Auto matisch: Teen Time Jugendkolumne zu mehreren Fahranfängern in der Familie

Tankstelle

Foto: pixabay

Ihr Lieben, mit großen Kindern, die schon Auto oder Roller oder Microcar fahren, kommt es an etlichen Wochenenden oder in den Ferien vor, dass alle Familienmitglieder nachts unterwegs sind. Nun war ich neulich abends spontan mit meinem Mann in einem Thai-Restaurant zu Abend essen – sowas geht ja mittlerweile wieder ohne Absprachen oder Babysitter – und als wir wieder zurück nach Hause kamen, fehlte mein Auto bei uns auf dem Hof.

Wir fragten also in der Familien-WhatsApp-Gruppe nach: „Ähm, wo ist denn wohl Mamas Auto?“ Nun, da man im Kofferraum des Autos noch zwei Sitze aufklappen kann, um ihn zum Siebensitzer umzufunktionieren (fantastisch praktisch für Fußballfahrten), hatten sich unsere Kinder (nun ja allesamt volljährig und fahrtüchtig) wohl überlegt, dass sie doch mal mit ihren Freunden Chicken (ohne Besteck, dafür mit Handschuhen!) essen fahren könnten…

„Wo ist Mamas Auto?“

Auto
Foto: pixabay

„Wir sind in XY“ kam zur Antwort. Aha. „Ist aber ja MEIN Auto, könnteter ja mal vorher kurz fragen, wa?! Habt ihr denn getankt, der war doch komplett leer“ (weil unsere Dorftankstelle leider seit Tagen keinen Diesel mehr hat). „Sorry, brauchten halt sieben Plätze“, hieß es da lapidar. Ja ja, versteh ich ja, aber naja. „Getankt haben wir noch nicht, gehen gleich vielleicht“. Mhm mhm.

Es ist wirklich abenteuerlich, wenn sich plötzlich alle Familienmitglieder in alle Himmelsrichtungen bewegen können. Manchmal bin ich echt froh, wenn sie mir ihren Standort auf der Snapmap freigeben, damit ich wenigstens ab und zu mal in etwa erahnen kann, wo eigentlich wer grad ist.

„Könnt ihr noch tanken gehen dann?“

„Ok, macht den Tank ruhig voll,“, schrieb ich in die Gruppe und der Papa hinterher: „Diesel * Diesel * Diesel“, weil so ein Motorschaden zusätzlich grad echt unser Nervensystem zerfetzen würde. „Klar, wissen wir doch“, war die Antwort. Profis am Werk. Nur Checker.

Aber puh, sieben Jugendliche unterwegs am Abend mit Fahranfänger am Lenkrad und nem leeren Tank… das wirkt sich halt auch nicht wie Baldrian auf den nächtlichen Elternschlaf aus. Wir waren also spontan glücklich, als wir des Nachts hörten, wie die Haustür ins Schloss fiel und die Treppe in alle möglichen Richtungen knarzte, was hieß: Alle heile zu Hause.

„Finde den Fehler“

Am nächsten Morgen waren die Zimmertüren geschlossen, für den snapmaplosen Papa das wichtige Zeichen, dass wirklich alle, die hier hin gehören, wieder daheim sind (die Treppengeräusche hätten ja auch von nur einem Kind kommen können). Die Haustür war zwar zu, aber nicht abgeschlossen, naja, kann ja passieren, alle müde. Alle aufgeregt vielleicht.

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Und dann plingte es wieder am Handy und die Familiengruppe ploppte am frühen Morgen auf mit einem Foto von der Seite meines Autos, an dem die Tankkappe (also die Klappe außen) zu war, der Tankdeckel (also der Schraubverschluss für das Dieselloch) aber am Schnürchen nach unten raushing. Und was schrieb der Papa dazu?

Nicht: „Seid ihr eigentlich des Wahnsinns, Kiddos?!“ sondern „Finde den Fehler“. Und wer setzte als Erstes ein Herzchen an das Foto?! Das erste Kind höchstpersönlich. Als das nächste aufwachte fügte es noch ein „HAHAHA hä“ hinzu und ein „Dachte, ich hab das richtig zugemacht, ich bin Anfänger, Leute, bisschen Verständnis, bitte“.

Und ja, so kann man man auch Probleme lösen. Und bei aller Kritik zugewandt bleiben. Ich persönlich hab mich einfach kaputtgelacht darüber und drei Stoßgebete abgesetzt, dass alle heile wieder zu Hause angekommen waren. Was ist schon ein offener Tankdeckel an einem ohne Absprache ausgeliehenen Auto dagegen?

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