Interviews

02/02/2018 - 07:15

Stadt-Mama Katharina

"Wir schenken schwerkranken Kindern durch Musik ein Lächeln" - Interview mit Ralf

Lieber Ralf, erzähl uns doch mal, was es mit der Tour des Lächelns auf sich hat. 

Die Tour des Lächelns ist ein Projekt unseres gemeinnützigen Vereins "Musik schenkt Lächeln e.V." Wir musizieren mit und für (schwer)kranke und hilfsbedürftige Kinder in verschiedenen Einrichtungen (unter anderem in Kinderkliniken, Kinderrehabilitationszentren, Kinderdörfern, Kinderhospizen sowie Bildungseinrichtungen für mehrfachbehinderte Kinder) in Süddeutschland.

Unser Programm ist sehr flexibel, interaktiv und individuell auf die Fähigkeiten und Auffassungsgabe der Kinder zugeschnitten. Unser Repertoire umfasst

  • Kinderliederklassiker („Cowboy Bill“, „Anne Kaffeekanne“ und „Die Affen rasen durch den Wald“),
  • Film- und Serienthemen („Probiers' mal mit Gemütlichkeit“, „Pippi Langstrumpf“ und „Ich lass los - Frozen“),
  • modernere Kinderlieder („Das Piratenlied“ und „Affe aus Afrika“),
  • interaktive Kinderlieder („Tante aus Marokko“, „Fliegerlied“ und „Körperteilblues“) bis hin zu unseren
  • selbst komponierten Kinderliedern. 

Eine Interaktion mit den Kindern erreichen wir durch unterschiedliche Showelemente, mitgebrachte Instrumente (Rasseln, Schütteleier, Klanghölzer etc.), gemeinsame Bewegungen, verschiedene Requisiten und Verkleidungen.

Um Kosten zu sparen und mehr Kinder zu erreichen, fassen wir den Besuch mehrerer Einrichtungen zu einer Tour zusammen. So können wir in der Regel neun Einrichtungen pro Woche besuchen und veranstalten an dem Wochenende in Kooperation mit anderen Vereinen zusätzlich ein KinderMitmachKonzert. In der Regel bekommen wir in den Einrichtungen etwas zu essen; übernachtet wird meist in Vereinsheimen, Gemeindesälen oder privat bei einem der Musiker.

Das Projekt hatte seinen Ursprung im Jahr 2014. Damals sammelten wir innerhalb von einer Woche bei verschiedenen Einrichtungen in Baden-Württemberg unsere Erfahrungen. Seither wächst unser Projekt von Jahr zu Jahr. So konnten wir im vergangenen 2017 in Süddeutschland 36 Einrichtungen besuchen, fünf öffentliche KinderMitmachKonzerte organisieren und somit knapp 1.800 Kinder erreichen. Unser Team bestand in Summe aus 23 Musikern, die je eine oder zwei Wochen das Projekt begleiteten und addiert circa 140 Urlaubstage verwendet haben.

 Du bist selbst Vater - ist es Dir seitdem noch wichtiger, Dich sozial zu engagieren?

Ich engagiere ich mich bereits seit meiner Jugend in sozialen Projekten. So habe ich mich lange Zeit als Feriengruppenleiter eingesetzt, habe als Pfadfinder eine Jugendgruppe geleitet, war aktiv bei Entwicklungsprojekten in Süd Afrika, Israel sowie Bosnien und habe als Vorstand eines kleinen gemeinnützigen Vereins in Stuttgart verschiedene soziale Projekte koordiniert. Seit nun vier Jahren ist mein Herzensprojekt die Tour des Lächelns. Da ich mich somit seit Jahren in soziale Projekte einbringe, konnte ich in diesem Punkt keine spürbare Veränderung bemerken.

Anders sieht es jedoch auf der Bewusstseinsebene aus. Zu Beginn des Projektes in 2014 war ich selbst noch viele Schritte von der eigenen Familie entfernt. Da wir damals das Projekt in der Testphase durchgeführt haben, habe ich mich mit den einzelnen Schicksalen und Lebenslagen der Kinder auf einer anderen Ebene beschäftigt. Zwei Jahre später – als mir klar wurde, dass ich in wenigen Wochen selbst eine Tochter haben werde – setzte ich mich deutlich mehr und intensiver mit dem Gedanken auseinander, was wäre wenn mein eigenes Kind nicht gesund auf die Welt kommt und vielleicht sogar zu einem Pflegefall wird? So wurden die Besuche der Einrichtung für mich zunehmend emotionaler.

Ich bin sehr froh, dass ich ein so starkes Musiker-Team und ich eine sehr einfühlsame Frau habe, mit denen ich meine Gedanken teilen kann und wir uns gegenseitig in emotionalen Situationen stützen können.

Wie reagieren die Kinder in den Einrichtungen auf Euch?

Die Kinder reagieren je nach Einrichtungsart ganz unterschiedlich auf unseren Besuch und unser Programm. Dies steht aber in der Regel in Abhängigkeit zu den Fähigkeiten der Kinder. So drücken die Kinder in einem Kinderdorf zum Beispiel Ihre Freude und Begeisterung sehr extrovertiert aus, zeigen ihre Emotionen sehr offensichtlichen und interagieren auf verschiedenen Ebenen mit uns Musikern.

Das Gegenteil spielt sich in speziellen Wohnheimen, wie z.B. in Wohnheimen mit künstlich beatmeten Kindern, oder in Kindergärten für mehrfachbehinderte Kinder. Hier können die Kinder nur sehr eingeschränkt ihre Emotionen zum Ausdruck bringen und für uns ist diese situativ nur sehr schwer zu verstehen.

In einer Einrichtung ist ein Kind kurz nah dem wir begonnen hatten eingeschlafen. Für unsere Musiker war dieses Verhalten sehr ungewöhnlich. Im Gespräch mit dem Einrichtungsleiter stellte sich heraus, dass der Junge immer sehr aufgedreht war, aber unsere Musik ihn beruhigt hat. Ähnlich war die Situation bei einem Mädchen. Uns ist nichts Besonderes an ihr aufgefallen. Eine Mitarbeiterin berichtete uns aber, dass sie das Mädchen noch nie so erlebt hatte. Das Mädchen hat wohl sonst regelmäßig alle 15-20 Minuten einen Anfall.  Oder: Ein mehrfachbehinderter Junge hatte sich uns geöffnet und zeigte dies bei unserem kompletten Auftritt. Die Betreuerin berichtete, dass er seit zwei Wochen in der Reha ist, sie ihn aber bislang noch nicht einmal lachen gesehen hat.

 Gab es ein Kind, das Du während einer Tour getroffen hast, das Dir besonders nah gegangen ist?

Im Laufe einer Tour macht jeder Musiker seine eigenen Erfahrungen und hat seine – für sich – ganz besonderen Momente und Augenblicke. So gab es in der Tat eine besondere Erinnerung, die ich mit einem Kind verbinde. 2014 besuchten wir eine Rehaklinik für krebskranke Kinder im Schwarzwald. Nach unserem Auftritt ersuchte uns eine Betreuerin mit einem besonderen Wunsch eines kleinen Gastes. Die dreijährige Nele, die an Krebs litt, hatte sich sehr auf das Lied von Tabaluga gefreut, das wir leider nicht gespielt hatten. Als Erinnerung, dass wir das Lied einstudieren sollten, schenkte sie uns ihren kleinen geliebten Tabaluga – den wir bis heute bei jedem Auftritt dabei haben.  

Ein Jahr später besuchten wir erneut dieselbe Einrichtung. Da die Kinder mit Ihrer Familie in der Regel sechs Wochen in Reha sind, trafen wir andere Kinder an. Wie versprochen spielten wir für die kleine Nele das Lied von Tabaluga. Bereits ab dem ersten Ton des Liedes – als ich in die feuchten Augen der Betreuerin von damals sah – war mir klar, was geschehen war. Nur wenige Tage nach unserem Besuch in 2014 erlag das Mädchen an Ihrer Krankheit. Seither spielen wir das Lied immer in Gedanken an Sie. 

Da ich dieses Erlebnis mit meiner Frau geteilt habe und es uns beide geprägt hatte, haben wir uns dazu entschlossen, dass wir unsere Tochter nach dem Mädchen benennen: Nele. Sie durfte letztes Jahr mit neun Monaten erstmalig einen Auftritt unserer Tour des Lächelns miterleben! 

Kannst Du nach einem Konzert abends schnell "umschalten", wenn Du Dein Kind siehst?

Das Umschalten fällt mir meist nicht so leicht. An einem Tag auf der Tour des Lächelns wird man regelrecht von Eindrücken überflutet und hat meist keine Zeit diese im direkten Anschluss zu verarbeiten. Ebenso gibt es immer auch noch kleine Aufgaben, die erledigt werden müssen. Ich versuche aber beidem gerecht zu werden, um mich auf meine Tochter – sobald ich sie sehe – auch einzulassen.

Warum ist Musik so wichtig für Kinder allgemein?

Ich glaube es gibt ganz viele unterschiedliche Antworten auf diese Frage. Generell würde ich sagen, dass Musik die soziale Kompetenz von Kindern fördert, da Musik eine eigene Sprache hat, die auch ohne dazugehörigen Worte von jedem verstanden werden kann. So können verschiedene Befindlichkeiten und Emotionen ausgelöst werden, die langfristig – gerade bei besonderen Ereignissen – in Erinnerung bleiben.

Was müsste passieren, dass Ihr noch viel mehr Kindern ein Lächeln schenken könnt?

In den vergangenen Jahren konnten wir jährlich mit unserem Projekt wachsen, um somit mehr Kinder zu erreichen und diesen ein Lächeln zu schenken. Dies haben wir aber nur geschafft, da wir eine Vielzahl an unterschiedlichen Unterstützern haben. Dies betrifft sowohl die Menschen, die uns Gelder für die Tour spenden (www.musik-schenkt-laecheln.de/spenden/), die eine oder beide unserer CDs bestellen (www.musik-schenkt-laecheln.de/musik/), die mit uns KinderMitmachKonzerte organisieren (www.musik-schenkt-laecheln.de/live/) oder selbst mit uns auf die Tour gehen und den Kindern eine große Freude bereiten (www.musik-schenkt-laecheln.de/interessentenformular/).
In unserem quartalsweise erscheinenden Newsletter (https://subscribe.newsletter2go.com/?n2g=bngbj4vb-lgmd2f9v-19uh) oder auf Facebook (www.facebook.com/musikschenktlaecheln) befinden sich immer unsere aktuellen Themen. Wir würden uns sehr freuen, wenn unsere Tour des Lächelns an Bekanntheit gewinnt und wir langfristig mehr und mehr Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern können.  

 

Tags: Musik des Lächelns, Musik, Künstler, Kinder, Krankheit

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Kommentare

Stephen William... — Do, 02/08/2018 - 02:13

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