Stadtleben

08/12/2016 - 07:00

Stadt-Mama Katharina

Wochenbett-Update: Warum das Mini-Mädchen mein Genießer-Baby ist

Ich habe eine Freundin, die nur wenige Wochen vor mir ebenfalls ihr drittes Kind bekommen hat. Das Baby schlief von Anfang an sehr schlecht, wachte stündlich auf. Meine Freundin schleppte sich morgens totmüde in die Kita, sie hatte tiefe Augenringe und doch hat sie sich nie beschwert. 

"Ich habe beschlossen, alles genau so anzunehmen, wie es kommt. Ich möchte keine Kraft darauf verwenden, mir vorzustellen, wie es sein könnte. Ich brauche meine Kraft für die drei Kinder und werde sie nicht darauf verschwenden,  krampfhaft Dinge verändern zu wollen." 

Diese Worte sagte meine Freundin mir - damals noch hochschwanger - im Kitaflur. 

Und ich war echt gerührt. Weil es so einfach ist, so weise, so richtig. 

Ich kann mich daran erinnern, dass ich bei meiner großen Tochter fast panische Angst vor den Nächten hatte. Wenn ich abends im Bad stand und mich fertig machte,malte ich mir bereits aus, wie schlimm die Nacht werden würde und wie gerädert ich am nächsten Morgen sein würde. Und dann ging ich mit flauem Magen ins Bett....

Auch bei meinem Sohn war ich immer froh, wenn die Nacht vorbei war. Ich fand Nächte immer bedrohlich, die Dunkelheit, die Stille. Ich konnte immer gut mit Baby-Geschrei tagsüber umgehen, nachts machte es mich fertig. 

Wie ist das jetzt bei meinem Mini-Mädchen? Ich habe mir fest vorgenommen, es genauso wie meine Freundin zu halten. Ich stelle mir nichts vor, ich wünsche mir nichts, ich erwarte nichts. Ich weiß mittlerweile, dass es gute und weniger gute Nächte gibt. Ich weiß, dass Babys nicht von Beginn an durchschlafen (jedenfalls meine nicht). 

Ich habe keine Angst mehr vor Schlaflosigkeit, sondern akzeptiere sie als ein Teil des ganzen Wunders (bitte erinnert mich daran, wenn ich in ein paar Wochen ohne Schlaf doch jammere). Ich erlaube mir, mich dann eben mittags hinzulegen und keine Wäsche zu machen (das hab ich bei den Großen noch nicht "geschafft", scheiß Perfektionswahn!)

Ich kuschel mich also momentan jeden Abend mit meiner Tochter ins Bett, lege sie auf meine Brust und gucke sie einfach nur an. Manchmal beschleicht mich Wehmut, ist sie doch mit großer Wahrscheinlichkeit mein letztes Baby. Deshalb möchte ich alles genießen. Ist ist so klein, sie braucht jetzt meine Nähe. Tag und Nachts. 

Ich weiß, es wird anders werden. Sie wird größer werden und nicht mehr so auf mir "kleben", wie sie es momentan tut. 

Bei meinen Großen wollte ich anfangs immer, dass alles möglichst reibungslos läuft, jetzt ist es mir egal. Die Tage und Nächte werden eben so, wie die kleine Maus sich momentan fühlt. Und das Beste ist, es einfach anzunehmen. 

Ich sage mir immer, dass das mein Genießer-Baby ist. Das ist eine so schöne Vorstellung und befreit ganz ungemein vom Perfektions-Druck. 

Für alle da draußen, die ebenfalls Mini-Babys haben: Lasst uns diese besondere Zeit einfach aufsaugen und in unseren Herzen abspeichern.

Denn eins ist sicher: Sie werden alle viel zu schnell groß. 

Tags: Schlafen, Einschlafen, Nacht, Baby, Kind, Familie, Mutter

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Kommentare

Nadine — Do, 12/08/2016 - 11:22

Ich wünsche dir, dass deine Worte wahr werden! Ich habe in meinem Umfeld so viele Babymütter gehabt, bei denen das nicht klappt oder geklappt hat oder bei denen die es noch werden nicht klappen wird. Ich kann von mir mit fug und Recht behaupten, ich war eine entspannte babymutter- wie das jetzt ist, mit einem fast Teenie und einem Schulanfänger steht auf einem gaaaaanz anderen Blatt!- aber als sie klein und winzig waren habe ich mich in ihren , wie sagt man so schön? Flow begeben. Zugegebenermaßen war das bei der großen nicht besonders schwierig, sie war sehr unkompliziert. Dann kam der kleine, werte Herr in unser Leben und mit ihm das volle Programm! Ich war ganz häufig am Ende meiner Kräfte. Er wohnte quasi auf mir oder hing- ich danke Gott für die Erfindung des Tragetuches- 24 Stunden an mir. Wahlweise zusätzlich noch die meiste Zeit davon an meiner Brust! Ich glaube ich sah manchmal aus,als würde ich jeden Augenblick aus den Latschen kippen. Alles ging irgendwie aber nicht ohne den kleinen Herren. Und ich muss sagen, ich habe es trotzdem genossen, diese permanente Nähe, die Innigkeit die uns verband und noch heute verbindet. Man muss kämpfen, gegen Müdigkeit und körperliche Symptome die der Schlafmangel mit sich bringt, vor allem aber gegen tausend gute Ratschläge um die man nicht gebeten hat, weil die Menschen meinen, dass es so oder so oder soeben nicht zu laufen hat. Ich bin froh, dass mir das gelungen ist, denn ich habe beiden Kindern im babyalter das mitgeben können was sie brauchten. Sie sind beide bis jetzt in sich gefestigte kleine Persönlichkeiten, denen der stressige Alltag, den unsere Gesellschaft ja leider vorgibt, nicht so schnell den Boden unter den Füßen wegreißt! Mir schon! Und dann komme ich nach Hause und egal wie turbulent alles ist oder war, schaffen sie es mich wiederauf den Boden zu bringen und ich glaube da schließt sich der Kreis! Ich bin und war immer ein Bauchmensch und schwimme ganz gern mal gegen den Strom und ich muss sagen, dieseSHbC5Y Eigenschaften sind für Babys ganz ausgezeichnet! Ich wünsche dir, dass du dir diese Gelassenheit bewahren oder sie dir ein Stück erkämpfen kannst, ich glaube, dass es für Menschen so wie du dich oft beschreibst ganz schön hart ist und auch anstrengend aber es lohnt sich!

Stadt-Mama Katharina — Do, 12/08/2016 - 13:09

Ich kann nicht versprechen, dass hier nicht doch noch einige Jammer-Posts erscheinen - das wäre wahrscheinlich einfach nur menschlich. Denn ja: Wenig Schlaf ist einfach der Horror. Aber ich möchte versuchen, so positiv wie möglich zu denken! Dir auch alles Liebe!

Sabine — Do, 12/08/2016 - 15:14

So ist es mir mit meinem dritten Baby letztes Jahr auch gegangen. Die Erfahrung befreit und macht einiges einfacher bzw. weniger kopflastig. Anstrengend ist vieles mit drei Minis sowieso, aber natürlich auch sehr schön. Genieß die Zeit.

Daan Sophia — Fr, 01/05/2018 - 07:59

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