Protein-Shakes in der Teen Time: Für die Generation Selbstoptimierung

Generation Selbstoptimierung

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Ihr Lieben, neulich zeigte ich euch auf Instagram ein Foto unseres Kühlschranks, auf dem im Grunde nur proteinhaltige Joghurts und Quarkbecher zu sehen waren. Unsere Kinder – so müssen wir das wohl sagen – gehören der Generation Selbstoptimierung an. Und was ich auffällig daran finde: Es betrifft alle Geschlechter!

Wisst ihr noch, wie wir Mädchen früher Diäten ausprobierten, unseren Oberschenkelspeck zusammendrückten und Cremes fürs Gesicht oder gegen Zellulite kauften? Könnt ihr euch an nur einen Jungen aus eurem Umfeld erinnern, für den das auch damals schon irgendwie ein Thema war?   

Generation Selbstoptimierung

War es nicht eher so, dass Jungs Sport machten, wenn ihnen Sport Spaß machte – und Mädchen schon auch, um bei einer guten Figur zu bleiben? Ich weiß, ich weiß: Das klingt jetzt nach Klischees und Holzhammer und ich hatte auch wirklich einen Freundeskreis, in dem das nicht Hauptthema war, aber wenn man sich z.B. die Doku über die Zeitschrift BRAVO damals anschaut, dann liest man da halt eher Beautytipps für Frauen als für Männer.

Das ist heute anders! Der Beautywahn verteilt sich mittlerweile auf alle Geschlechter, so meine Beobachtung – und damit auch Jungs in Form und bei Figur bleiben, rennen sie nun in Scharen in die Fitnessstudios oder Outdoor-Trecks der Republik. Ob wir das gut finden oder nicht, dass plötzlich alle einem Ideal hinterherrennen, das lassen wir mal so stehen, aber es ist doch eine interessante Beobachtung, oder?!

Proteine, my love

Proteine

„Mama, kannst du mir noch dieses Protein-Pülverchen und jenes Fitness-Gel und allerlei Nutrition-Sirup („lecker Kalorien sparen“) kaufen?!“ Äh. Nie gehört, was genau ist das und wozu brauchst du das?! Habt ihr mal gesehen, dass man heute kaum noch einen körnigen Frischkäse oder Müsliriegel kaufen kann, ohne dass da HIGH PROTEIN draufsteht?! Was ist denn da los?

All die Instagramfilter scheinen nicht mehr zu reichen, die nächste Generation will WIRKLICH gut aussehen – auch im Reallife. Definierte Bizeps, n schönes Sixpack am Bauch, hallöchen. Und die Frauen bitte gleich mit. „Wiiie, du kannst keine Klimmzüge!“ „Na, dann mal ab an die Stange und üüüüüben.“

Muckibuden deluxe

Spielplatz
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Wie schön, dass die alten Klettergerüste im Garten odere auf Spielplätzen da jetzt umfunktioniert werden in Muckibuden. Wo die heutige Jugend hinkommt, da stählt sie sich! Und wisst ihr was?! Das hat sogar teils gesundheitliche Vorzüge, denn hey, Alkohol gilt nicht als Bomben-Proteinquelle, Alkohol ist Zellgift, da verzichten sie bei all dem Sport lieber mal ganz.. ist so. Das bestätigen auch die Statistiken.

Die neue Generation trinkt deutlich weniger als wir damals! Das ist doch ein köstlicher Nebeneffekt! Nur bei all den Gesundheitsshakes und Pülverchen denk ich halt: Hui, hat mal jemand die Inhaltsstoffe durchgelesen? Kriegt man nicht mit ordentlich Nudeln („Mama, du musst jetzt mehr als 1 Kilo kochen, das reicht mit Fußball und Fitness nicht mehr“) auch genug Muckimasse für den Körper zusammen?!

Alle schön! Frauen wie Männer

Melone

Natürlich nicht, denn die Generation Optimierung muss ja auch finanziell was für die Wirtschaft und ihr Bruttoinlandsprodukt bringen – und jetzt, da die Zielgruppe sich verdoppelt hat, seit auch Männer auf ihre Figur achten, hey, da kann man die Kuh doch mal melken (also nicht die echte, die Hafer- oder Soja- oder Erbsenkuh…. Denn ja, wow, gibt sogar Erbsenmilch für Kaffee, wusstet ihr das? Trinkt ihr Gemüse in eurem Heißgetränk?)

Sagen wir mal so: Solang sich die Jugend nicht reihenweise Botox in die Hinterteile baunzt, sondern wirklich trainiert und in die Bewegung kommt, wollen wir uns mal nicht beschweren. Ich bin trotzdem überzeugt: Wer Obst, Gemüse und Kohlehydrate zu sich nimmt, kann auch ohne all die Zusatzmittelchen Muskeln entwickeln – Frauen wie Männer gleichermaßen. Selbst wenn mir das wenige hier in der Familie glauben…. Wie sieht das bei euch aus?

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6 comments

  1. So sehr dieser Trend auch positive Aspekte haben mag (vor allem mit Blick auf Alkoholkonsum etc), beunruhigen mich doch drei Aspekte dabei: 1. Sollte es nicht primär darum gehen, sich in seinem Körper wohl zu fühlen statt ihn wie ein stets mangelhaftes/zu verbesserndes Objekt zu betrachten? Zumal es, wenn man den immer krasseren Idealen dann nicht genügt, ein großes Risiko für das Selbstwertgefühl, Mobbing, etc. birgt. Ganz zu schweigen, von der Lebenszeit und dem Geld, das in diese ganze Selbstoptimierungmaschinerie fließt…; 2. wie bereits vor mir einige bemerkt haben, steckt hinter diesem Trend natürlich auch eine ganze Industrie, deren Interesse eben primär im Geldmachen liegt und keineswegs darin, uns gesünder zu machen; 3. im Zusammenhang damit sollte man sich klarmachen, dass der Fokus auf proteinreiche Ernährung gesundheitlich keineswegs unbedenklich ist (mal ganz abgesehen von den vielen Zusatzstoffen in einigen Produkten). Siehe dazu etwa hier: https://www.zeit.de/gesundheit/2026-04/ernaehrung-lebenserwartung-proteine-langlebigkeitsforschung-valter-longo. Insofern sollte man zumindest etwas Vorsicht gegenüber diesem Trend walten lassen. Ich denke, das kann man auch Jugendlichen schon ganz gut vermitteln — auch wenn es natürlich schwer ist, sich von den Algorithmen zu befreien, wenn man einmal in deren Sog ist. (Womit wir beim Thema Social Media wären, aber das macht natürlich nochmal ein ganz anderes Faß auf…)

    Meine eigenen Kinder sind (zum Glück) noch zu jung für diese Trends, aber ich wäre da schon vorsichtig und werde mich auf jeden Fall bemühen, ihnen da eine gesunde Skepsis mitzugeben, wenn es dann demnächst (meine ältere Tochter ist jetzt 11) vielleicht so weit ist…

  2. Meiner Meinung nach ist das gerade allgemeiner Trend und keineswegs auf die jüngere Generation beschränkt.
    Auch in meinem Alter (40+) und in der Generation meiner Eltern (60+) wirft man sich die Supplements ein, treibt man exzessiv Sport, achtet penibel auf den idealen Schlaf und trackt natürlich sämtliche Körperfunktionen mit der Smart Watch.
    Ich finde das grundsätzliche Bewusstsein und den Fokus auf Bewegung, gesunder Ernährung, vernünftiger Schlaf, Stressmanagement, usw… sehr gut. Gerade natürlich auch in der jüngeren Generation.
    Ob es dazu aber wirklich all die teuren Zusatzprodukte braucht, wage ich zu bezweifeln.

  3. Alles gut und schön. Aber leider nutzen eben 95% der Influencer in der Fitnessbubble diesen Optimierungswahn zum Geldmaxhen . Und wollen eben nicht nur das Beste für ihre Follower, wie sie gerne betonen. Ich findet das Marketing der meisten Firmen und auch ihren Selbstoptimierungswahn zumindest auch bedenklich…

  4. Hallo, den Trend kann ich mit Teenie- Tochter und Teenie- Sohn im Haus nur bestätigen. Aber genau wie ihr lobe ich mir die guten Seiten davon… beim fast 16 jährigen ist Alkohol so gar kein Thema, denn er möchte Körper und Geist nicht schaden und auch die jüngere Schwester hält nix davon sich das Hirn zu vernebeln. Beide machen Sport im Verein, suchen sich da immer neue Herausforderungen, wenn nötig mit Vereinswechsel um höherklassig dabei zu sein! Und der Sohn hat sich mit Homeworkouts einen Body antrainiert, der die Männer in meinem Alter blass werden lässt… natürlich lt. seiner Aussage vor allem, dass er beim Fußball indem Zweikämpfen stabiler ist! Ich versuche so oft wie möglich mit zu trainieren und unser ganzer Lebensstil ist auch sehr sportlich, was mich mit Mitte 40 in besserer Form sein lässt, als mit Mitte 30! Und in der Küche gibt es viele gesunde Experimente… wozu die Beiden regelmäßig etwas beisteuern. Und ja, wir haben mit der Weile auch diverse Proteinshakes im Haus, was beim unersättlichen Teeniehunger oft auch eine Rettung ist. Und ich komme auch auf meine Proteine.. natürlich nicht 3 mal täglich. Ich finde dieses Gesundheitsbewusstsein der heranwachsenden Generation ziemlich gut!

  5. Danke für diesen Beitrag.
    Unser 15-jähriger fährt grad auch voll auf diesen Trend ab. Er ist sportlich eh schon total aktiv aber trainiert jetzt daheim mit Gewichten. Das „breite“ Aussehen ist ihm total wichtig. Was ich ja nicht schlecht finde, wenn er ein gesundes Körperbewusst sein hat und nicht nur mit Chips vor der Konsole hockt.

    Ich hab dann mal mit ihm auf seinem Insta-Kanal geschaut was ihn da so ansport und siehe da……er ist voll im Algorithmus der kompletten Fitness- und Protein-Industrie.
    Wir diskutieren viel über die Ergänzungsmittel die er haben möchte. Wenn ihm dann ein Fitness-Influenzer erzählt, dass seine Mama ja doof ist wenn sie selber noch keine 10g Creatin am Tag nimmt komm ich mit meinen Erklärungen an meine Grenzen.
    Deshalb meine Bitte….vielleicht liege ich auch falsch: Könntet hr mal einen Beitrag erstellen wie schädlich das Zeugs für die heranwachsenden ist? Klar…Protein im Trainig ist wichtig ….aber auch für den pupertierenden Körper??

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