Ihr Lieben, es gibt ja so Interviews, die gehen mir besonders unter die Haut – und das folgende ist eins davon. Unsere Leserin Saskia leitet eine Hilfeeinrichtung für Frauen in Not. Dabei kommt sie mit ganz traurigen und schweren Schicksalen in Berührung und sagt: „Missbrauch und soziale Not zieht sich durch alle sozialen Schichten – es kann jede von uns treffen!“. Danke für das tolle Gespräch, liebe Saskia und DANKE für deine tolle Arbeit!
Liebe Saskia, du arbeitest in einer Einrichtung für Frauen in sozialen Notlagen. Wer findet bei euch Hilfe und wie sieht diese Hilfe aus?
Wir sind eine reine Fraueneinrichtung. In unserer Einrichtung gibt es vier verschiedene Bereiche, in denen Frauen Unterstützung finden: unsere Beratungsstelle, eine Notübernachtung, ein stationäres Wohnheim mit vier Außenwohngruppen sowie betreutes Wohnen in den eigenen vier Wänden.
In unserer Beratungsstelle erhalten Frauen Hilfe, die von Wohnungslosigkeit bedroht, wohnungslos oder obdachlos sind. Wir unterstützen sie bei der Kommunikation mit Behörden und beim Ausfüllen von Anträgen. In Gesprächen erarbeiten wir gemeinsam, welche weiteren Unterstützungsangebote die jeweilige Frau benötigt, und begleiten sie bei der Überleitung in das passende Hilfesystem.
Außerdem vermitteln wir bei Bedarf zwischen Frauen und Vermietern. Auch bei der Beantragung einer gesetzlichen Betreuung leisten wir Unterstützung. Darüber hinaus beraten wir umfassend rund um die Wohnungssuche und helfen bei der Sicherung der wirtschaftlichen Lebensgrundlage. Frauen ohne festen Wohnsitz können bei uns zudem eine Postadresse einrichten.
Kannst du die einzelnen Bereiche noch näher erklären?
An die Beratungsstelle angegliedert ist unsere Notübernachtung. Dort stehen zwei Betten zur Verfügung, die im absoluten Notfall auf drei erweitert werden können. Frauen, die kurzfristig eine Schlafmöglichkeit benötigen, finden hier eine sichere Unterkunft für drei Nächte. Sie haben die Möglichkeit zu duschen, Wäsche zu waschen und sich selbst etwas zu kochen.
Ein kleines Kontingent an Notverpflegung stellen wir über Spenden bereit. Frauen, die mittellos zu uns kommen, erhalten somit bei Bedarf auch eine warme Mahlzeit. Viele Frauen befinden sich in sehr prekären Situationen und besitzen kaum mehr als die Kleidung, die sie am Körper tragen. In solchen Fällen können wir über unsere Kleiderkammer unterstützen.
Die Aufenthalte in der Notübernachtung sind auf drei Nächte pro Monat begrenzt, damit wir kontinuierlich kurzfristige Schlafplätze anbieten können. Während dieser Zeit unterstützt die Beratungsstelle bei der Suche nach einer Anschlussunterbringung, etwa in einer Notunterkunft in einer anderen Stadt, einem Pensionszimmer oder einem Platz in unserem stationären Bereich.
In unserem stationären Bereich sind die Frauen entweder im Wohnheim oder in einer unserer vier Außenwohngruppen untergebracht. Kurz nach der Aufnahme erarbeiten wir gemeinsam mit der Frau einen Hilfeplan mit bis zu zehn Zielen. Dabei formulieren wir gemeinsam die angestrebten Ziele sowie die notwendigen Schritte zu deren Erreichung. Dieser Hilfeplan dient als Grundlage der weiteren Zusammenarbeit und wird alle sechs Monate überprüft und beim Kostenträger eingereicht.
Eine Bezugsbetreuerin unterstützt die Frau anschließend bei der Umsetzung der vereinbarten Ziele. Der Kostenträger sieht in der Regel einen Aufenthalt von zwei Jahren vor, der bei Bedarf jedoch verlängert werden kann.
Im stationären Bereich arbeiten wir unter anderem zu Themen wie fehlender wirtschaftlicher Stabilität, Schulden, psychischen oder körperlichen Belastungen sowie strafrechtlichen oder familiären Schwierigkeiten. Dabei entscheidet immer die Frau selbst, in welchem Tempo und in welcher Tiefe sie sich mit ihren Themen auseinandersetzen möchte. Wir unterstützen sie dabei, Prioritäten zu setzen, was vielen Frauen schwerfällt.
Häufig erleben wir, dass ein hoher gesellschaftlicher Druck besteht und Frauen möglichst schnell wieder arbeiten möchten, da dies als „erwartet“ wahrgenommen wird. In solchen Fällen schauen wir zunächst gemeinsam in Ruhe auf die aktuelle Lebenssituation und priorisieren die Ziele entsprechend.
Es ist mir dabei wichtig zu betonen, dass eine Frau, die beispielsweise stark belastet ist, regelmäßig emotional zusammenbricht oder aufgrund traumatischer Erfahrungen kaum handlungsfähig ist, nicht vorrangig in ein Jobinterview vermittelt werden sollte. In solchen Situationen geht es zunächst darum, Stabilität herzustellen und sich um die eigene Gesundheit und Sicherheit zu kümmern. Gleichzeitig vermitteln wir die Botschaft, dass es in Ordnung ist, sich zunächst auf sich selbst zu konzentrieren und dass der eigene Wert nicht an Erwerbsarbeit gebunden ist.
Gibt es „typische“ Schicksale, die diese Frauen in Not hinter sich haben?
Ich bin vor über elf Jahren in diesen Beruf eingestiegen und hatte sehr klare Vorstellungen davon, mit welchen Frauen ich es in einem „Obdachlosenwohnheim“ zu tun haben würde. Ich hätte mich kaum mehr täuschen können.
Die gesellschaftliche Herkunft der Frauen ist äußerst vielfältig. In unserer Einrichtung kann man mit unterschiedlichsten Lebensrealitäten konfrontiert werden. Unter unseren aktuellen Bewohnerinnen haben zwei einen Universitätsabschluss: die eine hat Journalismus studiert, die andere Soziologie und Psychologie. Eine weitere Frau kann hingegen nicht lesen und schreiben. Die jüngste Bewohnerin ist 19 Jahre alt, die älteste 74. Unsere Klientinnen bilden die gesamte Bandbreite der Gesellschaft ab.
Was jedoch viele der Frauen, die ich im Laufe meiner Tätigkeit kennengelernt habe, verbindet, sind Erfahrungen von Misshandlung oder sexuellem Missbrauch in der Kindheit. Dies führt im Erwachsenenleben häufig zu toxischen Beziehungen und mündet nicht selten in Wohnungslosigkeit.
Frauen, die bereits als Kind misshandelt oder sexuell missbraucht wurden, entwickeln häufig das Gefühl, es sei normal, schlecht behandelt, bevormundet oder abgewertet zu werden. Ich arbeite nicht selten mit Frauen, die in Partnerschaften gelebt haben, in denen sie extrem „klein gehalten“ wurden. Sie waren Hausfrau und Mutter, haben die Kinder großgezogen und sich um den Haushalt gekümmert. Irgendwann verlangt der Partner die Trennung und setzt die Frau vor die Tür. Er steht allein im Mietvertrag, sie muss ausziehen und hat keinerlei rechtliche Ansprüche auf die Wohnung.
Wenn beide nicht verheiratet waren, besteht oft nicht einmal ein Anspruch auf Unterhalt. Waren sie verheiratet, ist die Situation häufig noch komplizierter, da Unterhaltsansprüche vorrangig gegenüber Bürgergeldleistungen geprüft werden müssen. Bis finanzielle Unterstützung tatsächlich greift, vergehen nicht selten mehrere Wochen. Die Frauen werden aus einem vermeintlich stabilen, bürgerlichen Leben herausgerissen und stehen dann vor unserer Tür.
Viele dieser Frauen sind in dieser Situation nicht einmal in der Lage, eine Überweisung zu tätigen, da sie über Jahre hinweg ausschließlich für Haushalt und Kinder zuständig waren. Häufig verfügen sie nicht einmal über ein eigenes Konto. Sie müssen grundlegende Alltagsfähigkeiten erst wieder neu erlernen. Wenn man nun denkt, dies betreffe ausschließlich Menschen aus sogenannten bildungsfernen Milieus, täuscht man sich gewaltig.
Wenn manche meiner Klientinnen von ihrer Vergangenheit berichten, muss ich oft sehr bewusst meine professionelle Haltung wahren. Nicht selten ist mir innerlich einfach nur zum Weinen zumute. Würde man all das, was diese Frauen erlebt haben, in einem Film darstellen, würden Kritiker*innen ihn als unglaubwürdig oder überzogen bewerten. Menschen, die selbst in stabilen Verhältnissen aufgewachsen sind, haben oft keine Berührungspunkte mit solchen Abgründen und können diese Lebensrealitäten nur schwer nachvollziehen.
In welcher Verfassung kommen die Frauen bei euch an und was brauchen sie am meisten?
Auch das ist sehr unterschiedlich und lässt sich nicht pauschalisieren. Was für alle Frauen jedoch von zentraler Bedeutung ist, ist Sicherheit: eine Tür, die man hinter sich schließen kann, und ein offenes Ohr.
Was wir in den letzten Jahren jedoch verstärkt beobachten, ist ein deutlicher Anstieg von Frauen mit psychischen Erkrankungen. Durch Veränderungen in der Eingliederungshilfe landen zunehmend Frauen mit teils massiven Erkrankungen in unserer Einrichtung. Nicht selten haben wir es dabei mit Klientinnen zu tun, die sich in einer akuten Psychose befinden und keinerlei Krankheitseinsicht haben.
Hier sind uns leider häufig die Hände gebunden, da unser Hilfesystem auf diese Frauen nicht ausreichend ausgelegt ist. Wir geben ihnen zwar eine Chance, können sie jedoch meist nicht lange bei uns halten. Sie sind oft nicht in der Lage, sich an Hausregeln zu halten, verhalten sich gegenüber anderen Bewohnerinnen teilweise übergriffig, und eine konstruktive Mitarbeit ist kaum möglich.
Hinzu kommt, dass wir personell und hinsichtlich unserer Betreuungsstunden nicht ausreichend ausgestattet sind, um diesen hohen Bedarf adäquat zu begleiten. Für diese Frauen bräuchte es ein spezialisiertes, individuell zugeschnittenes Hilfsangebot, da sie derzeit häufig durch alle Raster fallen.
Ich spreche hier von Frauen, die teilweise in allen umliegenden psychiatrischen Einrichtungen Hausverbot haben. Selbst wenn es durch intensive Gespräche gelingt, eine gewisse Krankheitseinsicht zu erreichen und die Bereitschaft zu einer stationären Behandlung besteht, werden sie dort häufig nicht aufgenommen oder müssen zunächst lange auf Wartelisten warten. Leider gibt es nur sehr wenige spezialisierte Angebote, meist in einer Handvoll Städte. Eine Anreise über mehrere Hundert Kilometer ohne Begleitung ist in vielen Fällen nicht realistisch. So bleibt uns oft nur die belastende Situation, mitanzusehen, wie diese Frauen auch unsere Einrichtung wieder verlassen und zurück auf die Straße gehen.
Du hast uns gesagt, dass du durch deine Arbeit keinerlei rosarote Brille mehr trägst. Was meinst du damit?
Ich hatte ja bereits beschrieben, mit welchen Schicksalen ich in meiner Arbeit konfrontiert bin. Das führt natürlich dazu, dass es zunehmend schwerfällt, uneingeschränkt an das „Gute“ im Menschen zu glauben. Hinzu kommt auch das Verhalten einzelner Klientinnen im Alltag. So mussten wir beispielsweise schon mehrfach die Kaffeemaschine und den Wasserkocher in unserer Teeküche (die wir mit den Frauen aus der Notunterkunft teilen) austauschen, nachdem diese zum Erwärmen von Kot oder Urin verwendet wurde.
Es gibt Situationen, die auch uns im Team stark an unsere Grenzen bringen. Ich begegne Frauen mit sehr schweren psychischen Belastungen und teils hochgradig desorganisiertem Verhalten. Etwa in akuten psychotischen Zuständen, in denen die Realität stark verzerrt wahrgenommen wird. In solchen Momenten sind die Handlungen nicht immer nachvollziehbar oder steuerbar. Darüber hinaus höre ich immer wieder sehr schwere Lebensgeschichten. Frauen, die in frühester Kindheit massiven Missbrauch erlebt haben, Frauen, die über Jahre hinweg schwerste Gewalt erfahren mussten oder in extrem ausbeuterischen Abhängigkeitsverhältnissen gelebt haben.
Wenn man täglich mit dem Ausmaß an Leid und dem, wozu Menschen fähig sein können, konfrontiert ist; und gleichzeitig sieht, wie häufig Missbrauch hinter vermeintlich „normalen“ oder stabil wirkenden Fassaden verborgen bleibt, verliert man zwangsläufig ein Stück der Illusion einer heilen Welt.
Gerade im Bereich sexualisierter Gewalt wissen wir, dass die Dunkelziffer enorm hoch ist und das tatsächliche Ausmaß wahrscheinlich kaum vollständig zu erfassen ist. Das hinterlässt Spuren. Ich würde nicht sagen, dass ich abstumpfe. Die Geschichten berühren mich nach wie vor sehr aber ich muss sagen, dass mich so schnell nichts mehr überrascht.
Welche Mittel müssten Einrichtungen wie euch zur Verfügung stehen, damit ihr noch besser helfen könntet?
Geld fehlt natürlich an allen Ecken. Die Kostenträger decken in der Regel nur das Minimum ab. Alles, was darüber hinausgeht, muss über Spenden finanziert werden. Dafür müssen wir im Grunde an vielen Stellen aktiv um Unterstützung werben.
Ein Beispiel ist unsere Notverpflegung. Hier stellen wir Lebensmittel sowie Hygieneartikel wie Shampoo, Duschgel, Zahnbürsten und Zahnpasta zur Verfügung. Wenn eine Frau ein Zugticket in eine andere Stadt benötigt und kein Geld hat, übernehmen wir in Einzelfällen auch die Kosten aus einer Notkasse. Darüber hinaus bieten wir einmal wöchentlich ein kostenloses Frühstück für die Frauen an. Am Wochenende organisieren wir gelegentlich Freizeitangebote für unsere Bewohnerinnen – das kann Basteln sein, ein Kinobesuch oder auch ein gemeinsamer längerer Spaziergang mit anschließendem Stück Kuchen.
Es sind kleine Auszeiten und Erlebnisse, die sich viele der Frauen sonst nicht leisten könnten. All das muss vollständig über Spenden finanziert werden. Auch Sachspenden erhalten wir regelmäßig. Da unsere räumlichen Kapazitäten jedoch sehr begrenzt sind, können wir nur eingeschränkt lagern und weitergeben.
Die Küchen in unserem Wohnheim, einschließlich unserer Teeküche, waren beispielsweise über 30 Jahre alt und entsprechend stark abgenutzt. Durch eine großzügige Spende eines lokalen Serviceclubs konnten wir sie schließlich erneuern. Die Mitglieder haben uns dabei sogar tatkräftig beim Einbau unterstützt. Das war wirklich ein großer Gewinn für uns.
Gleichzeitig ist es so, dass solche Unterstützung nicht selbstverständlich ist. Es gibt nicht jeden Monat jemanden, der größere Geldbeträge spendet oder Projekte in dieser Größenordnung ermöglicht. Auch im Rahmen größerer Spendenaktionen, wie etwa dem „Weihnachtszirkus“ von Jan Böhmermann und Olli Schulz, haben wir bereits versucht, Unterstützung zu erhalten. Für solche Formate ist unsere Einrichtung jedoch vermutlich schlicht zu klein oder zu wenig bekannt.
Du hattest dich ja auf unsere Leserfrage hin gemeldet und hast uns auch gesagt, dass du es nicht nachvollziehen kannst, wenn anderen Müttern Übervorsichtigkeit vorgeworfen wird. Wie meinst du das genau?
Ihr hattet ja den Brief der Mutter veröffentlicht, in dem es um den Umgang zwischen Kindern ging und eine Mutter der anderen den Kontakt untersagt hat. Die Mutter, die das Verbot ausgesprochen hat, warf der anderen vor, sie sei zu vorsichtig und ihr Misstrauen sei völlig unbegründet. Das hat mich getriggert. Zum einen finde ich es sehr schade, wenn Mütter sich gegenseitig das Leben schwer machen. Zum anderen bin ich überzeugt, dass Eltern selbst entscheiden sollten, wie sie ihre Kinder schützen, ohne dafür pauschal verurteilt zu werden.
Wir leben in der Innenstadt einer Stadt mit knapp 100.000 Einwohnern. Ich bringe meine Tochter (7) morgens zur Schule. Nicht bis zum Schulgebäude, aber die Hälfte des Weges, und ich habe sie im Blick, bis sie den Schulhof betritt. Manche würden mir an dieser Stelle vermutlich vorwerfen, dass ich ihr dadurch ein Stück Selbstständigkeit nehme. Das mag sein, aber für mich steht im Vordergrund, dass mein Kind sicher in der Schule ankommt.
Meine Tochter hat außerdem noch nie bei Freundinnen übernachtet. Ich möchte, dass sie dafür noch etwas älter ist. Es geht dabei nicht um generelles Misstrauen gegenüber anderen Eltern, das empfinde ich so nicht. Es ist vielmehr so, dass ich Gefahren für mich so weit wie möglich ausschließen will. Das ist für mich eine sehr pragmatische Entscheidung.
Ich weiß, dass die Menschen, denen Gewalt angetan wurde, diese zum großen Teil nicht von einem völlig Fremden erlebt haben. Das waren Menschen im nahen Umfeld, Menschen denen man vertraut hat, denen man mit gutem Gewissen sein Kind übergibt. Ich erlebe das nicht nur bei der Arbeit. Im Bekanntenkreis war die Tochter zur Übernachtung bei ihrer Freundin und wurde dort vom großen Bruder der Freundin missbraucht.
Vor 2 Jahren wurde die Chefin meines Mannes von ihrem Partner erschlagen, weil sie ihn verlassen wollte. All das, was ich in meinem Leben gesehen und miterlebt habe, hat Spuren hinterlassen. Das bleibt nicht aus und beeinflusst auch die eigene Wahrnehmung von Risiken. Mir ist wichtig, dass die Art und Weise, wie ich mein Kind schütze, meine Entscheidung bleibt und von anderen respektiert wird.
Was hast du durch deine Arbeit gelernt oder verstanden, was dir früher nicht bewusst war?
Es kann uns alle treffen. Ich hatte schon einige Frauen in der Betreuung, deren Leben ähnlich verlief wie meins, die trotzdem bei uns gelandet sind. Wir müssen lernen sehr viel dankbarer zu sein, für das was wir haben.
5 comments
Wer Risiken minimiert beraubt sich (und anderen) schöne Lebenserfahrungen.
Dennoch soll das keine Kritik am Text sein, sondern die Aussage der Interviewten unterstreichen, dass es okay ist eigene Entscheidungen zu treffen, weil es ein pauschales „Richtig machen“ einfach nicht gibt.
Vielen Dank für Deine/Eure wertvolle Arbeit, Saskia
Ich finde es durchaus sinnvoll und wichtig alle Risiken zu minimieren und ich arbeite in einem anderen beruflichen Tätigkeitsfeld als Saskia. Wenn das Kind mal „in den Brunnen gefallen ist“ (und missbraucht wurde), ist es verdammt schwer mit diesem Schicksalsschlag zurecht zu kommen. Das beginnt bei fehlenden Therapieplätzen, die Angehörigen (Geschwister usw.)leiden auch mit………
Ich finde auch dass die Arbeit sehr sehr wichtig ist! Dennoch hat mir der Artikel erst ein schlechtes Gewissen ausgelöst, nach dem Motto“ ich erlaube meinem Kind das“.
Im zweiten Augenblick konnte ich schon wieder klarer sehen.
Mein Gefühl sagt mir , dass eine „deformation professionnelle“ vorliegen könnte. Wenn man nur vom Schlechten umgeben ist, ist es wichtig, sich klar zu machen, dass dies ein Tunnelblick ist und man muss aufpassen, dass sein Privatleben dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.
Ich kann nicht eine ganze Gesellschaft unter Generalverdacht stellen.
@Janine, sehe ich wie Du. Natürlich kann man versuchen alle Risiken zu minimieren und besonders mit dem beruflichen Erfahrungshorizont absolut nachvollziehbar.
Meines Wissens ist für ein Kind aber rein statistisch nach wie vor das Elternhaus der gefährlichste Place to be was Mißbrauch angeht
Vielen Dank für das Interview. Es ist wichtig, dass immer wieder diese Themen präsent gemacht werden. Vielen Dank an Saskia und ihre Kolleginnen, für eure Arbeit und euer Engagement.