Ihr Lieben, es ist schon ein paar Jahre her, aber es gibt einen Urlaub, an den wir als Familie immer noch viel denken. Die Jungs waren fast 11, die Große grad 13, bestes Teenager-Alter also und die Kids hatten vor Ort einfach NULL Bock. Ihr kennt das doch sicherlich auch, oder? Macht ihr vielleicht sogar genau jetzt gerade genau so etwas oder etwas Ähnliches durch?! I feel you.
Wir hatten eine Rundreise geplant und nicht nur, dass DAS DOCH KEIN URLAUB IST, WENN MAN IMMER NUR WEITERREIST, nein, es gab auch einfach nicht überall WLAN und doch eh keine Entspannung und neiiin, auf GAR keinen Fall gehen wir heut Nachmittag nochmal mit in die Stadt oder zu irgendeiner Sehenswürdigkeit oder was auch immer erleben. Vergesst es einfach.
Nö, einfach nö: Null Bock im Urlaub
Zwischendurch dachten wir echt, wir seien im falschen Film. Da kommen ja auch so Gefühle hoch, wie: Jetzt bieten wir euch hier so einen Traum und ihr pestet nur rum, dann fahren wir halt nicht mehr in den Urlaub. Ja, auch wir sind schließlich nur Menschen und wenn du da nen Batzen Kohle hinlegst und eigentlich alles ein Traum sein könnte, aber alle nur schlechte Laune haben, werden Eltern halt auch mal komisch.
Der Deal war dann, dass die Kids vormittags mit vor die Tür kommen und nachmittags halt im Zimmer liegen und ins Handy gaffen (bei den Jungs war das da noch ganz neu, weshalb das noch echt ein anziehendes Highlight für sie war). Und wirklich: Wie schwer ist es, sich dann vor Ort von sowas nicht die Laune verderben zu lassen. Das eigene Ding durchzuziehen. Sich zu emanzipieren und zu sagen: Egal, dann mach ICH mir halt jetzt nen schönen Urlaub.
Motzen vor Ort heiß nicht, dass es später nicht heißt: Mega Urlaubsziel!
Das Witzigste daran: Es ist der Urlaub, den unsere Kinder zu ihren Top 5 im Leben zählen! Ist das nicht krass?!?! Als sie das neulich sagten, war ich einfach nur baff. Denn klar, so anstrengend das auch vor Ort gewesen sein mag, wir haben natürlich durch das ständige Weiterreisen unglaublich viel erlebt in den zwei Wochen.
Da bleibt trotz all der Motzerei und Geschwisterstreitigkeiten eben doch viel haften! Und da – späte Erkenntnis – kommt auch so ein bisschen Bereuen grad dazu bei der Jugend. Weil eine ihrer heutigen Lieblingsserien genau dort spielt. Weil sie heute mit ganz anderen Augen auf diese Orte gucken. Weil sie es jetzt ganz anders und viel intensiver nutzen würden! Und trotzdem: Einige Ort zu erkennen führt zu einer gefühlten Nähe, die eben besonders ist.
Manchmal holen wir die Fotos von damals raus und schauen in diese verdrehten Augen und Motzgesichter und müssen selbst schmunzeln. Ich schreib das deswegen jetzt nochmal auf, weil ihr vielleicht grad selbst denkt: Womit hab ich das verdient?! Weil eure Kinder den Urlaub nur so zu ertragen scheinen, weil da null Commitment ist. Und ja, ich fühle den Schmerz immer noch.
Es darf schmerzen, es wird aber besser werden!
Puh, was mussten wir uns da zum Teil zusammenreißen. Aber ja, ich kann mit etwas Abstand auch sagen: Das heißt nicht, dass eure Kinder nicht später sagen, dass der Urlaub doch ganz geil war. Die Erinnerung darf manches auch verklären! Ein bisschen wie nach den Babyjahren, die waren ja schließlich auch nicht immer nur süß und Zuckerschlecken (oder bei euch doch?!)
Haltet also durch! Auch das entwickelt sich alles weiter und es wird irgendwann viel augenhöhiger und wertschätzender, wenn ihr miteinander unterwegs seid. Haltet euch vor Ort immer wieder vor Augen, dass das auch EUER Urlaub ist und genießt eben notfalls getrennt voneinander, was dort geboten wird.
Wachsende Reife ist schon ein toller Faktor im Zusammenleben mit unseren Liebsten und das wird wieder😉 Irgendwann fragen sie vielleicht sogar bei euch an, wann ihr mal wieder gemeinsam losziehen wollt… und dann wird es richtig schön, weil ihr gemeinsam über die zurückliegenden Herausforderungen lachen könnt. Bei uns ist das mittlerweile meistens so und wir lieben es…
PS. Da fällt mir doch grad noch ein, dass in just diesem Urlaub auch unsere Koffer beim Hinflug abhanden gekommen waren und wir die erste Woche ohne reisten 😉 Durften uns auf Kosten der Fluggesellschaft dann Zahnbürsten und Notkleidung kaufen. Wir hatten nicht mal Pflaster und Heilsalbe als sich einer von uns auch noch verletzte, hach ja. Schwierig war´s, uns das Zeug dann nachzuliefern, weil wir ja täglich weiterzogen…. klappte aber irgendwann. Manche Urlaube sind so.

1 comment
Hallo Lisa,
das kommt mir sehr bekannt vor.
Wir haben unsere Urlaubsziele jahrelang so ausgesucht, dass in erster Linie die Kinder eine gute Zeit haben. Wir Erwachsenen waren uns immer einig, dass wir schon irgendetwas finden würden, das den Urlaub auch für uns schön macht.
Wir haben nie besonders ambitionierte Rundreisen gemacht, sondern uns immer einen Ort ausgesucht, an dem wir dann ein bis zwei Wochen geblieben sind. Meistens waren das Center- oder Landal-Parks. Zweimal waren wir auch auf einem Campingplatz in Holland direkt am Meer und hatten dort ein Chalet gemietet.
Für unsere Teenie-Tochter war fast immer eine Freundin mit dabei, damit sie jemanden hatte, mit dem sie Zeit verbringen konnte.
Gemeinsam gefrühstückt und zu Abend gegessen haben wir eigentlich immer. Dazwischen waren die Teenies meist unterwegs oder haben ihr eigenes Ding gemacht, und auch unser Sohn hat sich gut beschäftigt.
Solange wir das so laufen ließen, war alles entspannt. Sobald wir allerdings meinten: „Nur im Park oder auf dem Campingplatz rumhängen ist doch langweilig, lasst uns mal die Umgebung erkunden“, kippte die Stimmung schlagartig. Etwas zu finden, das sowohl die Teenager als auch unseren damals achtjährigen Sohn gleichermaßen begeistert hätte, war praktisch unmöglich.
Gerade bei schlechtem Wetter, wenn wir alle zusammen im Haus saßen, haben wir uns mehr als einmal ordentlich in die Haare bekommen. Wir hatten viel Geld für den Urlaub ausgegeben, während vor allem die Teenies am liebsten den ganzen Tag nur aufs Handy schauen wollten – im Bett, auf der Couch oder am Strand. Anfangs hat uns Erwachsene das wirklich frustriert und uns die Laune verdorben. Irgendwann habe ich für mich aber beschlossen: „Okay, wenn das eure Art ist, Urlaub zu machen, dann macht eben genau das, was ihr auch zu Hause machen würdet – nur an einem anderen Ort. Ich lasse mir davon meinen Urlaub nicht mehr vermiesen und mache es mir selbst schön.“
Letztes Jahr waren wir zu dritt mit Freunden zwei Wochen in Valencia – für mich ein absoluter Traum. Und was haben die Teenies gemacht? Wieder fast den ganzen Tag im Bett gelegen und am Handy gedaddelt. Ich habe noch versucht, sie zu motivieren, indem ich gefragt habe, ob sie nach dem Urlaub wirklich auf die Frage „Und, was habt ihr in Valencia gemacht?“ mit „Im Bett gelegen und TikTok geschaut“ antworten möchten. Das war ihnen allerdings ziemlich egal.
Also bin ich eben mit meinem Sohn allein losgezogen. Wir haben uns Fahrräder ausgeliehen, sind durch die Stadt gefahren und haben viele schöne Ecken entdeckt. Das war auch richtig toll.
Meine Tochter ist inzwischen an dem Punkt angekommen, dass sie auch mal Städteurlaub machen möchte, um sich etwas anzuschauen. Mein Sohn dagegen ist noch nicht so weit – schließlich müsste man dafür laufen. 😄
Ich gebe dir aber recht: Es wird besser. 🙂
LG
Markus