Benehmen: Bin ich kinderunfreundlich, wenn ich meine Ruhe will?

Benehmen

Ihr Lieben, vor ein paar Tagen schrieben wir bei Instagram, dass uns auffällt, wie willkommen Kinder in Italien sind und wie kinderunfreundlich sich Deutschland dagegen anfühlt. Hierzulande wird vor allem Benehmen gefordert, wenn Familien in Restaurants gehen, dort überwiegt erstmal die Freude über den Nachwuchs, so unser subjektives Empfinden. Das hat eine Leserin von uns zum Nachdenken gebracht, denn auch sie will gern in Ruhe essen können, hält sich aber trotzdem für kinderfreundlich. hier kommen ihre Gedanken.

„Ich bin genervt, wenn Kinder sich nicht benehmen“

Als ihr neulich schriebt, wie kinderunfreundlich Deutschland ist, bin ich irgendwie in Grübeln gekommen und habe lange darüber nachgedacht. Auch ich muss gestehen, dass ich in vielen Situationen genervt auf Kinder reagiere, obwohl ich selbst Mutter zweier Kinder bin.

UND ich bin mit Herz und Seele Förderschul- und Grundschullehrerin, liebe meine Kinder (die eigenen und meine Schulkinder) von Herzen. Sie dürfen laut, leise, aufgedreht, in sich gekehrt, lustig, traurig und wütend sein. Mir wird nachgesagt, dass ich eine sehr entspannte Mama und tolle, einfühlsame Lehrerin bin.

ABER: Ich werde in diesem Jahr 50 und bin lange nicht mehr so belastbar, wie ich es früher war. Mir ist es schnell zu laut (zumindest außerhalb der Schule) und ich genieße es sehr, wenn ich einfach irgendwo entspannt sitzen kann. Und nun komme ich zu dem „kinderunfreundlich-sein“:

Mich stört es sehr, wenn ich im Hotel mein Frühstück zu mir nehmen möchte und die Kinder einer Familie umherrennen und ständig „Fußpilz, Kacka, Fußpilz“ brüllen, während die Eltern entspannt auf ihr Handy gucken und ihren Kaffee trinken.

Mich stört es, wenn im Restaurant die Kinder vom Nebentisch zwischen den Tischen fangen spielen, den Kellner fast umrennen und meinen Tisch und mein Getränk zum wackeln bringen.

Mich stört es, wenn ich abends um halb zehn mit einer Freundin im Biergarten sitze und das Kleinkind am Nebentisch eben nicht still in der Karre sitzen will, sondern brüllt, weil es eigentlich wahrscheinlich ins heimische Bett müsste…

„Ich empfinde mich nicht als kinderunfreundlich“

Ausgehen
Foto: pixabay

Ich empfinde mich nicht als kinderunfreundlich. Ich liebe Kinder und habe viel Verständnis für Kinder, Eltern und die Schwierigkeiten, die Erziehung so mit sich bringt. Und trotzdem frühstücke ich gerne in Ruhe, gehe gerne in Ruhe zum Italiener und abends in den Biergarten. Eure Aussage bei Instagram hat mich ins Grübeln gebracht.

Aber wie kann man es lösen? Wenn ein Restaurant sagt, dass in ihren Laden keine Kinder dürfen, geht es ein Aufschrei durchs Land. Aber dürfen die Kellner nicht auch sagen, dass sie gerne in Ruhe ihren Job erledigen wollen, ohne Angst haben zu müssen, umgerannt zu werden?

Ich habe keine Lösung und möchte auch keinen Shitstorm, dass ich als Lehrerin doch erst recht Verständnis für Kinder haben müsste. Aber irgendwie wünsche ich mir glaub ich Verständnis auf beiden Seiten… Ich hoffe, dass ich niemanden damit zu nahe trete.

Ich hatte nur irgenwie das Bedürfnis, mal ein bisschen die vermeintlich „kinderunfreundliche“ Seite beleuchten zu wollen.

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34 comments

  1. Ich persönlich finde das Adults only Konzept schlimm. Ich muss fazu ssgen, dass ich es selbst ruhig, überschaubar und naturverbunden mag. Wenn es den Kindern zuliebe mal in den Freizeitpark geht, dann stelle ich mich drauf ein, versuche auch etwas Spaß zu haben und freue mich, wenn es abends geschafft ist und ich mindestens 6 Monate wieder Ruhe davor habe. Was Restaurants angeht, treffe ich abends ohnehin nur sehr selten Kinder dort an. Es hängt natürlich auch immer vom Restaurant ab.Aber genau das ist doch der Punkt, man kann doch m. E. eine Lokalität wählen, wo Kinder eher weniger zu erwarten sind. Es gibt darüber hinaus auch andere u. U. nervige Dinge im Restaurant. Ungünstig er Tisch, zu warm/zu kalt, eine Person am Nebentisch mit einem lauten Lachen oder einer schrillen Stimme, generell hoher Lautstärkepegel. Da kann man sich etwas Passendes raussuchen und wenn man was Neues ausprobiert, kann’s halt such mal schiefgehen. Völlig unabhängig von Kindern. Bei Hotels finde ich Adults only auch überflüssig. All inclusive mit mehreren Pools und Kinderanimation, zumal zu Ferienzeiten, wird voller Kinder sein. Ein günstiges Hotel in der Partyzone voller feierhungriger junger Menschen. Wäre beides such nix für mich, suche ich mir eben was Passendes raus. Wozu braucht es da ein Label? Aus meiner persönlichen Erfahrung nehme ich viele Menschen, die adults only befüworten, als tendeziell sowieso eher unzufrieden und nörgelig war. Wenn’s nicht die Kinder sind, gibt’s irgendwas anderes zu bemängeln

  2. Meines Erachtens äußert sich Kinderfeindlichkeit gar nicht darin, dass man gerne seine Ruhe hätte und sich durch anwesende Kinder genervt fühlt. Oder eben keine Lust hat, mit dem Neffen stundenlang zu spielen, das Nachbarkind zu unterhalten, etc. Die eigenen Bedürfnisse sind völlig OK, das hat überhaupt nichts mit Feindseligkeit zu tun. Auf den Umgang damit kommt es an. Kinderfeindlichkeit äußert sich m. E. darin, dass man auch in unvermeidbaren (!) Situationen die Familien anmosert.

    Ironischerweise liegt hier aber einer der Knackpunkte: In den Ländern, die uns so kinderfreundlich erscheinen, ist es völlig normal, dass auch Außenstehende Grenzen aufzeigen und Kinder ermahnen. Hier hingegen brennt in den meisten Fällen gleich der Baum, wenn der Fremde, von dem wir Kinderliebe erwarten, sich erdreistet, unser Kind auch mal auf Fehlverhalten hinzuweisen oder nein zu sagen. Daaas dürfen natürlich nuuur die Eltern! (Und die tun es oft genug leider nicht.) Damit hat das Umfeld überhaupt keine Handhabe mehr – und flüchtet vorsichtshalber in kinderfreie Etablissements.

  3. Liebe Lisa, man soll ja nichts verallgemeinern, denn es gibt bei diesem Thema viele Faktoren zu berücksichtigen. Tatsache ist jedoch, dass französische Kinder anders erzogen werden als deutsche. Ich selbst bin Deutsche, lebe aber seit vielen Jahren in F. Und das fängt im Kindergarten an: autoritärer, wenn man so will, zentrierter. Erster Satz meiner Tochter, als sie aus dem Kindergarten nach Hause kam: La maitresse a dit que .. Bisher haben sie noch keinen psychischen Schaden davongetragen, im Gegenteil. Der allgemeine Verhaltenskodex auch unter Erwachsenen ist mit sehr viel mehr Höflichkeit ausgestattet. Zum Thema: Pamela Druckermann: Warum franz. Kinder keine Nervensägen sind
    Avec tous mes compliments, Gaby

      1. Ja, wir hatten leider ein technisches Problem. Die Beiträge waren eigentlich alle da – aber viele konnten sie nicht sehen. Ärgerlich, aber jetzt behoben!

  4. Ich glaube nicht, dass man sofort kinderunfreundlich ist, wenn man gerne seine Ruhe hat. Allerdings gibt es eben auch keinen Anspruch auf Ruhe und Kinderfreiheit im öffentlichen Raum, genauso wie es überspitzt gesagt keinen Anspruch auf „behindertenfrei“ (können unangenehm aussehen oder sich artikulieren), altenfrei (erinnern an den Tod) und ausländerfrei (fallen unangenehm auf) gibt. Ist jetzt alles wie gesagt überspitzt gesagt, berührt aber den Kern des Problems: Der öffentliche Raum ist ein großer Kompromiss und für alle da. Natürlich auch für die Gegenseite: Ich als Elternteil habe natürlich auch die Verantwortung meine Kinder zu lehren sich angemessen im öffentlichen Raum zu benehmen. Nur hinsetzen und Ruhe haben, sollen doch andere unter meinen Kindern leiden, ist natürlich auch nicht okay!
    Allerdings und hier ist das große Aber: Manchmal können Eltern sich noch so gut kümmern, ein Baby wird schreien, ein Kleinkind kann eben trotzen. Es gibt einfache und schwierigere Temperamente. Einer meiner Kinder ist neurodivers, der war immer etwas lauter oder anstrengender, konnte sich nicht gut beherrschen. Bei meinem anderen Kind momentan brauche ich Dinge nur sagen und es versucht es umzusetzen. Da kann ich mit 2 Jahren manchmal schon sitzen bleiben. Auch solche Kinder finde ich muss die Gesellschaft ein Stück weit mittragen, solange die Erwachsenen ihr Bestes geben. Genauso wie geistig Behinderte im Restaurant sabbern können.
    Und natürlich findet man das mal unappetitlich, nervig, wünscht sich das die da heute woanders hingegangen wären, flucht über die Eltern, die die Kinder nicht abstellen…
    Aber die Alternative ist doch, dass alle die „anders“ sind nicht mehr willkommen sind und wir den öffentlichen Raum als einen Ort für Privilegierte mit der richtigen Hautfarbe, die gesund sind, sich Babysitter leisten können etc. definieren. Alle anderen dürfen dann an separierten „Kinderorten“, “ Altenorten, „Behindertenorten“ sein. Oder nur zu bestimmten Uhrzeiten auftauchen. Das wäre für die Menschen, die das Glück haben dazuzugehören sicherlich angenehm und ruhig. Aber ich würde eine solche Welt nicht wollen!
    Meine Meinung, natürlich etwas überspitzt. Ich habe übrigens ein Kleinkind, dass abends um 21:30 Uhr hellwach ist, da unser Familienrhythmus aufgrund jugendlicher Geschwister etwas anderes ist. Ich freue mich, wenn ich trotzdem rausgehen darf😉

  5. Das Problem sind nicht die Kinder, sondern immer die Erwachsenen. Zum einen werden Kinder oft von ihren Eltern nicht zu gegenseitigem respektvollen Umgang erzogen, andererseits haben viele Erwachsene einfach auch eine Erwartungshaltung gegenüber Kindern und Familien, die einfach auch erschütternd ist, weil man sich nicht ausdenken möchte wie ein Miteinander in Zukunft überhaupt noch möglich sein soll.
    Ich selbst habe 5 Kinder und einen Enkel und bin manchmal auch genervt, aber das schließt alle Altersstufen ein. Ich denke vielmehr, dass wir heute viel schneller negativ gestimmt sind, weil die Masse einfach unzufrieden mit sich selbst ist und durch Social Media nur noch Negatives konsumiert. Die Nerven liegen blank und ein „lautes“ Kind bringt das Fass zum überlaufen.

  6. Die Intention des Artikels war bestimmt eine andere, aber es bestätigt dann wohl das Klischee der kinderunfreundlichen Deutschen – ja klar mag ich Kinder, aber ich möchte sie bitte weder sehen noch hören und sie haben sich am besten zu benehmen wie kleine Erwachsene. Vielleicht mal an der eigenen Einstellung und Toleranz ansetzen? Wir hatten neulich auch eine Family mit 6 Wochen altem Baby im Restaurant am Nebentisch, das sehr lange und viel geschrien hat. Da war ich einfach froh, dass meine Kinder aus dem Alter raus sind und ich ohne Unterbrechung mein Essen genießen konnte 😉 und habe der frischgebackenen Mama auch mal freundlich zugelächelt, einfach so aus Mitgefühl, von Mama zu Mama. Ist doch fies, wenn man dann auch noch genervte Blicke oder blöde Kommentare bekommt.
    Und meistens sieht man in Restaurants eigentlich eher wenige Kinder, ist meine Erfahrung, und wenn dann hängen sie vor den Tablets oder Handys. Was ich eigentlich viel trauriger finde.

  7. Das Problem sind i.d.R. ja auch nicht die Kinder, sondern die Erwachsenen drumherum, die ihre Kinder nicht anleiten, sich in einer GEsellschaft so zu verhalten, dass es ALLEN gut geht. dazu kommt, dass in Deutschland die Kindererziehung „Privatsache“ ist und man ja schon fast Angst haben muss, verklagt zu werden, wenn man ein fremdes Kind wegen seines (unerwünschten) Verhaltens anspricht.

  8. Ich muss gestehen, dass mich das Thema Hotels und Restaurants „Adult only“ emotional macht und ich diese Entwicklung sehr negativ finde.

    Ich finde es legitim, sich über Eltern zu ärgern, die nicht mit ihren Kindern sprechen, wenn diese keine Rücksicht auf andere Menschen nehmen. Daraus zu schlussfolgern – wie es wohl manche Gastronomen machen – Kinder zu verbieten, ist aus meiner Sicht eine diskriminierende Pauschalisolierung. Man stelle sich das nur mit anderen Bevölkerungsgruppen vor. Weil ein Mann mir gegenüber einen sexistischen Kommentar gemacht hat, fordere ich jetzt Lokale ohne Männer? Weil ein Rollstuhlfahrer mit den Weg versperrt hat, möchte ich jetzt rollstuhlfahrerfreie Hotels?

    Außerdem: Warum hast du mit 50 mehr Anrecht darauf, dass ein Hotel oder ein Restaurant sich so gestaltet, dass du dich wohlfühlst als ein Kind, das sich wohlfühlt, wenn es sich in seinem Wesen nicht so sehr einschränken muss. Adultismus ist so normal in unserer Gesellschaft geworden dass es niemandem mehr auffällt.

  9. Nein, man ist nicht (kinder-)unfreundlich, wenn man freundlich darauf aufmerksam machen will, dass man sich in einem Restaurant und nicht auf einem Spielplatz

    Kinder sollen Restaurant-Etiquette lernen. Als ich noch ein Kind war, haben mich meine Eltern gerügt, wenn ich zu laut war. So habe ich gelernt, dass ich auf andere achten soll. Die heutigen Eltern?

    Wenn sie nicht wissen, wie sie ihre Kinder beschäftigen in einem Restaurant oder sie denken, dass ein Restaurant eine Tagesstätte für 1 oder 2 Stunden ist, dann sorry aber ich poche da auf meine Ruhe.

  10. Es ist gut, dass auch mal die andere Seite beleuchtet wird. Allerdings finde ich die Beispiele, die hier genannt werden gar nicht kritisch. Ich denke jeder stimmt zu, das kleine Kinder die müde sind um halb zehn nicht in den Biergarten gehören und auch, dass jeder Mensch nicht Fäkalworte durchs ganze Restaurants rufen sollte, egal welchen Alters. Darüber gibt es ja gar keinen Grund zu diskutieren. Und ich empfinde es hier dann leider nur als Stimmungsmache, aber nicht sonderlich konstruktiv.
    Es geht eher um Kinderfreundlichkeit, wenn in jedem Restaurant direkt Malsachen und Stifte für die Kinder gebracht werden, damit es eben nicht zu solchen Situationen kommt. Oder dass es eine kleine Spielecke gibt, mit ein paar Autos und Duplo Steinen. Man Familien direkt dort in die Nähe setzt und vielleicht das Essen der Kinder etwas vorzieht, weil alle davon profitieren, wenn Kinder nicht lange warten müssen. Natürlich gehört es zu der Aufgabe der Eltern die Kinder zu beaufsichtigen, dass sie niemanden gefährden, aber man kann als Restaurant auch viel dafür tun, dass Familien nicht per se ausgeschlossen werden. In den Niederlanden findet man diese Möglichkeiten übrigens sehr oft so vor.

  11. Ich (ebenfalls Mutter zweier Kinder) stimme Dir voll zu. Und die Lösung liegt ja eigentlich auf der Hand: wenn man Kinder ins Restaurant oder Café mitnimmt, muss man sie als Elternteil auch so in die Unterhaltung einbinden bzw. ihnen angemessene Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten, dass sie sich nicht völlig langweilen (das von dir beschriebene Verhalten schreit ja geradezu danach, dass die Kinder sich dadurch eigentlich Aufmerksamkeit seitens der Eltern verschaffen möchten). Gleichzeitig kann und muss man ihnen vermitteln, dass wildes Herumrennen zwischen anderen Gästen und Kellnern eben nicht ok ist. Und sollten sie zu klein sein, um entsprechend (einigermaßen) ruhig am Tisch sitzen zu können, dann sollte man sie eben besser zuhause lassen. Kinder mitnehmen und dann aber völlig ignorieren ist einfach nicht ok — weder den anderen Gästen noch den Kindern gegenüber.

    In Italien ist es übrigens meiner Erfahrung nach auch nicht so, dass die Kinder in Restaurants überall völlig frei drehen. Etwas anderes ist natürlich die abendliche Passeggiata oder das Zusammensitzen auf öffentlich Plätzen, wo es völlig ok ist, wenn Kinder frei rumlaufen. Das ist tatsächlich immer schön und für alle entspannt und es wäre wünschenswert, wenn es solche Orte auch in Deutschland häufiger geben würde.

  12. Liebe Autorin, auch ich bin Mutter von zwei Kindern die meist recht lebhaft sind und auch oft laut. Zudem arbeite ich auch in einem Bereich mit einem gewissen lauten Grundpegel und bin den ganzen Tag am Reden und zuhören – auf Arbeit wie auch zu Hause. Ich mag Kinder vorallem natürlich meine eigenen und die von unseren Freunden und Familie. Was ich nicht mag sind Eltern die sich nicht kümmern – warum auch immer, die Gründe sind sicherlich vielseitig. Deswegen bin ich nicht kinderunfreundlich. Die von dir geschilderten Situationen sind genau das was auch mich stört. Ich versuche meinen Kindern bei zubringen das man in einer Gesellschaft Rücksicht aufeinander nehmen sollte. Ein Beispiel- Wir sind Camper und waren als Zwischenstopp auf einem recht belebten Campingplatz. Dort war auch ein Freundeskreis mit mehreren Kindern. Die Eltern saßen zusammen und tranken und die Kinder spielten. Das sehr laut mit Herumschreien, am Anfang wurden sie noch mehr ermahnt aber je mehr die Eltern Alkohol getrunken haben umso lauter wurden sie selber und es war ihnen egal. Keiner im näheren Umkreis konnte seinen wohlverdienten Urlaub genießen. Direkt daneben war ein junges Elternpaar was sehr weit gefahren war und gleich am nächsten Morgen weiter wollte. Mit Sicherheit hat keiner von denen geschlafen bis beim Nachbar endlich Ruhe war. Das ist für mich ein NoGo und hat nichts mit Unfreundlichkeit oder Spießigkeit zutun.

    Insofern teile ich deine Meinung!

  13. Genau das ist mit kinderunfreundliches Deutschland aber gemeint. Das kann sie sich noch so schön reden. Wenn sie in Ruhe frühstücken möchte im Hotel, dann soll sie sich ein passendes Hotel raussuchen. Gleiches gilt für alles andere. Familien haben heutzutage so viel Scheiße zu ertragen und ständig wird ihnen ein schlechtes Gewissen gemacht, dass sie stören. Sie kann nach Hause gehen und hat dort ihre Ruhe. Soll sie doch da essen. Sollen sich Familien jetzt einschließen? Nur an der Gesellschaft teilnehmen, wenn die Kinder auch parieren? Das Beispiel mit den Eltern, die auf ihr Handy gucken, entlarvt sie total. Diese vorurteilbehaftete Ignoranz von oben herab. Ich kann es nicht mehr hören. Sie hat einen kurzen Ausschnitt aus dem Leben der Familie. Hör auf dir ein Urteil zu bilden! Mit einem Buch in der Hand wäre vermutlich ok, was? Vielleicht werden neue Playdates organisiert, vielleicht ein Friseurtermin gebucht. Wer weiß. Vielleicht wird aber auch nur rumgedaddelt, weil das Hirn mal eben resettet werden muss.
    Ja. Vielleicht muss das Kind nach Hause ins Bett. Vielleicht war es jetzt aber mal ein Abend, an dem die Eltern einfach mal raus wollten. Und dann dieses: ich höre von anderen ich bin eine entspannte Mutter und tolle Lehrerin. Ekelhaft.
    Natürlich gibt es auch unter Familien, Eltern, wie auch immer, Menschen, denen alles egal ist. Die gibt es aber immer. Und wenn man dann so pauschalisiert, ist das schon sehr entlarvend.
    Wenn du deine Ruhe möchtest, dann mach Urlaub, wo keine Menschen sind. Geh essen, wo nur alte Menschen sind.
    Oder sei einfach unterstützend und helfend in solchen Situationen für die Familien da, anstatt mit dem Finger auf sie zu zeigen.

    1. @Ina+Stadtlandmama: frage mich, wieso dieser Kommentar freigeschaltet wurde. Andere als „Ekelhaft“ zu bezeichnen finde ich deutlich drüber. Deine sonstigen Aussagen zeichnen leider genau das Bild, was zeigt, warum gegenseitige Rücksichtnahme immer schwieriger wird

  14. Ich bin auch nicht kinderfeindlich und ich würde dich auch nicht als solches bezeichnen.

    Was mich stört ist, dass viele Kinder heute scheinbar keine klaren Grenzen und kaum mehr Rücksichtnahme lernen. Es geht nicht darum, dass Kinder immer ruhig sein müssen. Sie dürfen spielen und auch mal laut sein. Aber ich finde, sie sollten genauso wie Erwachsene lernen, sich an Regeln zu halten und andere Menschen zu respektieren. Wenn Kinder überall machen können, was sie wollen, und Eltern gar nicht / kaum eingreifen, leidet das Miteinander.

    Kinder gehören selbstverständlich zu unserer Gesellschaft und sollen spielen, lernen und sich entwickeln können. Was viele Menschen jedoch zunehmend als belastend empfinden, ist nicht die Anwesenheit von Kindern, sondern fehlende Erziehung und mangelnde Rücksichtnahme.

    Für mich ist der Wunsch nach einem respektvollen Verhalten keine Kinderfeindlichkeit, sondern einfach der Wunsch nach einem angenehmen und rücksichtsvollen Zusammenleben.

    1. @Kat: das sehe ich auch so. Gerade weil ich die Gesellschaft von Kindern mag.
      Ich ärgere mich übrigens sogar eher über Senioren, die ein wenig sozialkompetentes Verhalten an den Tag legen. Das hat auch nichts mit Kinderunfreundlichkeit zu tun, sondern mit dem Wunsch nach einem freundlichen Miteinander, egal in welcher Altersklasse

  15. Ich empfinde diese Einstellung als ein Symptom für ein grundlegendes Problem in unserer Gesellschaft. Kinder sind nicht mehr Teil eines gelebten Alltags und sollen bitteschön in den ihnen zugewiesenen Bereichen bleiben.
    Es gibt immer weniger Kinder, deswegen sind sie nicht mehr selbstverständlich. Und solche Artikel sind der Grund dafür, dass Eltern ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie es mit ihren mal wagen sollten sich in die Öffentlichkeit zu begeben und den gesellschaftlich zugewiesenen Kinderbereich zu verlassen.
    Ich lebe was Kinderlärm betrifft nach einem einfachen Prinzip: Kinder die nicht meine eigenen sind, stören mich prinzipiell nicht. Und wenn eine Mutter (meistens ist es die Mutter) mit ihren lauten Kindern im Restaurant sitzt und mich entschuldigend anlächelt, lächle ich aufmunternd zurück. Denn zusätzlich zu dem ganzen Stress und Druck den sie bestimmt sowieso hat, braucht sie nicht noch ein genervtes Augenrollen.

  16. Moin.

    Ich habe den Ursprungs-Post auf Insta nicht gesehen, das vorweg. Ich habe kein Social Media.

    Aber auch ich, Mutter von zwei Kindern (kurz vor Pubertät), schließe mich der Verfasserin des Artikels an. Auch ich möchte dann und wann „in Ruhe“ essen gehen.

    Ich bin da Oldschool, aber Gerenne und ein deutlich lauterer Lärmpegel nerven mich im Restaurant. Außer, ich weiß das vorher. Es gibt ja auch Restaurants, da gehört eine lebhafte Atmosphäre zum Konzept. Dann muss ich damit leben, wenn ich da hingehe.

    Ich denke, die meisten Eltern haben ein Gespür dafür, wann und in welches Restaurant sie mit ihren Kindern essen gehen können. Ich bin aber ehrlich gesagt nicht oft essen, vielleicht bin ich da nicht ganz aktuell in meinen Erfahrungen.

    Ob es jetzt spezielle Restaurants braucht, wo Kinder nicht erlaubt sind, weiß ich nicht. Meistens sortiert sich das von selbst aus.

    Wir haben einmal schlechte Erfahrungen als Familie in einem Restaurant gemacht. Wir sind Sonntag mittags mit unseren Kindern zum Griechen. Die Kinder waren vielleicht 4 und 6, maximal. Als wir uns setzten, hat der Nachbar Tisch mit einem älteren Ehepaar sichtlich besorgt zu uns geguckt, die wollten schon fast gehen. Das fand ich schon unangenehm für uns. Wir hatten einen guten Tag mit den Kindern erwischt und haben die Wartezeit mit mitgebrachten Spielen überbrückt, dass ging. Aber sich schon zu Anfang „unwillkommen“ zu fühlen, war nicht entspannt.

    Viele Grüße
    Stiefelkind

  17. Dass Deutschland so viel kinderunfreundlicher als südliche Länder sein soll, ließt man ja immer mal wieder. Ich kann da nicht grundsätzlich mitgehen. Meine Meinung ist folgende: Deutsche sind von der grundsätzlichen Mentalität eher ruig, viel ruiger als südliche Kulturen. Ich weiß, kann jetzt etwas stigmatisierend klingen, aber aus diversen Erfahrungen ist das meine Beobachtung. In vielen Kulturen ist es einfach grundsätzlich schon deutlich lauter durch die Erwachsenen und -aus unserem Blickwinkel- chaotischer. Da fallen laute und rennende Kinder einfach nicht so auf und niemand stört sich daran. Es ist doch einfach eine andere Mentalität, nicht umsonst werden Deutsche als distanziert und ruig wahrgenommen. Dabei finde ich weder Deutsche ruig noch andere penetrant laut, es ist nur einfach sehr unterschiedlich und einfach anders. Und das ist ok!

    Gleichzeitg verstehe ich komplett, dass sich Erwachsene durch Kinder gestört fühlen können. Ich finde nicht, dass die Kinder besser erzogen sein sollten oder die Eltern härter eingreifen sollten. Kinder können sehr wild und schwer zu bändigen sein. Eher finde ich durchaus, dass es Orte gibt, die für Kinder geeignet sind, und andere eben nicht. Ein schickes, gediegenes Restaurant ist kein Ort für Kinder zum Beispiel. Da würde ich mich Kind normalerweise nicht hingehen.

    Zum Thema Hotel: es gibt genug adults-only-Hotels, da empfinde ich die Leserin in der Verantwortung in ein kinderfreies Hotel zu gehen.
    Zum Thema Restaurants: ich gehe mit Kindern nur in Restaurants mit angrenzendem Spielplatz, Spielecke etc. Auch hat ja fast jeder Vogelpark ein Restaurant. Sprich: die Kinder haben dort Raum, sich auch wie Kinder benehmen zu können. Dort wird es hauptsächlich Familien mit Kindern geben und niemand fühlt sich gestört. Und jemand, der in Ruhe ohne Kinderstörung essen will, sollte da eben nicht hingehen.

    Wenn jemand eine Hochzeit feiert und Familien mit Kindern einlädt, sollte das Brautpaar auch dafür sorgen, dass die Feier für Kinder und Erwachsene etwas zu bieten hat. Man kann nicht die Feier für Erwachsene auslegen, Kinder mit einladen und erwarten, dass die Kinder sich lückenlos und unauffällig einfügen.

    Natürlich wird es immer wieder trotzdem vorkommen, dass es mal lauter wird durch die Kinder. Aber ich denke, es wäre viel damit getan, zu verstehen, dass Kinder und Erwachsene doch sehr verschieden sind und man Orte/Events etc. auf die jeweiligen Bedürfnisse einrichten kann.

  18. Ich fühle das sehr, denn ich mag Kinder wirklich. Was ich nicht mag sind Eltern, die ihren Kindern im Außen keine Grenzen setzen und ihnen das Wort Rücksicht nicht beibringen, worunter ich dann leiden muss. Kinder dürfen heute gefühlt alles. Und auch wenn ich mir damit keine Freunde mache, sollten wir mal anders Urlaub als mit dem Wohnwagen machen, käme für mich nur ein „Adults online“-Hotel in Frage. Ich habe auch ein Recht auf Ruhe und Erholung mit meinen fast 62 Jahren

    1. Ja Kirsten. Das hast du. Du hast auch genug Möglichkeiten das so umzusetzen. Dann mach das bitte. Und lass Familien ihren „Urlaub“ und ihre Ruhe vor dir und deine unqualifizierte Meinung. Kinder dürfen heute nicht gefühlt alles. Aber sie dürfen mehr als zu deiner Kinderzeit. Und das ist sehr gut so. Sie werden ernst genommen und sie lernen immer noch Rücksicht zu nehmen. Aber sie lernen es! Sie kommen so nicht zur Welt. Und sie haben auch viele beschissene Tage. So wie die Eltern. Und irgendwer hat immer was zu pupsen. Warum sollte ich auf jemanden Rücksicht nehmen, der mich nicht respektvoll in der Gesellschaft als selbstverständlichen Teil sieht, sondern nur, wenn ich auch nicht störe? Vielleicht trägst du einfach deinen Teil dazu bei, respektvoll und mit Verständnis auf die Lebenssituationen vieler Familien heutzutage zu gucken. Weil aber so viel Gegenwehr von der Gesellschaft ausgeht, ist es wichtig, dass Familien vor allem auf sich gucken und machen, was ihnen gut tut. Denn ihr, ohne Kinder, habt jede Menge Möglichkeiten eure wohlverdiente Ruhe zu bekommen. Es ist eure Verantwortung euer Leben dementsprechend zu gestalten …

      1. Bestimmt wolltest du einen sachlich-freundlichen Kommentar schreiben, liebe Ina, und sicher wolltest du auch nicht in diesem überheblichen und unverschämten Ton schreiben.
        Sonst käme man auf den Gedanken, dass du zu den Menschen gehörst, die immer nur an sich und ihre eigenen Bedürfnisse denken und die noch dazu denken, alle Ansichten außer ihren eigenen seien unqualifiziert.
        Und das ist bestimmt nicht so, oder!
        Gib dir beim nächsten Kommentar im Internet einfach ein bisschen mehr Mühe- dann klappt das schon:)

  19. Als Lehrerin hat mein einen häufig sehr lauten und lebendigen Arbeitsplatz.
    Da kann ich das Ruhebedürfnis ohne weiteres nachvollziehen. Vielleicht wäre es tatsächlich eine Lösung einige Orte zu kinderfreien Zonen zu erklären (und sie dafür andernorts wirklich willkommen heißen und mitdenken).

  20. Ich bin auch Lehrerin, inzwischen 57 Jahre alt und Mutter dreier Kinder, die früher deutlich zu der Gruppe Kids gehörten, die „sich nicht benehmen“ konnten (nicht, weil sie es nicht wollten!). Ich kann das Gefühl, Ruhe haben zu wollen, sehr gut nachfühlen, gerade weil wir ja im Job schon mit viel Kinderlärm konfrontiert sind. Trotzdem würde es mir nie im Leben einfallen, z. B. in einem Café oder Restaurant von Kids Unsichtbarkeit einzufordern. Die von meiner Kollegin genannten Beispiele sind mEn eher Extrembeispiele, die selten vorkommen und die auch anders lösbar sind als mit einem Kinderverbot. Auch in Italien sagt der Kellner was, wenn die Kids ihm zwischen den Beinen rumrennen und dann ist’s meistens gut. Wobei es auch viel seltener zu Konflikten kommt, weil Kids einfach mehr mitbedacht werden und da liegt mEn der große Unterschied. Wenns zB ne große Kinderspielecke gibt, das Kind grundsätzlich zuerst bedient wird und eine insgesamt freundliche Atmosphäre herrscht, läuft vieles von Vorneherein besser. Ich finde einfach, dass alle Menschen das Recht haben sollten, essen zu gehen, und wenn ich persönlich wirklich Ruhe brauche, dann bleibe ich entweder Zuhause oder kenne meine Orte, die idR ruhiger sind. Und wenn’s dann doch mal laut und unruhig ist, dann nehme ich mich mit meinem Bedürfnis eben zurück. Ich bin die Erwachsene und kann das – ganz im Gegensatz zu Kindern, die das erst noch lernen müssen. Ich werfe den Eltern dann, wenn überhaupt, keine missgünstigen, sondern eher freundlich mitfühlende Blicke zu, das fördert oft eine humorvolle, gelöste Stimmung, die alle, auch die Kinder, spüren und mögen.

  21. Ich kann viele Dinge nachvollziehen. Ich selbst liebe auch Kinder. Wir haben selber 5 Kinder. Für mich ist der entscheidende Punkt das benehmen und auch, wie die Eltern damit umgehen. Kinder grundsätzlich von Restaurants auszuschließen ich Kinder freundlich und nicht gut. Es gibt ja auch andere Kinder, die sich benehmen können. Prinzipiell finde ich, dass man nicht bestimmte Gruppen in einer gselsschaft von etwas ausschließen sollte.
    Auch finde ich, wenn ein Baby weint und sich nicht beruhigen lässt oder Kinder miteinander spielen und es zwischendurch mal lauter wird, dass man das als Gesellschaft mittragen sollte, auch wenn man es gern ruhiger hätte. Wenn Kinder sich aber nicht benehmen, durch den Raum schreien oder herumrennen und die Eltern nicht eingreifen, ist das ja was ganz anderes. Ich finde es nicht kinderunfreundlich, wenn man darauf keine Lust hat oder sich gestört fühlt.

  22. Ich finde keine der beschriebenen Situationen zeigt, dass du kinderfreundlich bist. Es sind ja nicht pauschal die Kinder, die dich stören, sondern das Verhalten, was einfach für den Ort nicht angemessen ist.
    Es ist nicht per se kinderunfreundlich, wenn man erwartet, dass Kinder sich an bestimmte Regeln halten. Damit ist natürlich nicht gemeint, dass sie sich nicht mucksen dürfen und komplett still dasitzen sollen. Aber Fangen spielen im engen Restaurant geht eben nicht.

    Was mir bei unserem Urlaub in Holland aufgefallen ist: dort gibt es in Restaurants sehr häufig ein kleines Spielzimmer oder sogar einen Spielplatz dabei. Das entspannt Restaurantbesuche ungemein, weil die Kinder spielen können, während man aufs Essen wartet. Dass es sonst schnell langweilig werden kann und man besonders von kleineren Kindern nicht erwarten kann, dass sie längere Zeit „still“ am Platz sitzen bleiben, ist ja schließlich auch klar.

  23. @liebe Leserin: mir geht es ganz genauso. Ich habe eigentlich eine große Toleranzspanne, wenn Kinder Kinder sind, laut spielen und toben, oder auch mal weinen, etc. Bei mir hängt es echt sehr von der Situation ab, ob es mich nervt. Habe ich das Gefühl, es geht um Aufmerksamkeit, andere zu Drangsalieren, überschießend ohne Eingreifen der Eltern, oder mit unsouverän brüllenden Eltern (noch schlimmer)und das im gemeinsamen Lebensraum (einkaufen, Wartezimmer, etc.) oder sogar in einem eher „erwachsenen“ Aufenthaltsraum (Hotel, Restaurant, etc.) bin ich auch schnell genervt. Auf dem Spielplatz, auf der Straße, beim Spazierengehen oder Feiern stört es mich nie, ich finde, da habe ich zu respektieren, dass Kinder Kinder sind und ihren Raum brauchen. Diese Rücksicht wünsche ich mir umgekehrt aber auch, zumindest von den Erziehungsberechtigten gelenkt.
    Im Wartebereich von Arzt oder Klinik, im Restaurant oder beim Einkaufen bin ich die erste, die anfängt Dönekens mit den Kids zu machen, um ihnen die Zeit angenehmer zu machen (und mir auch). Denke, das ist kinderfreundlich.
    Hängt aber vom Benehmen der Kinder ab. Und ich versuche krampfhaft das Wort „unerzogen“ zu vermeiden…aber das beschreibt es dann vielleicht doch ganz gut, wo es knirscht.
    Geht es anderen auch so?

  24. Ich kann prinzipiell auch beide Seiten verstehen. Ich persönlich habe ehrlich gesagt noch nie die Erfahrung von Fangen-spielenden oder Kacka-rufenden Kindern in Restaurants gemacht. Das kommt bestimmt vor, aber die meisten Eltern sind zumindest meiner auch nur anekdotischen Evidenz nach sehr bemüht, dass die Kinder sich halbwegs sozialverträglich verhalten. Ich fände es allerdings gut, wenn Restaurants etc sich auch etwas mehr auf Kinder einstellen würden. Oft hilft es ja schon, wenn ihnen ein Ausmalbild und ein paar Stifte gegeben werden oder wenn es ein paar Bücher zum Anschauen gibt. Klar haben Kinder auch Bewegungsdrang, den haben meine Kinder auch, aber zur Überbrückung bis das Essen da ist, ist das bei uns schon ganz gut. Wir haben fast immer selbst was zur Beschäftigung dabei aber das heißt halt auch, dass man gefühlt immer einen halben Hausstand mitschleppt. In Italien gibt es in vielen Restaurants im Außenbereich auch einen kleinen Spielplatz. Das ist in Deutschland leider sehr selten. ich finde schon, dass Deutschland in dem Sinne kinderunfreundlich ist, dass Kinder und ihre Bedürfnisse oft nicht mitgedacht werden. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

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