Landleben

09/11/2016 - 16:15

Land-Mama Lisa

Trump als Präsident? Meine Strategie in Schockmomenten: Ruhig werden. Normalerweise

Ihr Lieben, ja, ich verknüpfe Elternschaft öfter mal mit Politik, ich finde einfach, dass wir oft im Kleinen erleben, was im Großen so ähnlich geschieht. Wie reagiert man in Schocksituationen? Es gibt Menschen, die werden panisch, aktivistisch, hysterisch, wenn etwas Schreckliches passiert. Es gibt Menschen, die reagieren erstmal gar nicht, verharren in einer Art Schockstarre, sehen sich handlungsunfähig, wie gelähmt. Und es gibt Menschen, die reagieren ruhig, sehr konzentriert, voller Adrenalin. Was ist jetzt zu tun? Welche Dinge braucht es jetzt? Ein Schritt nach dem anderen. Und die brechen dann erst nachher zusammen, wenn die Akut-Situation vorbei ist.

Meistens gehöre ich zu den letzteren. Manche fragen mich dann: Wie kannst du so ruhig bleiben? Aber ich lasse mich dann nicht rausbringen. Ich versuche, die Situation einzuschätzen und erst später wird mir bewusst, was da eigentlich grad geschehen ist. Das war so, als sich mein Sohn den Arm gebrochen hat. Das war so, als wir einen älteren Herren auf der Straße wiederbeleben mussten und das war so, als Donald Trump zum Präsident gewählt wurde.

Nein, selbstverständlich lassen sich diese Situationen im Realfall nicht miteinander vergleichen. In der Theorie möchte ich diesen Vergleich aber gern mal anbringen. Während ganz Social-Media-Deutschland sich in den Kommentarspalten dieses Landes überschlägt, kann ich mich noch nicht äußern. Ich verharre. Versuche, Statistiken zu verstehen. Schlüsse zu ziehen. Mir zu erklären, was da wirklich passiert ist und wie wir damit umgehen. Das werde ich erst realisieren, wenn die akute Schocksituation zu einer, unserer, meiner Wahrheit wird.

Wenn ich meine Kinder mit einer Verletzung ins Krankenhaus gebracht habe und sie später wieder mitnehmen kann, dann werden mir zu Hause – zurück in Sicherheit – die Knie weich. Mein Körper beginnt zu zittern, manchmal muss ich auch ein bisschen weinen. Das Adrenalin verlässt den Körper. Die Anspannung weicht der Entspannung – und alles wird wieder gut.

Werde ich in diesem politischen Fall der US-Wahl auch so reagieren? Hat sich Amerika jetzt den Arm gebrochen, bekommt einen Gips und kann danach wieder handeln? Werden wir genesen aus dieser Situation herausgehen, so dass mein heilendes Zittern das Adrenalin aus meinem Körper schüttelt und ich mich danach besser fühlen kann? Alles wieder gut?

Ich glaube nicht.

Ich vermute eher, dass ich in diesem Fall zur Gruppe der Schockstarren gehört. Dass mein Schweigen nicht mit Konzentration zu tun hat, die später mit einer Entspannung einhergeht. Wie schön es wäre, wenn mir in den nächsten Tagen und Wochen das Gegenteil bewiesen würde.

Foto: pixabay

 

Tags: Familie, Politik, Krankheit, Sorgen, Schock, Eltern, Kinder, Zukunft

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