2018 - 21:52

so spannend eine solche Frage. Auch weil der Begriff `Sünde` ja, gelinde gesagt, eher unpopulär ist. Im Prinzip würde ich Bianca Recht geben. So wie wir mittlerweile Sünde verstehen trifft sie auf Kinder natürlich nicht zu. Aber Kinder verstehen so viel. Man darf ihnen schon etwas zutrauen. Sünde ist ja mehr als stehlen oder lügen. Es ist auch, wenn man es in einer Situation besser wüsste, aber bewusst nicht danach handelt. Ich glaube solche Situationen haben Kinder auch schon manchmal. Natürlich ohne das Bewusstsein für die Tragweite danach. So würde ich es zu erklären versuchen- wenn ein Kind in eine Situation kommt, in der es weiß es wäre besser anders zu handeln und tut es aber nicht, dann ist es ein `Sündchen`. Und wenn man es ganz christlich will: dass wir unsere Kinder so liebevoll ansehen, dass wir das als Sünde "nicht ernst nehmen" können- das lässt doch auf einen ebenfalls liebevollen Blick auf uns hoffen. Für die die mit dem Thema nichts anfangen können: Entschuldigung für den langen Text :-)

HannaE — So, 03/11/2018 - 22:07

Ich bin Gemeindereferentin und zu meinen Aufgaben gehört daher unter anderem die Erstkommunionvorbereitung. Darin inbegriffen ist auch die Vorbereitung auf das Sakrament der Versöhnung (den Begriff "Beichte" mag ich nicht so gerne, da er das Bekennen von Fehlern zu sehr in den Mittelpunkt rückt; aber die Versöhnung mit Gott und den Menschen sollte im Vordergrund dieses Sakramentes stehen). Im Umgang mit Kindern versuche ich den Begriff "Sünde" ganz zu vermeiden. Denn das was Kinder im Umgang miteinander machen - streiten, sich Schimpfwörter an den Kopf werfen, heimlich naschen oder fernsehen - sind auch in meinen Augen keine Sünden. Sünde ist (theologisch gesprochen) bewusst und mit voller Absicht Böses zu tun und sich so von Gott abzuwenden. Weder heimlich naschen noch miteinander streiten sind eine bewusste Abwendung von Gott. Es sind Fehler, die im zwischenmenschlichen Umgang halt passieren, denn niemand ist immer nur nett und freundlich. Diese Erfahrung machen Kinder ja auch. Wichtig ist nur, dass man sich bewusst wird: da habe ich etwas getan, was nicht okay war; ich habe durch mein Verhalten eventuell jemand anderen verletzt. Aber - und darauf kommt es letzlich an - ich kann einem anderen Menschen auch anvertrauen, was mich bedrückt und ich kann um Verzeihung bitten. In diesem Sinne ist Beichte ein vertrauliches Gespräch, in dessen Verlauf ich dem Pfarrer (der in diesem Moment sozusagen "Gottes Ohr" ist) meine Sorgen erzähle, um Verzeihung bitte und so die Möglichkeit zur Versöhnung mit mir selbst, mit Gott und mit meinen Mitmenschen bekomme.

Maria — Di, 03/13/2018 - 13:22

ich bin nicht katholisch und "beneide" die Katholiken manchmal um die Beichte. Es gibt doch Situationen, wo man vom schlechten Gewissen geplagt wird und das Aussprechen und das Wissen um Vergebung Erleichterung bewirken. Vielleicht kann man auch Sünde so erklären?

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