03/07/2013 - 10:54

Stadt-Mama Katharina

Zwischen diesem Foto und meinem Schreibtisch liegen nur 48 Stunden und ein gebrochenes Mutterherz!

Morning Lisa,

wie steht's Land-Mama! Ja, heute muss ich DIR mal ernsthaft sagen: Du hast Sorgen! Pah! Du musstest heute nicht das Haus bis zum Abend verlassen und Dein süßes Kleinkind zurücklassen, dass ausgerechnet heute Morgen ein neues Wort gelernt hat und dann auch noch eine Bindehautentzündung hat...

Es ist Tag 2 und ich bin nach anderthalb Jahren Elternzeit zurück im Job, zurück in meiner Zeitungsredaktion am Schreibtisch. Nur 48 Stunden, nachdem wir aus dem Italien-Urlaub zurückgekehrt sind...

Tja, und was soll ich sagen: Es gibt gute und schlechte Seiten:

Sicher ist: Ich mag Arbeiten. Ich finde Arbeiten gut. Ich bin immerhin Halb-Französin und in Frankreich geben die Frauen ja ihre Kids schon im Babyalter ab. Nicht aus mütterlicher Grausamkeit, sondern weil viele Mütter auch finden: Ich bin nicht NUR Mutter. Ich bin auch noch Frau und dazu noch hochqualifiziert. Ein Leben auf dem Spielplatz ist oft nicht ausfüllend genug (Ich formuliere hier mal vorsichtig!). Man muss auch etwas für sich tun und wenn man nur Handarbeit macht oder gerne gut kocht. Irgendetwas, das man für sich hat. Als Person. Und ich bin leidenschaftliche (Buch-)Autorin und Redakteurin. An manchen Tagen mehr, an anderen weniger...

Doch jetzt kommt's: I miss my baby. Ihn zu verpassen, macht für mich keinen Sinn. ICH bin verdammt nochmal seine Mutter, das heißt ICH will das alles mit ihm erleben. Werde ich auch, weil ich am Ende nur drei Tage die Woche arbeite, aber wie das eben so ist: Man tut immer mehr und schon jetzt plane ich an meinen freien Tagen Fototermine...

Selbstverwirklichung versus Muttergefühle. Der ewige Kampf...grrr...sollte, könnte ich, muss ich...

Ich habe übrigens darüber ein neues Buch geschrieben, wie Du weißt, Lisa und poste hier einfach mal den Amazon-Link, weil es thematisch so gut passt. Weil ich alles das was ich hier fühle in den letzten Monaten auf 220 Seiten aufgeschrieben habe...

Hier der Link (gerne auch zum Vorbestellen :-)!, hihi)

Du hast es immer von Anfang anders gemacht, Lisa. Du hast mit drei Kindern immer Dein Home-Office gepflegt und in der Zeit unter anderem zwei Ratgeber geschrieben. Du weißt, ich finde Dich supertoll!

Tja, und ich werde jetzt meine eigenen Erfahrungen machen...

Schönen Tag Dir und entschuldige den Wischi-Waschi-Post. Ich habe einfach zuviele Gefühle gerade...

Deine, Eure Caro xxx

Tags: Stadt-Mama Caro

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Kommentare

FrauBiene — Mi, 07/03/2013 - 11:37

Hallo Caro, ich sehe es gar nicht als Wischi-Waschi-Post. Ich kann dich sogar sehr gut verstehen. Aus den selben Gründen wie du bin ich nach 9 Monaten wieder arbeiten gegangen. Ich hab mich super drauf gefreut. Nach 3 Tagen kam dann die Ernüchterung. Das Kind fehlt, man ist in Gedanken ständig bei ihm (egal wie alt der Knirps ist) und die Arbeit geht auch nicht mehr so leicht von der Hand. Nach der Elternzeit meines Mannes mussten wir uns entscheiden. Entweder Kind zeitmäßig völlig aus dem Rhytmus reißen oder Aufhören mit Arbeiten. Ich hab mich für Letzteres entschieden und bin glücklich darüber. Endlich keine 7 Stunden warten auf das Wiedersehen mit meiner Maus. Gemeinsam in den Tag starten, anstatt sich leise raus zu schleichen, weil sie noch schläft. Ab August haben wir einen Krippenplatz, mal sehen wie es dann wird. Vielleicht starte ich dann auch entspannter in die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Aber momentan gibt es für mich nichts schöneres, als mit der kleinen Maus auf Entdeckungstour zu gehen und die Welt noch einmal mit Kinderaugen zu sehen... einen schönen Tag für Dich/Euch

Zuhause-Mami — Mi, 07/03/2013 - 11:51

...mich schnell gegen das Arbeiten und für meine Kinder entschieden zu haben. Wir haben jeden Tag tolle Sachen vor und ich bin einfach ganz nah bei meinen Kindern. Ich höre jedes neue Wort als Erstes, war bei allen neuen Meilensteinen der Entwicklung einer der ersten die es mitbekamen. Meinen Kindern tut das gut, aber vor allem tut es mir gut! War vor meinen Kindern jahrelang Freiberuflerin und sehr erfolgreich, nun fehlt mir diese Arbeit kein bißchen. Warum? Weil wir hier alle ohne Stress und ohne täglichen Trennungsschmerz leben. Die 2-3 Stunden im Kindergarten genießen meine Kinder und es ist keine "Unterbringung", sondern einfach tolle Abwechslung. Das Tollste an alledem ist, dass ich jeden Tag die Freiheit habe (wie jeder andere auch) mein Leben, unser Leben anders zu gestalten und das macht mich glücklich. Wenn ich merke, dass mir etwas fehlt oder meine Kinder einfach eigenständiger werden, dann gehe ich wieder arbeiten - so lange und so oft ich will. Ich weiß, dass nicht jeder diesen Luxus hat und oft beide Eltern aus finanziellen Gründen arbeiten müssen. Wir sind umgekehrt keine Familie die "riesen Sprünge" machen kann, fahren nur alle 1-2 Jahre max. 1 Woche mit den Kindern nach Holland, können nicht jedes WE teure Ausflüge machen oder essen gehen. Aber unser Luxus ist eben die Freiheit bei den Kindern sein zu können.Ich glaube, dass es ganz viele Situationen gibt und genauso viele unterschiedliche Entscheidungen. Daher akzeptiere ich voll und ganz, wenn andere es anders handhaben, denn damit sind SIE ja glücklich. Ich bin es eben so :-).

nadinanina — Mi, 07/03/2013 - 12:33

oh Gott, ich kann es dir sooooo nachfühlen. Ich werde 2 Jahre mindestens mit meinem 3. Kind zu Hause bleiben. Bei den ersten 2 war ich tatsächlich nach 1 1/2 Jahren fast überreif und hab mich ins Arbeiten gestürzt. Aber nun, mein wahrscheinlich letztes Baby... Bin froh länger zu Hause bleiben zu können, d.h. ich mach es einfach, auch wenn es finanziell knapp wird. Caro, nach spätestens 2 Wochen bist du wieder voll drin im Kind + Arbeitsalltag und steckst die Energie, die dein Job freisetzt in Maxime und das Supergefühl, dass dir deine kleine Familie gibt, in deinen Job.

Madita — Mi, 07/03/2013 - 13:03

Ich finde, das sind absolut normale Gefühle, wenn es nicht so wäre, fände ich das unnormal. Mir hat es auch das Herz gebrochen, nach einem Jahr wieder arbeiten zu gehen und den Kleinen in der Krippe zu lassen. Nicht, weil er dort unglücklich war (er fand es von Anfang an toll!), sondern weil mir mein kleiner Schatz einfach gefehlt hat. Ich habe aber zu jeder Zeit vermieden, diese Gefühle vor meinen Kollegen und Chefs auszubreiten. Ich finde, das führt dazu, nicht mehr ernst genommen zu werden im Job. Und das würde ich so auch allen anderen raten. Klar habe ich auf Nachfrage geantwortet, dass es eine Umstellung ist und etwas Zeit braucht, bis wir uns alle darauf eingestellt haben. Aber mehr nicht. Ich wünsche dir alles Gute für den Jobstart. Wo ist denn Maxime, während du arbeitest? Ist dein Mann in dieser Zeit bei ihm, oder ist er in der Krippe?

Stadtmama Caro — Mi, 07/03/2013 - 14:27

Danke für Deine/Eure lieben Worte. Maxime ist derzeit bei uns zuhause mit einer Babysitterin, weil die Kita Sommerferien macht. Im Grunde gehe ich also momentan paradoxerweise für den Babysitter arbeiten... Naja...

Claudia — Mi, 07/03/2013 - 20:52

...ich verstehe dich nur zu gut. Und mein kleiner Mann ist erst knapp 6 Monate alt. Aber da ich selbständig arbeite und nur 3 Monate Elternzeit habe (Schweiz), musste ich wieder ran an die Arbeit. Am Anfang habe ich mich auch sehr darauf gefreut, nun hat es eine starke Kehrtwendung genommen. Seit 2 Wochen finde ich es ganz doof weg zu sein und möchte gar nicht mehr arbeiten gehen. Die letzten beide Male habe ich sogar von zu Hause aus gearbeitet. Ach ja...ich muss mir das alles mal ganz genau überlegen in einer freien Minute, wie die Zukunft so aussieht... Von daher hoff ich ganz fest für dich, dass der Herzschmerz bald weniger wird oder du eine gute Lösung für dein Mutterherz findest. Liebe Grüsse Claudia

Jana — Do, 07/04/2013 - 13:43

... muss ich sagen dass es eine gute Sache damals war, dass ich zehn Monate arbeitslos war. Dadurch kam meine jüngste mit 1, 5 Jahren in die Krippe und ich konnte mich 10 Monate daran gewöhnen. Drei Jahre später stelle ich fest dass es die beste Entscheidung war arbeiten zu gehen.

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