Landleben

12/09/2019 - 06:15

Land-Mama Lisa

Mütter mit drei Kindern sind am gestresstesten - kann das sein?

Ihr Lieben, neulich las ich bei echtemamas.de einen Artikel darüber, dass von allen Müttern diejenigen am gestresstesten sind, die drei Kinder haben. Nun, da Katharina und ich zur Fraktion Dreifachmama gehören, wurden wir natürlich hellhörig.

Katharina und ich telefonieren ja wirklich täglich und müssen sagen: Ja, oft sind auch wir gestresst! Da ist der Termin beim Kieferorthopäden mit dem Mittleren, dann geht´s für die Jüngsten zum Schwimmen, da sind bis zu drei Elternabende pro Woche, Schul- und Kitafeste, Sponsorenläufe, Kindergeburtstage, Krankheiten, Klamottenkauf, Hausaufgabenhilfe, Zimmer aufräumen, Wäsche und so weiter und so fort.

Nun klingt es natürlich logisch, wenn man sagt, drei Kinder seien anstrengender als eins oder zwei. Aber dass Mütter von drei Kindern gestresster sein sollen als Vier- Fünf- oder Sechsfachmütter klingt ja dann doch komisch. In der Studie, die dieser Ansicht zugrunde liegt, wurden jedoch über 7000 Menschen befragt, das heißt, irgendwas muss ja dran sein!?

Vielleicht liegt es daran, dass wir bei drei Kindern noch den Anspruch haben, jedem Kind für sich selbst und einzeln gerecht zu werden, jedes so zu nehmen, wie es in seiner Individualität nun mal ist, jedes auf seine Weise zu fordern und zu fördern und zu lieben?

Bei vier Kindern wäre das vermutlich schlicht nicht möglich. Da sagt man dann vielleicht auch mal schneller: Nee, also das Lispeln des Kleinsten wächst sich schon noch aus, da gehen wir jetzt nicht direkt einmal die Woche zur Logopädie, das für jede Kind zu leisten, wäre ja vermutlich rein logistisch schon gar nicht möglich. Oder?

Es werden also vielleicht andere Prioritäten gesetzt – und einiges eventuell auch einfach laufen gelassen. Vielleicht verschieben wir schlicht aufgrund der Kinderanzahl unsere Perfektionsansprüche. Möglicherweise sind wir durch die vielen Kinder aber auch einfach schon Elternprofis und etwas relaxter und erfahrener, lassen uns nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen von vermeintlichen Kleinigkeiten. Könnte das sein?

Vielleicht wäre es ein kleines emotionales Drama, wenn das einzige Kind, das man hat, in der Schule sitzen bleibt, wenn aber eines von Vieren wiederholt, heißt es schlicht: Joah, schenken wir ihm oder ihr das Jahr halt noch. Das kommt wahrscheinlich auch stark auf Charakter und Erziehungsstil der Eltern an. Das soll auch gar nicht wertend sein, es lässt sich halt einfach rein faktisch nicht so viel Zeit in vier Kinder stecken wie in eins.

Hinzu kommt, dass bei vier Kindern der Altersabstand zwischen dem Größten und dem Kleinsten aufgrund der natürlichen Gegebenheiten schon etwas größer ist. So dass das Größte rein theoretisch dem Kleinsten schon helfen kann, dass schon Aufgaben an die Kinder verteilt werden können, eine Hand hilft der anderen.

Bei unseren war das ja nicht wirklich möglich, denn als unsere Zwillinge kamen, war unsere Große grad mal zwei.

Und wenn ich jetzt sehe, wie unsere Große, 13 Jahre alt, jetzt mit ihrem einjährigen Cousinchen umgeht: Chapeu, wenn die Kleine unser Kind wäre, hätte ich vermutlich nichts mehr mit ihr zu tun, denn die 13Jährige wickelt, füttert, tröstet sie, hilft ihr beim Laufenlernen… man kann sie guten Gewissens allein miteinander lassen. Wie schön, wie entlastend!

Ich weiß natürlich trotzdem nicht, ob ich der Studie glauben soll, dass drei Kinder am stressigsten sind, denn ab Vieren braucht es plötzlich ein anderes Auto, werden Urlaube fast unmöglich, wachsen die Wäscheberge – und durch die Zahnungsphase müssen sie ja alle durch und die Elternabende und Hausaufgaben werden auch nicht weniger.

Und trotzdem musste ich lange über die Studie nachdenken. Was sind da eure Erfahrungen?

Und wir fragen auch unsere BloggerkollegInnen mit vier oder mehr Kindern gern mal: Von guten Eltern, Beatrice Confuss, Nullpunktzwo, Blogprinzessin, Supermom, Nora Imlau, Kehmeiers...

Zum Weiterlesen: Dreifachmutter: Ich habe meinen Job gekündigt, ich kann das so einfach nicht mehr

Tags: Mutter, Stress, Überforderung, Familienalltag, drei Kinder

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Kommentare

Christine Lieske — Do, 09/12/2019 - 07:55

Ich lese euch gerne , aber grad würde ich richtig sauer ! Ich habe vier Kinder ( 7 , 5,3,1) und nein ich habe auch Ansprüche . Wir gehen zur Logo und Ergo , Ballett , reiten , Fußball ... jeder darf ein Hobby haben und wir bekommen das hin . Der Beitrag hörte sich gemein an und , ja er unterstrich etwas die Vorurteile gegen 4 Kind Familien . Wir fahren in den Sommerurlaub , Skiurlaub ... es ist alles möglich und trotzdem sehen die Kinder ordentlich aus und werden gefördert . Es ist alles Organisation und Planung , aber alles möglich und ja als meine kleinste kam war die große 6 und konnte sich schon alleine anziehen , aber sie musste den kleinen nicht helfen , dass ist nicht ihre Aufgabe .

Land-Mama Lisa — Do, 09/12/2019 - 09:26

Liebe Christine, in dem Text geht es gar nicht um Auf- oder Abwertung, das tut uns leid, wenn das so rüberkommt. Wir fragen uns schlichtweg, wie es zu diesen Studienergebnissen kommen konnte und stellen Mutmaßungen auf. Und fragen am Ende ja auch, wie eure Erfahrungen sind! Einfach, um es besser zu verstehen.

Christine Lieske — Do, 09/12/2019 - 12:44

Ja ich weiß , dass ihr es so nicht unbedingt meintet , aber für die , die immer gegen diese Klischees ankämpfen müssen hört es sich einfach sehr so an . 3 ist heute sehr häufig , mit 4 wird man aber echt doof angeschaut , ... ich könnte mir mittlerweile ein ewig lange Liste an Situationen wo wir durchgezählt , geschaut etc würden , schreiben .

I.W. — Do, 09/12/2019 - 11:18

Ja da muss ich wirklich zustimmen. Das klingt nach ganz üblen Vorurteilen und verunsichert obendrein u. U. sogar die Eltern, die mit dem Gedanken spielen, evtl. noch ein weiteres Kind zu bekommen.

Ella — Do, 09/12/2019 - 11:32

Ich glaube natürlich dass du, Lisa, das nicht böse meinst aber das Beispiel mit der Logopädie klingt schon etwas doof und ich kann verstehen wenn sich 4fach-Mütter jetzt angegriffen fühlen. Vielleicht sind 4/5fach- Eltern nicht so gestresst weil sie schon mehr gewohnt sind, Übung in Arbeitsaufteilung haben und den „Stress“ mit 3 Kindern einfach schon „überstanden“ haben und Profis sind?!

Land-Mama Lisa — Do, 09/12/2019 - 11:35

Vielleicht war ich auch von meinen eigenen drei Kindern so gestresst, dass ich nicht ganz so einfühlsam war wie sonst. Danke für deine behutsame Kritik!

Mandy S. — Do, 09/12/2019 - 22:28

Ich habe 5Kinder (2 mit Legasthenie, 4 mit auditive Wahrnehmungsstörung) Natürlich hat jedes Kind seine Hobbys. Dazu kommt noch 2x die Woche Logopädie und einmal Ergo + Hausaufgabenhilfe meinerseits. Ich denke so wie Christine schon schrieb wenn man das richtig organisiert stehen die Kinder anderen in nichts nach.

Sabrina — Di, 09/17/2019 - 11:48

Das sehe ich nicht so, dass die Autorin das so meinte. Ich glaube, du musst es so lesen, dass sie es einfach mathematisch meinte: Du hast 24 Std am Tag, 7 Tage in der Woche. Und musst diese Zeit halt durch 4 teilen und nicht mehr durch 3. Da bleibt für jedes Kind weniger Zeit und man muss gucken, wo man die Zeit und Energie einspart. Ich glaube es ging nicht darum, zu vergleichen, wer am besten für jedes seiner Kinder sorgt etc.

Ein Vater — Do, 09/12/2019 - 08:27

Wie so oft bei Studien und Statistiken wird aus vielen Einzelfällen verallgemeinert. Beim Thema Stress ist das aber blöd, denn es verursacht möglicherweise bei Eltern mit einem Kind oder zwei Kindern das Gefühl "ich darf nicht so gestreßt sein, ich habe ja nur ein Kind/zwei Kinder, ich darf mich nicht so anstellen". Dabei spielen so viel mehr Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel die Betreuungssituation. Wenn ich drei Kinder habe und die Großeltern in unmittelbarer Nähe wohnen und sich an der Betreuung beteiligen können ist das möglicherweise entspannter als mit zwei Kindern und fernab der Großeltern. Die Frage ob beide Eltern arbeiten (müssen) oder sich ein Elternteil nicht arbeitet spielt eine Rolle. Und wenn ich lese " ... da sind bis zu drei Elternabende pro Woche, Schul- und Kitafeste, Sponsorenläufe, Kindergeburtstage, Krankheiten, Klamottenkauf, Hausaufgabenhilfe, Zimmer aufräumen, Wäsche und so weiter und so fort." denke ich sofort: wenn das eine Mutter oder ein Vater alleine machen muss (z.B. weil er / sie alleinerziehend ist oder ein Elternteil auf Montage arbeitet oder, oder, oder) dann ist das natürlich bei drei Kinder stressig. Wenn sich aber ein paar die Aufgaben teilt, ist der Stress möglicherweise gar nicht so groß. Fazit: Interessantes Thema, hier aber nur aus einer bestimmten Blickrichtung (und mir damit zu eindimensional) erzählt.

Land-Mama Lisa — Do, 09/12/2019 - 09:28

Recht hast du. Es kommt IMMER auf die individuelle Familiensituation jedes Einzelnen an!

Desirée — Do, 09/12/2019 - 10:38

Vielen Dank für diesen Kommentar! Ich habe mich nach dem Lesen auch erstmal wieder schlecht gefühlt, weil ich "nur" eine Tochter habe und auch Stress habe. Es wurde gleich das Gefühl geweckt von "Stell dich mal nicht so an". Aber dann ist es die Familiensituation. Mein Mann ist beruflich teilweise Monate unterwegs, wir haben keine Großeltern in der Nähe und der Job frisst die letzte Energie auf. Dazu relativ wenige Betreuungsstunden in der Kita. Ich bin jetzt sogar so weit gegangen und habe gekündigt. Und das bei nur einem Kind. Da wird hinter meinem Rücken sicherlich auch viel getuschelt... Da muss ich lernen drüber zu stehen! Aber wie du sagst, jede Lebens- und Familiensituation ist eine andere. Diese Studien sollte man daher immer mit kritischen Blick hinterfragen. Viele Grüße

Land-Mama Lisa — Do, 09/12/2019 - 11:00

Liebe Desirée, hättest du Lust, uns in einem Interview oder Gastbeitrag mal deine Sicht der Dinge zu erzählen? Wir lassen ja hier immr gern die verschiedensten Sichtweisen zu - und das klingt einfach spannend bei dir. Es geht bestimmt vielen so!

Elisabeth — Do, 09/12/2019 - 08:58

Ich habe den Artikel nun auch etwas irritiert gelesen muss ich sagen. Zum Einen finde ich das Ergebnis der Studie auch merkwürdig. Für mein persönliches Empfinden habe ich mich mit 3 Kindern definitiv weniger gestresst/gefordert gefühlt, als jetzt mit Vieren, vor allem, seit ich 3 Schulkinder habe, zusätzlich zum Kiga Kind. Das empfand ich damals, als nur der Große in die Grundschule ging, Kind 2 noch im Kiga war und Kind 3 noch ein Baby, schon wesentlich einfacher. Mehr Kinder fordern und brauchen mehr. Das ist eigentlich vollkommen logisch. Mal sehen, wie es demnächst mit Fünfen wird... Dass man mit mehreren Kindern weniger Ansprüche haben soll, halte ich auch für Quatsch. Natürlich macht einen die Erfahrung als Eltern generell routinierter und lockerer, ja. Was beim ersten Kind vielleicht noch ein Drama war, wo man verbissen dran war, ist bereits beim Zweiten oder Dritten keines mehr. Aber selbstverständlich, will man Dinge, von denen man überzeugt ist, auch beim Vierten oder Fünften umsetzen. ZB Hobbies, Logopädie und Co. Wenn ich der Meinung bin, mein Kind braucht Logopädie, dann bekommt es die, egal das wievielte Kind es nun ist. Und ja, die Großen sind in der Tat keine Kleinkinder mehr und können vieles selbständig. Aber glaubt mir, Pubertätskram, Grundschule, Kindergartenalter und Baby gleichzeitig wuppen ist auch nicht grad ohne.;-) Wenn die Großen Mal für ein Stündchen auf die jüngeren Geschwister achten, dann ist das praktisch. Aber die würden mir was husten, würde ich sie regelmäßig als fixen Babysitter einspannen. Im Allgemeinen sagt mir der Artikel eigentlich eines: das Dreikindeltern sich halt nun mal nicht vorstellen können,wie es ist mehrere Kinder zu haben und er erinnert mich etwas an früher. An damals, als drei noch nicht das neue Zwei war und genau diese Zeilen von einer Zweifachmama stammen hätten können.;-) "Also mit drei Kindern, da hat man sicher nicht mehr so hohe Ansprüche. Das Dritte läuft wohl einfach so mit. Geht ja dann auch gar nicht mehr, dass man auf jedes Kind noch individuell eingeht.":-D

Land-Mama Lisa — Do, 09/12/2019 - 09:30

Das hast du sehr gut auf den Punkt gebracht! So wie sich Schwangere nicht vorstellen könne, wie das mit einem Kind wird, können wir uns nicht vorstellen, wie es mit mehr als Dreien ist. Und du hast natürlich recht, wenn du sagst, dass man als Eltern halt auch einfach routinierter wird. Halt uns doch gern mal auf dem Laufenden, wie es mit eurem fünften läuft!

Luise — Do, 09/12/2019 - 09:15

Was genau hilft Vergleich denn eigentlich ? Man kann auch ganz ohne Kinder gestresst sein, und meinem Empfinden nach sind entspannte Menschen auch mit eins zwei drei oder vier Kindern entspannt und wer schnell stresst ist das auch mit einem Kind .... Um was genau geht es denn also indem Text.... lieber doch die Augen auf das was verbindet: das Leben ist mitunter stressig ....und jeder hat das Recht auf sein Drama ... wie stressig es überhaupt ist wenn man in Europa lebt und seine drei Kinder nicht am Webstuhl in Bangladesh sitzen ....selbst das sollte nicht aufgewogen werden ....

Land-Mama Lisa — Do, 09/12/2019 - 09:33

"Jeder hat das Recht auf sein Drama!" Den Satz durcken wir uns aus. Das hast du sehr gut auf den Punkt gebracht!

Karin — Do, 09/12/2019 - 09:21

Ich lese eure Berichte sehr gerne und freue mich, wenn unterschiedliche Familiensituationen beleuchtet werden. Diesen Artikel finde ich jedoch schwierig. Den Stresslevel an den Kinder fest zu machen, auch wenn es eine Studie dazu gibt, ist ungeschickt. Eines meiner beiden Kindern hat 6 Therapiestunden plus 2 Arztbesuche die Woche um schmerzfrei Leben zu können. Das ist mehr als eine Familie mit drei gesunden Kinder zu absolvieren hat. Hätten wir noch mehr Kinder, könnten wir die Stunden dennoch nicht kürzen. So gibt es wahrscheinlich zig Beispiele in verschiedenen Familien, die den Stresslevel erhöhen. Die große Schwester spielt gerne mit unserem Therapiekind, aber wir möchten sie nicht als Hilfskraft benutzen, auch wenn sie es von sich aus oft anbietet. Die Geschwisterbeziehung soll unbelastet sein. Schöne Grüße Karin

Land-Mama Lisa — Do, 09/12/2019 - 09:32

Da hast du vollkommen recht, Karin. Es kommt -wie so oft - auf die individuelle Situation an! Und jeder hat andere Herausforderungen!

Anna — Do, 09/12/2019 - 10:05

frage ich mich gerade. Wird jetzt an der Kinderanzahl der Stresslevel festgemacht? So á la ich habe mehr Kinder als du und bin gestresster. Ganz ehrlich, was soll das? Wir haben 2 Kinder, arbeiten beide Vollzeit, haben keine Oma, Putzfrauen etc. zur Hilfe. Glaubt ihr allen Ernstes, dass wir, nur weil wir 2 Kinder haben nicht gestresst sind?????

Land-Mama Lisa — Do, 09/12/2019 - 10:28

Stopp, stopp, stopp, wir behaupten an keiner Stelle, dass Mütter mit zwei Kindern nicht gestresst sein dürfen. Auch nicht, dass Mütter mit einem Kind nicht gestresst sein dürfen. Und sowieso nicht, dass auch Menschen ohne Kinder nicht gestresst sein dürfen. Jeder darf hier so getresst sein, wie er oder sie sich fühlt. Und jeder Stress ist ernst zu nehmen!

Anja — Do, 09/12/2019 - 10:38

Für mich trifft das so nicht ganz zu. Ich glaube es kommt stark aufs Alter der Kinder an. Ich war zB sehr gestresst als meine 2 großen nur da waren mit 21 Monaten Abstand. Nr. 3 kam mit 4 Jahren Abstand und obwohl ich mehr Stunden arbeite als vorher bin ich insgesamt entspannter. Ich denke schon dass man einerseits von Kind zu Kind entspannter wird, weil man weiß das Phasen kommen und gehen und nicht jede Kleinigkeit vom Kinderarzt begutachtet werden muss. Natürlich sind 4 und mehr Kinder noch mehr Arbeit, aber ich merke an meinen großen wie unglaublich selbständig sie sind und ich bin der festen Überzeugung dass ein Großteil daran liegt, dass ich mich nunmal noch mehr um den kleinen Bruder kümmern muss. Deswegen macht auch dieser Satz „1 Kind ist kein Kind“ nur Sinn bei Kindern die Geschwister haben und plötzlich dann mal einen Tag alleine mit Mama haben. Ein Kind stelle ich mir persönlich nämlich genauso anstrengend vor wie 3 - nur eben anders.

Evi — Do, 09/12/2019 - 20:26

... das tut gut zu lesen. So kritisch ich den Blogbeitrag gelesen habe, so hinterlässt er bei mir ein richtig blödes Bauchgefühl bei den vielen Gedanken die ich mir ohnehin schon mache um: drittes Kind ja oder nein?

Verena — Do, 09/12/2019 - 10:54

Als 3fach-Mama war mein erster Gedanke, ja und wie löse ich jetzt dieses Problem? Wir haben 3 sehr kleine Kinder, der Große war 1,5 als die Zwillinge kamen. Ja, ich bin öfter im Stress, aber ich habe das Gefühl, dass arbeitende Mütter viel mehr am Rennen sind und der Druck viel höher ist. Schwierig ist es teilweise mit Müttern von Einzelkindern (nicht mit allen), weil sie mein Verhalten nicht verstehen. Meine Kinder müssen immer mal warten, ich kann auch nicht bei jedem Meckern gleich springen,... Großes entsetzten löst meine Aussage „ich spiele nicht mit meinen Kindern“, bei Müttern mit wenigen Kindern aus. Stimmt auch nicht ganz, wir spielen Gesellschaftsspiel, Puzzle, malen, basteln, lesen. Aber bauen, Autos spielen,... da sind die zu dritt, ich werde nicht gebraucht. Ja, ich bin oft gestresst, aber ich habe durch meine 3 Kinder auch Freiräume, weil sie immer einen Spielpartner haben.

Claudia — Do, 09/12/2019 - 14:21

*Kopfschüttel* Warum in aller Welt macht man so eine Studie? "Bei welcher Kinderzahl sind Eltern am gestresstesten?" Echt jetzt? Da muss doch schon vorher klar gewesen sein, dass die Antwort darauf niemandem echten Nutzen bringen kann?! Was meinen eigenen Stresslevel (als Dreifachmama) angeht, kann ich dazu nur sagen: mal hoch, mal niedrig. Aber ganz sicher keine Konstante.

Kathrin — Do, 09/12/2019 - 15:34

Hallo, ich habe „nur“ 2 Kinder mit 2,5 Jahren Abstand beide gerade 6 und 8 und kann vielleicht verstehen, was die Studie aussagen will. Denn viele unserer Freunde haben noch eine Nr. 3 bekommen und die will nun neben den Großen auch organisiert sein. Dann streiten 3 untereinander wahrscheinlich anders als 2 Kinder... wenn bei mir nur ein Kind Besuch hat, dann langweilt sich das übrige Kind ganz fürchterlich oder aber das Besuchskind ist plötzlich außen vor... also habe ich lieber 4 Kinder zu Hause. Oder aber meine Nichte und meinen Neffen zu Besuch als nur einen von ihnen. Natürlich weiß ich nicht, ob das bei Geschwistern nun auch so ist...

Gast — Do, 09/12/2019 - 20:27

Ich glaube schlicht, dass die Studie nicht repräsentativ ist. Wie viele der 7000 befragten Menschen haben denn tatsächlich 4 oder mehr Kinder? Ich kenne ein paar Mamas mit mehr als 3 Kindern aber sie sind stark in der Minderzahl. Dass sagt übrigens auch eine Studie des Bundes. Deswegen denke ich, dass die Studie nicht ganz so eindeutig ist, wie es scheint. Ansonsten kann ich sagen, dass der einziege Vierfachvater, den ich kenne, bereits ein Burn-Out hatte. Ich kenne mehrere Leute, die sein Schicksal teilen. Es sind aber überwiegend kinderlose oder zweifach-Väter. Es ist halt wie immer Auslegungssache. Viele äeßere Faktoren (Arbeit, Ehrenämter, Familien,etc.) spielen da mit rein. Klar bin ich gerade gestresster als noch vor 1,5 Jahren, als ich noch zweifach-Mama war. Aber ich bin auch in vielen Dingen relaxter geworden. Ich lasse öfter ohne schlechtes Gewissen (wichtig!!) was liegen und stehe nicht vorne dran, wenn der Kindergarten Freiwillige sucht. Die Altersabstandstheorie hatte ich auch schon und finde sie plausibel. Dazu kommt noch, dass ich keine Vierfach-Mama kenne, die noch arbeitet. Ein großer Stressfaktor weniger.

Britta — Fr, 09/13/2019 - 06:48

Meine Theorie wäre, dass nur sehr starke Frauen und vom Charakter schon relativ relaxte Mütter mehr als vier Kinder bekommen, zumindest kenne ich nur solche, und drei Kinder das "neue zwei" sind und daher vielleicht auch ein paar Frauen über ihre "Grenzen" gehen. Manche Kommentare lesen sich, als ob ein paar Kommentatoren glauben, dass "Stress zu haben" für eine gute Leistung steht und wirken fast "beleidigt", dass ihnen angeblich der Stress in diesen Text "abgesprochen wird". Daher an alle Mütter: Sind wir doch froh, dass der Großteil von uns nicht gestresst ist und wir das Leben genießen können!

Sarah — Fr, 09/13/2019 - 11:54

ich habe schon häufiger davon gelesen und mir die selbe Frage sehr oft gestellt. Und ich denke der Artikel von Euch trift schon sehr den Kern und er gefällt mir sehr gut. Ich kann auch zwar nachvollziehen warum manchen 4-Fach-Eltern die ein oder andere Formulierung nicht gefällt, aber unterm Strich ist es glaube ich einfach so. Ich habe 2 Kinder, die als Zwillige und kleine Frühchen nicht ganz problemlos zur welt kamen (thank got ohne ein alteres Gewisterkind davor, denn das hätte ich glaube ich tatsächlich nicht verkraftet). In den ersten 2 Jahren sind mir, durch das Wandern zwischen den Freundinnin im Spanngsfeld von Babies mit 380 g bis 3800g daher einige Dinge (vor allem auf Spielplätzen aufgefallen), die Lisas Theorie voll bestätigen. Zum einen: ALLE Erstlingsmütter sind total gestresst. Und dabei ist es vollkommen wurscht ob es sich hier um ein (achtung, ich pauschaliere:) vollkommen gesundes, fettes, fittes 3,8 kg Baby handelt, oder um ein schwerst krankes Expremfrühchen mit 380 g. Ob das fette Kind mit 9 Monaten in der 7. Zwischenmalzeit seine Brezel nur zur Hälfte isst und daher der Hungertod droht, oder das untergewichtige Frühchen mit korrigiert 9 Monaten immer noch nicht mehr als 3 Löffel Brei und 500 ml Milch am Tag zu sich nimmt, bei beiden Kindern machen sich die Eltern ganz fürchterliche Sorgen. Ich glaube, eine Erstlingsmutter ist IMMER bei 120%. Wenn die Probleme größer sind werden sie, weil es nicht anders machbar ist, auf 120% zusammen geschrumpft, wenn die Probleme klein sind, werden sie auf 120% ausgeweitet. Unterm Strich bleibt, dass ALLE Mütter von Babys sich ganz fürchterliche, echte Sorgen um ihr Kind machen und damit echt gleich gestresst sind. Und dadurch meistens null verständnis für die Eltern der anderen Kategorie haben. Wenn weitere Kinder dazu kommen wird das zweite höchstens 80% in Anspruch nehemn, weil so viel so bekannt ist dass man merkt dass ein Kind auch überlebt wenn es eine Hand Sand gegessen hat und man gar nicht die Zeit für so viele "nciht bedrohliche" Fragen hat. Nicht dass man eins dadurch weniger wichtig findet. Aber die Probleme werden skaliert. Wenn ich mit meinen beiden im Krabbelalter auf dem Spielplatz war, war klar, dass ich eh nicht beiden gleichzeitig hinterherrennen kann. Also kann ich mich gleich entspannt auf die Bank setzen und nur dann rennen, wenn sie echt drohen aus einem Meter höhe auf den Kopf zu fallen. Die Einlings-Erstlingsmütter liefen im 30 cm Abstand neben dem krabbelnden Kind her, dass es nicht ausversehen gegen einen Pfosten krabbelt. Die Zwei-Einlingsmutter guckte nach dem Baby und hörte ab und an die Rufe des größeren (die Mütter ohne dieses Baby standen neben dem Kind und halfen beim Rutschen). Die Drei-Einlingsmutter saß auch auf der Bank. Und, und ja, das war tatsächlich so: die Vier-Einlingsmutter gab ihr 2 Jähriges Kind dem 12 Jährigen Kind in Obhut, gab der Freundin auf dem Spielplatz kurz bescheid, und ging schnell in den dm. Ansonsten ging sie gar nicht mehr auf den Spielplatz. Im Gegensatz zu uns allen hatte die schon die Einkäufe erledigt, während die Einlingsmama ganz gestresst war weil sie 2 Stunden im Sandkasten hochkonzentriert schauen musste dass nicht ausversehen ein Sandkorn oder Blatt gegessen wird. Ich denke auch, man ist entspannter je mehr es werden. Weil Erfahrung und Routine das Nachdenken, änstigen und den Stress des Unbekannten ersetzt und die Prioritäten anders gesetzt werden. Da fährt man nicht wegen akuter Ohrenschmerzen nachts um zwei panisch in die Notaufnahme, sondern gibt Iboprofen und schaut wie es am nächsten Morgen aussieht. Weil man irgendwann die Herde beaufsichtigt und dirigiert, und keine Solisten mehr. Das Klangergebnis ist denke ich genau so gut, denn der Effekt der gegenseitigen

Elena — Sa, 09/14/2019 - 09:09

Ich bin zwar „nur“ Dreifachmama, aber schon beim Lesen hatte ich ein schlechtes Gefühl...den Artikel hättet ihr Euch in dieser Form sparen können. Die Studie vorstellen und gleich nach der Meinung der Leser fragen. So macht der Artikel keinem eine Freude.

Michaela von Elm — Sa, 09/14/2019 - 09:39

Schade, dass man und frau solche Artikel auf einem Mama-blog lesen muss. Das ist Eltern-bashing, ob aus Versehen oder mit Absicht. Vielleicht solltet Ihr etwas mehr reflektieren, was Ihr so schreibt. Aber zum Glück gefällt der Artikel vielen nicht. Von echten Journalistinnen hätte ich auf alle Fälle mehr erwartet. Es ist hier kein Konkurrenzkampf, wer mehr gestresst sein darf. Und Stress ist sehr subjektiv. Daher stimmt schon gleich der erste Satz nicht. Es ist eben nicht klar, dass Dreifachmamas gestresster sind als Zweifachmamas. Sie sind es manchmal, aber es ist kein Gesetz. So dürfen auch Vierfachmamas entspannter sein, obwohl sie den Mamajob genauso ernst nehmen und nicht wie Ihr annehmt, sie sich dann eben nicht so gut um alle Kinder kümmern können.

Gast — Sa, 09/14/2019 - 20:13

Im Gegensatz zu einigen anderen hier empfinde ich den Artikel überhaupt nicht als Affront. Ich habe 4 Söhne zwischen 3 und 11 und kann Lisas Ideen nur bestätigen: ja, bei 4 Kindern und Job muss ich zwar nichts schleifen oder ausfallen lassen, aber ohne einen großen Grad an Selbstständigkeit der Kinder und Gelassenheit meinerseits würde es nicht funktionieren. Und da sehe ich schon Unterschiede zu den meisten Familien mit weniger Kindern. Deren Kinder werden häufig zur Schule gebracht, meine gehen allein, und zwar ab dem 2. Schultag. Genauso bei Freunden und Hobbies. Und ja, der Große passt auch auf die Kleinen auf. Und sie bleiben auch mal allein zu Hause. Sie machen sich Essen. Und auf den Spielplatz hinterm Haus geht sogar der 3-Jährige schon allein. Vielleicht empfinden das manche als fahrlässig und ich bekomme auch öfter schiefe Blicke. Aber für mich ist das genau die Freiheit und Selbstständigkeit, die ich an meiner eigenen Kindheit genossen habe und die sich viele ja so sehr wünschen für ihr Kinder. Warum wird sie so selten umgesetzt?

Paula — So, 09/15/2019 - 22:15

....weiß ganz genau, dass Lisa niemanden kränken oder angreifen wollte. Das liegt ihr absolut fern. Dann ist der Artikel eben eindimensional, na und? Wer hier nur perfekt Durchdachtes, doppelt Geprüftes verlangt, der verrät die Ideale unserer aufgelklärten Mutterschaft: Weniger Perfektionismus, mehr Toleranz, Schwächen zulassen und akzeptieren.

Jana — Do, 09/19/2019 - 09:39

Liebe Lisa, vielleicht war das Beispiel Logopädie schlecht gewählt, denn es klingt nach "wirklich krank" und damit einer Art "Vernachlässigung". Ich kann aber aus eigener Erfahrung mit "nur" zweieinhalb Kindern (Patchworkfamilie) sagen, dass dem ersten Kleinkind mehr Aufmerksamkeit entgegen gebracht wird als dem zweiten. Das erste wird gleich hoch genommen, wenn es weint, das zweite muss auch mal warten, wenn ich eben gleichzeitig dem ersten den Popo abwischen oder der Großen beim Essen aus dem Ofen heben helfen muss. Und so würde ich Deinen Beitrag auch verstehen. Beim ersten Kind hat man noch Zeit darauf verwendet, Laufradfahren beizubringen, das zweite konnte es auf einmal überraschend von alleine. Wenn mehr Kinder da sind, bleibt weniger Zeit für das einzelne und trotzdem werden es glückliche, kluge Menschen. Ich habe das gleiche gedacht bei der Überschrift wie Du dann geschrieben hast: vielleicht akzeptiert man spätestens beim vierten Kind, dass man nicht alle so fördern kann wie das erste und sieht, dass es trotzdem klappt und das führt zu mehr Gelassenheit. So zumindest versuche ich gerade Gelassenheit schon beim zweiten Kind zu erlangen :-) Viele Grüße

Claudia — Di, 09/24/2019 - 08:23

Wir haben auch 3 Kinder, leben auf dem Land (Fahrdienste!), Großeltern lebten nicht in der Nähe. Ich habe festgestellt, wenn ich zu den 3 Kindern noch eines eingeladen habe, war es viel ruhiger, weil alle miteinander gespielt haben. Bei 3 Kindern haben 2 sich zusammengetan und 1 war außen vor, hat sich gelangweilt oder gestritten. Ich habe immer gedacht, mit 4 Kindern wäre es aus diesem Grund nicht so stressig.

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