Landleben

29/08/2018 - 06:45

Land-Mama Lisa

Rassismus raus: Es ist falsch… was gerade in Chemnitz passiert

Ihr Lieben, vielen lieben Dank für eure vielen lieben Kommentare zu dem Song, den wir gestern auf Facebook gegen Rassismus gepostet haben. Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass wir auch aktuelle Themen hier bei uns im Blog nicht aussparen.

Wir haben uns zu Boateng als Nachbarn geäußert, wir haben zum Anschlag in Ansbach geschrieben und haben unsere Gedanken zum Schul-Amoklauf an der Sandy Hook Elemantary School in Connecticut aufgeschrieben. Auch zum Terror auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz haben wir nicht schweigen wollen.

Als wir heute Morgen die Nachrichtenseiten checkten, als wir Videos von der Jagd auf Menschen sahen, da war wieder so ein Moment, in dem wir dachten: Das darf doch wohl alles nicht wahr sein. Wir fühlen uns ohnmächtig, wütend, traurig, empört - und wir haben so viele Fragezeichen auf der Stirn. Aber das passiert gerade alles wirklich!

Auf einem Stadtfest wurde ein 35-jähriger Deutsch-Kubaner durch ein Messer getötet. Verdächtig sind ein Syrer und ein Iraker. So weit die Nachrichtenlage. Alles Weitere sollte in einem Rechtsstaat der Justiz überlassen werden. So meint man. Schlimm, dass wir an dieser Stelle überhaupt die Herkunft dieser Menschen erwähnen müssen, aber leider basiert genau auf dieser Ausgangslage das, was in Chemnitz gerade geschieht.

Da jagen Bürger Menschen durch die Straßen, die sie für nichtdeutsch halten. Einfach nur, weil sie nichtdeutsch aussehen. Da recken Menschen die Hand für den Hitler-Gruß in den Himmel. Da werden Sprüche skandiert, die wir hier überhaupt nicht wiedergeben möchten, weil sie uns den kalten Schauer über den Rücken laufen lassen.

Weil das alles so falsch ist!

Es ist falsch, in einem Rechtsstaat angebliche Selbstjustiz walten zu lassen.

Es ist falsch, Unschuldige zu verurteilen.

Es ist falsch, Menschen nach Nationen zu beurteilen.

Es ist falsch, Nazi-Slogans zu skandieren.

Es ist falsch, die Nationalhymne für den Hass gegen andere zu missbrauchen.

Es ist falsch, eine Tat zu pauschalisieren.

Es ist falsch, auf die Straße zu gehen und Menschen zu verletzen.

Es ist falsch, sich ein Leben ohne Einflüsse anderer vorzustellen.

Es ist falsch, Angst in Wut umzuwandeln.

Es ist falsch, Gewalt walten zu lassen.

Es ist immer falsch, zu hassen.

Es ist falsch, was in Chemnitz gerade passiert.

 

An dieser Stelle ein dicker Dank an alle in Chemnitz und sonstwo, die sich offen dagegen stellen!

 

Tags: Rassismus, Gesellschaft, Hass, Wut, Wutbürger, Toleranz, Liebe

Das könnte dich auch interessieren...

Kommentare

Sarwat — Mi, 08/29/2018 - 22:05

Ich finde es super, dass ihr euch zu diesem wichtigen Thema äußert. Menschen werden durch Straßen gehetzt. Stellen wir uns vor, es wären unsere Kinder. Stellen wir uns vor, es sind Eltern. So wie wir.

Helen — Mi, 08/29/2018 - 22:59

Der einzige Elternblog der heute dazu Stellung nimmt - das finde ich unglaublich. Und dann wundern sich viel, als mamablogs als nicht relevant wahrgenommen werden

Claudia Weber — Mi, 08/29/2018 - 23:57

Hallo, ich bin bisher nur eine stille Mitleserin und ich möchte vorab sagen,dass ich diesen Blog toll finde!!! Ihr macht das klasse! Aber ich möchte mich nun doch äußern... Ich komme aus Chemnitz. Ich sehe hier hautnah was passiert! Und ich finde es traurig,dass man sich so sehr auf Medien verlässt! Natürlich gab es am Montag extreme Personengruppen, von diesen Gruppen distanziere ich mich auch ganz deutlich! Aber es waren zum Großteil „normale Bürger“, ja sogar Familien mit Kindern,die auf die Straße gegangen sind! Natürlich gab es an der“Front“ Idioten...aber nur diese sind gefilmt worden! Es wurde nichts darüber gesagt,warum viele Chemnitzer wirklich auf die Straße gegangen sind. Man wurde sofort in die rechte Ecke gestellt. Wie kann es sein,dass ein Mord nebensächlich behandelt wird,aber stattdessen wieder jede Auflehung und offene Meinungsäußerung als rechts deklariert wird? Wie würdet ihr euch als Mutter fühlen,wenn ihr euren Sohn so verloren hättet? Und die Bürgermeisterin noch nicht mal darüber ein Wort verliert? Es muss ganz klar gegen den Rechtsextremismus vorgegangen werden!!! Aber das bedeutet nicht,dass die Probleme in der Migrationspolitik unter den Tisch gekehrt werden dürfen!

Sarwat — Do, 08/30/2018 - 08:35

Da stimme ich Ihnen absolut zu. Und keine Frage, über eine sinnvolle Integrationspolitik und über Migration muss man sprechen. Aber die Verbindung beider Themen ist schwierig, denn da gerät man oft (ganz unbewusst und ungewollt) in die Rassismus-Ecke. Was ich meine? Ein paar Fragen: Wie viele Morde geschehen pro Jahr in Chemnitz? Gibt es jedesmal Massenausschreitungen? Werden jedesmal Menschen, die den mutmaßlichen Tätern ähneln, durch Straßen gehetzt? Sind Morde schlimmer, wenn Sie von Menschen gegangen werden, die vermeintlich Nicht-Deutsch sind?

Ina — Sa, 09/01/2018 - 01:22

....wenn man als "normaler Bürger" mit einer solchen Gruppe mitläuft, dann stärkt man den Rechtsextremen den Rücken! Darüber sollten man sich Gedanken machen!

Claudia — Do, 08/30/2018 - 09:41

ist nicht die erste Tat gewesen...nein! Aber es ist wohl das erste Mal so eine Reaktion. Es wurde in der Vergangenheit viel unter den Tisch gekehrt... Chemnitz ist keine große Stadt...man kann sie weder mit Berlin,Hamburg oder einer anderen Großstadt vergleichen. In solchen Großstädten gibt es immer Viertel,die man meiden sollte. Das gibt es sogar hier und gab es auch immer. ABER mittlerweile ist es in Chemnitz traurigerweise dazu gekommen, dass man in der Innenstadt (wo doch das Leben in Bars und Parks stattfinden soll) wirklich vorsichtig machen muss und nicht mehr allein durch die Straßen gehen sollte. Und die Gefahr kommt nicht von Rechten! Und sie kommt auch definitiv nicht von den integrierten Ausländern... sie kommt aber leider von nicht integrierten Ausländern...und das wird immer vertuscht. Es liest niemand was von Vergewaltigungen oder Morden...oder hast du dazu schon mal was aus Chemnitz gehört? Und das,obwohl es passiert.... Und auch ich habe viele „internationale“ Freunde und Bekannte...und weißt du was? Die schämen sich auch für ihre eigenen Landsleute,die sich hier „nicht gut“ benehmen. Und nur darum geht es...das alles verharmlost wird. Deutschland soll weltoffen, bunt und fröhlich sein...aber diese tolle Eigenschaft sollte nicht ausgenutzt werden... Aber nochmal...bitte versteht mich nicht falsch! Gewalt sollte nicht stattfinden! Aber es sollte fair und ehrlich berichtet werden...nur das war mein Ansinnen des Beitrags. Ich wünsche euch allen einen schönen Tag...

Kathrin — Do, 08/30/2018 - 10:04

Ich finde leider auch, dass die Berichterstattung sehr einseitig veranlagt ist. Ich wage zu behaupten es kommt daher, weil Chemnitz in Sachsen liegt. Ich selber wohne auch in Sachsen, in einer bunten Großstadt hier! Und ich muss sagen, ich bin es so leid, wenn Sachsen so pauschalisiert als „Braun“ in den Medien deklariert wird! Es stimmt einfach nicht! Hier leben so viele Menschen und nur über die „Rechten“ Vorfälle wird offensiv berichtet! Über all die guten Sachen wird kaum berichtet! Es gibt hier soviel mehr als rechte Parolenschreier! Mich würde glatt mal die Berichterstattung interessieren, wenn solche Dinge in Köln oder Frankfurt/ Main geschehen wären... denn auch dort gibt es Menschen, die mit der Integration Bzw. mit der verfehlten Integration nicht einverstanden sind! Aber wie es immer so schön ist in den Medien- Klischees werden ausgeschmückt und auf die passenden Szenen wird die Kamera gehalten! Gewalt ist nie eine Lösung, aber wegen Vorfällen von einigen Chaoten ein ganzes Bundesland zu verunglimpfen, dass ist nicht fair! Und Krawallmacher egal ob Rechts oder Links werden auch hier in Sachsen nicht gern gesehen! Leider gibt es sogar eine Art „Krawalltourismus“ bei dem extra Kampflustige aus anderen Bundesländern anreisen um sich mit einzumischen!

Falk — Do, 08/30/2018 - 11:43

Hallo Kathrin, ich komme ebenfalls aus Sachsen, wohne mittlerweile lange in Berlin. Zwei Dinge an deiner Argumentation sind mir zu einfach. 1. Was wäre, wenn es woanders passiert? In Köln gab es eine HoGeSa-Demo, die ähnlich verlaufen ist - es wurde detailliert berichtet. 2. Warum hauen alle immer auf Sachsen ein? Weil das "gute Sachsen", von dem so viele reden, einfach nicht zu sehen und zu hören ist. Durch eure Stadt marodieren Nazis und zur Gegendemo am nächsten Tag kommen grad so 1.000 Leute zusammen? Pegida kann jede Woche durch Dresden laufen und es gibt keinen Gegenprotest? Das kann es doch nicht sein. Es reicht nicht, nur vom guten Sachsen zu reden - ihr müsst schon auch zeigen, dass es euch gibt. Ich hoffe, die guten Sachsen schaffen es, sich mal zu positionieren. Wer Nazis in seiner Stadt still duldet, macht sich gemein mit den Ideen. Viele Grüße, Falk

Ellen — Do, 08/30/2018 - 16:28

Liebe Kathrin, "wegen Vorfällen von einigen Chaoten ein ganzes Bundesland zu verunglimpfen." Das waren keine Chaoten, das waren Nazis. Hier wurde blanker Fremdenhass gezeigt. Zur Selbstjustiz aufzurufen und verfassungsfeindliche Parolen zu grölen darf einfach nicht verharmlost werden. Wenn Menschen andere Menschen jagen, brüllen und prügeln dann ist das schlimmstes menschenverachtendes Verhalten. Wir leben in einem Rechtsstaat und eine Straftat darf nicht dafür instrumentalisiert werden, um seine rechte Gesinnung auszuleben. Wie müssen sich die Menschen fühlen, deren Aussehen auf eine andere Herkunft hindeutet und die sich jetzt vielleicht überlegen müssen, ob sie wirklich vor die Tür gehen wollen? Tatsächlich rät die Polizei in Chemnitz derzeit den Migranten dazu, zu Hause zu bleiben. Das finde ich unglaublich! Und da frage ich mich schon, warum sich nicht viel mehr Menschen auf die Straße begeben und friedlich gegen die Nazis demonstrieren. Es wäre so wichtig, jetzt ein Zeichen zu setzen, denn es ist dieser Tage besonders wichtig, die Stimmen derjenigen zu hören, die für ein buntes und friedliches Miteinander einstehen wollen.

Claudia — Do, 08/30/2018 - 12:09

du die 1000 Gegendemonstranten,die am Montag Abend im Stadthallenpark in Chemnitz Steine ausgegraben haben und auf Polizei und Demonstranten geworfen haben??? Die gleichen Gegendemonstranten,die bei dieser HoGeSa-Demo in Köln die Polizei angegriffen und randaliert hat? Könnte man da nicht auch verurteilen? Und wieso „marodieren“ nur Nazis durch unsere Stadt? Wer waren die anderen 6000? Und genau das meine ich...es gibt immer nur schwarz oder weiß...ich finde das sehr traurig.

Kathrin — Do, 08/30/2018 - 15:21

In meiner sächsischen Stadt marodieren keine Nazis, ich weiß nicht, wie Du darauf kommst. In meiner sächsischen Stadt gibt es jedes Jahr Lichterketten für Frieden und Gewaltfreiheit, in meiner sächsischen Stadt gehen die Menschen zahlreich für Freiheit und Menschenrechte auf die Straße... rechte Bündnisse wollten hier auch auf die Straße gehen als Legida, doch es waren so lächerlich wenige Menschen, die sich Ihnen anschlossen, dass es bald vorbei war...in meiner sächsischen Stadt nahm einstmals die friedliche Revolution ihren Ausgabgspunkt, das ist es was ich meine! Sachsen ist nicht überall gleich, es wird medial nur gleich gesetzt und bekommt ein Stigma dadurch...

Kathrin — Do, 08/30/2018 - 15:42

Was mich vor allem stört ist der Hashtag und die Berichterstattung, die sich am Stadtbamen und Bundesland orientiert.... ich bin gegen Gewalt und finde es selber furchtbar, wie rechte Gruppen einen solchen Vorfall nutzen als Aufmarschgrund. Es sind dabei sicher nur ein Bruchteil wirklich Chemnitzer... oder Sachsen. Als Hashtag hätte sich doch auch#gegenrechts oder #keineneonazis oder #rassismusraus oder so etwas in der Art angeboten.

Katrin Jäger — Sa, 09/01/2018 - 13:33

Hallo Kathrin, es stimmt, was du sagst. Wir sollten alle achtsamer mit Verallgemeinerungen umgehen. Auch bzw. gerade dann, wenn wir uns gegen diese brüllende Gruppe hemmungsloser Hetzer, Schläger und Angstmacher ausprechen. Ich selbst habe mich dabei ertappt, dass ich plötzlich mit sehr negativen Gefühlen an "die Sachsen" und "die Chemnitzer" dachte. Das tut mir leid. Denn natürlich ist das falsch und sorgt nur dafür, dass wir uns in sinnlose Diskussionen verstricken, statt gemeinsam daran zu arbeiten, dass wieder ein bisschen mehr gesunder Menschenverstand und Sachlichkeit einkehrt in unsere heißgelaufene Aufregungskultur: Denn letztlich ist es doch einfach so: Alle müssen sich an unsere rechtsstaatlichen Regeln halten. Und alle sind alle. Egal woher sie kommen, egal was sie antreibt, egal welcher Meinung sie sind!

Thomas graf — Mi, 03/20/2019 - 23:34

Ich finde es guet, dass man die Herkunft der Täter erwähnt. Was spricht gegen die Wahrheit? Sie bringen den Krieg nach Dtl. Und Herr Kretschmar hat es mehrfach erwähnt," es gab keine Hetze"! Den Anschlag auf das jüdische Restaurant,traue ich gut der Antifa zu!

Neuen Kommentar schreiben