Was soll ich tun? Mein Erstklässler hasst die Schule!

Erstklässler

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Ihr Lieben, nun hat in allen Bundesländern das neue Schuljahr begonnen, einige Schüler*innen haben bereits die ersten Wochen hinter sich. So auch Johann, der Sohn unserer Leserin Maria. Er wurde in Hamburg eingeschult, ist also Erstklässler und hat jetzt schon eine Lust mehr auf den Schulalltag….

Was soll ich tun? Mein Erstklässler hasst die Schule!

Ihr Lieben, ich bräuchte mal Hilfe zu einem Thema, das mir sehr zu schaffen macht. Ich habe zwei Kinder, mein Älterer ist frisch eingeschult worden. Er war ein sehr glückliches Kitakind und wollte seine Kita eigentlich gar nicht verlassen. Daher haben wir ihn extra später einschult, er ist vom Intellekt her absolut schulreif.

Die ganzen Sommerferien haben wir versucht, in freudig auf die Schule vorzubereiten. Ranzen kaufen, Schultüte selbst basteln, wir haben Bücher dazu gelesen und natürlich auch versprochen, dass wir seine alte Kita regelmäßig besuchen gehen. Das hat auch eigentlich ganz gut gewirkt, er hat sich dann auch auf den Einschulungstag gefreut.

Aber nun, nach den ersten Schulwochen ist von Freude nichts mehr übrig. Jeden Morgen sagt er, dass er keine Lust mehr auf Schule hat. Dass er lieber zurück in die Kita will, dass er nicht versteht, warum er. in die Schule muss. Manchmal weigert er sich, aus dem Bett aufzustehen, oft weint der die ganze Fahrt zur Schule.

Die Mitschüler*innen sind lieb zu ihm, die Lehrkräfte auch, aber ich hab schon etwas Bammel, dass sich das ändert, wenn er noch lange morgens vor der Klasse weint. Leider können Kinder ja auch gemein werden und er soll nicht den Stempel der „Heulsuse“ bekommen.

Ich bin total überfragt, wie ich mich verhalten soll. Soll ich weiterhin mit in die Schule, in bis zum Klassenzimmer bringen? Soll ich mal „härter“ sein und ihn alleine ins Gebäude schicken? Mich interessiert, ob andere Eltern auch schon mal in so einer Situation waren und wie lange ihre Kinder gebraucht haben, um im Schulalltag anzukommen. Habt ihr Tipps, was euren Kindern geholfen hat? Ich bin sehr dankbar für Austausch!

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12 comments

  1. Das kann ich sehr gut nachvollziehen! Denn die Schule ist ein Ort wo man immer nach seinen Leistungen beurteilt wird und man immer unter Druck steht gute Leistungen bringen zu müssen! Ich habe meine ganze Schulzeit von der 1. bis zur 12. Klasse gehasst wie die Pest! Man muss immer funktionieren egal wie schlecht es einem geht und so bin ich oft krank zur Schule gegangen um den Lernstoff nicht zu verpassen. Heutzutage haben sehr viele Kinder und Jugendliche einen Burnout von dem ganzen Schulstress und ich hatte das damals auch und habe weiter funktionieren müssen! Wenn man sich den Lernstoff von all den Schuljahren so anschaut da habe ich vieles von in meinem Leben nie gebrauchen können und vieles davon von dem Lernstoff braucht man später als Erwachsene gar nicht mehr so meine Erfahrung! So finde ich, dass die ganzen Lehrpläne alle komplett veraltet sind und man vieles neu überarbeiten sollte. So war für mich meine Schulzeit wie ein Gefängnis und als dann meine ganze Schulzeit zu Ende war, war es für mich eine sehr grosse Lastbefreiung! In meiner Ausbildung war es dann anders, da war ein sehr hohes Pensum an Aufgaben aber den Unterricht fand ich sehr viel praxisorientierter und ich kann vieles davon in meinem Berufsalltag auch gut gebrauchen.
    Als dann sowohl meine Schulzeit als auch meine Ausbildungszeit zu Ende war war dies auch eine sehr grosse Lastbefreiung und ich gehe viel lieber arbeiten und das tolle ist man wird dann dafür bezahlt und so reisen mein Mann und ich seit vielen Jahren durch die Weltgeschichte und geniessen es immer wieder tolle Reisen zu machen und gerade der Englischunterricht aus meiner Schulzeit den finde ich heute als sehr wertvoll weil wir auf unseren Reisen mit vielen Menschen vor Ort in Kontakt kommen und tolle Gespräche auf englisch führen können und so können wir erfahren wie Menschen in anderen Ländern leben usw.

    Leider hat man keine Wahl denn in Deutschland gibt es eine Schulpflicht und so muss man in die Schule gehen ob man es will oder nicht es sei denn man meldet sich komplett aus Deutschland ab und geht in andere Länder wo vieles anders geregelt ist.

    Ich wünsche diesem Schulkind alles erdenklich Gute für seine Schulzeit und ich kann das alles sehr gut nachempfinden denn mir ging es ähnlich in meiner ganzen Schulzeit.

  2. Kann es auch sein dass er ein hintergrundproblem hat was ihn stresst?streitigkeiten bei euch zu Hause?adhs?oder was anderes?ein erwachsener der psychische Probleme
    Hat?ich würde den Gang zum Kinder und Jugendlichen Psychotherapeuten überlegen.

  3. Ich frage mich auch, ob er weiß, dass ihr ihn noch ein Jahr länger in der Kita gelassen habt, weil er das gerne so wollte? Zum einen könnte er denken, dass es ja schonmal geklappt hat, dass er da nicht hinmuss, wenn er keine Lust hat. Es quasi nach Bedürfnis verhandelbar ist. Das könnte auch dazu führen, dass er Eure Entscheidung diesmal in Frage stellt, wenn auch unbewusst.

  4. Bei uns in der Schule dürfen die Eltern gar nicht rein.

    Hört sich vielleicht nicht so mitfühlend, aber Mitgefühl hat ja nicht geholfen:

    Mit Kind trösten.
    Schulpflicht erläutern.
    Kind die letzten 300m unbedingt allein laufen lassen.
    Ja, sonst ist er bald die Heulsuse.

    Unser Sohn hat die Schule zuerst auch nicht gemocht. Er sah es aber ein, dass er hin musste. Er fand es dann ab der zweiten Klasse ganz gut.

    Jetzt ist er in der neunten und will wieder nicht so arg hin, aber auch jetzt versteht er die Schulpflicht.

  5. Ich bin Mutter von zwei Grundschulkindern und Grundschullehrerin. Meine eigenen Kinder sind vom ersten Tag an mit Kindern aus der Umgebung alleine in die Schule gelaufen (ca. 1 km). Da gab es diese „Ich-muss-da-alleine-rein-Situation“ nie. Der Schultag begann damit, groß und toll zu sein und seinen Freund abzuholen bzw. von ihm abgeholt zu werden.
    Ich beobachte in den letzten Jahren mehr und mehr, dass das Bringen der Eltern eines einzigen Kindes bis vor die Tür für die Kinder stressig ist.
    Gibt es nicht die Möglichkeit, dass dein Sohn sich mit anderen treffen kann und gemeinsam zur Schule laufen kann? Und wenn es nur 200m vor dem Schulhaus sind? Ich behaupte, dass das einen großen Unterschied machen kann – vorausgesetzt er hat nicht mit dem Schulablauf ein konkretes Problem. Aber müsste ja lösbar sein.

    1. @Anna: Unsere große Tochter hat auch Halt in anderen Kindern gefunden und ist gerne mit ihnen gemeinsam zur Schule gelaufen und ging und geht gerne zur Schule.
      Für unser 2. Kind hab ich auch frühzeitig die Fühler ausgestreckt nach Kindern, die den gleichen Schulweg haben. Aber unser Sohn (inzwischen 2. Klasse) will partout nicht mit anderen Kindern laufen. Also laufe ich mit ihm. Das gibt ihm morgens Halt und erleichtert ihm den Start in den Schultag. Mittags läuft er alleine nach Hause. Da hat er den Schultag ja geschafft und braucht meinen Halt wohl nicht mehr. Aber auch da läuft er lieber alleine als mit anderen Kindern.
      Also, nicht jedem Kind hilft ein Schulweg mit anderen Kindern…
      Ein möglicher Ansatz ist es natürlich, aber kein Allheilmittel.

  6. Ich glaube auch, dass es durchaus Wochen dauern kann bis die Kinder sich an die neue Situation gewöhnen. Man muss ja auch einfach sagen, der Wechsel ist heftig. Wie schön ist doch der Kindergarten.
    Meine Kinder sind beide von Anfang an nicht gern in die Schule gegangen. Es gab phasenweise Tränen oder auch psychosomatisch Bauchschmerzen.
    Zum Einen habe ich beide immer unterstützt und in ihren Gefühlen bestärkt. Ich habe sie, solange sie es brauchten, begleitet und ihnen Zeit zum Abschied gegeben.
    Zum Anderen habe ich mich irgendwann entschieden, dass es einfach total in Ordnung ist, keine Lust auf Schule zu haben.
    Ich bin auch nie gern zur Schule gegangen (nur, um meine Freunde zu treffen) und das ist auch völlig in Ordnung.

  7. Liebe Maria,

    fühle ich sehr. Mein drittes Kind wurde eingeschult und bei keinem war es so schlimm. Wir sind nun in Woche sieben und es wird besser.
    Es helfen, wenn Freunde mit zur Schule gehen, die pädagogischen Kräfte der ersten Klasse ( wir haben extra zwei Personen, die die ersten Klassen begleiten neben dem Lehrpersonal), die holen die Kinder ab und gehen gegebenenfalls auch mal raus, der Bruder in Klasse vier, wenn der Papa das Bringen übernimmt.
    Oft sind es die Umstellung und der lange Schultag, das lange Sitzen. Aber mir wurde auch gesagt, dass es bis zu einem halben Jahr dauern kann, dass die Kinder ankommen. Aber auch ich finde es total schlimm, wenn geweint wird. Es hilft durchhalten, in den Arm nehmen, Ängste verstehen und sehen. Ist es denn während der Schulzeit auch schlimm? Bei uns ist es meist nur die Bringsituation, in der Schule und Betreuung wird gespielt.

    Alles Gute!

  8. Liebe Maria,
    bei meinem Großen hat es bis zu den Faschingsferien gedauert, bis es ganz ohne Tränen lief.
    Was bei uns geholfen hat: er hat sich vor der Schule mit 2 anderen Kindern, denen die Eingewöhnung in den Schulalltag auch schwer gefallen ist, getroffen und ist gemeinsam mit denen ins Schulhaus und in die Klasse. Geteiltes Leid war da wohl halbes Leid und es hat allen dreien geholfen.
    Kopf hoch, liebe Maria. Es ist bei richtig vielen Kindern, dass sie sich im ersten Jahr schwer tun. Das wird. Fühle dich ganz fest gedrückt und ich wünsche dir ganz viel Kraft, weil es ist verdammt schwer als Mama, wenn man ein weinendes Kind abgeben muss.

  9. Liebe Autorin,

    mich würde interessieren, was er selbst sagt, warum er nicht in die Schule möchte? Habt ihr darüber schon mal ganz in Ruhe und mit etwas Abstand gesprochen?

    Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten, warum er nicht möchte und weint (Überfordern, Mobbing, Heimweh, Problem mit neuen Situationen, etc.) Je nach Ursache würden Dir die Leserinnen vielleicht etwas anderes raten oder Erfahrung von Eltern in vergleichbarer Situation sind besonders interessant…

    Ich wünsche dir und deinem Sohn alles Gute!

  10. Von „hassen“ kann da doch eigentlich keine Rede sein? Warum müssen es immer Superlative sein?
    Was sagt denn das Kind, warum es nicht zur Schule möchte?

    1. Hallo Maria, bitte wende dich an die Klassenleitung. Eltern und Lehrer sitzen gemeinsam im Boot, beide Seiten wollen eine schöne Schulzeit ermöglichen. Bestimmt wird die Lehrkraft ihn auch nach Kräften unterstützen und hat Ideen für euch. Dafür muss sie aber das Ausmaß einschätzen können.

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