31/05/2014 - 21:49

Stadt-Mama Katharina

Warum mein Sohn nicht alles auf dem Spielplatz teilen muss und andere Sandkasten-Regeln

Hallo Lisa, 

hach, was für ein schöner entspannter Tag heute. Vor allem deshalb, weil nur 50 Prozent meiner Kinder zugegen waren. Pausti war mit Maxime in unserer Datsche am See, das heißt Baby Cleo und ich hatten Girls Day und konnten mal die Ruhe im Haus genießen. Ich dachte ja auch wirklich, ich komme zu etwas, aber dann hat mich die kleine Lady verführt, drei Stunden lang Mittagsschlaf mit ihr zu halten, der Rest des Tages war dann aufräumen und Abendessen vorbereiten für den heimkehrenden Maxime, dem es seit Neuestem erlaubt ist, im Bett zu spielen bis er von selbst einschläft, solange er das Bett nicht verlässt...

Naja, in jedem Fall bin ich um jeden Tag im Leben meines Sohnes froh, den er draußen in der Natur verbracht hat, weil ihm das selbstredend guttut. Da wir ja in der Stadt, also in Prenzlauer Berg in einer Dachwohnung leben, ist das ja logsicherweise nur am Wochenende möglich, in der Woche tingeln wir dann durch die Spielplätze im Kiez. Und ja, Lisa, ich habe sie hassen gelernt. Nicht schon immer, aber seit Kurzem, seitdem ich ein kleines Baby habe. Seitdem fühle ich mich so als könnte ich es keinem Kind mehr Recht machen. Ich meine, für die zwei Monate alte Cleo ist der Spielplatz natürlich too much. Zu viele Kinder, zu viele Reize, zu wenig Mama exklusiv. Und klar ist der Große dann stinkbeleidigt, wenn er schon zwei Stunden nach der Kita um halb sechs wieder mit mir nach Hause muss, während alle anderen Kinder noch toben als gäbe es kein Morgen. Tja, aber das ist dann eben der Moment, wo bei Cleo (und auch mir!) echt der Hammer fällt...

Generell ist es aber auch so, dass ich als Baby-Mutter neuerdings sehr genervt von Spielplätzen bin. Sie sind so eine Art unumgängliche Qual geworden. Ich hole Maxime um drei von der Kita ab, eine Uhrzeit wo ich schlecht sagen kann: "Komm, wir gehen jetzt nach Hause und bleiben den Rest des Tages drin." Eine Zeit allerdings, zu der das Baby eigentlich schon genug Input für den ganzen Tag hatte...

Und dann kommt es halt immer zu diesen Nervsituationen. Ich stille auf der Bank und Maxime heult, weil das größere Kind, seine Riesen-Schaufel hat, das einzige Spielzeug, mit dem er seit Wochen wirklich spielen will. Er will nicht teilen, er will einfach nur mit DIESER Schaufel spielen und die Welt um ihn herum kann sich weiterdrehen wie sie will. Und ehrlich: Ich kann meinen kleinen Sohn verstehen. Ich will auch nicht in einer Welt leben, in der das Recht des Stärkeren gilt. Ich glaube, das wollen wir alle nicht. Niemand will sich mit dem neuen Spiegel in ein Café setzen und einen Cappucino bestellen, damit dann ein großer Mann kommt, einem den Spiegel aus der Hand reißt und sagt: "Meiner!!!" Wenn man sich dann beim Kellner beschwert über den Herrn, sagt dieser dann: "Ja, Sie müssen halt lernen zu teilen." 

Ja, das wäre eine ganz schön absurde Welt, aber Kleinkinder leben in genau einer solchen. Ja, sicher, mein Sohn muss auch lernen zu teilen, aber diese Stringenz mit der manche Eltern ihren Kindern dann Spielzeuge entreißen, um sie anderen zu geben, finde ich dann schon verwunderlich. 

Diese albernen Regeln, denke ich dann und ich fand sie schon als Kind blöde: 

+ Weggegangen, Platz vergangen. + Spielt doch zusammen Ball + Erst spielt der Junge/das Mädchen mit Deinem Bagger und dann Du. + Wollt Ihr nicht zusammen spielen (auf das wildfremde Kind deuten). 

Ach, Lisa, wahrscheinlich bin ich einfach nur grundgenervt oder zu entspannt...

So, ich schaue jetzt die neue Staffel "House of Cards". Endlich!

Mach's gut und schönen Abend Ihr Lieben und liebe Kritiker: Bitte lasst mir diese paar (sinnlosen) Gedanken, es ist Wochenende...

Eure Caro xxx

Tags: Stadt-Mama Caro

Das könnte dich auch interessieren...

Kommentare

Julia — Sa, 05/31/2014 - 23:46

Liebe Caro, ich musste bei diesem Post gleich an das Buch "Beyond the sling" von Mayim Bialik denken, das ich gerade gelesen habe. Mayim Bialik ist die Schauspielerin, die "Amy Farrah Fowler" in The Big Bang Theory spielt und ebenfalls eine Attachment Parenting Mom. Sie schreibt in diesem Buch (unter anderem), warum sie ihr Kind nicht zwingen möchte zu teilen. Zum einen, da Kleinkinder noch nicht verstehen können, warum sie etwas hergeben sollen, das sie doch eigentlich selbst gerne hätten. Es ist also ein erzwungenes Teilen, kein freiwilliges, was die Idee des Teilens ja im Grunde genommen ad absurdum führt. Der zweite Gedanke, und den finde ich besonders bemerkenswert, ist: Wir lehren durch erzwungendes Teilen unseren Kindern von klein auf, dass die Bedürfnisse anderer wichtiger sind als ihre eigenen. Dass sie ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen müssen zu Gunsten anderer. Es geht nicht darum, lauter kleine Egoisten aufzuziehen, die nur ihr eigenen Bedürfnisse auf Kosten der anderen befriedigen wollen; sondern darum, wie man Kinder dabei unterstützen kann, selbst Wege zu finden, durch die Teilen zu einer freiwilligen Angelegenheit wird, bei denen zugleich ihre eigenen Bedürfnisse nicht zu kurz kommen. Die Autorin gibt ein paar, wie ich finde, sinnvolle Tipps dazu, ich kann das Buch echt empfehlen. Alles Liebe Julia von Mama, Couch & Coach mamacouchcoach.de

Petra — So, 06/01/2014 - 07:53

Warum sollte Maxim etwas teilen was Ihm gehört? Muss er doch nicht. Und andere Kinder können auch mal lernen das man warten muss oder auch das der andere nicht teilen will. So ist das nun mal. Liebe Cleo, mach es so wie Du es für richtig hältst. Das ist eh das beste für Euch. Liebe Grüsse nach Berlin, Petra

Liz — So, 06/01/2014 - 11:33

Und Teilen geschieht ja vom Wesen her auf freiwilliger Basis – wenn ihm jemand sein Spielzeug wegnimmt, ist das nicht Teilen, sondern Klauen ;)

Katy — So, 06/01/2014 - 12:57

Ich finde diese erzwungene Teilerei auch etwas anstrengend, vor allem weil Erwachsene auch nicht unbedingt die groessten Teiler dieser Erde sind. Gerade wenn es seine Schaufel ist, mit der er gerade spielt, warum sollte er sie abgeben. Das kann man auch den anderen Kindern sagen. Sie gehoert ihm, und er spielt jetzt damit und fertig. Wir erwarten ja auch, dass andere unser Eigentum respektieren, und geben auch nicht jedem unser Auto, Fahrrad, Telefon, Haus etc.

Katarina — So, 06/01/2014 - 15:05

Ich sehe das genauso. Am besten finde ich die Mütter, die nebenbei Kaffee trinken, (Trink ich auch aber ich spiele auch mit meinen 4 Söhnen)mir zuschauen wie ich mit ihrem Kind spiele und wenn meine keine Lust mehr auf das Fremde haben, sagen:"komm Schätzchen die möchten nicht teilen." Da könnte ich ausflippen . Hab gerade mit deinem Kind ne Stund gespielt......Blöde Ku... Sag ja auch nicht."Gib mir mal deine Autoschlüssel. Kannst ja dein Auto auch mit mir teilen!" Am besten sind die, die ungefragt das Spielzeug nehmen, die Eltern dabei zuschauen. Mein Kind natürlich sauer hinterher. Will sein Spielzeug haben und wird dann blöd von den anderen Eltern angemacht:"Das kannst du ihm auch netter sagen." Ich nur:" Man könnte ja auch mal FRAGEN." Wenn ich ihre Handtasche nehmen, würden sie mir auch hinterherrennen!" Generell. Die meisten Kinder und Eltern haben auf dem "Spielplatz" alle Benimmregeln vergessen! Bitte, danke!

Akathina — So, 06/01/2014 - 18:55

Zu dem Post will auch ich mich mal äußern, da ich hier super Erfahrungen in der Kita meiner Tochter gemacht habe. Die Kleine wurde gerade einen Monat eingewöhnt und dort wird das Prinzip gelebt, dass das Kind das gerade mit etwas spielt das auch so lange tun darf bis es fertig ist. Das andere Kind muss eben warten oder fragen. Das wird konsequent von den Erzieherinnen auch so gehandhabt und die Kids lernen meiner Meinung soziales Verhalten. Klar gibt es auch dort mal Ärger, aber das haben die Mädels dort super im Griff. Nicht krampfhaft sondern eigentlich das natürlichste der Welt. Ich bin da sehr happy drüber. Klar sind auf dem Spielplatz nicht immer nur solche Kinder, aber dieser Ansatz hilft mir sehr für mich eine klare Linie zu haben ohne schlechtes Gewissen und zu wissen, dass es eigentlich auch bei den Kleinsten Super funktioniert...

M — So, 06/01/2014 - 20:08

So wird es bei uns in der Krippe auch gehandhabt, und so halten wir und unsere Freunde es auch. Wenn es weg genommen wird, wird es auch wieder zurueckgegeben. Klar, gibt das mal Gemecker, aber da muss man dann durch.

M — So, 06/01/2014 - 20:10

Hallo Caro, interessanter Ansatz um Maxime ins Bett zu bringen. Funktioniert das fuer euch gut? Wie haltet ihr es mit Licht und so weiter? Was fuer eine Art Bett hat er? Und wie lange dauert es so, bis er einschlaeft? Wie oft muesst ihr intervenieren? Im Bett bleiben, oder in seinem Zimmer? Sorry, Fragen ueber Fragen, aber wir sind auch auf der Suche nach neuen Ideen fuer unseren Sohn.

M — So, 06/01/2014 - 20:12

PS: Zwei Stunden Spielplatz - da haelst du aber echt lange durch. Ich bin meistens nach einer halben Stunde schon mehr als bedient.

Christina — So, 06/01/2014 - 20:45

Zum Teilen: sehe ich auch genauso, eigene Sachen müssen nicht "von Gesetz wegen" geteilt werden, die darf man auch einfach nur mal für sich wollen, ohne sich zu rechtfertigen. Zum Spielplatz an sich: Wow, jeden Tag so lange Spielplatz, Hut ab. Da bin ich viel egoistischer und finde durchaus, dass ich meiner Tochter (knapp 3) auch mal einen Nachmittag zu Hause zumuten kann. Klar unternehme ich gerne was mit ihr, aber ich sehe es nicht als meine Pflicht an, sie jeden Tag zu "bespaßen", sondern es gibt Tage, da sind wir auf dem Spielplatz und solche, da mache ich meinen Kram und sie muss "mitlaufen". Und an den allerbesten besuchen wir gleichaltrige Kinder mit lieben Mamas :-) Was mich wundert, sind Deine Bedenken wegen Cleo auf dem Spielplatz, aber vielleicht hab ich da einfach auch Glück mit meinen Kindern. Mein Baby-Sohn ist einen Monat älter als Cleo und ich kenne zwar gut die Situation, gerade dann stillend dazusitzen, wenn die Große gerade meine Hilfe bräuchte oder , egal ob er im Tuch oder im KiWa ist, das Gefühl zu haben, das falsche Transportmittel gewählt zu haben, weil genau das andere jetzt praktischer wäre. Aber dass ihm das zu viele Reize sind? Die meisten Babys schalten doch in dem Alter einfach ab, wenn es zu viel wird. Das soll keine Kritik sein, Du kennst Deine Cleo natürlich. Aber manchmal macht man sich als Mama ja mehr Gedanken als sein müsste.

Julia — So, 06/01/2014 - 22:47

so gut, liebe Caro! Meine Kleine ist ja auf den Tag genau wie Cleo und ich finde Spielplatz zur Zeit eher nervig weil unserer (in Wilmersdorf) bei schönem Wetter supervoll ist, auch mit vielen großen Kindern, die nicht immer besonders rücksichtsvoll spielen auf die Kleineren und mein Sohn (2 J.2 Monate) gern mal umgerannt wird oder so…generell ist er im Moment sehr empfindlich und jedes Kind, das ihm zu nah kommt (oder ihn mal unsanft anfasst/schubst etc), löst einen untröstlichen Heulanfall aus… :( er tut mir da echt so leid aber er kann sich noch überhaupt nicht wehren und ist völlig überrumpelt von offensiveren/aggressiveren Kindern, egal ob jünger oder älter. Aber das ist ein etwas anderes Thema…Fakt ist, Spielplatz muss sein, aber ich hätte dann auch immer gern einen Klonzwilling, der hinrennen kann, wenn er vom Klettergerüst fällt o.ä. und ich hab grad die Kleine im Arm/stille/etc. Und sie findet den Trubel nicht schlimm, aber im Kinderwagen wacht sie trotzdem gern mal auf und in der Trage geht es nur, solange sie schläft - wenn sie aufwacht möchte sie aus dem Teil raus und sich bewegen… also wie Christina schreibt, immer das falsche Transportmittel! besonders schön ist es auch, wenn der Große nicht nach Hause laufen will, sondern getragen werden möchte…:-)) Lieben Gruß, Julia

Anni — Mo, 06/02/2014 - 09:39

Diese "Spielplatzregeln" nerven mich auch. Teilweise weiß ich für mich selbst nicht genau, was jetzt richtig ist. Und ganz oft krieg ich eine Situation ja auch gar nicht vollumfänglich mit, um entsprechend zu reagieren falls es nötig ist. Aber am allerdoofsten finde ich, dass so viele Eltern überhaupt so oft einschreiten oder erwarten, dass man selbst etwas tut oder sagt. Meistens wirds dann doch nur schlimmer. Ich finde, man sollte die Kids auch mal machen lassen. Da gehören für mich auch kleinere Konflikte und Streitereien dazu. Und Caro, ich würde mich nicht täglich auf den Spielplatz quälen, wenn es Dich nervt.Dein Sohn trägt bestimmt keinen Schaden davon, wenn er nur 3 oder 4 mal die Woche nach der KiTa auf den Spielplatz kommt, anstatt 5 mal :-) Ich geh mit meinen beiden wenn sie nicht nach Hause wollen sonst einfach spazieren, oder bummeln in der Stadt, oder auch Einkäufe erledigen. Das mögen beide gern. Ich hahatte/habe ganz oft den Wagen und eine Trage dabei. Und manchmal renne ich auch mit allem und Kleinkind der Großen auf dem Fahrrad hinterher ;-)

Lena — Mo, 06/02/2014 - 09:44

Liebe Caro, was das Teilen auf dem Spielplatz betrifft schließe ich mich Dir an und auch ich finde es mit Stillbaby und Kleinstkind zusammen sehr anstrengend dort manchmal. Aber ich kann Dich beruhigen, diese Sorte Input schadet einem Baby überhaupt nicht. Ich habe mir den Kleinen immer umgebunden und wenn er müde oder "overdosed" war, ist er halt ganz nah bei mir eingeschlafen. Wenn Du der Philosophie (die ja durchaus verbreitet ist und auch ihre Richtigkeit hat in Maßen) anhängst, dass Babys nicht zu viel Stress haben sollten, und Dir deswegen Sorgen machst, finde ich es allerdings überaus inkonsequent, der kleinen schon so eine Reise nach Italien im Flieger "zuzumuten". Da würde ich mir weit mehr Sorgen machen, denn der Flug, das Schlafen und überhaupt in fremder Umgebung sein, eine gestresste Mama etc. bedeuten meiner Meinung nach viel mehr Aufregung in negativem Sinn für so ein kleines. Aber jeder, wie er will. Es fällt mir nur auf. Für Babies sind andere Dinge schön als für Erwachsene. Einer Reise kann für die Mama schön sein, fürs Baby nicht. Genauso kann der Spielplatz die Mama nerven, das Baby schläft vielleicht gerne an der frischen Luft inmitten von anderen Kindern. Aber jeder Jeck ist anders ;-)

Neuen Kommentar schreiben