Landleben

10/02/2016 - 14:45

Land-Mama Lisa

Zwiespalt mit Zwillingen: Des einen Glück ist des anderen Leid

Ihr Lieben, heute morgen hörte ich unsere Zwillingsjungen über die Fußballprofis Toni und Felix Kroos sprechen. "Wieso spielt der eine eigentlich in der Deutschen Nationalmannschaft und der andere nicht", fragten sie sich. "Weil Toni wohl besser ist".
Und dann kamen sie auf sich zu sprechen. Sie sind ja auch Fußballer und haben Großes vor. "Puh", sagte der eine, "ich wäre dann total traurig." Ich hakte nach. "Traurig, wenn du schlechter wärest und nicht bei der Nationalmannschaft dabei wärest, aber dein Bruder schon?" "Nein, wenn ich da spielen dürfte und mein Bruder nicht." Wie süß ist das denn! Er hätte ihn lieber mit dabei.
 
Dazu muss man wissen: Oft gönnen sich unsere Jungs nicht mal die Butter auf dem Brot, da ist schon viel Zunder, wenn zwei Jungs gleich alt, gleich groß und gleich stark sind und gemeinsam aufwachsen. Das äußert sich eigentlich in allen Alltagssituationen. Und jeder der sagt, ach, meine Kinder sind ja auch nur 9 oder 12 Monate auseinander, die sind ja wie Zwillinge, dem sage ich: Nein, es lässt sich wirklich nicht vergleichen. Neun Monate können sehr entscheidend sein, wenn man zum Beispiel nur dem einen die Brust geben muss und dem anderen gleichzeitig eine Brezel in den Mund stecken kann.
 
Aber nicht nur beim Stillen zeigte sich, welche Herausforderung die Gleichzeitigkeit des Aufwachsens sein kann. Das hier sind weitere Situationen im Leben mit Zwillingen, die dem Sprichwort "Des einen Freud ist des anderen Leid" seine Daseinsberechtigung geben.
 
  • Dem einen fallen die Zähne aus, er freut sich hüpfend und jubelnd. Der andere weint, weil seine noch drin sind.
  • Der eine schreibt eine gute Note. Der andere auch, aber eben keine Eins.
  • Der eine lernt schwimmen. Der andere braucht noch eine Woche.
  • Der eine lernt laufen. Der andere braucht noch eine Woche.
  • Der eine ist krank, der andere möchte auch zu Hause bleiben und findet es "voll unfair".
  • Der eine kann schon ohne Mama im Arm einschlafen und fühlt sich wie Krösus. Der andere: enttäuscht über sich selbst.
  • Der eine hat sein Schreiblernheft schon fertig. Der andere noch nicht.
  • Der eine lernt Fahrradfahren, der andere erst eine Woche später.
  • Der eine wiegt schon 23 Kilo, der andere erst 22.
  • Der eine hat schon Schuhgröße 35, der andere erst 34.
  • Der eine bekommt vom Patenonkel einen Werder-Schal. Der andere einen ferngesteuerten Hubschrauber. Beide lieben ihr Geschenk, wollen aber gleichzeitig gern auch das vom anderen. Und wehe, die Pakete kommen an unterschiedlichen Tagen an...
  • Der eine verwandelt im entscheidenden Spiel den Elfmeter, der andere verschießt.
  • Der eine hat beim Mathe-Computer-Übungsspiel schon 500 Punkte, der andere erst 400. 
  • Der eine kam zwei Minuten früher zur Welt und hält sich deswegen für den Älteren.

Und während man als Eltern einfach mal sein Erfolgskind knuddeln, drücken und es bestärken will, steht auf der anderen Seite jemand, der traurig dreinblickt und Trost braucht. Wie soll ich erklären, dass dem einen vor dem anderen die Zähne ausfallen? Wären neun Monate Altersunterschied zwischen den beiden, wäre die Erklärung einfach. Aber so?

Das ist der Spagat, den Zwillingseltern tagtäglich leisten. Denn obwohl unsere eineiigen Zwillings-Jungen nicht die gleiche Kleidung tragen, in verschiedene Schulklassen gehen und so individuell wie möglich aufwachsen dürfen, so kommt es eben doch zu den Vergleichen - untereinander.

Umso süßer, wenn sie über die Brüder Kroos reden und sagen, sie wären enttäuscht, wenn ihr Bruder nicht auch so viel Erfolg hätte, wie sie selbst... 
 

Foto: pixabay

 

Tags: Zwillinge, Geschwister, Neid, Vergleiche, Konflikte, Bruder, Gleichzeitigkeit

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Kommentare

Melissa — Mi, 02/10/2016 - 09:37

Toll geschrieben! Und ganz süß deine beiden Jungs. Ich bin mir sicher, dass sie in entsprechenden Situationen auch mal stolz aufeinander sind, wenn der Bruder etwas besonders gut kann. :-)

Sven — Mi, 02/10/2016 - 11:00

oh ja, wie ich das kenne - und bei uns in der Schule wird der Spagat nicht weniger...

Silke — Mi, 02/10/2016 - 17:00

Oh Lisa, dieser Artikel tat mir mal echt gut. Unsere Mädels lieben sich..., aber..., manchmal kommt es mir wie ein dauernder Wettkampf vor. Wer kann dies besser, warum kann der andere das noch nicht. Der, der weiter in dem einen oder anderen ist, gönnt es dem anderen übrigens oft auch. Aber der, der hintenansteht, der will das nicht hören. Als Mutter ist es dann echt wichtig und Spagat, keinen zu beurteilen, versuchen nicht zu vergleichen. Manchmal gelingt mir das..., manchmal halt nicht.

Anna — Do, 02/11/2016 - 18:16

Liebe Lisa, danke für diesen tollen Beitrag. Meine Zwillis sind ja erst 7 Monate, da hat der Wettbewerb und das gegenseitige Vergleichen also noch nicht angefangen, und irgendwie hoffe ich auch, dass sich das bei uns vielleicht ein kleines bißchen anders verhält, weil Jungs und Mädchen ja irgendwie und irgendwann einfach unterschiedliche Interessen haben. Aber natürlich bleiben so wesentliche Dinge wie Laufen, Schwimmen, Zähne ausfallen bei beiden...ich warte also gespannt, harre der Dinge die da kommen und werde sicher bei Gelegenheit an Deine Worte hier zurück denken :-) Liebe Grüße, Anna

marianne — Di, 03/01/2016 - 09:46

Es ist tatsächlich genau so! vielen Dank für den Beitrag...waren gerade mit 6 jährigen Jungs beim Skilaufen. der erste Skikurs, das erste Skirennen zum Abschluss... die ersten Medaille...das eine Kind holt sich Silber und platzt fast vor Stolz (ich auch, weil das das Kind ist, dass eben 2 Minuten jünger ist, sich oft hinter dem Bruder anstellt und letztes Jahr vom Schularzt 'nicht ganz altersentsprechende Grobmotorische Entwicklung' bescheinigt bekam), gleichzeitig merkt der andere, dass es 1. Platz, 2. Platz und einfach 3. Platz für alle anderen gab, dass er die schlechteste Zeit gefahren ist und damit liegt die Medaille zu meinen Füssen und das Kind brüllt....HILFE! Total egal, dass sie jetzt doch beide mit Papa allein auf die Piste können...

Cristina Mihaela — Sa, 06/09/2018 - 17:48

Goedendag iedereen. Ben hier om mijn getuigenis te delen wat een goede vertrouwde dame voor mij heeft gedaan. Mijn naam is Cristina Mihaela ben uit Denemarken en ik ben een moeder van 4 kinderen en ik verloor mijn man vorig jaar 8 november en dingen waren erg moeilijk voor mij en mijn kinderen dus toen ik online was om een lening te zoeken en ik erbij ben de handen van oplichterij, ik was scam meer dan $ 17.000,00 dollar, al mijn echtgenoot toegang waar ons door zijn broers werd afgenomen, al mijn hoop was verloren en ik en mijn kinderen sliepen op straat tot een trouwe dag toen ik deze vriend ontmoette van mijn persoon die me heeft voorgesteld aan dit eerlijke bedrijf dat me hielp een lening te krijgen in de komende 24 uur zonder enige Daley, ik zal voor altijd MRS SUSAN JAMES LENING COMPANY dankbaar zijn. U kunt via haar contact opnemen met Whats-app Number:+1(587)206-1157 or via the company email: (susanjamesloanfirml07@gmail.com or susanjamesloanfirml07@outlook.com) ze wist niet dat ik dit voor haar deed, maar ik moet het gewoon doen omdat er veel mensen zijn die een lening nodig hebben. U kunt ook contact opnemen met het bedrijf Website: https://susanjamesloanfirm.wixsite.com/loan-officer

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