Landleben

04/03/2015 - 08:30

Land-Mama Lisa

Verfrühte Midlife Crise? Nein, keine Krise. Eher eine Frage an die Zukunft: Wo soll´s denn hingehen?

Ihr Lieben, ich stehe gerade an einer Schwelle. Es ist merkwürdig, dass diese Phase mich gerade so wuchtig überkommt, aber ich habe das Gefühl, mittendrin zu stecken in einer Häutung. Heißt es nicht, dass sich auch der Mensch alle sieben Jahre häutet also seelisch?

In diesem sehr netten Text im Abendblatt lese ich:
"Alle sieben Jahre häute sich die Seele eines Menschen, heißt es; er ändert sich, und kurz darauf sein Leben, brennt durch, schmeißt dem Chef die Klotten vor die Füße, lernt Ukulele oder behauptet plötzlich, Liebe sei ein Recht und nicht mehr als Geschenk anzusehen. Zumindest in der Numerologie und Astrologie hat die Frist "Sieben" heilige Bedeutung, und auch die indische Chakrenlehre glaubt an "Lebensthemen", die alle sieben Jahre wechseln. Mit Esokram hab ich sonst nicht viel am Hut (aber Parkplatzbestellungen beim Universum funktionieren wirklich!), und frage nun all jene, die in diesem Jahr 35, oder 28, 21 oder 42, 14, 56 oder sieben Jahre alt werden: Merken Sie auch was?"

Tja, also ich merke was. Ich möchte jetzt nicht Ukulele lernen, aber wenn ich sieben Jahre zurückdenke, war ich da gerade schwanger mit meinem letzten Kind (und meinem vorletzten, aber das tut in diesem Fall nichts zur Sache). Es ist sieben Jahre her, dass ich zum letzten Mal schwanger war. Ein Wahnsinn! Und ich bestelle nicht einmal Parkplätze beim Universum und merke trotzdem, dass sich bei mir gerade etwas tut, dass ich eine neue Herausforderung suche.

Ob das jetzt zufällig genau sieben Jahre nach Beendigung meiner Familienplanung passiert oder nicht: Irgendwas tut sich bei mir gerade. Nur wohin soll das führen? Grübel, grübel, grübel.

Baue ich eine Scheune aus und biete Kurse für müde Mütter an? Bewerbe ich mich um eine Festanstellung in einem Büro und versuch doch nochmal eine (andere) Karriere? Kauf ich mir ein Pony oder zwei und mache meinen Kindheitstraum (und den meiner Tochter) wahr? Oder sollen wir als Familie einfach nochmal ein Jahr ins Ausland? Mit deutscher Schule und Fremdsprachen und neuer Kultur und möglichst auch Sonne und Strand? Zu jeder dieser Fragen schreit mein Kopf und mein Bauch: JA! Und: NEIN!

Vermutlich würde mir ein sechswöchiger Aufenthalt im Kloster helfen oder im Wald. Mit Schweigen und Besinnung und Nachdenken. Buh, bei dem Gedanken wird mir ganz schlecht. Ich möchte REDEN und ich möchte GESELLSCHAFT. Immerhin das weiß ich ganz klar und deutlich. Also schiebe ich meine Gedanken zwischen Fischstäbchen-Anbraterei und Job-Anfragen und Geschwisterstreit und Nachtschlaf. Und hoffe, dass ich irgendwann zu einem Ergebnis komme.

Kennt Ihr sowas? Ja? Und zu welchem Schluss seid Ihr dann gekommen?

 

Tags: Frau, 30, Gedanken, Zukunft, Job, Herausforderung, Selbstfindung

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Kommentare

RonjaMama — Mi, 03/04/2015 - 11:10

Mit nun 36Jahren und doch durch Ronja wieder am Anfang,kenne ich das Gefühl leider sehr gut.Bei mir steht jetzt all das nochmal an,was ich für mich vor 7Jahren abgeschlossen hatte. Alles ist auch hier im Umbruch und mit Kosmosbestellungen habe ich es nicht so(Bestellservice nutz ich nur für AsiaLieferservice) Was mir beim nachdenken hilft,ist witzigerweise eine fies verschleppte Grippe mit Bettruhe,sonst Krankenhausandrohung.Hoffe also bis zum Ende des Antibiotikums auch einen Zukunftsplan zu haben. Und bitte lass das Pony sein!Dann eher ne Katze,meine Wird übrigens bald 14. Liebe Grüße aus dem Krankenbett Kerstin

Miriam — Mi, 03/04/2015 - 11:13

Kenne ich nur zu gut!Mein Ergebnis lautete: Ich möchte noch einen Nachzügler ;-) Allerdings kommt dieser jetzt nach dem Sommer auch schon wieder in den Kindergarten und die Phase der Neuorientierung beginnt wieder von vorne ;-)Allerdings wird es dann wohl auf eine Stundenaufstockung im Job hinauslaufen und nicht auf ein viertes Kind...

Svetje — Mi, 03/04/2015 - 11:22

Dass man sich alle paar Jahre häuten muss, kenne ich. Nur kommt es bei mir leider nicht planbar alle sieben Jahre, sondern unhöflicherweise recht unregelmäßig. In der Pubertät hat man das Gefühl, sich neu erfinden zu müssen, beinah täglich. Aber das ist ja auch ein Sonderstatus, also lassen wir das mal außen vor. Sobald ein Lebensabschnitt beendet ist - Schule, Studium, erster Job - kommt bei mir der Drang nach Neuem. Mit 36 habe ich mein erstes Kind bekommen. Alles ist noch so neu, dass ich -gefühlt- die nächsten 7 Jahre keine Lust auf Häutung habe.

Mama³ — Mi, 03/04/2015 - 11:41

JA, das kenne ich und es kommt bei mir nicht nur alle sieben Jahre vor ;-)Aber immer wenn ich dann ins starke Grübeln verfalle und zu gar keinem Ergebnis komme, kommt zum Glück Herr Alltag und zeigt mir, dass es auch hier im JEtzt genug Herausforderungen und vor allem Schöne Dinge gibt und meist denk ich dann nach ein paar Tagen, dass alles gut ist so wie es ist. Liebe Grüße & viel Erfolg beim Finden Stephi

Jule — Mi, 03/04/2015 - 13:54

Hier auch. Danke für den Beitrag. Gestern habe ich noch gedacht, ein Facelifting wie von Stadtmama Katharina wäre die Lösung. Aber nein. Meine große Tochter wird demnächst 7. Und es geht mir GENAU SO. Und zum Nachdenken zwingen uns die äußeren Umstände, es steht eine Entscheidung aus, die Familie langsam mal auf aussteigen oder durchstarten vorzubereiten. Dazwischen scheint es nichts zu geben. Die Strukturen der letzten sieben Jahre haben sich komplett aufgelöst, das Drin-Gefühl auch. Meine Tochter wünscht sich auch ein Pferd. Ich wünsche mir eine Idee...

Tatjana — Do, 03/05/2015 - 00:34

Ich finde das klingt gut - deine Hin- und Hergerissenheit, da bewegt sich viel und du bist im Fluss, auch wenn noch nicht klar ist, ob du mit oder gegen den Strom fließen wirst. Gerade solche (Neuorientierungs-)Phasen im Leben sind wertvoll, weil sie einen persönlich weiterbringen. Ich kann dir auch keinen supertollen Tipp geben, außer dir sagen, dass es gut klingt, wie du dich mit dir auseinandersetzt. Ich finde, es gut - auch wenn das hier ein Mamablog ist - wenn der Fokus wieder mehr zurechtgerückt wird nach den intensiven Kinderjahren mit wenig Zeitpuffern für die eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Das habe ich zumindest (meine Kids sind 8 und 4) in letzter Zeit verstärkt gemacht - mich selbst wichtig nehmen und mehr mein Ding machen. Auch wenn die Family natürlich immer noch das Wichtigste ist und ich das nie missen möchte, aber es ändert sich halt, die Kids brauchen einen schon noch viel, aber eben anders, wenn sie größer werden. Da gibt es wieder mal Platz für Neues. Es können ja auch kleine Dinge sein, es muss nicht immer das komplett neue Leben im Ausland oder so sein. Das ist zumindest meine Meinung dazu. Mein Weg fing da an, wo ich mich wieder mehr mit meinen Wünschen wahrgenommen und die auch umgesetzt habe. Viel Spaß auf deinem spannenden Weg!

julia — Mi, 11/28/2018 - 12:10

...zu erfahren, was aus Dir geworden ist:) Ich habe Deinen Artikel von 2015 erst jetzt gelesen. Jetzt haben wir 2018 - gibt es einen "follow up" Artikel dazu? Bin gespannt. Du sprichst mir aus der Seele. GRüße an Katharina:) Julia Mantler

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