Stadtleben

25/05/2016 - 07:00

Stadt-Mama Katharina

Warum ich mich manchmal wie meine eigene Mutter anöre...

In der Pubertät fand ich meine Eltern ...ääähhhmmm... nervig. Meiner Einschätzung nach durfte ich immer weniger als alle anderen. Endete eine Party um 23.30 Uhr, holten mich meine Eltern eine Stunde früher ab.

Überhaupt fand ich es wahnsinnig ungerecht, dass sie alle Entscheidungen treffen, bloß aus diesem blöden Zufall heraus, dass sie älter sind. Dabei übersahen sie völlig, wie reif und erwachsen ich eigentlich schon war. Räusper, räusper...

Naja, im Rückblick muss ich doch gestehen: Meine Eltern haben das eigentlich echt ganz gut gemacht.

Und gehen wir noch ein paar Jahre zurück, fallen mir tausend Sätze sein, die ich als Kind gehasst habe.

Die ich niemals sagen wollte – und die mir jetzt doch ab und zu rausrutschen....

Hier mal eine Liste der „Sagen-fast-alle-Eltern-und-hassen-alle-Kinder“-Sätze:

1. Du machst das jetzt, weil ICH es sage.

2. Man kann nicht alles haben

3. Ich zähl jetzt bis drei

4. Es ist mir egal, was die anderen dürfen

5. Warum muss ich eigentlich immer alles zehnmal sagen?

6. Jetzt ist aber sowas von Feierabend!

7. Wenn Du jetzt nicht mitkommst, geh ich allein

8. Sonst geht Ihr SOFORT ins Bett

Jaja, mir ist schon klar, dass ich mich mit diesem Outing für immer disqualifiziere, einen Erziehungsratgeber zu schreiben. Aber ist es nicht ganz generell so, dass wir Mütter auch nur Menschen sind? Dass wir uns zwar Dinge vornehmen können und sie an 98 Prozent der Tage auch wirklich gut machen – und dann hat man einen miesen Tag und bricht mit allen seinen Vorstellungen?

Ich glaube, dass es ganz normal ist. Dass wir deswegen nicht abends ins Kissen weinen müssen oder irgendwo Abbitte leisten müssen. Wir machen das alles, so gut wir können. Genau wie unsere Eltern keine Heiligen waren. Einiges, was sie getan haben, finden wir heute vielleicht auch noch genau so doof wie zu Teenie-Zeiten. Und einiges finden wir vielleicht gar nicht mehr so dumm.

Das Wichtigste ist, dass wir unser Leben für unsere Kinder geben würden. Dass wir sie mit jeder Faser unseres Herzens und unseren Körpers schützen wollen. Dass wir sie lieben, so wie sie sind. Dass wir sie annehmen, in ihrer Besonderheit und in ihrer Unterschiedlichkeit. Dass sie merken, dass wir hinter ihnen stehen.

Wenn das so ist, werden sie uns den einen oder anderen blöden Spruch ganz sicher verzeihen...

 

 

Foto: like.eis.in.the.sunshine / photocase.de

Tags: Eltern, Beziehung, Erziehung, Teenager, Pubertät, Grenzen, Liebe

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Kommentare

Sigrid — Mi, 05/25/2016 - 08:14

Klar sind das ales Floskeln, aber in Nr. 2 und Nr. 4 steckt schon auch etwas Wahrheit. Kinder können nicht einfach alles haben und auch nicht nicht, wenn es die anderen haben. Nur weil z.B. A, B, und C ein Smartfon haben, gibt es bei uns jetzt noch keines.

Vera — Mi, 05/25/2016 - 08:33

Ich denke, dass es sogar ganz wichtig ist, dass wir Mamas wie Menschen und nicht wie professionelle Pädagogen agieren. Da halte ich es ganz mit Pareto - wenn ich zu 80% kindgerechte und altersadäquate Erklärungen gebe, darf ich auch ab und an mal sagen "Weil es so ist!" ;-)

Isabel Falconer — Mi, 05/25/2016 - 11:55

Liebe Katharina, durch Dein Outing qualifizierst Du Dich eher, einen Erziehungsratgeber zu schreiben, als umgekehrt! Denn genau so ist es: wir Mütter sind Menschen, wir machen Fehler und wir geben jeden Tag unser Bestes. Danke für diesen offenen Beitrag. Liebe Grüße, Isabel von magna-mater.de

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