Meine lieben Boysiboys, wir feiern doch nicht echt jetzt 18 Jahre Zwillinge?! ich war aufgeregt vor eurem besonderen Geburtstag und bin es auch heute noch, am Tag selbst. An dem Tag, an dem ihr einfach volljährig werdet! Ihr kamt am Nachmittag zur Welt, wir feiern also auch vor allem am Nachmittag. Nicht nur durch eure acht Stunden Schule heute (hello, Oberstufe!), sondern weil wir dann auch hier das Wochenende einläuten. EUER Wochenende.
Und ich muss euch ja sagen oder hab ich tatsächlich gesagt: Da leg ich den Kaiserschnitt zu eurer Geburt extra so, dass ihr an einem FREITAG 18 werdet (Spoiler: nein, war natürlich ein Zufall, der Kaiserschnitt war nicht geplant)…. Und dann feiert ihr an dem Tag gar nicht. Also zumindest nicht die große Party, mit der ich gerechnet hatte, denn: Nee nee, da habt ihr ja Training und am nächsten Tag ein wichtiges Fußballspiel. Das geht ja dann nicht. Bitte waaaas?!
Die riesige Party im Gartenhaus (zitter!) wird also in ein paar Wochen nachgeholt, wenn ihr mal samstags ein frühes Heimspiel habt, sodass danach noch Zeit zum Duschen und dann noch Kraft zum Feiern da ist. Ihr und der Fußball. Und neuerdings auch: Ihr und das Gym. Ich hatte ja Sorge, dass ich da nur das Studio finanziere, aber Pustekuchen. Ihr rennt da hin wie die Bescheuerten, diszipliniert as hell. Und überrascht uns damit. Wie ihr uns mit so vielem im Leben überrascht habt.
Als zöge sich die absolut unerwartete Überraschungs-Nachricht damals beim Ultraschall in der Frauenarztpraxis „Es sind zwei!“ durch euer und unser ganzes Leben! Erst war ich überrascht, dass ihr gar nicht so viel geschrien habt wie eure große Schwester zu Beginn ihres Lebens. In den ersten vier Monaten dachte ich noch: Wow, das wuppen wir hier aber extrem gut. Ich glaub, da hatte ich noch Extra-Adrenalin.
Danach wurde es dann aber echt heftig und ihr wart zwischen eurem 6. und eurem 18. Lebensmonat insgesamt fünf Mal stationär im Krankenhaus – als wären drei kleine Wickelkinder nicht in gesund schon fordernd genug.
Wir waren zwei Nächte in einer Klinik auf Mallorca mit Diphterie-Verdacht (während der gesunde Zwilling mitmusste, weil ich noch stillte, halleluja, an Schlaf war nicht zu denken). Wir waren eine Woche mit Meningitis-Verdacht in der Amsterdamer Straße in Köln, wie waren mit Harnwegsreflux zur OP im Westend in Berlin, altobelli, was gingen wir in dieser Zeit am Stock vor Sorge.
Die Herren haben nichts ausgelassen. Und danach ging es weiter mit Kita-Infekten, so weit, dass ich irgendwann in der Praxis der Kinderärztin am Bahnhof Schönhauser Allee – damals wohnten wir noch in Berlin – meinte: Meine Kinder haben kein schlechtes Immunsystem, sie haben GAR keins…
Dann der Umzug ins Bergische, neue Wohngegend, neue Kinder, neue Erfahrungen. Von der Stadt aufs Land, in dieser Zeit gründeten wir diese Seite hier! Und mit wachsendem Alter die extreme Konkurrenz untereinander…
Ich sag´s ja mittlerweile fast amüsiert, aber vom 5. bis zum 14. Geburtstag ging hier zu Hause so die Post ab, dass manche Kinder uns nur einmal besuchten – und dann nie wieder😉Nicht auszudenken, wie das ohne eure dauernde Bewegung auf dem Fußballplatz gewesen wäre.
Dann kam eure viel zu frühe Einschulung mit nur 5 Jahren in die Grundschule, die weiterführende Schule mit einer Klasse, die es in sich hatte, so sehr, dass wir uns entschieden, euch freiwillig wiederholen zu lassen, um nochmal Luft zu holen und zu Atem zu kommen.
Zwei Jahre später dann Corona und die Erkenntnis, diese Schule arbeitet so anders als die eurer großen Schwester, wollt ihr nicht wechseln? Und wieder neue Kinder, aber ab Tag Eins das Gefühl: Hier sind wir richtig. Hier gehören wir hin. Wie wunderschön war und ist das?! Wir können ja auch mal die positiven Geschichten über Schulen erzählen – und das tun wir in diesem Fall so gern!
Der große Gamechanger dann hier auf dem Land: Euer 45er Auto. Was hab ich mir bis dahin die Nachmittage um die Ohren geschlagen, um euch von A nach B, von Hü nach Hott, von Kieferotho zu Nachhilfe, zu Sport, zu Freunden zu bringen. Das reinste Elterntaxi-Unternehmen. Und dann plötzlich: Freiheit. Ihr konntet selbst zur Schule, zum Training, ihr wurdet von Fremden fotografiert als zwei gleichaussehende 1,81m-Hühnen in mintgrünem Fuzzi-Car. Was für ein Anblick!
Ihr verbrachtet die Zeit mit der Clique, eingebettet in einem tollen Freundeskreis. Immer umarmend, herzlich und voller Humor, zogt nach um die Häuser und tut das auch weiterhin. Wie viele Abende wir Eltern fast Slapstick-Unterhaltung und Stand up-Comedy im eigenen Freundeskreis darbieten konnten mit den Geschichten über euch und eure Schoten!
18 Jahre Zwillinge! HAPPY BIRTHDAY
Wie lustig kann man sein, wie präsent, wie handysüchtig, wie tolerant, wie plappernd, wie still, wie sportlich, wie verpeilt, wie einsichtig, wie vereinnahmend, wie überraschend, wie verständnisvoll („Brauchst du mal nen Drücker?“) und verständnislos („Ich weiß besser, wie man Auto fährt, brauchst nichts zu sagen“).
Ihr schreibt die schönsten Geburtstagskarten, ihr habt den meisten Hunger, ihr seid so wild wie eure Locken und dass wir euch nun bis zur 18 bekommen haben und ihr kurz vor dem Schulabschluss steht, das kann ich irgendwie absolut nicht glauben.
Was habt ihr uns durch den emotionalen Fleischwolf gedreht in eurer Doppel-Präsenz, wie habt ihr für wilde Gefühls-Achterbahnen gesorgt in unserer Familie und jetzt DAS?!? Ich glaub, ich weiß, warum ich seit zwei Wochen permanent anfange zu heulen. Es ist einfach absolutely unbelievable.
Happy birthday, meine wilden Superboys!
Auf ins Erwachsenenleben!
Und auch wenn ich nun keine Kinder mehr habe,
so bleibe ich immer eure Mama

