Interviews

10/10/2018 - 07:15

Stadt-Mama Katharina

Wenn Mütter ihre Kinder zurücklassen: Meike lebt nun ohne ihrer Tochter

Liebe Meike, wir wollen heute über Deine 7- jährige Tochter sprechen. Sie lebt bei deinem Ex Mann - während Du in den USA lebst. Wie kam das?

Ich habe mich von meinem Exfreund im April 2012 getrennt, da war unsere gemeinsame Tochter gerade 6 Monate alt. Sie hat seit dem immer bei mir gelebt – bis Juni 2017. Ihren Vater hat sie nach anfänglichen Schwierigkeiten seinerseits (er war recht unzuverlässig) regelmässig alle 2 Wochen am Wochenende gesehen und einmal unter der Woche. Leider hatte ich vor der Geburt schon dem gemeinsamen Sorgerecht zugestimmt (da wir nicht verheiratet waren, musste ich das ja extra per Erklärung beim Jugendamt machen).

Dann hast Du einen neuen Mann kennengelernt, der als Soldat beruflich in die USA musste....

Ja, mein Ex hat recht schnell gesagt, er würde einem Umzug unserer Tochter nicht zustimmen. Mit der Begründung, dass er es auf Dauer nicht schaffen würde, den Kontakt zu unserer Tochter aufrecht zu erhalten. Es gab Streit und mein amerikanischer Mann und ich haben uns bemüht, die Situation zu klären. Aber da gab es kein Vor und Zurück, auf keiner Seite.

Ihr musstet diese Frage, ob Deine Tochter in die USA umziehen darf, schließlich vor Gericht klären lassen - wie ging das aus? 

Da wir für mich und dann auch für meine Tochter ein Visum für die USA beantragen mussten und das von den amerikanischen Behörden nicht bearbeitet werden würde ohne klare Zustimmung des Kindsvaters, haben wir uns schliesslich beim Anwalt beraten lassen und nach einem Versuch, die Sache aussergerichtlich zu klären (der Vater meiner Tochter haette lediglich zustimmen müssen, dass ich das Aufenthaltsbestimmungsrecht erhalte), mussten wir im Herbst 2016 das Familiengericht bemühen. 

Ich hatte bis dahin noch nie mit Anwälten zu tun gehabt und war schlichtweg schockiert über den Tonfall, mit dem zwischen den Anwälten schriftlich kommuniziert wurde. Ich hatte nach der Entbindung meiner Tochter und nach der Trennung von ihrem Vater mit Depressionen zu kämpfen, weswegen ich mich auch in Behandlung begeben hatte, das wurde unter anderem hochgezerrt, um zu beweisen, was für eine ungeeignete Mutter ich sei. Ich war Ende 2016 mit unserem Sohn schwanger, das war eine sehr, sehr harte Zeit für uns als Familie. Auch Versuche unsererseits, die miltärische Versetzung meines Mannes in die USA in eine Versetzung in ein anderes europäisches Land umzuwandeln, waren erfolglos und als Resultat hatte mein Mann monatelang mit beruflichen Repressalien zu kämpfen. Das alles machte die Situation nicht unbedingt leichter. 

Wie hast Du die Zeit vor Gericht erlebt?

Die Gerichtstermine an sich waren fuer mich die reine Hölle. Ich bin eher ein emotionaler Mensch und kann Tränen nur sehr schwer zurückhalten. Das waren schlimme Momente für mich, die ich so schnell nicht vergessen werde. Die Entbindung meines Sohnes verlief dann auch unschön und endete in einem Kaiserschnitt, dessen Narbe sich anschliessend infizierte, also musste ich mit Neugeborenem wieder ins Krankenhaus. Zwischen Gerichtsverhandlungen hatte ich also intravenöse Antibiotikagabe und sehr schmerzhafte Spülungen der Wunde... Im Nachhinein denke ich, dass die Wunde sich wegen der ganzen Situation um uns herum infiziert hat, weil meine Abwehr eh schon angeschlagen war.

Wie ging es Deiner Tochter während dieser Zeit?

Für sie war die Situation ganz schlimm. Sie hat beide Elternteile lieb und hat sich auch in die Ecke gedrängt gefühlt, weil sie quasi auf einmal sagen sollte, wen sie lieber hatte. Wir, also mein Mann und ich, haben versucht, der Fairness halber, schonend und kindgerecht und vor allem neutral mit ihr darueber zu reden. Das ist für uns nach hinten losgegangen, da auf der Seite ihres Vaters knallhart „Gehirnwaesche“ betrieben wurde. Bei einer Unterhaltung mit meiner Tochter sagte sie mir z. B., wenn ich ohne sie umziehen wuerde, könnten wir ja per Videochat Kontakt halten. Aber wenn sie mit uns umziehen würde, würde sie ihren Papa ja NIE wieder sehen und das wollte sie nicht. So wurde ihr das von ihrem Vater erklärt. Das macht mich heute noch so wütend, dass mir die Traenen kommen!!!

Meine Tochter wurde von einer Anwältin befragt, die in der Verhandlung nur die Interessen des Kindes vertreten sollte. Die Anwältin fragte meine Tochter unter vier Augen, wo sie lieber leben wolle – in Bayern (wo sie ja alles kannte, weil sie ihr ganzes Leben dort verbracht hatte) oder in den USA (was ihr mit damals 5 Jahren ja rein gar nichts sagte). Natürlich sagte meine Tochter da, dass sie in Bayern bleiben wolle. Kann ich ihr ja nicht verübeln. Dort sind ihre Grosseltern, ihre Kindergartenfreunde, etc. Andererseits hätte die Familie meines Mannes sie mit offenen Armen empfangen (haben sie eh schon, meine Schwiegermama erzählt immer ganz stolz, dass ihr erstes Enkelkind schon so gross ist und Deutsch spricht).

Du standest nun vor der Entscheidung: deine Tochter in Deutschland bei ihrem Vater zu lassen oder deinem Mann zu sagen, er soll ohne Dich und Euren damals neugeborenen Sohn in die USA umziehen - kannst Du uns erzählen, wie es einem mit so einer Entscheidung geht? 

Die Familienrichterin sagte bei einem Termin, sie würde für den Vater meiner Tochter entscheiden und ob ich nicht einlenken wolle, damit würden wir uns den Gerichtsbeschluss ersparen. Ich war zuerst 100%ig dagegen. Ich konnte mir ein Leben ohne mein Mädchen nicht vorstellen. Aber das hätte bedeutet, in die nächste Instanz zu gehen und meine Anwältin erklaerte mir, dass da zwischen den Parteien noch mehr „mit Dreck geworfen“ werden würde. Das hätte ich nicht ertragen können, das hätte mich komplett zerstört. Ich war immer noch dabei, mich von der Sectio zu erholen und die Gerichtsverhandlung zu verdauen und wir mussten mit dem Visumsantrag beginnen, dazu hatten wir ein neugeborenes Baby zuhause... Die Entscheidung fiel dann, als meine Schwiegermutter, die zur Geburt ihres Enkelkindes bei uns in Deutschland zu Besuch war und die ganze Situation natürlich hautnah mitbekam, sagte: „You know, at least your girl is being loved. Her whole family loves her.“  Und das entspricht ja der Wahrheit. Wenn ihr Vater sie nicht lieben würde, hätte er ja nicht so gekämpft. 

Ich habe also schlussendlich eingelenkt. Die schwerste Entscheidung meines Lebens. Ich mache mir immer noch Vorwürfe deswegen und habe auch Angst, dass meine Tochter mir in ein paar Jahren deshalb Vorwürfe macht. Sie hat mich tasächlich damals gefragt, ob ich ihr böse bin... Ich sagte ihr nur, dass ich ihr doch nicht böse sein könne, weil sie ihre Eltern liebt, weil sie ihren Papa auch liebt. Vor kurzem hat sie mich wieder gefragt, ob ich sauer auf sie bin, weil sie in Deutschland geblieben ist. Meine Antwort bleibt die gleiche, wie könnte ich?

Wer hat Dich in dieser Zeit emotional unterstützt?

Ich hatte damals regelmäßige Gespräche mit einer Sozialarbeiterin von der Caritas und ich habe mich natürlich an Freundinnen gewandt. Mein Mann war ebenfalls von Schuldgefühlen zerfressen Ich erinnere mich an einen Freitagnachmittag, an dem ich ihn weinend am Boden sitzend im Badezimmer fand. Er sagte, er sei Schuld, dass unsere Familie zerissen wurde. 

Wie waren die Reaktionen Deines Umfeldes auf diese Entscheidung?

Bei manchen Unverständnis, bei anderen Mitgefuehl. Eine Freundschaft ist daran kaputtgegangen, weil die Freundin sich gegen mich stellte und sehr biestig war zu einer Zeit, in der ich das Gefühl hatte, Freunde sollten doch eher unterstützend sein. Meine Mutter ist wahnsinnig unterstützend im Rahmen ihrer Möglichkeiten und sogar ihre Freundinnnen. Meine grössere Familie spricht nicht darüber, sie wissen alle Bescheid, aber niemand sagt irgendetwas bis auf eine Tante. Das gibt mir das Gefühl, dass sie mich alle schweigend verurteilen. Das ist auf gewisse Art erdrückend.

Eine Bekannte sagte, sie haette auf den Mann verzichtet und wäre beim Kind geblieben. Aber damit wäre unsere Ehe wahrscheinlich auch vorbei gewesen. Es ist für andere natürlich immer leichter, aus der Entfernung zu urteilen und zu behaupten, es sei doch ganz einfach. Ist es aber bei näherer Betrachtung selten...

Wie waren die ersten Wochen ohne Deine Tochter in den USA?

Sehr schwer. Der Flug war schlimm für mich, ich bin mit unserem Sohn allein geflogen und habe immer wieder mit den Tränen gekaempft, weil ich dauernd das traurige Gesicht meiner Tochter beim Abschied vor mir sah/immer noch vor mir sehe. 

Hier in Georgia habe ich mich dann sofort in Aktivitäten gestuerzt, weil ich das Gefühl hatte, wenn ich stillstehe, zerbreche ich. Also habe ich sofort begonnen, den Führerschein zu machen (hatte ich in Deutschland nie), habe in der Abendschule den amerikanischen Schulabschluss gemacht und nach 2 Monaten begonnen, zu arbeiten. Aber jedes Mal, wenn ich mich ein wenig über etwas gefreut habe, hat sich gleich dieses Schuldgefuehl eingeschlichen – wie kann ich es wagen, mich ohne meine Tochter über etwas zu freuen?

Wie haltet Ihr Kontakt?

Wir machen jeden Sonntag zu einer festen Zeit Videochat, dazu schicken wir uns Sprachnachrichten per Whatsapp, das ist immer sehr schön. Durch die Zeitverschiebung wache ich manchmal zu spontan aufgenommenen ausgedachten Liedern meiner Tochter auf, ich schicke ihr manchmal Videos ihres kleinen Bruders und wenn sie bei meiner Mutter zu Besuch ist, telefonieren wir auch immer (meine Mutter wohnt bei ihr um die Ecke). 

Im Februar 2018 war sie mit meiner Mutter bei uns zu Besuch, das war wahnsinnig schön. Da sie noch nicht in der Schule war, konnten sie einen Monat bei uns verbringen. So hat sie jetzt zumindest ein bisschen eine Vorstellung davon, was „die USA/Amerika“ bedeutet. Im September war ich mit ihrem Bruder in Deutschland, weil sie eingeschult wurde. Das war ihr sehr wichtig und ich bin sehr froh, dass ich da war. Ich bin so wahnsinnig stolz auf mein grosses Mädchen!!! Nächsten Sommer kommt sie uns mit meiner Schwester und deren Mann zusammen besuchen (so muss sie nicht allein fliegen). Darauf freue ich mich jetzt schon. Womöglich müssen sie uns dann aber in Asien besuchen kommen, da wir bis dahin wohl wieder umziehen.

Du hast Dir jetzt professionelle Hilf geholt. Warum war Dir das wichtig?

Ich brauchte jemanden ausserhalb der Familie, mit dem ich darüber reden konnte. Mein Mann kann zigmal sagen, er weiss, dass es eine sehr schwere Situation für mich ist und dass ich mich nicht so schuldig fühlen soll, aber wir drehen uns da immer irgendwann im Kreis. Mein Mann soll auch nicht die Rolle eines Therapeuten einnehmen. Ich möchte nicht, dass die Abwesenheit meiner Tochter bzw mein Schuldgefühl quasi ueber unsere Beziehung bestimmt. 

Es vergeht kein Tag, an dem ich sie nicht vermisse, aber seit meinem letzten Besuch in Deutschland weiss ich, dass es meiner Tochter gut geht. Bei ihrer Einschulung hatte ich das Gefühl, dass sie dort ist, wo sie gerade sein soll, auch wenn das ein Eingeständnis ist, dass für mich schmerzhaft ist. Es geht ihr gut ohne ihre Mama. Das bringt mich immer noch zum Weinen. 

Aber ich habe mit eigenen Augen gesehen, dass sie nach wie vor das fröhliche, quirlige und etwas verrückte Maedchen ist, das sie von kleinauf war und das ich so liebhabe. Da habe ich ein bisschen meinen Frieden mit ihrem Vater gemacht, er ist für sie da und es geht ihr bei ihm gut. 

Ich habe aber nach wie vor nicht die Hoffnung aufgegeben, dass sie in einigen Jahren vielleicht bei uns leben möchte und sie weiss, dass sie das nur zu sagen braucht, wir würden dann sofort ihr Visum beantragen. Wir betrachten uns nach wie vor als eine vierköpfige Familie. 

Mütter, deren Kinder nicht bei ihnen leben, werden oft hart angegangen. Dass Väter nicht bei ihren Kinder sind, scheint normaler zu sein. Wie findest du das?

Das ist die gute alte Doppelmoral. Die Rabenmutter, die nicht bei ihrem Kind lebt bzw sich nicht um ihr Kind kümmert (egal, ob sie es nicht kann oder nicht will), ist ein Konzept, dass fest in vielen Köpfen verankert zu sein scheint. Den Begriff „Rabenvater“ hingegen gibt es gar nicht. Aber mit dem Trend der Familiengerichte, eher für die Väter zu entscheiden, ist das alles ja im Wandel. In meinem Fall hasse ich diesen Trend von ganzem Herzen, aber insgesamt bin ich ja auch für die Stärkung der Väterrechte. Das ist ja einer der Gründe, warum diese ganze Entscheidung so schwer war – denn auch mein Mann ist ein Vater. Hätte ich seine Vaterrechte untermauern sollen, ihm seinen Sohn vorenthalten sollen/können? Oder hätte ich ohne Mann und Baby bei meiner Tochter in Deutschland bleiben sollen/können?

Im Englischen gibt es eine Redewendung, die da sehr passend ist: Caught between a rock and a hard place. Genau so habe ich mich gefühlt. Es gab keine „gute“ Entscheidung.

Foto: Pixabay

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Kommentare

Julia — Mi, 10/10/2018 - 08:35

...für mich nach einer Frau, die nicht sehr gut ausgebildet war und stattdessen immer auf die Männer setzt und hinterherzieht. Ich könnte nicht ohne meine Kinder sein.

Melli — Mi, 10/10/2018 - 09:05

Arroganter Kommentar! Ich hab keine Ahnung, wo du niedrige Bildung herausliest - deine Worte sind einfach nur gemein

Andrea — Mi, 10/10/2018 - 09:08

Liebe Julia, ich finde, aus dem sehr emotionalen und gleichzeitig sehr reflektierten Text wird spürbar, in welch großem Dilemma die Verfasserin steckt. Hier aus der Außenposition so hart zu werten, finde ich absolut unangebracht. Ein Urteil ist schnell gesprochen. Ich denke, keine Mutter möchte in den "Schuhen" der Verfasserin stecken. Ich fühle mit Dir, Meike (auch wenn ich nichts Ähnliches erlebt habe und mich daher allenfalls ganz ansatzweise einfühlen kann) und wünsche Dir von Herzen alles Gute und viel Kraft und ein verständnis- und liebevolles Umfeld, das sich nicht herausnimmt, zu werten und zu (ver-)urteilen. Andrea

Jana — Mi, 10/10/2018 - 09:21

Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie sich die Mama gefühlt hat. Ich war in einer ähnlichen, wenn auch beweiten nicht ganz so heftigen Situation. An meine Vorkommentatorin Julia, die anscheinend(hoffentlich)nie in der Situation war: Ich könnte meine Tochter auch nicht allein (bei meinem Ex) lassen. Aber ich weiss auch wie es ist, neu verheiratet zu sein und noch ein Kind zu bekommen und plötzlich grätscht der Ex rein... Ich bin froh letztendlich nicht habe entscheiden müssen, zu wem ich gehe. Das hat nichts zu tun mit gut ausgebildet sein oder nicht!!!

Sarah — Mi, 10/17/2018 - 19:51

Der Vorwurf der Ex würde in die Planung hineingrätschen finde ich ziemlich ungerecht. Er liebt sein Kind ebenso wie die Mutter und möchte nicht, dass sein Kind auf einem anderen Kontinent lebt. Ich finde sein Verhalten absolut nachvollziehbar. Ihn jetzt als Bösewicht darzustellen, weil er nicht einfach die Entscheidung der Mutter hinnimmt, finde ich unpassend. Ein Leben mit so großer räumlicher Distanz, hat denke ich immer eine Entfremdung zur Folge. Das kann man sich nicht schönreden. Ich würde ein Interview mit dem Vater auch sehr gerne lesen, denn ehrlich gesagt kann ich mich mit seinem Verhalten viel eher identifizieren. Niemals könnte ich ohne mein Kind auswandern. Meine Kinder haben immer Priorität, auch vor dem Partner.

Sabrina — Mi, 10/10/2018 - 09:30

... Das muss doch nicht sein! Es geht doch ganz klar aus dem Text hervor das alles unternommen wurde um das Kind bei sich zu haben. Und ja, wäre der Sohn nicht geboren worden hätte ich mir auch gedacht das Kind geht vor, aber auch der Kleine hat das Recht auf den Vater und der ist wie es sich anhört ja bei den Streitkräften und hat somit auch keine Wahl. Sag niemals nie bevor du selbst nicht in so einer verzweifelten Situation warst. Und vor allem der Ton geht gar nicht!

Antje — Mi, 10/10/2018 - 09:10

Ich möchte in keinster Weise über diese Frau oder Situation urteilen, aber sein Kind zurücklassen, nur um mit einem anderen Mann ein Leben aufzubauen, ist für mich unvorstellbar. Ich könnte nie ohne meine Kinder sein. Da hätte ich auf den Mann verzichtet. Und ich finde es toll von diesem Vater, dass er um sein Mädchen gekämpft hat. Alles Liebe für alle Parteien.

In Your Face — Mi, 10/10/2018 - 10:22

Vielleicht war es besser, dass die Tochter bei ihrem Vater bleibt. Dort hat sie einen "sicheren Hafen". Sie hat dort den größten Teil ihrer Familie, ihrer Freunde, kennt die Sprache, usw. Wenn ihre Mutter jetzt wieder umzieht (nach Asien (!)), müsste sich das Mädchen schon wieder von Freunden trennen und neue Freunde finden, in der Schule wieder umorientieren und eine neue komplett neue Sprache (inkl. Schriftzeichen!) erlernen. Wie oft soll diese Umzieherei denn noch kommen? Der Sohn tut mir auch schon leid, wenn er alle paar Jahre auf einen neuen Kontinent muss. Als Erwachsener ist das vielleicht ok, aber für Kinder nicht. Sie haben dann nie die Sicherheit, dass etwas bleibt, wie es ist. Vielleicht wäre die beste Lösung gewesen einfach erst gar nicht umzuziehen. Das zeigt den Kindern doch nur, dass die Arbeit immer wichtiger als die Familie ist. Finde ich.

M — Mi, 10/10/2018 - 18:32

Das umziehen ist bei Soldaten nun mal so. Außerdem muss der Junge keine neue Sprache geschweige den Schriftzeichen lernen. Er wird auf einer amerikanischen Basis leben in der alles so abläuft wie in den USA. ( vielleicht wäre es ja sogar besser er müßte eine andere Sprache lernen um nicht wie ein Herr Trump zu werden )

In Your Face — Mi, 10/10/2018 - 10:30

Falls mir jetzt jemand mitteilen möchte, ich sei ja nie in der Situation gewesen: Ich war nicht in der Situation der Mutter. Aber in einer sehr ähnlichen Situation der Tochter. Und ich kann sagen, dass es mich bis heute noch stark belastet. Ich hätte mich ganz klar gegen einen Umzug entschieden. Der Mann hätte doch auch bei ihr und dem Sohn bleiben können. Niemand wird zu einem Umzug gezwungen. Es sei denn, man stellt andere Prioritäten vor das Kind.

Sanne — Mi, 10/10/2018 - 11:04

Geht mir genauso. Die Prioritäten sind ausschlaggebend. Undglaublich, dass die Tochter zurückgelassen wurde.

Andrea — Mi, 10/10/2018 - 12:56

Aber die Tochter wurde doch nicht ins Heim gegeben o.ä.! Sie lebt bei Ihrem Vater!!!

Andrea — Mi, 10/10/2018 - 12:57

"ihrem Vater"

Lisejette — Mi, 10/10/2018 - 12:16

ich möchte nicht VERurteilen, aber einfach meine Ansicht teilen. Erstens, ich stimme Melli zu, der Kommentar von Julia muss vielleicht nicht wirklich sein. Zweitens, ich würde tatsächlich auch nicht mein Kind zurücklassen. Drittens, ja, man kann in Lebensumstände geraten, die einen in eine solch verzwickte Lage bringen, die man sich vorher wohl nicht ausmalen hat können. Dennoch empfinde ich, dass bei dem KINDESWOHL Thema irgendwie unser aller "Egoismus" ( du musst auch an DICH denken) von Zeitgeist sehr gestärkt wird. Das ist das Grundproblem bei diesem Thema. Man muss die Konsequenzen seiner Entscheidungen und Handlungen tragen können.

Anna — Mi, 10/10/2018 - 15:02

Ich denke, es war die richtige Entscheidung, die Tochter im gewohnten Umfeld zu lassen. Dafür Hut ab. Allerdings kann auch ich nicht verstehen, warum der Umzug unbedingt sein musste. Der neue Mann hätte seinen Job doch einfach schmeißen können. Durch seinen Sohn hätte er ja problemlos in Deutschland bleiben können und hätte bestimmt auch hier was gefunden. Ich finde auch, dass (Halb-)Geschwister immer zusammen gehören und nie getrennt werden sollten. So entfremden sie leider völlig.

Stadt-Mama Katharina — Mi, 10/10/2018 - 15:38

Meikes Mann ist beim Militär - da ist das nicht so einfach...

Lucy — Mi, 10/10/2018 - 16:22

Es ist vielleicht nicht einfach aber ganz sicher nicht unmöglich. Tut mir leid, aber ich kann in keinster Weise nachvollziehen, wie man sein Kind zurück lassen kann. Sie hat definitiv einen Mann über das Kind gestellt. Sonst wäre sie in Deutschland geblieben. Andere Frage: was macht Meike denn, wenn diese Ehe scheitert? Dann sitzt sie ohne Mann und ohne Kind da. Schon mal darüber nachgedacht? Und, ob der neue Mann, dann zustimmt, dass sie mit dem gemeinsamen Sohn zurück nach Deutschland geht? Sie hat sich meiner Meinung nach, so oder so in eine unmögliche Situation hinein manövriert. Kann man nur wünschen, dass die Ehe ein Leben lang hält, dann war es wenigstens nicht ganz umsonst.

Sabine — Mi, 10/10/2018 - 20:58

Es ist ganz einfach. Den unruhigen Job als Soldat schmeißen und sicv was andetes suchen. Genau das hat mein Mann auch getan.

Maike — Mi, 10/10/2018 - 20:02

Liebe Meike, danke für das Teilen deiner Familiengeschichte. Fasziniert bin ich von der Klarheit über das eigene Handeln in deiner Situation von einigen Kommentatorinnen hier. Möge allen hart urteilenden das Leben immer ermöglichen keine Wahl zwischen Pest und Cholera treffen zu müssen. Aber wahrscheinkich hättet ihr an Meikes Stelle in dem Moment die Beziehung zu dem Neuen abgebrochen als ihr erkantet, dass Angehörige der amerikanischen Streitkräfte regelmäßig versetzt werden. Und ohne neue Beziehung kein zweites Kind erwartet, so dass ihr nicht das Dilemma erlebt hättet zu entscheiden, ob es besser wäre den Mann ziehen zu lassen um mit zwei Kindern faktisch alleinerziehend in Deutschland zu bleiben. Ein Szenario in dem das zweite Kind auf seinen Vater verzichten müsste, zu einem Zeitpunkt als es noch keine Beziehung aufbauen konnte im Gegensatz zu einer 5jährigen. Ich wüsste heute nicht, wie ich entscheiden würde. Ich wünsche dir und deiner verstreuten Familie von Herzen alles Gute, Meike!

Sabine — Mi, 10/10/2018 - 21:07

Mmmmhhhh....wahrscheinlich hätte ich schon sehr abgewogen als alleinerziehende Mutter mich auf so eine Beziehung plus neuem Baby mit so einem Mann einzulassen. Aber ich bin auch eher ein Kopfmensch.

Gast — Mi, 10/10/2018 - 21:25

Wo ist das Problem? Einem Elternteil wird das Kind nach der Trennung der Eltern zugesprochen. In diesem Fall dem Vater. Ja und? Dem Kind geht es gut, der Vater kümmert sich liebevoll um das Kind, die Mutter hält Kontakt zum Kind. Ist doch alles in Ordnung. Aber andere Mütter verurteilen plötzlich die Mutter...Wissen die eigentlich, wie viele Väter nach einer Trennung es nicht schaffen oder es ablehnen, in Kontakt mit dem eigenen Kind zu bleiben?!? Wir befinden uns im.Jahr 2018, die Hexenverfolgung ist Geschichte, also liebe “Mütter von gestern“ zur Info= ein Kind kann auch bei seinem Vater glücklich aufwachsen...

Andrea — Mi, 10/10/2018 - 23:35

Dem ist nichts hinzuzufügen! Danke!

Gast — Do, 10/11/2018 - 07:59

In Liebe aufgewachsen und mir fehlt meine Mutter bis heute. Trotzdem. Sch.....auf das Mütrerbild/die Glorifiierung der Mutterliebe. EINE MUTTER IST EINE MUTTER UND IHRE LIEBE IST MAGISCH.

Melli — Do, 10/11/2018 - 07:55

Das hat meine Vorschreiberin schön gesagt, aber viele definieren Mutterliebe eben anders. Und ich glaube auch, dass es die Tochter (trotz aller Liebe die sie von allen Seiten bekommt) nicht so leicht wegstecken wird. Das wird die Zeit bringen. Alles Gute

Claudi — Do, 10/11/2018 - 09:15

Grundsätzlich finde ich, dass es keinen Automatismus geben sollte, wo ein Kind im Fall der Scheidung hauptsächlich bleibt. Natürlich kann es auch besser für das Kind sein,beim Vater zu bleiben. Warum nicht? Aber 2 geschilderte Faktoren kann ich tatsächlich nur schwer nachvollziehen: ich hätte vor Gericht tatsächlich bis in die letzte Instanz um den Verbleib des Kindes bei mir gekämpft,wenn es mir tatsächlich so wichtig gewesen wäre. So etwas kann lange dauern und nervenaufreibend sein,aber wenn es mir so wichtig gewesen wäre,hätte ich diese Chance nicht vertan. Und zum Zweiten kenne ich die Problematik der Versetzungen im Militär selbst. Der Ehemann wird immer sehr daran gebunden sein,was der Dienstherr von ihm verlangt. Das ist schon für die betroffenen Frauen und Mitreisenden Kinder extrem schwierig. Dann noch ein Kind über so weite Distanz für ein solches Leben zu begeistern,ist sicher schwierig. Man gewinnt einfach ein wenig den Eindruck,dass der neuen Beziehung eben doch mehr Priorität eingeräumt wurde. Das ist aber mein subjektiver Eindruck und muss nicht stimmen.

Ellen — Do, 10/11/2018 - 09:18

erging es meinem Vater als Kind. Die Mutter baute sich ein neues Leben mit neuem Mann und gemeinsamen Kind auf. Jahrelang dachten alle es wäre kein Problem. Doch mit 55 bekam meine Vater schwerste Depressionen. Das belastet nun auch uns Kinder und sogar die Enkelkinder. Die Mutter holt sich professionelle Hilfe. Das steht der Tochter auch zu. Auch sie sollte die Möglichkeit bekommen darüber zu sprechen.....

Jana — Do, 10/11/2018 - 10:12

Sie ist ja nicht einfach in die nächste deutsche Großstadt gezogen, sondern erst in die USA, dann Asien. Für mich klingt das wie das Kind verlassen. Punkt. Wenn die Autorin damit ruhig schlafen kann, okay.

Gast — Do, 10/11/2018 - 10:33

Mein persönlicher Eindruck ist auch sehr zwiegespalten. Letztlich bin ich froh, mich nicht in einer solchen Situation zu befinden und hoffe, dass alle Beteiligten ein schönes Leben führen werden. Allerdings frage ich mich, ob die Diskussionen hier in gleicher Weise geführt worden wäre, wenn ein Vater mit Frau und Kind ins Ausland gezogen wäre und das erste Kind bei der Exfrau geblieben wäre...

Pauline — Do, 10/11/2018 - 12:22

Gibt es vielleicht eine Möglichkeit dass ihr den Vater interviewt? Mich würde die andere Seite der Geschichte interessieren.

Dani Förster — Do, 10/11/2018 - 13:22

Ich finde diese Geschichte so unglaublich traurig und dennoch mutig! Ich ziehe meinen Hut vor Meike und verurteile sie als Mutter überhaupt gar nicht, denn es ist ganz eindeutig, dass sie sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht hat! Sie hat zum Wohl ihres Kindes gehandelt und hat aber auch an sich und ihr "Glück" gedacht! Wie der letzte Satz schon sagt: es gibt keine richtige Entscheidung! So ist, leider, manchmal das Leben! Es ist mit Sicherheit das Schlimmste für eine Mutter, ihr Kind zurück lassen zu müssen, aber ihrer Tochter scheint es doch gut zu gehen...sie besuchen sich gegenseitig etc. Meike hat meinen größten Respekt und ich finde es toll, dass sie sich psychologische Unterstützung sucht, damit ihre Beziehung durch dieses Thema nicht noch mehr belastet wird!

Ch — Do, 10/11/2018 - 16:38

Eo steht im Text sie sei jetzt in Asien. Sie ist doch jetzt in den USA. Ich hätte mein Kind niemals zurück gelassen, doch jeder Mensch ist anders und jede Situation ist anders.

anja — Do, 10/11/2018 - 21:01

ich finde es absolut unverständlich, dass diese mutter ihren neuen partner und seinen job wichtiger findet als ihr eigenes kind. für mich stehen meine kinder immer an erster stelle.

Maria — Do, 10/11/2018 - 23:52

die es schafft, so eine schwere Entscheidung zu meistern Das war ein langer Leidensweg! Gut klingt die Lösung, tragbar für alle.

An — Fr, 10/12/2018 - 13:56

Mir fällt es ehrlich gesagt auch schwer, Verständnis dafür aufzubringen, tausende Kilometer von seinem Kind weg zu ziehen. Im Übrigen mache ich da persönlich keinen Unterschied zwischen Mutter und Vater. Mein Mann hat auch eine Tochter in ähnlichem Alter aus einer früheren Beziehung und für ihn käme es im Traum nicht in Frage, auch nur dieselbe Stadt zu verlassen und somit nicht mehr an ihrem Alltag teilhaben zu können. Ganz egal, welche beruflichen und finanziellen Nachteile das hätte. Worin ich der Autorin aber absolut zustimme, ist die Tatsache, dass hier bei Männern und Frauen immer noch mit zweierlei Maß gemessen wird. Wäre der Vater in die USA gegangen, hätte der größte Teil des Umfelds ihn wahrscheinlich primär bedauert, dass er sein Kind jetzt nur noch selten sehen kann, aber es muss halt sein, weil der Job vorgeht.

Gast — Do, 10/18/2018 - 20:04

Nein, das kann ich nicht verstehen. Meine Kinder kommen für mich an erster Stelle - egal was da ist oder kommen mag. Sie geht hier ja nicht nur selbst, sondern nimmt auch den Halbbruder mit. Klar sieht man sich ab und an - aber eine enge Mutter/Tochter - und Geschwisterbindung kann hier auf Grund der Entfernung einfach nicht entstehen. Jaja, man spricht ja per Videochat usw. - aber keiner kann mir sagen das das vergleichbar mit einem tatsächlichen Zusammenleben ist. Sie hat sich und den Wunsch nach der Beziehung über den Wunsch zur Beziehung mit der Tochter gestellt. Wenn sie damit leben kann, okay, ich könnte es nicht. Die Zeit wird zeigen was daraus wird. Es ist allen Beteiligten zu wünschen, dass keiner den Lebenslauf irgendwann bereut.

Gast — So, 10/21/2018 - 13:04

Ich bewundere dich, Meike! Ich finde es toll, wie du dich im Sinne des Kindes entschieden hast. Dem Kind geht's hier prima. Es wird geliebt u hat alle Familienangehörigen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich niemals so gehandelt hätte, weil ICH (!!!!) es nicht ertragen hätte. Aber fürs Kind hast DU es weise entschieden. Ich wünsche dir u deiner Tochter eine gute Bindung trotz Distanz

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