Stadtleben

24/04/2017 - 06:30

Stadt-Mama Katharina

Seit 5 Monaten zu fünft - ein Familien-Update

Fünf Monate zu fünft. Wahnsinn. Auf der einen Seite kommt es mir wie gestern vor, dass ich spazieren-gehend die ersten Wehen veratmet habe und gehofft habe, dass alles ganz schnell gehen möge (was es nicht tat). Auf der anderen Seite kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie es mit "nur" zwei Kindern zu Hause, wie es ohne unsere kleine Maus war. So sehr gehört sie schon zu uns. 

Gerade war ich eine Woche alleine mit den Kindern - eine intensive Zeit, schön und manchmal auch anstrengend. 

Erstaunlich finde ich nach wie vor, wie wenig Probleme die Großen mit der Umstellung haben/hatten. Sie sind wirklich großartige Geschwister, die oft zurückstecken müssen und das akzeptieren. Sie waren ja durch das wochenlange abendliche Geschrei der Kleinen ganz schön betroffen, haben das dem Baby aber nie vorgeworfen. Sie lieben das Baby und genießen es zu sehen, wie sie nun mehr und mehr auf sie reagiert und sich freut, sobald sie den Raum betreten.

Das Söhnchen ist gerade in einer echten Jungs-Phase voller Laser-Schwerter, Superhelden, Tigern, Piraten und Rittern. Er ist mitunter recht wild - vielleicht seine Art, sich als Sandwich-Kind zu behaupten...Die Große dagegen hat nochmal einen richtigen Schub gemacht. Man merkt, dass sie jetzt bald ein Schulkind ist. 

Nach wie vor ist unsere Kleinste kein reines Sonnenschein -Baby, sie will beschäftigt werden bzw will immer dabei sein. Sie liegt lieber in ihrer Wippe und guckt den Großen beim Spielen zu als dass sie alleine auf der Krabbeldecke den Spielebogen bestaunt. Sie ist happy, wenn sie auf dem Arm dabei ist, wenn sie was sehen kann. Sie kann unglaublich bezaubernd lachen, gluckst so süß und riecht so gut. Und sie kann ganz schön ungädig sein, brüllen wie am Spieß, wütend sein. Die große abendliche Schreierei ist zwar vorbei, aber die Kleine kann nach wie vor sehr deutlich machen, was ihr gefälllt und was nicht. 

Vielleicht ist das so als Dritte. Von vielen Seiten habe ich vorher gehört, dass die dritten Kinder so mitlaufen, dass man sie gar nicht richtig mitbekommt. Bei uns ist das nicht so. Sie fordert ihre Bedürfnisse ein. Und das finde ich eigentlich gut so. Sie muss ja sowieso viel mehr zurückstecken, als dass zB. meine Große machen musste. Die Kleine muss überall mit hin, wo die Großen eben hinmüssen - egal, ob das gerade in ihren Mittagsschlaf fällt oder nicht. Und das macht sie wirklich prima. 

Noch stille ich recht viel, aber ich merke, dass ich nun langsam reduzieren möchte. Nachdem die Kleine als erstes meiner Kinder den Schnuller verweigert hat, lehnt sie nun auch total die Flasche ab. Da ist absolut nichts zu machen. Dafür guckt sie uns interessiert beim Essen zu, durfte schon an einer Karotte rumlutschen und hat vor zwei Tagen ihre ersten Löffel Pastinaken-Brei weggeschlabbert. Mit großer Begeisterung. 

Die Nächte sind unruhig. Das kann ich aber ganz gut annehmen und versuche einfach jede Nacht so zu nehmen, wie sie kommt. Toll ist, dass sie alleine und ganz schnell gegen sieben Uhr in ihrem Bettchen einschläft und sich das erste Mal erst gegen halb zwölf meldet. Das gibt mir Zeit, die Großen in Ruhe bettfertig zu machen, zu arbeiten - und mein Mann und ich waren sogar schon mehrmals abends auswärts essen, die Babysitterin passte dann auf alle drei Kinder auf. 

Ich finde generell, dass der Unterschied zwischen zwei und drei Kindern schon gewaltig ist. Als Eltern kann man nicht mehr sagen: "Nimm du mal den einen, ich kümmer mich um den anderen." Bei drei Kindern sind die Kinder immer in der Überzahl und eine 1 zu 1 Situation kaum mehr möglich. 

Es gibt Tage, an denen alles ganz easy läuft. An denen ich null angestrengt bin, alles gut packe. Und dann gibt es Tage, da will ich um halb zehn schon am Liebsten abhauen. Oder an denen ich abends total fertig auf dem Sofa sitze und heulen könnte. Das, was eben viele vorher gesagt haben, dass ein Drittes kaum auffällt, kann ich also nicht betätigen. Drei Kinder, drei besondere Herausforderungen, drei große Lieben.

Denn was ich bestätigen kann, ist, dass ein Drittes genauso geliebt werden kann wie das erste oder zweite Kind. Unsere kleine Tochter bringt uns noch mehr Leben in die Bude und die Erkenntnis: Jedes Kind hat seinen eigenen Weg. Nur weil die Geschwister es auf die eine Art gemacht haben, muss sie es noch lange nicht ebenso tun. So wie jede Schwangerschaft und jede Geburt einzigartig sind, ist es eben auch jedes Kind. Eine wichtige Erfahrung für mich, die ich wunderbar finde. 

-------ZUM WEIERLESEN: 

- Seit zwei Monaten zu fünft

-Seit vier Monaten zu fünft

 

Tags: Familie, Baby, Kind, Update, Schlaf, Essen, Brei, Stillen, Flasche

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Kommentare

Elis — Mo, 04/24/2017 - 10:23

"Das Dritte läuft so mit!" Wie oft hab ich diesen Spruch schon gehört ind wie wenig ist da dran? wieso hält sich eigentlich diese Behauptung so hartnäckig, obwohl einem die meisten Dreifach-Mamas bestätigen, dass ihre Dritten Kinder überhaupt nicht einfach so mitgelaufen sind? Und auch mein drittes Kind hat in bisher 6 Jahren in jedem Moment drauf geachtet, keinesfalls auch nur einen Augenblick einfach so mitzulaufen. Ich hab fast das Gefühl, der Spruch stammt von Zweifach-Müttern, die nicht eingestehen wollen, dass manche Frauen halt noch ein Kind mehr haben und das eine tolle Leistung ist!!

Carmen — Mo, 04/24/2017 - 17:23

bei uns liefenviele Dinge beim dritten einfach sehr viel entspannter ab als beim ersten oder zweiten...allein schon dadruch, dass die Geschwisterkinder dem Dritten Dinge zeigen bzw. gezeigt haben, dass diese auch auf die Einaltung der REgeln achten (Kinder lernen am besten durch andere Kinder!) - aber auch einfach dadruch, dass man bei jedem weiteren Kind sehr viel besser einschätzen kann, ob man den Schnupfen selbst in den Griff bekommt oder vielleicht doch mal den Arzt konsultieren sollte... Und ansonsten hängt auch viel vom Kind selbst ab- unsere können sich alle sehr gut selbst beschäftigen, oft "merkt man ihn wirklich nicht"- aber natürlich hat er auch ganz klar seine Phasen, wo er ganz klar signalisiert" Hallo!!!, ich bin auch noch da! Ich brauche dich jetzt und zwar SOFORT!!!" und wo schlichtweg der dritte Arm fehlt!

Josef Lewis — Do, 05/17/2018 - 13:11

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