Interviews

10/09/2018 - 06:45

Stadt-Mama Katharina

Triple-Glück, Triple-Chaos: "Mit Drillingen fällt man auf jeden Fall überall auf"

Ihr Lieben, was würdet ihr sagen, wenn im Ultraschall plötzlich ein, zwei, drei (!) schlagende Herzchen zu sehen sind? Wir durften Drillingsmutter Katharina zu ihrer Erfahrung mit drei kleinen Wirbelwinden interviewen- Langweilig wird es jedenfalls nie...

Liebe Katharina, Du hast siebenjährige Drillings-Mädchen. Was waren denn Deine Gedanken, als Du gehört hast, dass Du mit Drillingen schwanger bist?

Ich dachte: Wie soll ich das denn schaffen? Wie versorgt man Drillinge? Ich habe doch nur zwei Hände. Wir brauchen ein neues Auto. Gibt es eigentlich Drillingskinderwagen?

Wie verlief denn die Schwangerschaft und wie die Geburt?

Die Schwangerschaft war ja eine Risikoschwangerschaft, es gab auch viele Komplikationen. Ich musste ab der 24. Schwangerschaftswoche im Krankenhaus liegen und brüten. Ende der 28. Woche mussten die Kinder per Not- Kaiserschnitt geholt werden. Sie kamen mit einem Gewicht zwischen 700 und 1100 Gramm zur Welt und mussten 10 Wochen in der Klinik bleiben.

Man kann sich ja ein bisschen auf die Zeit nach der Geburt vorbereiten - was hat Dich dennoch völlig überrascht?

Dass ich so wenig Schlaf bekam, weil sie nicht gleichzeitig aufgewacht sind und gefüttert werden wollten, sondern immer eine nach der anderen. Und mir war nicht klar, dass wir zu D-Promis werden würden und man so viel Aufmerksamkeit bekommt.

Wie sind denn die üblichen Reaktionen, wenn Fremde die Drillinge zum ersten Mal sehen?

Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus - von positiv: „Ach wie toll! Sie sind gesegnet!“ bis zu negativ: „Da haben sie aber viel Arbeit!; Sie Arme! Ich würde mich erschießen!“. Manchmal bekommt man auch die Feststellung: „Die sind aber künstlich entstanden!“ zu hören. Mir ist aufgefallen, dass im Ausland die positiven Reaktionen überwiegen, in Deutschland eher die negativen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Menschen nicht nachdenken, bevor sie etwas sagen oder fragen.

Wie funktionierte das ganz praktisch: Drei Babys füttern? Wie haben die Kinder geschlafen, welchen Kinderwagen hattet Ihr? Hattet Ihr wirklich alles dreimal?

Am Anfang war mein Mann eigentlich immer da. Da ich nicht stillen konnte, haben sie die Flasche je nach Bedarf bekommen. Später als die Brei-Zeit kam, hatten wir drei Hochstühle und sie wurden mit einem Löffel gefüttert. Sie hatten jede ihr Bettchen in einem Zimmer, sie waren ja von der Klinik Geräusche gewöhnt, deshalb haben sie sich nicht gegenseitig aufgeweckt. Wir hatten einen ganzen Fuhrpark: Drillingswagen, Zwillingswagen, Einlingswagen, Buggys in diverser Ausführung und später einen Bollerwagen.

Schätz mal, wieviel Windeln Ihr am Tag gewechselt habt.

So um die 30? Manchmal eine Packung am Tag. Wir hatten ein Abo in diversen Drogeriemärkten :-)

Wie sind deine Kinder charakterlich? Gibt es da große Unterschiede?

Sie sind sehr unterschiedlich, im Laufe der Zeit haben sich die Rollen herauskristallisiert: Stella ist der Chef -sie bemuttert gerne die anderen und sagt, wo es lang geht. Lucia ist die Richterin: sie versucht zu schlichten und ist sehr harmoniebedürftig. Clara meint immer das Baby sein zu müssen, weil sie die Kleinste ist, sie ist unser gefühlvolles Kind, das immer viel Aufmerksamkeit braucht.

Habt Ihr die Kinder immer gleich angezogen oder extra nicht?

Im Alltag sind sie unterschiedlich angezogen. Es ist nicht einfach im Handel drei gleiche Kleidungsstücke in gleicher Größe zu finden, viele meiner Freundinnen mit Drillingen haben deshalb angefangen zu nähen. Zu besonderen Anlässen oder wenn sie es selbst möchten, ziehen sie sich gleich an. Manchmal gibt es ein Drama, wenn ein Kleidungsstück nur einmal vorhanden ist und alle es anziehen wollen.

Sind die Drei denn in einer Klasse?

Ja, es gab bei uns nur ganz die Überlegung, ob wir sie trennen sollten. In der Kita waren sie auch in einer Gruppe, hatten aber verschiedene Freunde. Sie wollten auch in eine Klasse und für uns Eltern ist es organisatorisch einfacher nur einen Elternabend zu besuchen und eine Lehrerin als Ansprechpartnerin zu haben.

Was wünscht Du Dir für Deine Kinder?

Dass sie zu starken, selbstbewussten, glücklichen Frauen heranwachsen und immer gesund bleiben.

 

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