Produkttests

18/10/2017 - 12:30

Anzeige

Warum ich glaube, dass Kinder von Haustieren ganz viel über das Leben lernen können

Das erste Mal, dass ich aus Freude weinte, war der 24.12.94. Ich weiß das so genau, weil dieser Tag die Erfüllung meines allergrößten Traumes bedeutete: Unter dem Weihnachtsbaum stand ein kleines Päckchen. In diesem Päckchen lag ein Zettel. Ich solle doch mal in die „bisher so genannten“ Stallungen gehen. Bis die ganze Familie angezogen war, zogen sich die Minuten. Und dann, dann standen sie da: Zwei kleine schwarze Miniponys. An ihrem Stall zwei Weihnachtskugeln. Und ich konnte nur noch schreien vor Glück und mir liefen die Tränen.  

Meine Eltern hatten immer gesagt: Wir verschenken keine Tiere zu Festlichkeiten. Und nun das. Ich ritt seit meinem sechsten Lebensjahr zweimal pro Woche. Ich war ein kleines Pferdemädchen und verbrachte die liebste Zeit im Stall. Doch keiner aus meiner Familie teilte diese Liebe. Und so machten meine Eltern von Anfang an klar: Ein eigenes Pferd wirst du nicht kriegen. Wenn du später einen Freund hast oder ins Ausland willst, kann es niemand von uns reiten. Ja, sagte die Vernunft. Gemein, sagte mein Herz. Und nun diese Miniponys. Warum? Weil man die nicht regelmäßig reiten musste. Weil eh schon zwei Esel in unserem Garten standen, für die der Hufschmied regelmäßig kommen musste. Ich war im Himmel! Ich konnte kaum schlafen in der ersten Nacht, zu aufgeregt war ich, wie der nächste Tag wohl werden würde – mit MEINEN zwei Ponys.

Sie waren so groß wie Hunde. Ich nahm sie mit zum St. Martins-Singen und teilte den Mantel über ihnen. Ich baute Hürden und sprang mit ihnen an der Leine drüber. Ich brachte dem einen Wälzen und Steigen auf Kommando bei. Es hieß aber auch: Nächtelang mit den Kleinen ums Haus rennen, wenn sie von einer Kolik geplagt wurden. Stall ausmisten bei Schneeregen im Winter. Urlaubsvertretungen finden, die sich kümmern, wenn wir mal weg sind. Da mussten meine Eltern viel auffangen. Als Kind wusste ich das nicht wirklich zu schätzen. Heute als Mutter denke ich: Wow. Ein Pferd könnte ich neben den drei Kindern eigentlich nicht stemmen. Wir haben uns für Kaninchen entschieden. Jedes unserer Kinder besitzt eines. Sie heißen Mimi, Dela und Steffi. Sie durften die Namen selbst aussuchen. Und ich mag sie. Und ich liebe es, die Kinder im Kontakt mit ihnen zu sehen. Ihnen zu zeigen, dass auch Tiere jeden Tag Futter und Wasser brauchen. Dass Tiere auch sterben können, wenn sie krank sind. Wir haben schon einige kleine Mümmler zusammen begraben. Mit Blümchen und echtem Abschied. Aber auch das zeigt eben den Kreislauf des Lebens.

Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, dann denke ich an schlüpfende Gänseküken im Brutkasten, an meinen deutschen Riesen (Karnickel), der plötzlich neun Junge im Nest liegen hatte. Ohne die Tiere wäre ich wohl ein anderer Mensch geworden.  Und unsere Kinder wachsen auch mit drei Hunden auf. Die leben hier im Haus, in der Großfamilie. Und für mich ist das wunderbar, denn sie gehören nicht uns. Wir können in den Urlaub fahren oder bei Regen drinnen bleiben, denn dann gehen die echten Besitzer mit ihnen raus, meine Eltern, mein Bruder. So wachsen auch unsere Kinder mit treuen tierischen Begleitern auf, die sogar merken, wenn es ihnen mal nicht so gut geht und sich dann ankuscheln. Die aber eben für uns Eltern nicht noch mehr Verantwortung bedeuten. Ein wundervoller Kompromiss. Ich könnte mir nichts Idealeres vorstellen. 

—HINTERGRUNDINFO: Dieser Beitrag ist Teil der Initiative „Liebe fürs Leben – Tierschutzunterricht für Schulkinder“, die wir total sinnvoll und gut finden. Ziel ist es, die Kinder für die Bedürfnisse und den Schutz von Hund, Katze & Co. zu sensibilisieren und sie über artgerechte Tierhaltung und den Umgang mit den Tieren aufzuklären. In dem Projekt engagieren sich der Tiernahrungshersteller PURINA und der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) gemeinsam. Die Tierschutzlehrer vermitteln alle Themen kindgerecht, spannendund spielerisch. Dabei ist der Tierschutzunterricht frei von Werbezwecken oder Markennennungen und wird bundesweit kostenlos für Grundschulen angeboten. Wer Interesse hat kann auf der Initiativen-Homepage kostenlos die Tierschutzlehrerin buchen. Wir finden das eine super Idee, um Kinder für Haustiere zu sensibilisieren und ihnen klar zu machen, dass ein Haustier wirklich eine Liebe fürs Leben ist - und kein kurzfristiges Spielzeug.

 

Tags: Haustiere, Tiere, Pflege, Purina, Initiative

Das könnte dich auch interessieren...

Kommentare

Micha — Mi, 10/18/2017 - 15:07

Schöne Initiative! Danke fürs Vorstellen und den netten Erfahrungbericht. Als Tierarzt kann ich auch immer wieder den "Blauen Hund" der Deutschen Veterinärmeizinischen Gesellschaft empfehlen. Der Blaue Hund steht für ein länderübergreifendes Projekt aus der Hundebiss-Prävention mit dem Ziel, Bissverletzungen bei Kindern zwischen 3 und 6 Jahren zu verhindern. http://www.dvg.net/index.php?id=1287

Manuela — Mi, 10/18/2017 - 16:11

Wir haben drei Kinder, drei Katzen und drei Hasen (muss ja schließlich gerecht sein) ;O) unsere große Tochter geht einmal die Woche zum Reiten und wenn wir irgendwo unterwegs sind zu einem Ausflug oder im Urlaub, darf irgend etwas mit Tieren nicht fehlen ;O) Ich bin als Kind auch immer mit einer Hauskatze groß geworden und durfte, als ich älter war, einen Hamster und dann ein Meerschweinchen haben und ja, auch ich würde sagen, dass die Tiere einem helfen, ein besserer Mensch zu sein. Wir alle, in der ganzen Familie sind sehr tierlieb. Ich finde es zwar auch oft sehr anstrengend mit so vielen Tieren und Urlaubsvertretung, aber es ist auch einfach so schön, bereichernd und beruhigend mit Tieren zu leben. Unsere Kinder lernen so auch Verantwortung zu übernehmen und haben immer ein Tier zum Trösten oder Kuscheln.

Andrea — Fr, 10/20/2017 - 09:06

netter Bericht, der leider an der Realität der meisten Menschen vorbeigeht! Die wenigsten leben mit einer Großfamilie unter einem Dach, die Zeit hat, sich um die Tiere zu kümmern. Ebenso wenig gefällt es mir, dass Sie nur die positiven Seiten aufzeigen der Haustierhaltung, da Ihnen die negativen (wie z.B. angebunden sein, nicht in den Urlaub fahren zu können) ja glücklicherweise abgenommen werden. Zu den Kaninchen erscheint mir Ihre Darstellung auch etwas einseitig. Nach meinen Erfahrungen wollen Kaninchen am liebsten in Ruhe gelassen werden und eignen sich kaum als Spielgefährten oder zum Streicheln

Neuen Kommentar schreiben