Ihr Lieben, heute spielt wieder Deutschland. was das heißt? Tja nun, in der WM-Zeit sehen sich viele Mütter nochmal neuen Herausforderungen gegenüberstehen. Die Kinder wollen länger wach bleiben, der Gatte lädt Gäste zum Grillen ein… und wer denkt an alles? Macht die Bude parat, schaut, ob genug Servietten da sind, Snacks, Salate und Saucen? In Marions Beobachtung sind das vor allem die Damen der Schöpfung… ist das bei euch auch so?
Marion Glück ist eigentlich Mentorin für Führungskräfte, Autorin und ehemalige Marineoffizierin. Wenn sie nicht Fußball guckt, begleitet sie Frauen in Führungsrollen bei strukturierter Selbstführung und Entwicklung von mentaler Stärke, dafür hat sie sogar eine KI-Begleiterin für Reflexion und innere Klarheit entwickelt. Hier kommen ihre Beobachtungen zur Arbeitsbelastung von Frauen in WM-Zeiten.
Das unsichtbare Spiel der Mütter in der WM-Zeit
„Der Ball rollt, das Stadion bebt, und über Nacht wird das halbe Land zum Bundestrainer. WM-Zeit. Jeder hat plötzlich eine Meinung zur Aufstellung. Ich muss in diesen Wochen an einen Satz meiner Sporttrainerin denken. Sie sagte neulich zu mir: „Schon komisch. Alle haben mindestens 90 Minuten Zeit, um anderen beim Sport zuzugucken. Aber keine 30, um selbst welchen zu machen.“
Der Gedanke lässt sich weiterspinnen. Wer 90 Minuten für ein Fußballspiel hat, der sollte doch streng genommen auch die halbe Stunde haben, um sich mit seinem Herzblatt, liebevoll auch als „bessere Hälfte“ bezeichnet, hinzusetzen und über eine Frage zu reden, die in vielen Familien lieber im Abseits stehen bleibt. Die Frage, wer zuhause eigentlich an alles denkt. Denn während draußen 22 Leute einem Ball hinterherjagen, läuft bei uns daheim auch ein Spiel. Nur sieht es keiner. Es hat keine Halbzeitpause, keinen Schlusspfiff und vor allem keine Auswechselbank.
In meiner Wahrnehmung spielen die meisten Frauen im Sturm oder Mittelfeld und übernehmen gleichzeitig noch die Abwehr. Nebenbei sind sie auch noch das Ballmädchen. (Ist die Wohnung aufgeräumt? Reichen Chips? Ist noch Seife im Gästebad? Was brauch ich für den Salat? Wo sind die Sitzpolster für die Gartenmöbel? Hab ich auch was für die vegetarischen Freunde?) Der Mann beschützt, wenn es hochkommt (ja, Klischee, aber in meinem Umfeld beobachte ich das so), immerhin das Tor (Er steht am Grill und quatscht mit dem Kumpel).
Und jetzt, in den WM-Wochen, läuft dieses Spiel in Dauerschleife. Die Partien kommen diesmal erst spät, es wird gegrillt, bis die Wolken wieder lila sind. Die Kinder sind so aufgedreht, dass an Schlaf nicht zu denken ist. Ins Bett müssen sie trotzdem. Während drinnen das Mittelfeld analysiert wird, bugsiert die Mama die übermüdete Mannschaft in die Federn und sammelt die Gläser ein. Der Wecker klingelt morgen trotzdem wie immer. Für den Papa ist das Turnier ein Heimspiel auf der Couch. Für die Mama läuft es in der Verlängerung.
Es gibt sogar Zahlen dazu. Laut einer R+V-Studie vom April 2026 (durchgeführt vom Marktforschungsinstitut INNOFACT, 1.000 Familien) stehen 80 Prozent der Eltern im Alltag unter mentaler Belastung. Bei den Müttern sagen 89 Prozent, dass sie ständig an alles denken müssen.
Ständig an alles denken. Das ist der Kern von Mental Load. Die Kopfarbeit, die das ganze Familienleben am Laufen hält und die trotzdem keiner sieht, weil sie keine Schweißflecken hinterlässt.
Ein kleiner Auszug aus der Aufstellung in meinem Kopf, an einem ganz normalen Dienstag: Ist noch genug Milch da? Wann war noch mal der Zahnarzttermin? Steht das Kitafest schon im Kalender? Passen die Matschsachen überhaupt noch? Ist das Geschenk für den Kindergeburtstag am Samstag besorgt (und das Geschenkpapier, das auch alle ist)? Und der Klassiker: Eier. Wir brauchen Eier.
Womit wir wieder beim Fußball wären. „Eier, wir brauchen Eier“, brüllte Oliver Kahn einst in die Kameras. Bei ihm ging es um Mentalität und die absolute Entschlossenheit, gewinnen zu wollen. Bei mir stehen sie auf dem Einkaufszettel. Direkt unter den Würstchen und zusammen mit den Salatsachen, die ich noch besorge, denn am Wochenende kommt Besuch, um das Auftaktspiel der deutschen Nationalelf zu gucken.
Beim Fußball heißt es ja: Das Runde muss ins Eckige. In meinem Kopf läuft es genau andersrum. Da muss das ganze Eckige rein. All die kantigen, sperrigen Termine und Listen sollen irgendwie in einen Kopf, der sowieso schon rotiert wie ein Ball nach einer Bananenflanke.
Und wehe, einer der Bälle fällt runter. Ich vergesse die Wechselsachen, und das Kind steht bei dreißig Grad ohne frische Klamotten da. Dabei hatte mir die Erzieherin erst letzte Woche erklärt, wie das bei Hitze läuft. Sofort meldet sich mein innerer Video-Schiedsrichter. Er spult die Szene zurück, zeigt sie in Zeitlupe und pfeift. Ganz klar mein Foul. Und ich stehe da und denke, ich tauge nicht mal für die Reservebank. Dabei jongliere ich locker fünf Bälle mehr als jeder Profi. Nur klatscht dafür eben keiner.
Jetzt zurück zu den 90 Minuten. Die Rechnung meiner Trainerin stimmt auch hier. Wenn in den nächsten Wochen Zeit ist für Spiel, Verlängerung und dreimal Elfmeterschießen, dann ist auch Zeit für ein anderes Gespräch. Eins, das man mit einem Kaltgetränk auf der Couch führt, bevor angepfiffen wird. Und bei dem man ehrlich aufteilt, wer welche Bälle hält.
Die einzelnen Aufgaben sind selten das Schwere daran. Schwer ist, dass einer allein die komplette Aufstellung im Kopf hat. Sobald dieses Denken auf zwei Schultern liegt, wird aus dem Dauerlauf ein Spiel mit Wechsel. Und auswechseln ist erlaubt. Das steht sogar im Regelwerk.
Bis dieses Gespräch läuft, kommen hier ein paar Mini-Standardsituationen für den Notfall. Für die Momente, in denen der Kopf pfeift und die Halbzeitpause ausfällt:
- Die schnellste ist die Atem-Sache. Einmal kurz einatmen und dann doppelt so lang wieder ausatmen. Das lange Ausatmen signalisiert deinem Körper, dass es keinen Angriff gibt. Entwarnung, und der Alarm fährt ein Stück runter. Zweimal reicht oft schon.
- Dann der Bodenkontakt. Beide Füße fest auf den Boden und einmal richtig spüren, wie sicher du stehst. Wer gut steht, fällt schwerer um. Das bestätigt dir jeder Innenverteidiger.
- Und wenn gar nichts mehr geht, schüttel einmal kräftig die Hände aus, so wie die Profis vor dem Anpfiff. Sieht in der Küche zwar albern aus, kickt die Anspannung aber trotzdem ein Stück aus dem System.
Und dann, irgendwann zwischen Gruppenphase und Finale, ist Anstoß für dieses eine Gespräch. Notfalls in der Halbzeit. Eine Viertelstunde, in der ausnahmsweise mal keiner hinter einem Ball herrennt.
Giovanni Trapattoni hat als Bayern-Trainer mal entnervt „Ich habe fertig!“ in die Kameras gerufen. Schön für ihn. Wir Mütter haben nämlich nie fertig. Der Abpfiff kommt frühestens, wenn alle im Bett sind. Und selbst dann läuft im Kopf noch die Nachspielzeit.
Wie is das bei dir? Wer hat in deinem Team die ganze Aufstellung im Kopf?“
32 comments
Ihr Lieben, wir danken euch für all eure Kommentare! Wie ihr wisst, teilen wir hier ganz viele unterschiedliche Perspektiven von Müttern, in diesem Fall von einer Mutter, der aufgefallen war, wie viele Mütter in ihrem Umfeld ganz selbstverständlich mithelfen oder Dienste übernehmen, wenn die Männer während der WM zum Grillen oder Fußballschauen einladen.
Wir haben diesen Beitrag nicht als Empfehlung gelesen, als Frau alles zu übernehmen, wenn der Mann Gäste einlädt, sondern als Identifikationsfläche für die, denen vielleicht gar nicht so bewusst ist, wie viel sie eigentlich noch zusätzlich leisten und die dadurch dann merken, dass es auch anders geht.
Tatsächlich bekommen wir viele Rückmeldungen von Frauen, die hier nicht öffentlich kommentieren wollen und die sich in diesem Artikel aber wiedergefunden haben und sich dankbar zeigten, dass das mal sichtbar gemacht wird.
Wir hatten nicht damit gerechnet, wie kontrovers das diskutiert werden könnte. Darum noch einmal zur Einordnung: Hier sollte kein überholtes Frauenbild manifestiert werden. Es sollte viel eher gezeigt werden, dass es eben immer noch viele Familien gibt, in denen die Frau – unbewusst oder bewusst – viele Zusatzaufgaben übernimmt. Da auch wir das zum Teil im real life so beobachten, fanden wir es gut, darüber auch mal öffentlich zu sprechen. Sollten hier also Missverständnisse aufgekommen sein, tut uns das leid.
Solange man in einem Artikel mit deutlichen Zuschreibungen allgemein über „Frauen“ (oder welche Gruppe auch immer) spricht, werden die sich empören, auf die die Zuschreibungen nicht zutreffen. Dem kann man aus dem Weg gehen, wenn man die verallgemeinernde Wortwahl lässt.
Bleibt die Frage, was wichtiger ist: Klickzahlen und eher aufgeheizte Stimmung oder wertschätzender Austausch.
stadtlandmama.de wird gerne mal zur „Bild der Frsu“ 😉
Viel erschreckender als das eigentliche Thema, finde ich die teilweise herablassende Art der Kommentare. Das grenzt für mich schon an Mom-Bashing. Offensichtlich trifft das Thema einen Nerv. Es scheint wichtiger zu sein den eigenen Status, die politische Gesinnung oder was auch immer so deutlich vor sich herzutragen, dass der Blick über den eigenen Tellerrand ausbleibt. Sehr schade! Es gibt hier sicher auch Mamas, die still mitlesen und nicht kommentieren, weil sie eben genau diese Situationen erleben. Nach den fast ausschließlich bissigen Kommentaren werden sich eben genau diese Frauen auch nicht mehr zum Thema äußern. Damit würden sie sich einem Shitstorm aussetzen, der weder gerechtfertigt, noch in der Wortwahl, angemessen wäre.
Im Übrigen findet leider unter fast jedem Blogbeitrag der Rubrik „Mütter“ derart negatives Kommentieren statt. Konstruktive Kritik ist immer willkommen. Austausch und Diskussion noch viel mehr, aber bitte keine verbalen Angriffe auf Verfasserin oder Blogbetreiberinnen. Dies schadet (Zitat) „der Sache der Frauen“ noch viel mehr. Danke.
@Carmen: ich finde der Ursprungsartikel ist Mom-Bashing. Oder glaubst Du, dass es „betroffenen“ Frauen hilft beim Emanzipieren, von sich als Schnittchenschmierender und Kühlesbieranreichender Mutti zu lesen?
Ist total ok, das zu machen, aber dann sollte es für einen selbst auch ok sein.
Du hast da was falsch verstanden, Carmen. Nicht die Kommentare sind Mom- Bashing – im Gegenteil. Es ging ja gerade darum, dass der Artikel Mütter so hinstellt als würden sie hysterisch hinter jedem Kind und jeder Salatsoße herrennen und hätten nichts anderes im Kopf als dass es ja ordentlich in ihrem Wohnzimmer aussieht, wenn jemand kommt. Viele (optimistisch: die meisten) Frauen haben heute (hoffentlich) noch andere Sachen im Kopf als panisch hinter Mann und Kindern herräumen. Sie sind nämlich viel klüger als das. Hoffe ich. Und das soll ein Kompliment und kein Bashing sein.
Zitat:
„Marion Glück ist eigentlich Mentorin für Führungskräfte, Autorin und ehemalige Marineoffizierin. Wenn sie nicht Fußball guckt, begleitet sie Frauen in Führungsrollen bei strukturierter Selbstführung und Entwicklung von mentaler Stärke, dafür hat sie sogar eine KI-Begleiterin für Reflexion und innere Klarheit entwickelt. “
… vielleicht sollte die Frau sich mal selber coachen 😉
Also in meinem Freundeskreis und bei mir selbst läuft es tatsächlich nicht so und ich kann mir vorstellen, dass in der Blase gebildeter Frauen, die diesen Blog liest es auch nicht der Fall ist.
Sobald ich aber etwas nach links und rechts schaue, zu Nachbarn, Eltern von Schulkameraden unserer Kinder ist es leider genau so.
Nun bin ich 41 und quasi in zwei Generationen Mutter geworden. Einmal drei Kinder in meinen Zwanzigern also ungefähr mit Lisa zusammen etwas später und einmal jetzt vor zwei Jahren noch ein kleines Nachzüglerkind.
Mein Eindruck: Bei den Älteren war es in den meisten Familien um mich herum wie oben beschrieben. Mütter opferten sich auf, die Papas waren die Helden wenn sie ihr eigenes (!) Kind hochnahmen. Ich wurde beneidet, dass mein Mann nicht so war.
Jetzt bei meiner Jüngsten wird sich alles krass viel geteilt, die meisten Kinder aber auch schon früh weggegeben. Unglaublich früh (für mich) bei Minisäuglingen haben sich die Mütter kleine Auszeiten genommen, viele Väter beim Kinderturnen, manchmal mehr als Mütter. Da mein Mann sich öfter noch um unsere Teenies und den Haushalt kümmert, bin ich auf einmal das Relikt, das oft allein mit Kleinkind bin, eine Rolle die sich spooky anfühlt.
All das ist natürlich auch wieder aus meinem persönlichen Umfeld ohne Allgemeingültigkeit.
Was ich sagen möchte: Nur weil es in eurer persönlichen Welt nicht sichtbar ist, heißt es nicht, dass es nicht noch vielerorts so gelebt wird. Sonst wäre die AFD wohl auch nicht immer wieder so auf Vormarsch, in meinem Freundeskreis ist nämlich kein Wähler soweit ich weiß und hier auf dem Block tummeln sich glaube ich auch nicht gerade die Rechten.
Natürlich hast du Recht, May, nur weil ich (oder wir) das nicht im direkten Umfeld so wahrnehmen, heißt das nicht, dass es das nicht gibt.
Aber trotzdem bleibt die Frage, warum dieser Artikel mit diesen Formulierungen veröffentlicht wird? Wenn Frauen ermutigt werden sollen, mehr auf sich zu achten, ihren Männern bewusst zu machen, was sie alles leisten- dann doch sicher nicht so!!!
@May: ich kenne es durchaus auch von manchen Familien. Aber da ist es durchweg „selbstgewähltes Leid“, wo die Frauen es meiner Meinung nach auch genießen, die Kontrolle zu haben und die Fäden zu ziehen. Um beim Fußballjargon zu bleiben: Manager oder Trainer.
Oder es kann in der Familie einfach so zu der normalen Arbeitsteilung gehören, die ja durchaus gerecht sein kann und nicht unbedingt zum mental load aufsummiert.
Liebe Lisa, liebe Katharina,
„die andere S“ hat tatsächlich recht – das ist ein unmöglicher Artikel, der einen fast dazu bringen kann, euch den Rücken zuzudrehen. Mich würde daher ganz ehrlich und tatsächlich interessieren, welche Beweggründe ihr habt, ihn zu veröffentlichen. Was denkt ihr über den Text? Das ist doch nicht euer Frauenbild, oder? Und ihr glaubt doch auch nicht, dass die Mehrheit der Frauen, die hier lesen, mit dem Text viel anfangen kann?
Daher fände ich es wirklich interessant, wenn ihr euch kurz dazu äußern würdet.
Ich schließe mich diesem Wunsch nach einer Einordnung an. Es erschienen hier schon manchmal sehr kontroverse Artikel (erinnere mich an Impfgegner ohne profundes Wissen und Ähnliches), die auch auf Nachfrage leider nicht eingeordnet wurden.
Also das mit der Einordnung kann ich ja nicht nachvollziehen. Jeder kann doch für sich selbst einordnen und bewerten. Ich bin nicht so der Fan von „betreutem lesen“
@ die andere S: Ich glaube, dass die Welt da größer ist. Es gibt die Mütter, die das tun, um sich größer, Opfer bereitend und toller zu fühlen und damit die Kontrolle erhalten und sicherlich starke Verletzung an andere verteilen, unbestritten. Du schriebst ja auch, dass deine Mutter so ist. Dastut mir aufrichtig leid für dich.
Es gibt aber sicherlich auch noch zig andere Faszetten: Es vorgelebt bekommen haben und nie in Frage gestellt, Der Glaube eine gute Mutter muss das so, Angst vor negativen Reaktionen des Umfelds oder schlicht und einfach, dass dies als erfüllend erlebt wird als Beispiele. Oder auch Gewalterfahrung und Ängste. Meines wäre das auch nicht. Aber gewiss gibt es Mütter die von diesem Klischee-Spiegel WM auch profitieren.
Meine Mutter war übrigens aus dem Raster: Moderne Mutter will nicht (mehr) so sein, sie muss doch „Mal“ an sich denken, sprich: Alles ist (bis heute) wichtiger als ich und meine Bedürfnisse sind eine Zumutung für meine Arme Opfer-Mutter, die so eine schwere Kindheit hatte. Also meine Erfahrung ist, dass man so ziemlich jede Version der Mutter Rolle gesund oder schädlich ausüben kann.
@May: Dankeschön, ja da gibt es sicherlich alle Facetten, deshalb war mir der Ausgangsartikel ja zu eindimensional. Und ich hatte meinen Kommentar da auch nochmal ergänzt, glaube, wir hatten da zeitlich eine Überschneidung.
Den Artikel kann ich natürlich für mich selber einordnen und bewerten. Aber ich laufe neugiereig durch die Welt und bin tatsächlich interessiert an Ansichten anderer. Findest du esda echt „betreutes Lesen“, wenn ein Autor oder ein Herausgeber darüber spricht, welche Gründe er für das Verfassen oder Veröffentlichen eines Textes hat? Ich würde das unter Hintergrundwissen bzw. Austausch und Diskussion einordnen und fände da die Meinung/ Intention anderer hochinteressant.
@Kristina: sehe ich auch so
Liebe Kristina.
Nachzufragen aus Interesse, wie ein Herausgeber zu einem Text steht, fällt für mich nicht unter betreutes lesen.
Was ist jedoch schön sehr oft gehört hab und nicht mehr hören kann, ist, dass Einordnung gefordert wird, sobald mal ein Thema auf den Tisch kommt, dass kontrovers ist oder vlt auch nicht der gängigen mainstream Meinung entspricht und da frage ich mich dann immer, wozu eine Einordnung. Wir sind doch selbst denkende, gebildete Wesen. Ich für mich möchte nicht, dass für mich Texte vom Herausgeber eingeordnet werden, das will ich für mich selbst tun. Und ich bin der Meinung, dass damit auch meinungsvielfalt flöten geht.
„betreutes Lesen“ – alles klar. Wenn hier rassistische, sexistische oder rechte Beiträge erscheinen würden, wäre das okay, weil wir ja mündige Leserinnen sind?!
Es gibt schon noch sowas wie redaktionelle Verantwortung und einen gewissen Anspruch, wofür man stehen will, was man vertreten und verbreiten möchte, oder nicht?
Das hier ist der persönliche Bericht einer Frau. Man kann diese Ansicht teilen, persönlich nachempfinden oder auch nicht… Aber in dem Zusammenhang mit der Sexismus- oder Rassismuskeule zu kommen…
Dass rassistischem Gedankengut o. Ä. erst gar keine Plattform gegeben wird, das sollte selbstverständlich sein.
Glücklich, wer irgendwann einmal gelernt hat eigene Entscheidungen zu treffen, anstatt sich an limitierenden Rollenklischees festzuhalten.
Glücklich auch, wer mehr Selbstwert und Selbstbewusstsein hat, als den Gedanken „ich tauge nicht mal für die Ersatzbank“ bei einer fehlenden Wechselsache.
Was mir an den ganzen Klischees und „Sonderbehandlungen für Frauen“ oft auffällt: wie viel davon darauf abzielt die Angesprochenen klein zu machen oder zu halten.
Hier im Text auch.
@a: es ist der „persönliche Bericht“ einer Frau die damit Geld verdient (völlig legitim) den Frauen die nach so einem Artikel glauben ein Problem zu haben, ein Coaching zu verkaufen.
(Wenn ich das richtig verstanden habe)
Dann hoffe ich sehr, dass die Autorin im Coaching in ihrem Gegenüber die vorhandene Stärke spiegelt und sie nicht wie hier klein redet.
Meine Güte, hier wird aber so tief in die Klischeekiste gegriffen, die muss bodenlos sein (:. Wer darüber lachen kann… mein Humor ist es nicht. Schon die Ausdrucksweise: „Damen der Schöpfung“, „Gatte“, „Herzblatt“ usw.
Ist das eigentlich ironisch gemeint oder gibt es wirklich noch Frauen, die so leben und (ihren Kindern) vorleben wollen? Dann reproduziert sich das in Dauerschleife.
Und ich habe bessere Tipps als Atmen und Bodenkontakt:
1. Haus verlassen, selbst was Schönes machen.
2. Haus nicht putzen, entweder es stört den „Göttergatten“ und er macht es selbst, oder er merkt es noch nicht mal.
3. Wer Snacks will, kann sie sich selber mitbringen.
Es gibt kein echtes Leben im Falschen (;
Ich vermute, es ist wirklich nicht ironisch, sondern ernst gemeint?
Dieser Artikel lässt mich einigermassen fassungslos zurück. Welches Frauenbild wird denn hier nach aussen getragen? Darin kann ich mich so gar nicht wiederfinden und ich wage zu behaupten, dass es in keiner Familie in meinem Freundeskreis so abläuft. Absolut nicht zeitgemäss und für mich ganz klar ein Eigentor, was die Stellung der Frau in der Gesellschaft betrifft.
Tut mir leid, das klingt wie eine Erzählung meiner Mutter von „anno dazumal“.
In meiner persönlichen Blase der jüngeren Frauen ist glücklicherweise keine mehr so unemanzipiert.
Dass wir Mütter grundsätzlich (unabhängig von der WM) unter größerem Mental Load stehen, glaube ich aber gerne. Meiner Erfahrung nach liegt das vor allem daran, dass die Dinge oftmals als unterschiedlich wichtig bewertet werden.
Ich habe schon den Eindruck, dass Männer häufig pragmatischer und Frauen perfektionistischer ticken. Das meine ich ganz wertfrei, beide Eigenschaften haben ihre Vorzüge. Jedoch birgt übertriebener Perfektionismus eben die Gefahr von Burn Out.
@Stadtlandmama: habt ihr mal überlegt, wie sehr ihr (und alle anderen die ins gleiche Horn stossen) potentiell der Sache der Frau schaden könnt? Gebetsmühlenartig wird hier die Litanei der permanent überforderten Mutter wiederholt, die außer Brotdosenmentalload nüscht mehr im Kopf hat. Außerdem kann sie sich innerhalb der Familie schon nicht durchsetzen und hat im Zweifelsfall keinen Mann der bereit ist Kindkrank zu nehmen. Anstatt konstruktive Lösungen zu suchen, suhlt sie sich im Müttermärtyrertum. (Etwas überspitzt, ich weiß, aber in Summe ist das genau das Frauenbild, dass hier im Blog oft genug zelebriert und zementiert wird).
Ist das das Selbstbild, dass ihr fördern wollt? Und noch schlimmer, die Aussenwirkung? Welcher Arbeitgeber soll denn frohen Herzens auf das Bewerberprofil anspringen?
Das ist Satire, oder ?!
Dieser Artikel macht mich richtig sauer! Er unterstellt mal kurz ganz grundsätzlich, dass Frauen (Mütter) so doof sind, dass sie sich für alles und jeden zuständig fühlen und sich auch noch einen Mann ausgesucht haben, der das auch so sieht.
Bei uns (und den Familien, mit denen wir befreundet sind) werden Gäste entweder gemeinsam eingeladen, dann wird vorher besprochen, wer was organisiert. Oder mein Mann lädt nur seine Freunde ein- dann ist grundsätzlich er dafür zuständig, was es gibt und was nicht.
Was für eine Unverschämtheit die Frauen hier hinzustellen als könnten sie nicht bis drei zählen und wären irgendwo in den 60ern stehengeblieben!?!
Ich habe mich tatsächlich durch den ganzen Text mit viel zu vielen Fußballbezügen gekämpft und es hat zum Teil echt weh getan!
Profitipp zum beschriebenen Problem: wenn der Mann Freunde zum Fußball gucken einlädt, soll er sich doch einfach selbst um die Bewirtung kümmern.
Sorry, aber hier kann ich wirklich nur noch mit dem Kopf schütteln.
Wenn ich das lese wundert es mich nicht, dass wir Frauen nicht ernstgenommen werden.