Ihr Lieben, meine Kinder lieben Geschichten. Dem Kleinen lese ich jeden Abend vor, die größeren Kinder lesen abends selbst in den Betten. Wenn die Großeltern zu Besuch sind, müssen sie oft Geschichten erzählen – die Kids geben aber die wichtigsten Punkte vor. Es muss also zum Beispiel ein Drache vorkommen. Und es muss spannend sein, der Drache könnte sich also verlaufen haben und muss nun Abenteuer bestehen, bevor er nach Hause findet.
Und ziemlich genauso funktioniert Palinoo, nur dass die KI den Job der Großeltern macht 🙂 Heißt also: Palinoo entwickelt gemeinsam mit Kindern eine Hörgeschichte, das Kind hört also nicht einfach so eine fetzige Geschichte, sondern wird zum Co-Autoren.
Wie funktioniert Palinoo?
Palinoo spricht mit dem Kind. Das Kind wird zum Beispiel gefragt, ob die Geschichte lustig oder spannend sein soll, wer darin vorkommen soll oder welches Abenteuer die Figuren erleben könnten. Das Kind antwortet einfach mit seiner Stimme. Aus diesen Ideen entsteht anschließend eine individuelle Hörgeschichte, in der die eigenen Figuren und Einfälle des Kindes vorkommen.
Das Kind muss dafür weder lesen noch tippen, ist also auch für Vorschulkinder geeignet. Außerdem wichtig: Das Kind muss nicht die ganze Zeit auf einen Bildschirm schauen. Palinoo ist bewusst als Audio-Erlebnis konzipiert – der Bildschirm kann also weitestgehend ausbleiben.
Die Erzählweise passt sich dem Alter an: verspielter für die Jüngeren, spannender für die Größeren. Eltern können im eigenen Bereich ein Schwerpunktthema festlegen (z. B. Mut, Hilfsbereitschaft, Geduld, etc.), das Palinoo behutsam in die Geschichten einwebt. Die fertigen Geschichten können gespeichert und immer wieder angehört werden.
Was ist sonst noch wichtig?
Palinoo nutzt KI, um aus den Ideen des Kindes eine individuelle Geschichte zu entwickeln. Palinoo ist als Kinderprodukt konsequent geschützt gestaltet: mehrstufige Inhaltsfilter auf allen KI-Ebenen, es gibt keine Werbung, kein Companion-Verhalten: Palinoo bleibt Erzähler, nicht „Freund-Ersatz“. Kontodaten, Kinderprofile und Geschichten werden in europäischen Rechenzentren gespeichert, die Kinderstimmen werden gelöscht. Dass Palinoo gerade frisch für den Deutschen Kindersoftwarepreis TOMMI nominiert wurde, zeigt, wie gut Palinoo funktioniert.
Wer hat`s erfunden?
Hinter Palinoo steckt Stephanie, selbst Mama von zwei Kindern. Ihr war und ist wichtig, dass Kinder, wenn sie sich digital beschäftigen, im Kopf aktiv sind und sich nicht einfach berieseln lassen. Sie ist der Überzeugung, dass Technologie für Kinder nicht schneller, lauter und reizintensiver werden muss. Sie kann Zuhören und Mitgestaltung fördern, wenn sie bewusst dafür gebaut wird. Wir finden, dass das ein ist ein interessanter Perspektivwechsel ist: KI muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass Kinder passiv von einer Maschine mit Inhalten versorgt werden. Sie kann auch ein Werkzeug sein, das einen kreativen Prozess unterstützt.
Unser Fazit:
Palinoo zeigt eine interessante Möglichkeit, wie KI im Familienalltag aussehen könnte: nicht unbedingt noch mehr Bildschirm, noch mehr Konsum und noch mehr Reize – sondern im besten Fall mehr Fantasie. Es ersetzt natürlich nicht das persönliche Vorlesen oder Selbst-Lesen. Aber es kann eine ganz wunderbare Ergänzung sein, mit der Kinder Sprachförderung erfahren (das Kind formuliert eigene Ideen und erlebt Sprache als Werkzeug des Erzählens), die Fantasie gefördert wird (das Kind denkt sich eigene Geschichten aus) und Selbstwirksamkeit spürt (das Kind merkt: Mein Wort verändert die Geschichte). Hört sich doch gut an, oder? Probiert es gerne einfach mal aus.
