Ich bin 45! Meine Gedanken zu diesem Geburtstag

Ich bin 45

Ihr Lieben, vor zwei Tagen bin ich 45 geworden – und das in meinem Urlaub. Füße im Sand, Sonne auf der Haut, Sommerferien. Endlich. Ein neues Lebensjahr hat begonnen, die Hälfte von 2026 ist schon wieder rum – und genau deshalb habe ich mir den Jahresrückblick von 2025 nochmal durchgelesen, in dem ich auch aufgeschrieben habe, was ich mir für 2026 wünsche (hier nachzulesen).

Ende letzten Jahres habe ich sehr damit gekämpft, dass es beruflich irgendwie stark stockte. Nichts klappte so richtig, ich wusste nicht wohin mit mir, wusste nicht, was ich noch wollte. Hat sich das in den letzten sechs Monaten geändert? Nur so halb, um ehrlich zu sein.

Ich habe zwar tatsächlich still und heimlich ein Buch geschrieben (und wow, hatte ich davor Schiss, weil es das erste Mal ohne Lisa war), und meine Pilates-Lehrerinnen-Ausbildung angefangen, aber ein anderes sehr von mir erhofftes Großprojekt hat sich nicht weiter entwickelt. Und auch für die zweite Jahreshälfte ist es nicht so, dass meine Auftragsbücher schon komplett voll wären und ich habe auch noch nichts gefunden, was mich wirklich nachhaltig erfüllt.

Was sich allerdings verändert hat, ist meine Einstellung dazu. Ich war oft deshalb in Panik, war niedergeschlagen, traurig, enttäuscht. Im ersten Halbjahr konnte ich damit viel besser umgehen, war gnädiger mit mir und habe Vertrauen, dass mein Weg schon irgendwie weiter gehen wird.

Und vor allem bin ich sehr dankbar für all die guten Sachen in meinem Leben: Meine Familie, meine Ehe, meine Freunde, wir sind gesund, uns fehlt es an nichts Grundlegendem. Ich habe viel Zeit mit den Kindern verbracht, denn gerade die Große wird nun ziemlich flügge und ich freue mich über jeden Moment, den wir zusammen haben.

45 – was für ne krasse Zahl

Nun bin ich 45 – und tatsächlich musste ich über diese Zahl erstmal schlucken. Im Freundeskreis haben wir schon die ersten 50. Geburtstage gefeiert und irgendwie kommt das noch nicht so richtig in meinem Hirn an. Ich gehe auf die 50 zu? Meine Freunde sind 50? Ich kann mich noch erinnern, als meine Mama 50 wurde – aber die war damals doch viel „erwachsener“ als wir…

Ich weiß, dass ich einiges in meinem Leben nicht mehr so erreichen werde, wie ich es mir als junge Frau gedacht habe. Einige Türen sind zu, einige Züge abgefahren. So ist das Leben. Dafür hab ich vieles erlebt, was mich überrascht hat und mich sehr glücklich macht. So ist das Leben eben auch.

Letzten Herbst war ich ein paar Tage mit meiner Schwester in Portugal, dort lernten wir ein Brüder-Paar Mitte 60 kennen und hatten einen sehr lustigen Abend zusammen. Wir redeten übers Leben, wer was macht, was uns gerade fordert und einer der Brüder sagte, er habe gelernt: „If it doesn’t come naturally, let it go“ – übersetzt also: „Wenn es nicht natürlich kommt, lass es los“ oder besser „Erzwinge es nicht, lasse los.“ Dieser Spruch hat viel in mir bewirkt.

Er bedeutet nicht, dass man nicht Vollgas geben soll, dass man nicht brennen soll für etwas und Einsatz zeigen kann. Aber wenn es einfach nicht hinhaut, wenn es einfach nicht klappt, wenn es sich nicht gut anfühlt, dann verabschiede dich davon. Vielleicht hat das Leben etwas anderes mit dir vor. Dieser Satz hilft mir oft, wenn ich denke, ich müsste auf Biegen und Brechen etwas durchsetzen. Es hilft mir, wenn ich mich ärgere, dass irgendwas nicht klappt und es hilft mir geduldig mit mir zu sein.

45. Irgendwie ne krasse Zahl. Ich kann das manchmal gar nicht fassen, grad war ich doch noch Anfang 30. Meine größte Erkenntnis der letzten Jahre ist, wie viel Glück ich hatte im Leben. Denn ja: Vieles ist einfach Glück gewesen.

Und zum Schluss noch eine kleine Liste der Dinge, die ich auch in meinem 45. Lebensjahr NICHT geschafft habe:

  • Wechselduschen (ich hasse kaltes Wasser)
  • die Chipstpüte aufzumachen und nur die Hälfte zu essen (keine Chance, Chips verschlinge ich)
  • mein Bett morgens zu machen (wenns gut läuft, streiche ich die Bettdecke glatt)
  • regelmäßig zur Kosmetik zu gehen (ist mir einfach zu teuer)
  • meine Haare länger wachsen zu lassen
  • mehr zu lesen
  • Blutwerte checken zu lassen
  • Kuhmilch zu ersetzen (mir schmeckt der Kaffee einfach nur mit Kuhmilch…)
  • eine ganz neue berufliche Erfüllung zu finden

Und Dinge, die ich letztes Jahr echt gut geschafft habe:

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  • Spazierengehen
  • viel Wasser trinken
  • Quality Time mit meinem Mann
  • meine Geschwister regelmäßig sehen
  • nicht kopflos zu shoppen, sondern wirklich zu überlegen, ob ich das echt brauche
  • die Kids begleiten
  • eine gute Freundin zu sein
  • mich aus meiner Komfortzone wagen und dem Imposter-Syndrom trotzen
  • mich weniger dafür verurteilen, was alles nicht klappt, sondern zu sehen, was alles klappt


2 comments

  1. Dem kann ich mich nur anschließen, danke für diesen schön geschriebenen, reflektierten Rückblick! Vieles davon kann man sehr gut nachfühlen, wenn man selbst dieses Alter erreicht hat, das man nicht mehr „jung“ nennen kann (bin 39) ;). Ich finde an dem Text angenehm, dass er viel von der positiven Seite des Älterwerdens, die wachsende Lebenserfahrung und den gelasseneren Blick auf viele Dinge, erkennen lässt.

  2. Vielen Dank für diesen ehrlichen, sympathischen Einblick! Finde es irgendwie auch schwer zu fassen, wie man all die Zahlen erreicht, die man früher aus der Ferne betrachtet hat. Aber natürlich so schön, dass wir sie erreichen!

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