Schulreif oder nicht? Soll mein Sohn lieber länger in die Kita bleiben?

Liebe Stadtlandmama-Leserinnen, seit Wochen beschäftigt mich das Thema Schuleintritt meines Kleinen. Er wird im Juli nächstes Jahr 6 Jahre alt. Wir können also selbst entscheiden, ob wir ihn im September einschulen zu lassen oder nicht.

Genau dieses Thema liegt mir seit Wochen im Magen wie ein Stein. Unser Sohn ist im September 2019 in den Kindergarten gekommen, war dann wie erwartet häufig krank und ab März (mit ein paar Wochen dazwischen) durch den Lockdown eigentlich bis Juni 2021 komplett zu Hause. Weil ich von zu Hause arbeite, haben wir ihn nie in die Notbetreuung getan, daher kommt die lange Zeit zu Hause.

Jetzt ist er seit September ein Vorschulkind. Letzte Woche war Vorschul- U – Untersuchung, kognitiv ist er laut Kinderarzt absolut reif für die Schule…Trotzdem weiß ich nicht, ob es die richtige Entscheidung ist

Er ist von seiner Körpergröße mit Abstand das kleinste Vorschulkind und gleichzeitig der Jüngste. Sein bester Freund geht erst ein Jahr später, weil er ein Novemberkind ist (ich weiß, ich darf es nicht von anderen Kindern abhängig machen, trotzdem ein wichtiger Punkt für mich).

Mein Sohn hatte einfach coronabedingt nichts von seiner Kindergartenzeit, was ich sehr schade finde. Alle typischen Feste (Sankt Martin, Fasching usw.) und all die Ausflüge fielen für ihn aus.

Meine große Tochter ist ein Maikind, bei ihr gab es keinen Zweifel, sie im Sept. einzuschulen. Sie war aber auch ein ganz anderer Typ. Bei ihr wusste ich, sie setzt sich durch und geht ihren Weg. Ihr kleiner Bruder ist viel sensibler.

Wenn ich ihn selbst frage, sagt er einmal ja und das nächste Mal wieder nein. Andererseits möchte ich natürlich nicht, dass er sich dann im Kindergarten langweilt. Ich müsste ihn ja dann auch eigentlich jetzt aus der Vorschulgruppe rausnehmen..

Jeden Tag gehe ich im Kopf alles durch, wäge ab, überlege. Der Tag der Entscheidung rückt immer näher {Dezember} und ich wollte jetzt einfach mal wissen, was ihr machen würdet?! Einschulen oder noch ein Jahr unbeschwerte Kindergartenzeit schenken? Vielleicht gibt’s ja Eltern in der gleichen Situation?

Ich bedanke mich für eure Tipps und Erfahrungen. Viele Grüße, Maria

P.S. Lisas Zwillinge mussten mit 5 zur Schule und hätten noch sooo gut ein Jahr Kindergarten gebrauchen können… sie haben dann später eine Klasse wiederholt auf eigenen Wunsch. Aber als Eltern möchten man seinen Kindern das schon eigentlich lieber ersparen… hier ihr Text zur verflixten Früheinschulung.

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50 comments

  1. Hallo,
    als erstes wollte ich fragen in welchem Bundesland man das selbst entscheiden darf.
    Wir in Rheinland-Pfalz mussten dieses Jahr unsere Tochter(am 21.August 6 geworden) am 31.August einschulen. Erst bei Kindern ab 1.September geboren dürfen hier die Eltern entscheiden.
    Eine Schuluntersuchung gab es auch nicht, vom Vorschulangebot in der Kita fiel auch bestimmt 80% wegen Lockdown weg. Ihre Erzieher und befreundete Erzieher und Lehrer meinten aber alle unsere Tochter schafft das locker.
    Der Schulstoff fällt ihr leicht, aber sie hat große Probleme mit der Trennung und den vielen Kindern (die Corona-Zeit hat das soziale Lernen leider absolut kaputt gemacht).
    Hätten wir eine Wahl gehabt wäre sie wohl noch nicht in der Schule. Der kleine Bruder wird wohl erst mit knapp 7 gehen,er hat zum Glück am 3.September Geburtstag.
    Ich selbst wurde damals als Kann-Kind mit 6Jahren(auch August geboren) eingeschult und war immer die jüngste. Heute denke ich ein Jahr hätte bestimmt einen Unterschied gemacht,in der Schule hat mich das nicht gestört.

    1. Gönn ihm das eine Jahr nochvim kiga wenn es möglich ist. Wenn er das möchte und sein Freund auch dann anfängt ist es sicher stressfreier . Ich würde bei meinem Sohn so machen . Lg und alles gute

    2. Wie die meisten hier, würde auch ich aufs Bauchgefühl hören! Bei uns in Rheinland-Pfalz haben die Eltern großes Mitspracherecht. Ich kenne sowohl auf Elternwunsch zurück gestellte Kinder als auch sehr früh eingeschulte Kannkinder. Bei letzteren muss man sich klar machen, dass sich das durch die ganze Schullaufbahn zieht, vor allem auch zu Beginn der Pubertät. Kannkinder, die außer kognitiv auch körperlich und emotional (früh-) reif sind, werden gut mitlaufen, aber die eher kleineren und noch „verspielteren“ Kinder werden es ggf. schwerer haben, gerade die Jungs. Wir wissen doch alle selbst, dass für Teenies der Lernstoff zweitrangig ist. Und was bringt es, mit 17 schon eine lebensentscheidende Berufswahl treffen zu müssen? Viele Kannkinder holen sich das Jahr irgendwann noch wieder…

  2. Wir hatten fast genau die gleiche Situation im letzten Jahr. Unser Sohn ist im August geboren und wäre ziemlich genau zum 6. Geburtstag in die Schule gekommen. Wir haben uns dagegen entschieden, weil er zwar kognitiv so weit war ( laut Schuleingangsuntersuchung war er schulreif), aber emotional/ sozial noch nicht. Er war in der Kita immer noch sehr zurückhaltend, unsicher, hat sehr die Bestätigung und Unterstützung der Erzieher gesucht u.s.w. Ein paar Monate später war deutlich zu spüren, dass er nun so langsam in die Schule gehen sollte. Auch die Kita gab uns die Rückmeldung, dass er sehr viel sicherer, selbstbewusster und selbstständiger wirkte. Außerdem wollte er selbst es dann auch- im Jahr davor hatte er sich kaum für die Einschulung interessiert. Inzwischen geht er in die Schule und fühlt sich sehr wohl. Ihm hat das weitere Jahr in der Kita gut getan. Was ich damit sagen will: vertraue auf dein Bauchgefühl, du kennst dein Kind am besten. Kita bedeutet auch insgesamt ein Jahr länger mehr Freiheit/ Spiel/ Ungezwungenheit.

  3. Natürlich gibt es viele richtige Entscheidungen. Meine Schwester ist Erzieherin und schult ihr im Juli geborenes Kind erst mit gut 7 Jahren ein. Sie sagt vor allem die Jungen kommen ja eh später in die Pubertät, sind also von der Entwicklung etwas später dran als die Mädchen.
    Und ich bin mit Geburtstag im August auch mit sieben in die Schule gekommen. Das war nie ein Nachteil. Mit wie viel Jahren du einen Abschluss machst interessiert nachher niemanden aber wenn die ersten Schuljahre schwierig sind zieht sich das durch ein ganzes Schulleben. Ich würde mir aber jetzt noch keinen Druck machen! Wieso sollst du dich bis Dezember entscheiden? Freunde von uns hatten ihren letztes Jahr im Maxiprogramm und haben aufgrund von Corona kurz vor dem Sommerferien entschieden dass er noch ein Jahr wartet und erst nächstes Jahr in die Schule geht. Dann genießt er halt zwei Jahre die maxivorzüge und darf alleine in den Garten oder was es da für Regeln gibt. Gut das Kind macht dann zweimal die Maxiaufgaben aber das schadet ja nicht, er ist sogar ganz stolz wenn er den anderen zeigen kann wie es geht. Ich würde mich von den Erziehern/Lehrern nicht drängen lassen und zu deinem Kind sagen wir entscheiden es nach Ostern/deinem Geburtstag oder so.

  4. Es kommt auf den Kindergarten an. Wird dort auch ein bisschen was geboten für größere Kinder? Dort wird er ja der Älteste sein. Bei uns war nix los für die Größeren, teilweise wurde nur in Zeichensprache kommuniziert, weil so wenige Kinder deutsch sprechen konnten, der Betreuungsschlüssel war mies. Bei uns war Einschulung die beste Entscheidung.

    1. Hallo Ulli,

      Wahrscheinlich hat dein Kind da mehr gelernt an Sozialkompetenz und Empathie als in jedem anderen pädagogisch konstruierten Angebot.

      Bestimmt hast du dem Kindergarten deine Unterstützung angeboten und dich tolerant und wertschätzend gezeigt und diese Haltung auch deinem Kind vermittelt *Ironiemodus off*

  5. Ich bin Primarlehrerin in der Schweiz, müsste ich für dich entscheiden, würde ich dein Kind noch nicht in die Schule schicken. Der Kindergarten ist so wertvoll und je jünger die Kinder in die Schule kommen, desto jünger müssen sie auch andere Entscheidungen treffen (Gymnasium, Berufswahl, etc). Lass ihm Zeit! Das ist das wertvollste was du einem Kind geben kannst. Der Leistungsdruck ist an Schulen leider ziemlich hoch…

  6. Hallo! Ich selbst wurde als August-kind mit 7 eingeschult. Die ganze Schulzeit über hatte dieser Gedanke, dass ich „später“ zur Schule geschickt wurde, einen negativen Beigeschmack für mich. Mir wurde das von meiner Mama nicht zugetraut… Ich war immer eine der ältesten und wurde öfter gefragt, ob ich eine Klasse wiederholt habe. Das war mir unangenehm. Ich hatte mir das ja so nicht ausgesucht und wenn man mich gefragt hätte, wäre ich sehr gerne früher in die Schule gekommen.
    Nur mal so als Denkanstoss;)

    1. Wir konnten die Entscheidung für unser Kind noch bis Alril vor der Einschulung aufschieben. Bis dahin ging er regelmäßig, Mitte Januar bis April regelmäßig in die Kita. Danach habe ich mich nochmal mit den Erziehern beraten, die Schulleitung hat ihn kennengelernt und ich hatte so ein Bauchgefühl.
      Das er am Ende der Älteste seien könnte hat mich am wenigsten gestört. Es gab immer „ganz große“ und man bleibt mit den Erziehern ja im Gespräch. Und wenn er doch früher geht, schaut man ja auch drauf.
      Wenn ihr noch Zeit habt nehmt die Euch. In 6 Monaten passiert noch so viel.

  7. Ich bin Grundschullehrerin, habe aktuell eine 1. Klasse und würde dir sagen:
    1. Hör und lies keine Geschichten von anderen Kindern! Das bringt dir nix. Schau dein Kind an!
    2. Ich glaub, es ist gar nicht so wichtig, wie alt das Kind genau ist. Wenn es grundsätzlich schulreif ist, kann es gehen! Es muss aber nicht. Beide Entscheidungen werden für das Kind okay sein.

    Kinder, die in der Schule wirklich große Schwierigkeiten haben, werden sie haben-egal, ob sie 5 oder 7 sind.

    1. Das klingt total vernünftig finde ich!
      Du klingst für mich gar nicht unsicher, sondern eher so als würdest Du Gründe suchen ihn noch ein Jahr im Kindergarten zu lassen. Dann mach das doch und vermittel Deinem Sohn dass Du Dir sicher bist dass das die richtige Entscheidung ist und dann wird sich das für ihn auch so anfühlen, er vertraut Dir!
      Da er im Kindergarten viel verpasst hat durch den Lockdown, wird es ihm bestimmt auch nicht langweilig werden!
      Ich glaube es ist ganz wichtig, dass Du selbst hinter der Entscheidung stehst. Und die ist in Ordnung, egal in welche Richtung! Du bist die Mutter und kennst ihn und Eure Situation am besten, vertrau Dir.

  8. Unser Sohn ist im November geboren. Wir haben ihn nicht mit 6, sondern erst mit 7 Jahren eingeschult, nach Empfehlung der Erzieherinnen in der Kita. Er wäre in der Lage gewesen, den Schulstoff schon mit 6 Jahren zu verstehen, allerdings war er so ein Spielkind, dass wir ihn noch nicht in der Schule sahen. Inzwischen ist 9 Jahre alt und geht in die dritte Klasse. Als er in der zweiten Klasse war haben wir ihn wiederholen lassen, aus gesundheitlichen Gründen (er hat eine starke Fehlsichtigkeit), aber auch weil er einfach immer noch so verspielt war.
    Inzwischen passt er perfekt zu den anderen Kindern in der Klasse. Hinzu kommen tolle Lehrkräfte die seinen Spieltrieb gut in Bahnen lenken können so dass er tatsächlich gerne zur Schule geht. (Das war in der alten Klasse anders)

    Ich würde immer wieder so entscheiden – im Zweifel das Kind etwas länger Kind sein lassen und es reifen lassen.

  9. Da bin ich ganz froh, dass hier in MV der Stichtag bereits jeweils der 30.06. ist. Mein mittlerer Sohn ist Ende Juli 2017 geboren. Auch wenn er erst in 3 Jahren zur Schule kommen wird (er wird dann gerade 7 Jahre alt sein), habe ich jetzt schon das Gefühl, dass das für ihn genau richtig ist. Er ist sehr aktiv und wild und wird die Zeit sicher brauchen und es auch genießen, noch eine Weile länger in der Kita spielen zu dürfen.
    Meine große Tochter ist in diesem Jahr mit fast 7 eingeschult worden (August 2014 geboren) und obwohl sie das alles sicher auch schon letztes Jahr geschafft hätte, war das Jahr mehr in der Kita für sie trotzdem eine schöne Zeit (so viel Kita, wie im letzten Jahr halt war). Letztlich war ich auch sehr froh, dass sie in den Corona-Lockdowns noch kein Schulkind war und ihr das ganz Home-Schooling erspart geblieben ist.
    Sicher wirst du die richtige Entscheidung für Euch treffen. Höre auf Deinen Bauch uns sprich am besten nochmal mit seinen Erzieher*innen und anderen wichtige Bezugspersonen. Liebe Grüße und alles Gute.

    1. In 40 Jahren Berufstätig als Lehrerin habe ich die Erfahrung gemacht, die auch meine Eltern mit meinem zu früh eingeschulten Bruder machten, sog. Kannkinder haben immer Nachteile, vor allem, wenn sie sich gegen die älteren Mitschüler durchsetzen müssen. Lassen Sie Ihr Kind, das durch die Pandemie ohnehin um wertvolle Zeit im Kindergarten kam, noch ein Jahr dort. Bei einer späteren Einschulung werden Schulstart und Schulverlauf für Ihr Kind und auch für Sie als Eltern entspannter verlaufen.

  10. Hallo!
    In unserem Bundesland haben im Juli Geborene leider kein Wahlrecht. Hier muss jedes Kind, das bis zum 30. September 6 Jahre wird, in die Schule. Viele Eltern bedauern das sehr und würden ihre Kinder viel lieber erst mit sechs einschulen lassen anstatt mit fünf.
    Meine Tochter ist vom 7.10., darum wäre sie letztes Jahr auch ein Kann-Kind gewesen. Wir haben uns gegen eine Einschulung entschieden und im Nachhinein war es genau die richtige Entscheidung. Meine Tochter war schon letztes Jahr richtig heiß auf die Schule. Sie wollte damals schon unbedingt lesen und schreiben lernen und sie war auch absolut in der Lage dazu. (Sie hat sich in dem Jahr ein bißchen was selbst beigebracht). Und trotzdem sind wir nicht nur wegen Corona froh, dass wir unserer Tochter noch das Jahr Kindergarten gegeben haben und zwar aus folgenden Gründen:

    1. Der Kindergarten war einfach fantastisch und hat Eindrücke auf körperlicher und geistiger Ebene geschenkt, die meine Tochter so nie wieder machen darf. Sie war in einem Waldkindergarten, also immer an der frischen Luft. Spielen aus der Fantasie heraus ohne Plastikspielzeug. Täglich enorm viel Bewegung (mehrmals mehrere Kilometer (6-10 Kilometer!) Wanderung in der Woche. Und sie durfte noch ein letztes Mal die Natur mit dem Wetter und der Flora und Fauna erspüren.
    Man merkt im Moment tatsächlich, dass ihr die Bewegung und der Input doch etwas fehlt.
    2. Das Schulsystem zumindest in unserem Bundesland hat sich in den letzten 150 Jahren kaum weiterentwickelt. Es gibt keine Prügelstrafe mehr, okay. Aber die Kinder sitzen nach wie vor in Reih und Glied den ganzen Tag auf ihren Stühlen und malen Buchstaben in Schönschrift. Einzige Modernisierung: Dir Kinder haben schon ab der ersten Klasse eine App mit der sie „Lernen“ können. Die müssen kleine Aufgaben erledigen, um Münzen zu sammeln, damit sie damit Spiele spielen können. Ich persönlich bin der Meinung, dass man wahres Wissen nur durch Begreifen und Erfahrung sammeln kann. Aber vielleicht sind die Hirnforscher heute weiter….

    Die Hausaufgaben sind eine Qual, weil sie für meine Tochter tatsächlich null geistiges Input erfordern, sondern lediglich Durchhaltevermögen.

    Man muss schon mit besonderer Stupidität und Humor gesegnet sein, wenn man sich den Enthusiasmus der Einschulung bis zum Abitur bewahren kann. 😉 Jedenfalls habe ich nicht den Eindruck, dass unser Schulsystem Freude am Lernen besonders im Blick hat….

    3. Auch wenn sie letztes Jahr schon reif für die Schule gewesen wäre, so ist sie es dieses Jahr allemale. Wir haben tatsächlich nichts verpasst! Sie ist jetzt die Größte in ihrer Klasse, wird von den wilden Jungs nicht geärgert und kann die Tragweite der ganzen Veranstaltung viel besser erfassen. (Wenn auch immernoch nicht ganz).

    Also unser Fazit: Man vergibt sich tatsächlich nichts, wenn man wartet. Es sei denn, man hat die Gelegenheit, ein besseres Schulsystem auszukosten.

    1. Off Topic: Aber warum behauptest du, alle Schulen in deinem Bundesland über einen Kamm scheren zu können? Und wie kannst du dir anmaßen, zu wissen, was dort getan und gelernt wird?

      Jana

  11. Hallo,

    du beschreibst genau die Situation, welche ich mit meinem im Juli geborenen Sohn vor gut 6 Jahre durchmachen musste und wenn ich meinem jüngeren Ich heute gegenüber stehen würde, würde ich mir raten, auf mein Bauchgefühl zu hören. Mir nicht einreden zu lassen, dass das alles schon wird, wenn er erst mal in der Schule ist und, dass es doch wichtig ist, dass er mit all seinen Freunden aus der Kita in die Schule kommt und – festhalten – dass ich nicht so überfürsorglich sein solle, wie die ganzen Helikoptereltern.
    Im Ergebnis hat mein Sohn in der Grundschule ein Jahr wiederholt und hat darunter sehr sehr gelitten.
    Das muss bei euch natürlich nicht so ablaufen, aber im Ernst, warum nicht warten? Sorge, dass er sich in der Kita langweilt? Wohl kaum 😊

    1. Hallo Maria, ich kann dir so nachempfinden, ging es mir vor einigen Jahren ähnlich. Mein Sohn ( mittlerweile 24 Jahre ) war zum Schulbeginn sehr klein und zart. Ich machte mir solche Gedanken, ob er die Mappe tragen kann, ob er den Schultag meistern kann, denn in der Kita hatte er bis dahin immer noch Mittagsschlaf gemacht.
      Ich habe die Möglichkeit gehabt in der Schule während einer Unterrichtsstunde hospitieren zu können. So konnte ich die Lehrerin kennenlernen, sehen wie sie auf die Kinder eingeht und wie sie sich vorstellt den Unterricht am Anfang zu gestalten.
      Dann stand mein Junge vor mir und meinte “ Ich will in die Schule „. Was macht man da? Bei der U-Untersuchung gab es keine Einwände und der große Wunsch meines Sohnes bestand.
      Ich bin Kindertagesmutter und befürworte es schon, den Kindern viel Zeit zum Spielen zu geben.
      Manches Mal ist es eine individuelle Entscheidung.
      Mein Sohn,nun ein erwachsener Mann, hat es in der Schule sehr gehabt und hat studiert ( Frühkindpädagoge 😉 )

      Alles Gute

    2. Hallo!
      Wir hatten mit unserer Großen genau die gleiche Problematik. Unsere Vertrauenserzieherin war sich zum aller ersten Mal in ihrer Laufbahn selbst nicht sicher wo ihre Empfehlung hin geht. Sie meinte damals bestimmt wird unser Kind sich die letzten zwei, drei Monate unterfordert fühlen und vielleicht ein bisschen mehr Quatsch machen, aber trotzdem wird sie fast ein ganzes Jahr in der Kita noch genießen können. Und genau so war es dann auch. Wir hatten uns für eine spätere Einschulung entschieden und die letzten zwei Monate vor den Sommerferien wollte sie auch endlich in die Schule! Jetzt ist sie in der zweiten Klasse und bis jetzt hat es überhaupt nicht geschadet. Ich bin jetzt schon ein klein wenig traurig, dass meine beiden kleineren keine Kannkinder sind, ich hätte ihnen gerne ein bisschen mehr Zeit als „die Großen“ in der Kita gewünscht.
      Ich selbst war übrigens auch ein Kannkind und wurde auch später eingeschult. Ich habe allerdings die dritte Klasse wiederholen müssen (was sicherlich nichts damit zu tun hatte) aber das war dann etwas blöd weil ich danach viel älter war als meine Mitschüler, ich hatte lange Jahre keinen großen Bezug zu ihnen. Fazit: gönne deinem Kind die längere Kitazeit und wenn man in frühen Jahren nicht wiederholen muss ist auch alles super 😉

    3. Wir haben ähnliche Situation gehabt. Meine Tochter ein Juni Kind, stand ausser Frage, sie wurde damals mit sechs eingeschult. Mein Sohn Ende August Kind haben wir dieses Jahr mit sieben eingeschult und ich finde es war die richtige. Grade bei Jungs ist oft das Thema das sie Spielkinder sind und sich nicht langweilen im Kindergarten. Sie müssen sich auch nicht mit den älteren durchkämpfen,wenn sie erst mit sieben eingeschult werden. LG

  12. Liebe Maria
    Ich arbeite als Erzieherin seit 27 Jahren an einer Grundschule im Ganztagesbereich
    Meine Erfahrung, gerade nach den ganzen Corona Maßnahmen, sind, dass die Kinder mehr Zeit brauchen. Ihr Kind ist im Juli geboren. Lassen sie ihrem Kind die Zeit und Schulen sie es erst ein Jahr später ein. Dann hat er auch den Freund bei sich. Es erleichtert vieles.

    1. Bei uns ist es exakt die gleiche Situation. Unsere Tochter ist auch ein Juli Kind, könnte also mit sechs Jahren eingeschult werden. Und genauso wie du habe ich mich auch extrem schwer mit der Entscheidung getan. Alle Für und Wider abgewogen. Die Kinderärztin sagt ja, der Kindergarten nein. Ich glaube, könnte man halbjährlich einschulen, wäre es für unsere Tochter genau die Lösung, die sie bräuchte. Nur leider gibt es das bei uns nicht. Kognitiv ist sie fit ohne Ende. Aber emotional ihrem Altern entsprechend. Deswegen haben wir uns bei ihr jetzt für ein weiteres Kindergartenjahr entschieden. Sehr hilfreich eine Entscheidung zu treffen, war das Gespräch mit einer ehemaligen Kollegin, die genau beide Fälle hatte. Eine Tochter mit 7 in die Schule eine mit knapp 6 und nachdem sie mir geschildert hat, dass es ja auch noch in späteren Jahren eine Rolle spielt, ob du der jüngste in der Klasse bist, könnten wir besser zu dieser Entscheidung finden. Viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung und alles Gute für deinen Sohn

  13. Liebe Maria,
    Ich bin Mutter 3er Kinder und Therapeutin. Meiner Meinung nach müsste der Stichtag viel weiter nach vorn gelegt werden. Kinder sollten mindestens 6,5 Jahre sein, wenn sie eingeschult werden. Ich habe ein zeitiges und ein spätes Schulkind, das kleine ist noch nicht soweit. Schulreif waren beide, aber emotional war das ein Unterschied wie Tag und Nacht.
    Wenn sich das Bauchgefühl meldet, dann ist auch was dran. Abgesehen vom letzten KitaJahr und wie intensiv es stattgefunden hat, Konzentrationsfähigkeit und in Ruhe am Tisch zu sitzen, lernt ein Kind nicht dort. Mengenlehre und genaues Hinhören schon, wenn entsprechende Programme Teil der Vorschulgruppe sind. Höre auf dein Bauchgefühl. Ich erlebe zu oft, wie Rückstellungen abhängig von der Kita-Auslastung und mangelnde Schulauslastung nicht genehmigt werden mit dem Kommentar, die Kinder hätten doch 3 Jahre Zeit für die Schuleingangsphase. Ein Irrsinn.

  14. Meine Tochter wurde Anfang Juli 2016 geboren und käme mit frischen sechs Jahren in die Schule. Theoretisch. Sie ist ein pfiffiges Mäuschen, hatte aber aufgrund dessen, dass ich mich für das Hausfrauendasein entschieden hatte, immer den Lockdown daheim sein müssen und hier in Berlin über ein halbes Jahr an Kitazeit verloren. Hinzukommt, dass sie nachts einfach nicht trocken bleibt und ihr an manchen Tagen die Konzentration schwerfällt. Somit entscheiden wir uns für ein Jahr länger Kita. Unterstützung kommt auch von der stellvertretenden Kitaleiterin, die zugleich die Bezugs-Erzieherin meiner Tochter ist, in einer ähnlichen Situation mit ihrem Kind steckt und das eine Jahr mehr in der Kita als Chance sieht. Die schulärztliche Untersuchung ist für unsere Tochter schon Anfang November, sodass diese Faktoren frisch sind und gut in unsere Karten spielen. Ein Jahr mehr Kita bedeutet ein Jahr mehr Austoben und Reifen.

  15. Hallo .
    Bei uns ist es genauso.
    Unser Sohn wird im Juli 6 und am 10 August muss er in die Schule.
    Matteo ist auch sehr sensibel und ein ganz zarter .
    In der Kita meinte die auch er sollte noch lieber 1 Jahr länger bleiben aber ich weiß es nicht er wird noch garantiert ein Schuß machen.
    Wir waren aber auch schon bei der Schulanmeldung klar die Lehrerin meinte auch er wäre noch sehr jung und verspielt aber es sind doch auch Kinder.
    Na klar, gibt es schon Kinder die mit 5 lesen und rechnen können und dann wieder andere aber auch die werden ihre Wege gehen.
    Hier bei uns ist es schwierig zu sagen, ich lasse mein Kind noch länger in die Kita man muss große Gesundheitliche Probleme haben sonst wird alles eingeschult und dann eher zurück gesetzt.

  16. Meine Tochter ist auch ein Kannkind, wird nächstes Jahr Anfang Juli sechs Jahre alt. Wir haben auch sehr sehr viel über die Situation nachgedacht und haben dann die Entscheidung getroffen, sie nächstes Jahr mit 6 1/4 einzuschulen.(BAWÜ)
    Meine Tochter ist allerdings recht groß für ihr Alter (117 cm, 22 kg) und spielt im Kindergarten (und außerhalb) mit den Großen. Sie kann jetzt schon das ganze Alphabet, fängt grade an zu schreiben und kann schon einige Wörter lesen. Sie ist ein stolzes Maxikind und bisher scheint unsere Entscheidung richtig zu sein.
    Was du über deinen Sohn schreibst (eher klein, Freund ein Jahr später, weiß noch nicht, ob er in die Schule will…) spricht für mich eher für ein Jahr mehr Kindheit (und mehr Kindergarten).

  17. Wir hatten die gleiche Situation. Kind Ende Juli geboren mit Abstand der kleinste und sehr leicht. (Der Schulranzen darf nur zehn Prozent des körpergewichts sein, das wären bei uns 1,7 Kilo. Selbst beim leichtesten models wäre dann neben der Wasserflaschen wohl nicht mehr so viel darin gelandet).
    Er ist sehr sensibel und die frustrationstoleranz nicht immer sehr hoch. Laut einschulungsärztin brauchen aber gerade die kleinsten und jüngsten viel frustrstionstoleranz. In der kita war er auch gut wie gar nicht im letzten Jahr. Bei uns war die Problematik noch, dass seine kitagruppe komplett in die Schule gegangen ist und er in eine neue Gruppe musste.
    Wir haben ihn zurückstellen lassen. Und jetzt blüht er nochmal richtig auf. Er hat neue Freunde gefunden, lernt noch einmal viel neues, da es jetzt auch nochmal eine andere Erzieherin ist.
    Also für uns die beste Entscheidung.
    Wir haben auf unser bauchgefühl gehört und so gut wie jeder hat diese Entscheidung bekräftigt.
    Die Kinderärztin meinte auch, dass die kognitive Leistung (wäre bei unserem Sohn auch gegeben) überhaupt nicht entscheidend ist. Da könnte man in der Schule viel ausgleichen nicht zuletzt durch extra Förderung. Sozial-emotionale Entwicklung dagegen reift noch viel besser weiter und da lohnt sich ein Jahr abwarten.

  18. Ich habe zwei Kinder mit 5 eingeschult (eins hat im September Geburtstag und eins sogar erst im Dezember). Mittlerweile sind sie 12. und 9. Klasse, werden beide mit 17 ABI machen. Leistungsmäßig kamen sie immer gut klar, waren und sind aber immer die Jüngsten, das ist nicht so schön. Und natürlich werden sie immer mit Kindern verglichen, die 1 Jahr, oft sogar noch mehr, älter sind. Ich würde das sehr wahrscheinlich nicht nochmal so machen.

  19. Liebe Maria, ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen. Meine Große war zwar kein Kannkind, tat sich aber insbesondere am Anfang sehr schwer in der Schule und hätte sicherlich von einer späteren Einschulung profitieren können. Hier in Bayern werden die Kinder von Anfang an mit sehr viel Druck „geformt“ und ich werde meine beiden anderen so spät wie möglich deswegen einschulen.

    1. Für mich klingt alles, was du schreibst nach Pro Rückstellung. Wenn die Sorge vor Langeweile der einzige Grund ist… wieso sollte er sich langweilen, wenn es Vorschule gibt? Kinder bis zehn Jahre sollen eh noch ganz viel Spielen und lernen dabei am meisten.

      Bei Mutterkutter gab es letztens ein interessantes Experteninterview dazu:
      https://mutterkutter.de/kann-kinder/

      Wir haben unseren Sohn (Septemberkind)auch zurückstellen lassen und es war die beste Entscheidung. Mir tun die früh eingeschulten Kinder leid.

  20. Hallo, ich habe auch eine Juli- Tochter, die dann mit 7 eingeschult wurde. Das war genau richtig, auch wenn sie es kognitiv das Jahr vorher geschafft hätte, hatten wir das Bauchgefühl, dass es mit 7 reicht. Wir haben sogar ihre Freundin (Juni- Kind) in die Schule ziehen lassen. Ich hatte es beim großen Bruder gesehen, Schule ist soviel mehr als nur Lesen und Schreiben lernen. Außerdem, was ist die Konsequenz fürs Leben? Werden sie ein Jahr früher eingeschult, werden sie ein Jahr früher arbeiten, da sich die Rente immer weiter nach hinten schiebt, wird das eher ein Jahr mehr arbeiten bedeuten…

    1. Die Entscheidung ist schwer.
      Wobei ich mir wünschen würde ich könnte es entscheiden bzw hätte es damals entscheiden dürfen.
      Hier bei uns in NRW ist der Stichtag noch immer der 30.09. Unser Jüngster (11.09. geboren) wäre somit ein Muss-Kind, die Entscheidung wird uns leider abgenommen.
      Wobei ich noch Hoffnung habe, dass die Landesregierung den Stichtag wieder auf den 30.06. ändert.
      Schöner und kindgerechter fände ich jedoch immer eine individuelle Betrachtung, ob ein Kind schulreif ist oder nicht, dies sollte nicht von einem Stichtag abhängig gemacht werden.
      Schade auch, dass es von Bundesland zu Bundesland so unterschiedlich ist. Gleichberechtigung etc.
      Über dieses Thema hab ich mich schon so oft geärgert.
      SORRY… bin etwas von deiner Frage abgekommen.
      Mein persönlicher Tipp, ich würde ihn noch ein Jahr länger im Kindergarten Kind sein lassen.
      Unser Großer ist ein Juni-Kind. Für ihn wäre es damals auch besser gewesen er hätte noch ein Jahr länger Zeit gehabt diese schöne Kindergartenzeit, voll auszunutzen. Vor allem um geistig reifer zu werden.
      Aus seiner damaligen Kindergartengruppe ist ein Junge (Oktober-Kind/ Kann-Kind) ein Jahr später eingeschult worden und er ist jetzt ein super pfiffiger Schüler.
      In dem Jahr hat dieses Kind einen so großen Entwicklungsschub gemacht, dass ich ihn fast nicht wieder erkannt habe. Ob es jetzt an dem einen Jahr lag, ist natürlich Spekulation. Es hat ihm zumindest nicht geschadet und er hat die Möglichkeit und Zeit bekommen sich zu entwickeln und musste nicht schon den anstrengenden Schulalltag kennenlernen.
      Mit unserem Großen war ich übrigens mal bei einer Therapeutin und auch sie sagte mir das eine Jahr länger im Kindergarten ihm und manch anderem Kind schon gut tun würde und das viele vor allem Jungs darunter leiden, weil sie einfach geistig/ manche körperlich noch nicht so weit sind den Schulalltag zu meistern.
      Meine Freundin hat auch ein Kann-Kind und sie hat aufgrund von Corona entschieden, dass er erst nächstes Jahr in die Schule geht und er ist jetzt glücklich im Kindergarten noch spielen zu dürfen.
      Vielleicht kannst du nun meine Empfehlung nachvollziehen.
      Sei froh, dass du die Wahl hast. Du kennst dein Kind und wirst bestimmt die beste Entscheidung für ihn treffen. Egal, was wir dir hier raten.
      Lg aus NRW

  21. Moin,
    mir ist Schulhofreife wichtiger als kognitive Reife, weshalb mein Kann-Kind zwei Jahre Vorschule in der Kita machte (ging bei uns) und nun erst in die Schule gekommen ist. In der Kita hat der Wicht sich nicht gelangweilt. Für ihn war es gut so. Da war mein Bauchgefühl auch eindeutig.
    Der zweite ist zum Glück kein Kann-Kind, da würde ich mehr drüber nachdenken müssen.
    LG

    1. Genau das, was Franziska schreibt, ist ganz entscheidend. Mag sein, dass die sog. Kann-Kinder in der Grundschule gut zurechtkommen. Häufig gibt es später aber Probleme, wenn der Rest der Klasse z. B. schon heftig pubertiert. Das jüngere Kind aber noch gar nicht so weit ist.
      Hinzu kommt , dass Grundschulen immer besser auch auf schon sehr fitte Erstklässler eingehen können und sie individuell fördern. So kommt es nicht zur befürchteten Langeweile in der Schule durch eine spätere Einschulung Aus diesen Gründen würde ich fast immer – insbesondere bei Jungen- dazu raten, das Kind noch ein Jahr im Kindergarten zu lassen. Egal wie groß/ klein/ kognitiv fit/ Freunde…

  22. Hallo!
    Ich bin selber Mama eines solchen Falls, der nun ein Jahr später mit 7 in die 1. Klasse geht, und außerdem auch noch Grundschullehrerin. So wie du das schreibst würde ich im noch ein Jahr im Kindergarten gönnen. Wenn er selber nicht unbedingt in die Schule will, zeigt das auch, dass er noch nicht ganz verstanden hat, was die Schule ihm bietet. Ein wirklich ’schulreifes‘ hat Lust auf Schule, will unbedingt lesen oder rechnen lernen und -ja! – langweilt sich im Kindergarten!! Dann ist er auch von sich aus bereit, etwas neues zu lernen und lässt sich auf die Schule ein. Bei meinen war es auf jeden Fall kein Fehler, auch wenn er am Schluss den Kindergarten wirklich langweilig fand 😉 lass in aber so lang wie möglich in der vorschulgruppe, falls er noch Lust bekommt. Manchmal kommt es nämlich recht plötzlich, so einen Fall hatte ich im Bekanntenkreis! Vielleicht konnte ich etwas helfen.

  23. Wir standen genau vor der gleichen Entscheidung und unsere Tochter ist mit 7 eingeschult worden. Sie ist die älteste in ihrer Klasse, absolut cool und selbstbewusst. Es läuft. Kognitiv wäre sicher ein Jahr vorher besser gewesen, weil sie sich jetzt langweilt, aber ein Kind, was gerne zur Schule geht, Hausaufgaben, Schulweg, Freunde finden -alles mit einer beneidenswerten Leichtigkeit schafft, hätten wir sicher nicht ein Jahr vorher gehabt.
    Sie hat viele Kinder in der Klasse, die ein Jahr oder sogar 14 Monate jünger sind und alle brauchen wesentlich mehr Unterstützung,m und Zuwendung im schulischen Bereich, als unsere Tochter und die anderen „großen“. Natürlich werden die Kleineren das auch gut schaffen, aber nicht so leicht nebenbei.
    Wir konnten, genau wie du, nicht aus vollem Herzen „Ja“ zur Schule mit gerade 6 sagen, weil sie nicht so selbstbewusst war. Das hat sich in diesem einen Jahr sehr geändert. Insofern würde ich ihn nur einschulen, wenn ich das Gefühl hätte es sei genau gut für ihn. Im Zweifel würde ich noch ein Jahr warten.
    Langeweile im Kindergarten tritt nicht so schnell auf, insbesondere wenn der beste Freund dann noch dabei ist. Wenn doch, müssen sich die Erzieher etwas überlegen. Oder ihr fördert ihn nachmittags mit Musikunterricht, Sport etc.

  24. Eigentlich ist die Frage doch schon beantwortet, Du zählst viel mehr Punkte auf, die dagegen sprechen ihn einzuschulen.
    Ich bin generell der Ansicht dass man lieber ein Jahr später als zu früh einschulen sollte, erst recht in eurem Fall, da er nichts von der Kindergartenzeit hatte. Wenn man also schon so viele Zweifel hat, dann gönne ihm noch das eine Jahr im Kindergarten.

    Alles Gute 🍀

    1. Ich hatte ein kognitiv sehr weites Kind, das allerdings kein kann-Kind war (Anfang Januar geboren) Vor den Hürden einer Früheinschulung hat uns gegraut und jeder hat uns abgeraten, denn sie ist mit 5 noch zu jung… Ende vom Lied: unterfordert in Klasse 1, tierisch gelangweilt. Sie durfte nach Weihnachten in die 2. Klasse wechseln, was bei uns geht, da Jahrgangsmischung ist (1. Und 2. Klasse werden zusammen unterrichtet..) im Nachhinein hätten wir uns trauen sollen, aber andere Eltern verunsichern oft. Es wird mittlerweile generell eher davon abgeraten, früh einzuschulen aus Angst wovor? Keine Ahnung. Ihr geht’s jetzt in der 3. Klasse echt gut, auch wenn sie die jüngste ist. Sie ist fleißig, engagiert und mit eifer dabei. Mein Rat: Kind anschauen, auf die eigene Intuition hören und sich manchmal auch einfach trauen…

      1. So einen „Fall“ haben wir auch. Unsere Tochter wird Anfang Januar 5 und interessiert sich für alles was mit Lesen, Schreiben und Rechnen zu tun hat. Ihre Freundinnen werden in jedem Fall im nächsten Jahr eingeschult und mindestens eine ist deutlich hinter ihr zurück. Nun kommt von ihr auch häufiger „ich möchte auch zur Schule“. Außerdem langweilt sie sich jetzt schon im Kiga. Wir werden sie wohl dort lassen, aber mir graut es vor dem nächsten Kindergartenjahr und ich hoffe auch, dass sie in der Schule dann einigermaßen gut gefördert wird.

        Um zum eigentlichen Thema zurückzukommen: So wie es beschrieben wird, würde ich das Kind wohl auch zurückstellen lassen. Vor allem, wenn man sich die Gedanken eh schon macht.

  25. Liebe Maria, Wenn ich die Geschichte so lese: Du hast das Gefühl, es ist zu früh und Eltern sollten auf ihr Gefühl hören. Wenn Du die Wahl hast: Warte lieber noch ein Jahr, und schenk ihm noch ein Jahr im Kindergarten/Vorschule (Gibt es da einen Unterschied in D?). Lass deinem Kind die Zeit, die es braucht. Und so kann er gemeinsam mit seinem Freund eingeschult werden, auch das ist wichtig und für die Kinder so toll. (GS-Lehrerin einer 1. Klasse und Mutter eines 6-Jährigen in der 1. Klasse)

  26. Wir haben nahezu das Gleiche. Unser Sohn ist Ende Juni geboren und ist ein Muss Kind, kognitiv ist er gut entwickelt, sozial/emotional allerdings bestehen noch Schwierigkeiten. Er war jetzt mit gerade 5 zur Einschulungsuntersuchung und sie empfehlen uns ihn zurückzustellen und wir sollen ihn nächstes Frühjahr nochmal vorstellen (er ist sehr schlankund kann die Konzentrationnoch nicht so lang halten). Wir sehen darin nichts schlimmes, eher würden wir uns für ihn freuen nicht ein Jahr mehr Kind zu sein. Allerdings haben wir auch Bedenken, dass er sich langweilen wird.

  27. Hallo Maria,
    Ich kann deine Überlegungen verstehen. Mein Sohn jetzt 9 Jahre, Augustkind, würde mit 6 eingeschult. Er ist in seiner Klasse immer der Jüngste, aber nicht der Kleinste (er ist für sein Alter Recht groß gewachsen). Die Schuluntersuchung, der Kindergarten und die Lehrerin, die ihn in der Vorschule begleitet hat, waren alle der Meinung: das Kind ist schulreif.
    Mein auch sagte immer was anderes. Und jetzt nach 3 Jahren Schule muss ich mir eingestehen, dass ich auf meinen Bauch hätte hören sollen. Er tat sich von Anfang an schwer, hatte nie Lust auf Schule und Lernen. Jeder Tag ist ein Kampf. Ich weiß nicht ob es besser wäre wenn er ein Jahr älter wäre. Er fühlt sich auch oft überfordert. Im Vergleich zum sich die Oktober/Novembekinder deutlich leichter.

    Ich kann dir nur raten, hör auf dich und vertrau dass du dein Kind am besten kennst.

  28. Liebe Maria -wir standen diesen Sommer vor der gleichen Frage, unser Sohn ist auch ein „Juli-Kind“ und damit „Kann-Kind“ in Hessen gewesen. Bei uns kam auch einiges zusammen: Im Sommer der Umzug in ein anderes Bundesland, die turbulente Coronazeit vorher. Kognitiv war auch er definitiv so weit, aus „sozial-emotionaler-Sicht“ haben wir uns mit unserem Bauchgefühl und Rücksprache mit dem KiGa dazu entschlossen, ihn erst mit 7 Einzuschulen – dafür besucht er den Kindergarten bis Nachmittags und nimmt auf eigenen Wunsch an allen AG’s teil. Und bisher war es absolut die richtige Entscheidung, er geht sehr gern dahin, genießt die Rolle als „großes KiGa / Vorschulkind“ sehr. Er lernt ohnehin nebenbei und spielerisch die Zahlen und Buchstaben schon lange und ich glaube der „Ernst des Lebens“ kommt noch früh genug 😉
    Alles Gute!

  29. Ich habe die Situation, die du beschreibst zwar nicht, weil mein Kind kein Kann-Kind ist, dennoch kenne ich die ganze Grübelei und Abwägungen (nur in Bezug auf die Frage: Ganztagsschule oder doch nur halb?). Mir hat es geholfen mit anderen Familienangehörigen (bspw. Großeltern) und Freunden zu sprechen. Als Mama geht man Tausend Details durch und übersieht manchmal das große Ganze. Ich finde es grundsätzlich auch nicht schlimm, wenn das Kind wenig bis kaum in die Kita geht und trotzdem frühzeitig eingeschult wird. Ich selbst bin Kita-frei aufgewachsen, habe mich in der Schule dennoch pudelwohl gefühlt.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall gutes Gelingen!

    1. Wir haben uns dieses Jahr entschieden, unseren Sohn (6 seit Ende August)nicht einzuschulen. Auch er wäre kognitiv locker dazu in der Lage gewesen, folgende Punkte waren für mich ausschlaggebend: er wollte nicht unbedingt in die Schule, kann jetzt noch ein Jahr länger Kind sein und spielen (als absolutes Bewegungskind sehr wichtig) und kann auch emotional und sozial noch reifen. Du schreibst, du machst dir Sorgen, er könne sich langweilen im Kindergarten. Ich sehe das anders: es ist doch eigentlich gut, wenn er sich ein bisschen langweilt, erst dadurch entsteht doch die Lust auf etwas Neues wie die Schule und viel Kreativität! Solltest du das Gefühl haben, der Kindergarten allein füllt ihn nicht aus, kann man auch im privaten Bereich neue Herausforderungen einbauen: eine neue Sportart, Musikschule, ein neues Hobby, mehr Eigenverantwortung und Mithilfe zu Hause (mein Sohn lernt zum Beispiel gerade mit Begeisterung Kochen und hat mir gestern komplett selbstgemachte Rühreier serviert). Ich glaube, das könnte ein guter Kompromiss sein, mit dem auch das Kind zufrieden ist.

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