Weiterführende Schule: So viel Überforderung in den ersten Wochen

Weiterführende Schule

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Ihr Lieben, der Schritt in die weiterführende Schule bringt in vielen Familien erstmal etwas Durcheinander mit sich. Die Abläufe sind neu, die Lehrkräfte, die MitschülerInnen, da kann sowohl Kindern wie auch Eltern erstmal schwindelig werden, bis sich alles einspielt. Hier erzählt eine Mama von der Überforderung ihres Kindes, die zum Teil auch auf ihre Beziehung zueinander abfärbt. Da ist plötzlich einfach so viel Druck.

Du Liebe, bei euch ist es grad etwas wild mit eurem 10jährigen Kind, erzähl mal kurz, was los ist?

Weiterführende Schule
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Hallo, mein Sohn ist nun seit 7 Wochen in der 5. Klasse. Die neue Situation überfordert ihn immer mehr und mehr. Die neue Schule ist sehr groß. Es gibt neun 5. Klassen. Dazu viele neue Kinder, ein offenes Raumkonzept, also keine Türen im Hauptklassenraum und lange Schultage.

Wir haben uns gemeinsam mit ihm für einen Ganztagesplatz entschieden. Er hat nun bis 15 Uhr Schule. Während der Schulzeit gibt es aber jeden Tag Stunden, in denen Gelerntes ausschließlich wiederholt wird, das gleiche Prinzip wie Hausaufgaben. Diese entfallen dafür zu Hause komplett. 

Es gibt nun keine Emails mehr von der Klassenlehrerin wie in der Grundschule mit wichtigen Informationen. Informationen werden alleine an die Kinder weitergegeben. Brauchen wir für die Wanderwoche Ranzen oder Rucksack, welche Vokabeln müssen für den Test gelernt werden, welche Farbe soll die Religionsmappe haben, welcher Stift fehlt für Kunst, Termine der anstehenden Klausuren und so weiter. 

Auch wenn man daran in der 4. Klasse schon geübt hat, so müssen die Kinder plötzlich so viel selbständiger sein. Die Klasse ist sehr laut, sich zu konzentrieren fällt ihm schwer. Und umso mehr auf ihn reinprasselt, um so weniger bekommt er für sich geordnet. 

In der zweiten Woche gab es gleich ein Musikreferat welches zu Hause vorbereitet werden sollte. Zu Hause? Moment, waren wir nicht in der Ganztagesklasse ohne Hausaufgaben? Ab der 4. Woche fingen wöchentliche Vokabeltests an. Jetzt in Woche 7 und 8 stehen vier Klausuren an. Das Lernen bestimmt unseren Tag. 

Kannst du die letzte konkrete Situation beschreiben, bei der du als Mama ziemlich überfordert warst?

Rechenschwäche
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Seit einer Woche lernen wir zu Hause für die Englischklausur. Nach 8 Stunden Schule lernen wir zu Hause weiter. Englisch fällt ihm schwer, es zählt nicht zu seinen Lieblingsfächern. Wir lernen uns also hoch und runter, kreuz und quer durch die 1. Lektion des Englischbuchs.

Mittlerweile habe ich schon sämtliches Begleitmaterial zum Schulbuch dazugekauft. Es ist sehr müßig. Die Konzentration ist nach der Schule verpufft. Der Stoff sitzt aber noch lange nicht. Also weitermachen. Aber wir drehen uns im Kreis. Die Vokabeln und Übungen sitzen nach Tagen immer noch nicht. Es bleibt nichts hängen.

Und im Hinterkopf der Druck, dass auch noch Nawi, Mathe und Deutsch in der nächsten Woche ansteht. Dafür muss auch noch gelernt werden. Wie soll man das alles schaffen? Also werden die Verabredungen mit Freunden auf 0 gesetzt. Das Schwimmtraining muss diese Woche mal ausfallen und abends werden die Tränen getröstet. Überforderung auf beiden Seiten.

Wie war das in den Sommerferien, war euer Kind da schon nervös bevor es auf die weiterführende Schule ging? Falls ja: Wie machte sich das bemerkbar?

Nein, er war überhaupt nicht nervös. Erst ein bis zwei Tage vorher entwickelte er eine kleine Vorfreude. Am ersten Schultag selbst war seine wichtigste Frage, ob er mit seinen Freunden wieder in eine Klasse kommt. Ernüchterung dann am Nachmittag: Nur ein einziger Freund ist mit ihm zusammen in der neuen Klasse. 25 Kinder sind es insgesamt, davon 17 Mädchen. 😉

Kann es sein, dass am Anfang noch ganz viel Aufregung und Euphorie war und jetzt so ein bisschen die Erschöpfung kommt? Mit dem Gedanken: Krass, das ist jetzt mein neues Leben?

In der ersten Woche war noch viel Aufregung dabei. Es gab keinen Unterricht. Die neuen Schüler haben die Klasse und die Schule kennengelernt. Wie funktioniert das in der Mensa, am Kiosk oder mit den Schulbussen? Viel Organisatorisches eben. In der 3. Woche gab es gleich eine Wanderwoche. Aber ab der 4. Woche wurde es anders. Er realisiert nun, dass er seine Nachmittage oft nicht mehr draußen mit seinen Freunden verbringen kann. Das vermisst er am meisten. 

Ich hab mal einen Text geschrieben, der hieß „Umarmt eure Kinder, wenn sie durchdrehen„, der Gedanke war: Sie sind einfach überfordert, wenn sie neu irgendwo sind. Kriegst du das hin?

Schulabschluss
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Manchmal, nicht immer, muss ich gestehen. Aber dann schafft es sein Papa.   

Was wünschst du euch und eurem Verhältnis für die nächsten Monate und Jahre?

Ich wünsche ihm, dass er mehr Struktur in seinen Schulalltag bekommt. Dass er sich wieder besser konzentrieren kann und so mehr im Unterricht aufnehmen kann. Ich hoffe, dass unsere Beziehung nicht immer so angespannt sein wird wie sie es im Moment ist.

Ich hoffe er weiß, dass er von mir alle Unterstützung bekommt die er braucht. Ich möchte ihm nicht noch mehr Druck machen als er eh schon hat, sondern ihm helfen damit klar zu kommen. Ich wünsche mir, dass er auch an schlechten Tagen immer weiß wie sehr ich ihn liebe.  

Ach ja, für mich wäre etwas mehr Gelassenheit nicht schlecht. 😉

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