Gastbeiträge

01/05/2018 - 07:30

Land-Mama Lisa

"Meine Frau will ein zweites Kind, ich aber nicht"- ein Vater erzählt

Heute hat mich Jessica auf der Baustelle angerufen und geweint. Sie möchte so gern noch ein Kind. Aber das ist einfach kein Thema für zwischendurch, das kann ich nicht am Telefon besprechen. Auch wenn mich das Ganze durchaus beschäftigt.

Wenn wieder irgendwer eine neue Schwangerschaft verkündet, dann freut Jessica sich und ist gleichzeitig todtraurig, weil sie das auch will. Aber wir können doch kein Kind kriegen, nur weil X oder Y auch eins bekommen!

Ich fühle mich damit unter Druck gesetzt. Oft ist mein Kopf schon so voll von der Arbeit – dann ist das zweite Kind ein Reizthema, obwohl es das nicht sein sollte. Von unserer Firma hängt unsere Existenz ab. Ich mache mir einfach Gedanken, wie das werden soll.

Wenn ich von der Arbeit geschafft nach Hause komme und das Baby schreit. Wenn wir nachts nicht mehr schlafen können. Ich möchte auch nicht, dass unsere Tochter darunter leidet, dass ich dann genervter bin und weniger Zeit für sie habe.

Und Jessica ist ja auch nicht ganz gesund. Wer kümmert sich um unsere Große, wenn sie ausfällt? Ich möchte nicht die Kindererziehung an die Großeltern auslagern, ich möchte unabhängig bleiben.

Vielleicht bin ich pingelig. Aber ich habe es gern ordentlich zu Haus. Was, wenn es mit einem Baby wieder chaotischer würde und ich neben der Arbeit noch den Haushalt schmeißen müsste? Ich bin selbstständig: Wenn ich nicht arbeite, haben wir keine Einnahmen – bei laufenden Kosten.

Ich fühle mich ja jetzt schon manchmal überlastet. Ich gehe morgens um 6 Uhr aus dem Haus, komme um 17 Uhr zurück, dann gehe ich an den Schreibtisch, telefoniere, arbeite weiter. Samstags arbeite ich auch. Und sonntags versuche ich, Jessica zu entlasten und Zeit mit unserer Tochter zu verbringen. Die wünscht sich auch ein Geschwisterchen.

Ich mag es aber nicht, wenn Jessica dann sagt: „Da musst du den Papa fragen, wann es soweit ist!“ Ich möchte einfach an der jetzigen Situation nichts ändern. Wir haben uns etwas aufgebaut!

Das sollten wir genießen. Und Jessica hat ja auch berufliche Pläne, sie bloggt, sie fotografiert. Ich gönne ihr das so! Das kann sie ja dann alles nicht mehr. Ich weiß nicht, ob sie damit glücklich wäre. Ich mag Kinder sehr, aber ich kann es mir jetzt einfach nicht vorstellen. Jessica denkt, ich sage immer nur „Nein“ – aber ich kann doch bei so einer wichtigen Sache nicht “Ja“ sagen, nur um ihr einen Gefallen zu tun. Ich kenne mich einfach zu gut. Nicht, dass es irgendwann mal so richtig knallt zwischen uns und ich vorwerfe, dass sie ja schließlich ein weiteres Kind gewollt hat. Das wäre auch einfach ungerecht für das Kind.“

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in der Zeitschrift ELTERN FAMILY, für die wir auch IHRE Sicht aufgeschrieben haben:

HIER erzählt die Ehefrau Jessica von ihrer Sehnsucht nach dem zweiten Kind

Und wer wissen möchte, wie alles weiterging und wie es Ronny und Jessi heute geht, der kann die aktuelle Situation im Blog feiersun nachlesen: Unterschiedliche Ansichten - ich möchte ein Baby, er nicht.

 

Tags: Kinderwunsch, Zweites Kind, Familie, Beziehung, Partnerschaft, Konflikt, Schwangerschaft, Familienplanung

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Kommentare

Mimi — Mi, 05/02/2018 - 21:32

Deine Frau tut mir leid. Du arbeitest von 6 Uhr bis 17 Uhr außer Haus und danach noch am eigenen Schreibtisch weiter. Du arbeitest samstags. Aber du hast es gerne "ordentlich" und möchtest "unabhängig" bleiben (was anscheinend so zu interpretieren ist, dass deine Frau gefälligst weiter den Haushalt und alles drum herum schmeißen soll, damit du weiter rund um die Uhr arbeiten kannst). Und du verweigerst deiner Frau ihren größten Herzenswunsch, ein zweites Baby!! Obwohl du davon doch kaum betroffen wärst?! Du hast doch nur sonntags Zeit für deine Familie! Ich hätte eine super Lösung: damit der Haushalt weiter läuft, könntest du ja eine Teil deines hart erarbeiteten Geldes in eine Putzfrau und Haushaltshilfe investieren. Dann kann deine Frau ihr lang ersehntes zweites Kind bekommen, und du hast es trotzdem noch schön ordentlich zu Hause...

Alexandra — Do, 05/03/2018 - 12:25

Meiner Vorrednerin kann ich nur zustimmen. Ordentlich ist es auch mit 2 Kindern. Oder halt auch nicht, und wenn kümmert das schon? Ihr hättet 2 Kinder, wenn interessiert es ob die Wohnung ordentlich ist ??? Du solltest vielleicht nochmal genauer nachdenken was dir wichtig ist. Nicht nur deine Frau wünscht sich ein Baby, sondern deine Tochter auch. Sie würde mit helfen, dem Baby was beibringen usw. Eine stolze große Schwester.... Naja schade für deine Frau

Lena — Do, 05/03/2018 - 13:44

Von den hier genannten Argumenten kann ich die finanziellen und gesundheitlichen nachvollziehen. Aber die anderen wären für mich ein Trennungsgrund. Den Kinderwunsch einer frau sollte Mann sehr ernst nehmen. Und nachgeben. Sonst steht man am Ende alleine da.

Clara — Do, 05/03/2018 - 16:24

Das liest sich ja mal übertrieben dramatisch. Als ob mit einem zweiten Kind das komplette Chaos, Armut und der Weltuntergang ins Haus zieht... Welch Dramaqueen. :D

Katja — Do, 05/03/2018 - 20:45

Stellt euch doch mal den umgekehrten Fall vor. Der Mann will ein zweites Kind, die Frau aber nicht. Wäre sie dann auch die Dramaqueen, die sich nicht so anstellen soll?

Clara — Mo, 05/07/2018 - 17:52

Ich finde es völlig legitim kein zweites Kind zu wollen. Ich finde halt nur die Darstellung bzw. die Argumente reichlich dramatisch.

Eragon — Do, 05/03/2018 - 20:55

Hmmm. Deine Aussagen erscheinen mir krass kopfgesteuert. Ich bin nicht vom Fach, aber ich glaube, dass ich mir in eurer Situation auf jeden Fall professionelle Hilfe suchen würde, um aus dieser Schuldfalle zu kommen. Wenn Du kein Kind zeugst, bist Du schuld, weil alle unglücklich bleiben. Wenn Du eines zeugst, ist deine Frau schuld, wenn alles den Bach runter geht.... Das ist nicht schön. Das hat doch mit einem “wir“ nichts mehr zu tun, oder?

Daniela — Mo, 05/07/2018 - 00:09

Beim letzten Teil des zweiten Absatzes hätte es mir (wäre ich Deine Frau) echt gereicht und hätte einen Scheidungsanwalt kontaktiert. Es ist extrem respektlos Deiner Frau gegenüber Ihren Herzenswunsch, ein zweites Kind, mit den Worten „nur weil andere ein Kind bekommen“ runterzumachen! Ihr habt bereits ein Kind, ja meinst Du denn wirklich Deine Frau weiß nicht was es bedeutet noch ein Kind zu bekommen? Ich würde Dir dringend raten Deine Frau und Ihren Wunsch ernst zu nehmen, darauf einzugehen - und nicht auf so eine unsensibele Art abzublocken. Die Frage, welche Du Dir vielleicht mal stellen solltest könnte folgendermaßen lauten: Werde ich an meinem Sterbebett (wenn ich mein Leben revue passieren lasse) denken „Hätte ich doch nur noch mehr gearbeitet und alles der Firma untergeordnet“ oder vielleicht „Hätte ich nur noch mehr Zeit mit meiner Familie verbracht, hätte mich mehr darauf (und evtl. somit auf ein weiteres Kind) eingelassen“...?

svenja — Mi, 05/16/2018 - 07:31

Als erstes mal finde ich es mutig von Ronny, daß er seine Geschichte Hier so offen und ehrlich erzählt hat. Wohlwissend was für Kommentare folgen werden. Ich sehe das etwas anders. Genauso legitim sich ein Kind zu wünschen, ist es doch sich keines zu wünschen. Ich persönlich denke dennoch der Schmerz des unerfüllten Kinderwunsches wird sich nicht lindern lassen und im Gegenzug würden sich Ronnys Ängste wahrscheinlich nicht bestätigen. Und das dritte Kind (es gibt doch noch einen Pflegesohn in der Familie) würde sicherlich ebenso geliebt werden. Ich stelle mir bei schwierigen Entscheidungen manchmal die Frage, was werde ich am Ende meines Lebens darüber denken. Und bin mir sicher, daß "hätten wir dieses Kind doch nicht bekommen " kein Gedanke sein würde....Ich wünsche den beiden einfach alles Liebe...

Fee — Fr, 05/18/2018 - 09:46

Ich finde, dass du deiner Frau bereits jetzt ziemlich viel zumutest, was unbedachte Äussenrungen betrifft. Vielleicht denkst du nochmal nach, ob du die Phase der Unselbständigkeit nicht ertragen kannst, sie dauert ja nur drei Jahre.

Lucy IMAN — Sa, 06/02/2018 - 08:38

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