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25/01/2018 - 07:15

Land-Mama Lisa

Vaginalstraffung nach der Geburt: Ich gönne mir diese OP, um meine Ehe zu retten

Ihr Lieben, wir hatten auf unserer Facebookseite gefragt, ob jemand Erfahrung mit Schönheits-OPs nach der Geburt hat und die Erste, die sich meldete war Kathi. Sie heißt natürlich eigentlich anders und ihr Name tut auch nichts zur Sache, denn es geht um ein Thema, das sehr tabuisiert wird. Trotzdem möchten wir allen, die noch eine Geburt vor sich haben sagen: Was Kathi erlebt hat, kommt nur sehr selten vor. Trotzdem könnt ihr hier entscheiden, ob ihr weiterlesen mögt. Denn es geht um eine Vaginalstraffung nach einer natürlichen Geburt, die für Kathi sehr heftig war, obwohl eigentlich alles gut lief.

Kathi, Du planst eine Vaginalstraffung, was genau wird dabei gemacht?

Wie das genau gemacht wird, weiß mein Arzt besser. Aber es geht um eine Verengung der Scheide durch Gewebeentnahme mit Verengung und Straffung der die Scheide umgebenden Vaginalmuskulatur und zusätzlicher Unterfütterung der Vaginalwände durch körpereigenes Fettgewebe. So steht es auf der Homepage von Dr. Gress.

War deine Geburt sehr heftig oder hattest du Geburtsverletzungen?

Die Geburt war an sich schon sehr heftig für mich, dabei wurde nichts Außergewöhnliches gemacht, keine Saugglocke oder Zange verwendet. Ich habe auch nur einen Dammschnitt zweiten Grades gehabt. Die Geburt war für mich dennoch wie die Hölle, die sich plötzlich auftat. Ich hatte "nur" sieben Stunden, aber die waren fast durchgängig eine Wehe.

Ich habe dann eine PDA bekommen und hatte sage und schreibe 20 Minuten Ruhe. Leider sind dann die Wehen komplett weg gewesen und der Muttermund war innerhalb von 10 Minuten komplett offen. Mir wurde dann die PDA ausgestellt und dafür habe ich einen Wehentropf bekommen. So kam die Hölle zurück. Auch wenn es hart klingt, aber es war für mich das schlimmste und schmerzhafteste Erlebnis meines Lebens. Dies ist auch der Grund, warum für mich eine natürliche Geburt nicht mehr in Frage käme

Wann und wie hast du gemerkt: Hmm, das ist alles nicht mehr wie vorher und wird aber irgendwie nicht besser?

Ich habe nach etwa einem oder zwei Monaten nach der Geburt mal selbst geschaut, wie ich unten rum so aussehe. Ich war wirklich geschockt! Ich konnte mir quasi bis zum Gaumen schauen. Ich weiß, das hört sich jetzt übertrieben an, aber genauso hat es sich angefühlt.

Ich habe bei jedem Baden gefühlt eine halbe Wanne eingesaugt. Das war besonders nachher unangenehm, da es immer eine Zeit gedauert hat, bis alles wieder rausgelaufen war. Ich habe dann alles Mögliche an Beckenboden-Übungen und Therapien verschrieben bekommen, aber so gut wie nichts hat geholfen - auch kein Strom oder Ähnliches.

Wie geht es dir denn heute?

Meine Tochter ist nun drei und bis heute hat sich keine wirkliche Normalität eingestellt. Ich kann keine Tampons verwenden, da sie mir quasi eins zu eins rausfallen und überhaupt nicht halten. Ich nutze also Binden, mit welchen ich mich überhaupt nicht wohlfühle. Ich könnte mich jedes Mal verbuddeln, wenn ich meine Tage habe. Eine Mens-Tasse habe ich auch schon versucht, aber das war leider nichts für mich. Da hatte ich beim Entfernen jedes Mal solche Schmerzen, dass das keine Alternative für mich war.

Wann hattet ihr zum ersten Mal wieder Sex nach der Geburt und wie fühlte sich das an?

Wir hatten nach etwa acht Monaten zum ersten Mal wieder Sex,  erst da war mein Kopf bereit dafür. Es war wirklich nicht schön, ich hatte zwar keine Schmerzen, aber ich habe dafür gar nichts gemerkt. Mein Mann leider auch nicht. Wenn keine Reibung da ist, können auch keine Empfindungen entstehen.

Ist es so, dass es für dich nicht mehr so schön ist oder für ihn? Oder ist es eine Einschränkung für beide?

Leider ist es eine Einschränkung für uns beide. Er sagte mir auch schon, dass er keinen Spaß mehr hat, da er einfach nichts merkt. Man muss dazu sagen, mein Mann ist eigentlich gut gebaut...

Meinst du, dieses Gefühl des „Ausgeleiertseins“ gefährdet deine Ehe? Und falls ja, inwiefern?

Ja, leider gefährdet es unsere Ehe sehr, denn jeder, der in einer Beziehung ist weiß zwar, dass man mal eine Zeitlang keinen Sex haben kann.... aber wir hatten in den letzten drei Jahren vielleicht fünf Mal Sex und es war jedes Mal furchtbar. Es wird auch nicht besser, da ich von Mal zu Mal mehr Kopfstress bekomme. Dennoch hat aber jeder von uns das Bedürfnis, endlich mal wieder befriedigt zu werden und das Gefühl zu spüren. Man kann es auch nicht einfach abtun von wegen: wenn er dich liebt, dann hält er zu dir. Denn es ist ja ein von Natur aus gegebener Trieb. Einfach ist das nicht, denn Bedürfnisse kann man ja nicht einfach abstellen.

Weißt du, wie viele solcher OPs in Deutschland pro Jahr durchgeführt werden?

Ich kann es nicht genau sagen. Ich weiß von meinem Arzt, dass es nicht sehr viele sind, da so eine OP wirklich teuer ist (ca. 9000 Euro). Es ist also für die meisten nicht erschwinglich. Außerdem denke ich, dass sich viele Frauen einfach damit abfinden und es ihnen unangenehm ist.

Sprichst du offen mit anderen über das Thema?

Ich bin sehr offen mit dem Thema in meinem Bekannten und Freundeskreis, da ich es nicht verwerflich finde und es etwas ist, wofür ich nichts kann. Und selbst wenn ich etwas dafür könnte: Es ist immer noch mein Körper und meine Entscheidung.

Was versprichst du dir von dem Eingriff?

Ich erhoffe mir, wieder ein erfüllendes Liebesleben zu haben. Dass mein Mann und ich wieder Lust aufeinander haben und zusammen Spaß haben können. Ich habe dennoch auch Angst, denn so ein Eingriff ist nicht ohne Risiken. In wenigen Fällen kann es auch passieren, dass die Nerven zerstört werden und man quasi taub wird im Innern. Ich sage mir aber: Schlimmer als jetzt kann es eh nicht werden.

Foto: pixabay

Tags: Plastische Chirurgie, Vaginalstraffung, Chirurgie, Schönheits-OP, Sex, Beziehung, Partnerschaft, Operation

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Kommentare

Silke — Do, 01/25/2018 - 07:40

Liebe Kathi, ich wünsche dir ganz viel Kraft und vor allem eine erfolgreiche OP!! Man spürt bei jedem Satz wie schwer die Situation für dich ist und, dass die Entscheidung für die OP alles andere als leicht für dich war. Du schaffst das!! Alles Liebe für dich!

Amelie — Do, 01/25/2018 - 10:07

Liebe Kathi, alles wird gut. Ich weiß, wovon du sprichst....ich habe diese OP auch hinter mir.

Kathi — Fr, 01/26/2018 - 22:47

Hallo Amelie, ich habe gelesen das du diese OP hast schon machen lassen. War es genau das Verfahren was auch bei mir gemacht werden soll? Wie ging es dir nach der OP und wie geht es dir jetzt schon eine Zeitlang danach? Wie lang ist das jetzt schon her?

Anita — Do, 01/25/2018 - 10:42

Ich wünsche der Frau alles Gute und hoffe, die OP verläuft gut und bringt den erwünschten Erfolg! Generell möchte ich noch darauf hinweisen, dass es wichtig ist, den Beckenboden zu trainieren und z.B. beim Heben schwerer Dinge darauf zu achten, ihn anzuspannen. So beugt man Beschwerden im Alter vor, z.B. einer Gebärmuttersenkung.

Kathi — Fr, 01/26/2018 - 22:51

Hallo Anita, ich habe alle möglichen Arten von Beckenbodentrainings gemacht sowohl als Rückbildung, als auch durch eine Physiotherapie, mit Strom, Kugeln. Leider hat überhaupt gar nichts angeschlagen. Es ist wohl so das der Beckenboden so schlecht ist der er auf natürliche Weise nicht angespannt werden kann. Im Prinzip ist es fast unausweichlich eine OP zu machen. In ein Paar Jahren und mit einer diagnostizierten Gebärmuttersenkung würde so eine OP auch bezahlt und Befürwortet werden. Aber diese Zeit kann ich nicht warten und will auch nicht erst krank werden.

Anita — Mo, 01/29/2018 - 20:16

Hallo Kathi, Ich wollte nicht anzweifeln, dass du alles Mögliche getan hast, um eine Besserung zu erzielen. Tut mir Leid, falls es so rüberkam. Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass Beckenbodentraining wichtig ist, also auch, wenn man jetzt vielleicht gar keine Probleme hat. Ich würde mich über einen Folgebericht freuen und wünsche dir alles Gute!

J. — Do, 01/25/2018 - 14:35

Hallo. Puh. Jetzt habe ich den ganzen Tag überlegt, ob ich etwas schreibe. Ich bin selber Gynäkologin. Wenn Deine Beschwerden so sind wie Du sie beschreibst mit extremer Weite von Scheideneingang und Vagina, Verlust von Tampons etc. würde ich mich (falls noch nicht geschehen) in einer guten gynäkologischen Sprechstunde vorstellen. Gegebenenfalls kann dann nämlich die Krankenkasse für die Kosten der OP aufkommen. Dort würde dann vermutlich nur die OP durchgeführt (Kolporraphie) und keine Eigenfettunterspritzung. Wobei ich diesbezüglich sowieso etwas kritisch bin, da z.B. beim Brustaufbau mit Eigenfett oft unschöne kosmetische Ergebnisse erzielt werden und sich das Eigenfett zum Teil durch den Körper selber wieder abgebaut wird. Ich wünsche Dir alles Gute.

Kathi — Fr, 01/26/2018 - 23:00

Hallo J.,vielen Dank für die Antwort und ich weiß es zu schätzen das Du dein Fachwissen mit mir teilst. Ich war bei mir in meiner Heimat seit Geburt an in einem Fachzentrum für den Beckenboden in einer Klinik bei uns. Ich habe jetzt fast die kompletten drei Jahre ständig wiederkehrende Beckenbodentrainings bekommen manuell wie mit Strom Unterstützung durch NeuroTechVital. Meine Ärzte sind nun selbst der Meinung das mir eine OP nicht erspart bleiben wird. Es ist wohl so das ich momentan noch keine Gebärmutter Senkung habe. Wenn dies so wäre dann würde die OP bezahlt werden aber dann auch nur der Bereich um die Gebärmutter mit einem Netz etc. Du wirst wissen was ich meine. Der Scheideneingang und di Vagina an sich wäre bei der OP außen vor. Ich habe mehrfach Anfragen an meine Krankenkasse gestellt und wurde immer wieder abgelehnt. Es wäre eine Plastische Ästhetische OP ohne Indikation. Meine Inkontinenz wäre kein Grund da ich eine überaktive Blase habe die nicht durch einen schlechten Beckenboden herbeigeführt wird. Ich hab es wirklich aufgeben da man sich immer irgendwie missverstanden fühlt. Irgendwann kommt immer das Gefühl auf als würden sie einem Unterstellen das man spinnt und das dass ja nicht so schlimm wäre. Dann nimmt man halt Binden, dann nimmt man halt Tabletten gegen die überaktive Blase, dann hat man halt keinen oder schlechten Sex ect. Ich habe immer das Gefühl das mir scheinbar kein gutes Körpergefühl zusteht nachdem ich ein Kind bekommen habe.

Janette — Do, 01/25/2018 - 15:40

Ich finde es gut, dass ein solches Thema hier angesprochen wird. Ich vermute, dass es vielen Frauen nach der Geburt ähnlich geht, aber es aus Scham verschwiegen wird. Alles Gute, Kathi

Vik — Do, 01/25/2018 - 17:12

Ich habe wirklich geglaubt, dass es zu weite vagina nach einer Geburt gar nicht gibt, bzw. Es tatsächlich mit Beckenbodentraining in den Griff zu bekommen ist. Das muss furchtbar sein. Ich weiß noch wie unwohl ich mich nach der Geburt des 1. Sohnes gefühlt, weil Der Körper sich nun mal Verändert. Ich wünsche alles Gute für die Op und die Zeit danach!

Frauenärzte — So, 08/19/2018 - 17:06

Wir in Berlin führen die Vaginalstraffung regelmässig und erfolgreich durch und können zur Op raten, wenn die Beschwerden wie geschildert bestehen. https://www.frauenaerzte-am-potsdamer-platz.de/

Ines — So, 03/24/2019 - 11:32

Hallo, Nun ist deine OP eine Weile her und würde mich über eine Rückmeldung von dir freuen, bezüglich des Heilungsprozesses und deinem jetzigen Wohlbefinden. Ich habe mich auch für eine Vaginalstraffung entschieden. Die OP ist nur einige Tage her und ich habe dass Gefühl, dass mir jeden Moment etwas rausrutscht... Ist dass normal? Da ich mich nicht traue zu fest meinen Muskel anzuspannen vielleicht? - tut nämlich noch weh und ich nehme noch Schmerzmittel ein. Bin aber auch empfindlich und bei mir heilt alles generell langsamer. Hättest du auch so ein Gefühl? Bin total angespannt deshalb und da heute Sonntag ist, kann ich meinen Arzt nicht fragen... Ich hoffe es ist alles gut verlaufen (wurde mir zumindest so nach der OP bestätigt)

Slavcheva — Di, 05/28/2019 - 06:46

Hallo ines bitte gib mehr info uber op bist du zufrieden von ergebnis und bei welche arzt waren Sie

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