Distanzunterricht mit Extra-Herausforderung: Ben hat ADHS

Liegende Frau

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Liebe Sabine, dein Sohn geht in die 3. Klasse und hat eine stark ausgeprägte ADHS Erkrankung. Bitte erzähl uns mal, wie das Euren Alltag beeinflusst.

Ben ist ein sehr impulsives Kind, das oftmals Gefahren nicht einschätzen kann und gerne übers Ziel hinausschießt, wie man so schön sagt. Im Alltag ist es insofern schwierig, dass er kein Ende kennt, immer sofort extrem eingeschnappt ist, und sich – was schulische Dinge betrifft – sofort verweigert, wenn etwas nicht läuft.

Im Umgang mit seinem jüngeren Bruder müssen wir immer ein Auge darauf richten, dass die Situation nicht eskaliert und über den üblichen Geschwisterstreit hinaus ggf. aggressiv endet. Auch sind die einfachsten Alltagsdinge für ihn schier unmöglich zu bewältigen. Sei es das Anziehen, Zähneputzen oder einfach nur mal eine Milch aus dem Keller holen.

Die extrem leichte Ablenkbarkeit führt dazu, dass wir ihn immer wieder erinnern, ermahnen oder eben komplett anleiten müssen. Und wenn dann mal ein normaler Tag nicht so läuft wie immer (z.B. weil man verschlafen hat) dann führt das in Bens Fall dazu, dass noch weniger Bereitschaft da ist mitzuwirken. Der Bewegungsdrang als solches ist unstillbar und kaum händelbar, wobei wir natürlich unser Möglichstes versuchen. 

Wann ist dir das erste Mal aufgefallen, dass dein Sohn „anders“ ist?

Ben war ein Schreibaby und hat mich schon damals ziemlich viele Nerven gekostet. Selbst die Hebamme erinnert sich nach so vielen Jahren immer noch an diese erste Zeit. Im Kleinkindalter fiel er dadurch auf, dass bei manchen Dingen so gar kein Lerneffekt eintrat (z.B. lauf nicht auf die Straße, da fahren Autos). Ben rannte gerne weg, kletterte überall hoch und höher und im Kindergarten gab es unentwegt Konfliktsituationen mit Elterngesprächen.

Dabei empfand ich aber zunächst nicht, dass Ben anders ist, sondern hatte vielmehr oft das Gefühl, dass wir bzw. ich als Elternteil versagt hatte und nicht in der Lage schien, mein Kind vernünftig zu erziehen.

Wie waren Deine Gedanken und Gefühle, als Dein Sohn in die Schule kam?

Nachdem durch Frühförderung, Elternberatung und unzählbare Gespräche im Kindergarten bereits eine leise Vermutung der ADHS im Raum stand, sahen wir der Einschulung natürlich mit gemischten Gefühlen entgegen. Allerdings hoffte ich auch, dass es vielleicht auch gar nicht so schlimm werden würde. Aber wir sollten schon nach der ersten Woche eines besseren belehrt werden.

Ben ging in der Schule über Tische und Bänke, hielt sich an keine einzige Regel, es flogen Stühle, Tische, Etuis, Stifte wurden zerbrochen und das schlimmste war, dass er sich auch anderen Kindern gegenüber oftmals gewalttätig zeigte. Bereits nach der ersten Woche hatten wir ein Gespräch mit der Lehrerin und der Schulleitung. Ganz oft musste ich Ben eher abholen, weil es einfach nicht funktionierte. Die Schule suchten wir damals einfach nach Wohnort aus und da Ben auch einen älteren Bruder hat, kam er eben auf die gleiche Schule. Da ja zu diesem Zeitpunkt auch noch keine wirklichen Diagnosen gestellt waren, handelte es sich also um die ganz normale Regelschule, die er auch nach wie vor besucht.

Ben hat in der Schule eine spezielle Unterstützung. Erzähl mal.

Schon im ersten Halbjahr von Bens Schulzeit wurde Ben auf Medikamente eingestellt, da er kaum noch händelbar war. Auch hier waren immer gemischte Gefühle vorhanden, denn wir wollten unser Kind ja schließlich nicht „ruhigstellen“, wobei man hier ganz klar sagen muss, dass man einem Bluthochdruckpatienten ja auch nicht seine Medikamente vorenthält und die Wissenschaft und Forschung hier heute schon viel viel weiter ist.

Es stellte sich eine etwas entspanntere Zeit ein, aber den Schulstoff den Ben im ersten Halbjahr verpasst hatte, konnte er nicht mehr aufholen. Zumal ihm auch gerade das Lesen und Schreiben, trotz verschiedenster Techniken nicht gelingen wollte. Ich nahm auf Anraten und durch viel Eigenrecherche dann Kontakt zum Jugendamt auf, über die man gemäß §35a SGB VIII einen Antrag auf Jugendhilfe für von seelischer Behinderung bedrohter Kinder stellen kann.

Eine letztendliche Entscheidung des Jugendamtes ließ lange und nach noch mehr Diagnostiken und Stellungnahmen auf sich warten. Erst am Ende des 2 Schuljahres wurde uns eine Integrationskraft, in Form einer pädagogischen Fachkraft genehmigt. Diese sollte Ben ab dem kommenden Schuljahrstart (er musste die 2 Klasse aufgrund der vielen Defizite wiederholen) für 20 Stunden in der Woche begleiten. Seine Aufgaben bestehen natürlich in erster Linie darin, Ben anzuleiten, überhaupt zu arbeiten, darauf zu achten, dass er einigermaßen an seine Aufgaben/Blätter/Stifte denkt und deeskalierend einzugreifen, wenn Ben in die totale Verweigerung geht.

Diese pädagogische Fachkraft kommt von einem Träger, wie z.B. der Caritas, der Diakonie oder eben von Hilfeeinrichtungen, die aber vom Jugendamt ausgewählt und bezahlt werden. In manchen Wochen, wenn mal wieder in der Schule gar nichts geklappt hat, hat er sich z. B. auch freitags in der Schule mit Ben hingesetzt und Dinge nachgearbeitet. Da in diesem Sommer endlich eine Diagnose im Bezug einer massiven Lese- und Rechtschreibschwäche gestellt wurde (die ich schon länger vermutete und leider oftmals so wie auch Dyskalkulie eine Begleiterscheinung der ADHS sein kann) sollte er nun auch Ben bei dem Verstehen von Aufgabenstellungen helfen. Denn spätestens, wenn die Zeit der Mathe-Textaufgaben anbricht, ist der größte Mathe-Profi aufgeschmissen, wenn er nicht lesen kann

Nun ist ja seit einigen Wochen kein Präsenzunterricht mehr und die Integrationskraft hilft Deinem Sohn somit nicht mehr. Wie klappt das Homeschooling bei Euch?

Schon im Lockdown im März war eine Beschulung bei gleichzeitiger Betreuung eines Kita-Kindes und selbst Arbeiten unmöglich. Die ganze Situation laugte mich so aus, dass ich psychisch richtig angeschlagen und fast acht Wochen krankgeschrieben war, letztendlich schickte ich dann unseren Jüngsten stundenweise in den Kindergarten um mich zu 100% Ben widmen zu können.

Ich versuche jetzt im zweiten Lockdown durch strukturiertes und dosiertes Vorbereiten die Aufgaben dementsprechend aufzuteilen. Mathe klappt eigentlich gut. Aber in Deutsch ist er ohne meine Hilfe komplett aufgeschmissen. Hinzu kommt, dass er so schnell ermüdet, dass eigentlich nach 10min schon die Luft raus ist. Er muss immer wieder angehalten werden, zu schreiben, zu rechnen, aufs Blatt zu schauen. Und wenn er dann etwas nicht sofort versteht, dann fliegt alles durch die Gegend, es wird gebrüllt, geschrien und er macht gar nichts mehr. Er hat dazu auch überhaupt gar kein Zeitgefühl und jeden Morgen führen wir eine Grundsatzdiskussion über alles.

Was sind gerade die stressigsten Momente bei Euch?

Das fängt eigentlich schon morgens beim Aufwachen an. Da Ben weder Zeit noch Ortsgefühle kennt und in den meisten Fällen seinen kleinen Bruder voll auf seiner Seite hat, ist es schon eine Tortur die zwei zum Frühstücken zu bewegen, ohne das nicht mindestens schon einer geweint oder gebrüllt hat. (Dabei ist Ben aber die treibende Kraft, der eben immer höher schneller weiter möchte).

Ben schafft es bis heute nicht sich selbstständig in angemessener Zeit anzuziehen und Zähne zu putzen. Er würde auch niemals seine Aufgaben alleine anfangen. Ich muss ihm alles vorbereiten, mehrfach erklären und über den gesamten Vormittag immer wieder schlichtend und helfend eingreifen. Und abends kommt dann noch diese unendliche Energie, die über den Tag gar nicht abgebaut werden konnte, während ich schon zweimal fertig in der Ecke liege.

Du bemühst Dich gerade beim Jugendamt um eine Entlastung. Um was geht es da genau?

Da unser Sohn eine bewilligte Integrationskraft gemäß §35a SGB VIII hat, aufgrund seiner Defizite und Einschränkungen, ist natürlich gerade für ihn und uns die Schulschließung eine Vollkatastrophe. Die Integrationskraft mit den dementsprechenden Geldern wird immer nach halbjährlichen Gesprächen im großen Kreis (Lehrerin/Träger/I-Kraft/Jugendamt) bewilligt.

Ich habe im ersten Lockdown beim Jugendamt angefragt, ob die Integrationskraft nicht wenigstens ein paar Stunden zur Entlastung zu uns nach Hause kommen kann. Einmal, um die Bindung natürlich zu erhalten und zum anderen, um eben auch hier eine 1 zu 1 Betreuung zu haben und mich als Hauptperson zu entlasten.

Allerdings ist das hiesige Jugendamt der Auffassung gewesen: Keine Schule-keine Integrationskraft. Nun im zweiten Lockdown habe ich erneut nach Hilfe gefragt und zunächst wieder eine Absage erhalten, obwohl ich durch ein seriöses ADHS-Forum weiß, dass es sehr wohl in NRW mehrere Städte gibt, die in diesem Bezug anders entschieden haben. Es wäre ja schon eine Entlastung, wenn der I-Helfer nur alle 2 Tage käme, oder 10 Stunden in der Woche, eben um auch mal einen Abstand nehmen zu können und die gesammelte Wut oder Ablehnung oder Verweigerung an jemand anderem abprallen zu lassen und überhaupt ein Lernen möglich zu machen. Nur leider steht das Jugendamt, das in diesem Fall auch in alleiniger Zuständigkeit handelt, auf einem anderen Standpunkt.

Und es kann weder die Lehrerin, noch der Träger, die Integrationskraft oder auch das Kreisamt nachvollziehen, an die mich auch bereits hilfesuchend gewendet habe. Im Gegenteil. Wird in anderen Bezirken eher wohlwollend und den Eltern entgegenkommend entschieden, bekomme ich noch nicht einmal eine Erklärung oder Antwort. Zuletzt hatte man mir nun angeboten, unseren Sohn in die Notbetreuung der Schule zu schicken, dann dürfte ihn die Integrationskraft auch begleiten. In eine Notbetreuung, die eben für Notfälle gedacht ist, da jeder auf diesem Planeten gerade darum bittet, möglichst zu Hause zu bleiben. Selbst in der Corona-Betreuungsschutzverordnung des Landes NRW steht es so drin.

Ich habe in der vergangenen Woche einen 2-seitigen Beschwerdebrief an das Jugendamt und den Bürgermeister geschrieben und bis heute keine Antwort erhalten. Ich habe mir die Finger wund telefoniert, habe Kompromissvorschläge gemacht, habe nach dem Vorschlag mit der Notbetreuung nochmal eine lange E-Mail verfasst, die Corona-Betreuungsverordnung rauf und runter gelesen und angefügt und es passiert nichts. Man lässt uns am ausgestreckten Arm verhungern und das ist leider nicht das erste Mal, sondern ist genauso passiert im Bezug auf die Bewilligung der Integrationskraft über Monate und zuletzt im Bezug auf die dringend benötigte Lerntherapie, auf die wir jetzt schon seit über einem halben Jahr warten. Das Jugendamt hat es trotz mehrfacher Schreiben und Bitten einfach ausgesessen.

Was macht das mit Dir?

Ich bin ganz schön am Ende, jeder Tag ist ein Abenteuer. Meine berufliche Karriere habe ich an den Nagel gehängt, ich habe Schlafstörungen. Ich möchte doch nur, dass mein Kind – das sich diese Erkrankungen nicht ausgesucht hat, einen guten Start ins Leben bekommt.

Ich habe mitunter das Gefühl, das die Behörde in diesem Fall die Erschöpfung und vielleicht auch die Unfähigkeit für sich nutzt, um Geld einzusparen, weil eben nicht jeder mehr die Kraft aufbringen kann, auch noch an dieser Front zu kämpfen. Das macht mich extrem wütend.

Du hast ja noch zwei weitere Kinder. Hast du das Gefühl, denen gerecht zu werden?

Nein, meinen beiden anderen Kindern werde ich definitiv nicht gerecht. Unser Großer ist fast 18 und kommt zum Glück schon sehr gut alleine klar, aber wenn ich mir überlege, wieviel Zeit wir natürlich auch in vergangenen Jahren für Ben aufwenden mussten, tut es mir schon leid, dass er manches Mal seinen Weg irgendwie allein gehen musste.

Und unser Jüngster mit gerade mal 4 Jahren läuft halt einfach so mit, er ist zwar grundsätzlich viel pflegeleichter und umgänglicher als Ben das jemals war, aber er schaut sich auch viel ab und dann schaukelt sich das auch ganz schnell sehr hoch und gerade jetzt im Lockdown ist oftmals das Tablet gerade im Vormittagsbereich der Retter in der Not und das macht mir neben einem extrem schlechten Gewissen auch ein extrem schlechtes Gefühl.

Was wünscht du dir für die nächsten Wochen? 

Ich hoffe und bete gerade, dass meine Mutter-Kind-Kur nicht noch einmal abgesagt wird. Normalerweise wäre ich letztes Jahr im April gefahren, dies wurde dann jetzt auf den 02.02 dieses Jahres verschoben. In die Kur fahre ich nur mit unserem jüngsten Sohn und erhoffe mir trotz natürlich vieler Einschränkungen endlich mal etwas Luft zu holen und vor allem auch mal Zeit für den Kleinsten zu haben.

Ich wünsche mir außerdem, dass dieses ganze Dilemma mit dem Jugendamt noch ein gutes Ende findet. Und für die Zukunft einen laaaangen Urlaub mit meiner besten Freundin, den wir eigentlich auch schon im vergangenen Jahr machen wollten. Mit Mojito in der Hand am Strand liegen und endlich wieder Normalität. Und für meinen Sohn hoffe ich, dass er trotz aller Widrigkeiten im Leben seinen Weg findet und glücklich wird.

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9 comments

  1. Hallo, und erst mal ein fester Drücker!
    Unglaublich, was du da leistest!
    Ich selbst bin Gymnasiallehrerin und Klassenlehrerin einer Schülerin, die Autistin ist und eine Lernbegleitung hat. Wir haben mit der Schulleitung ausgehandelt, dass die Lernbegleitung mit der Autistin jetzt in Corona-Lockdown-Zeiten ein separates, leeres Klassenzimmer während der Notbetreuung nutzen darf in den Stunden, in denen ihr die Lernbegleitung zusteht. Dort werden dann in Ruhe und 1:1 die Fernunterricht-Aufgaben erledigt.
    Das klappt hervorragend und leere Klassenzimmer müsste es genügend geben momentan 😉
    Vielleicht wäre das auch eine Lösung für euch.

  2. Hier herrscht genau das selbe Chaos, Junior ist 8 Jahre und besucht eigentlich die 3. Klasse einer Lernförderschule. Er hat eine geistige Beeinträchtigung und Pflegegrad 2.
    I-Kraft haben wir nicht, da die Sonderschulpädagogen (noch) mit Ihm zurecht kommen. Aber jetzt im Homeschooling ist es eine Katastrophe. ER verweigert oft komplett (obwohl die Aufgaben sehr wenig sind) und ist nicht zu überzeugen anzufangen. Er brüllt, heult, wird übergriffig ….Zum Glück haben wir noch die Oma im Haus. Manchmal verschleißt er drei Personen für eine Aufgabe … Quasi wird damit der ganze Tag ruiniert.
    Anziehen und alles was dazugehört kann er auch noch nicht, quasi bin ich morgens um neun das erste Mal fertig mit der Welt.
    Und dann ist da noch die 5 Jährige … die meist unter allem leiden muss, und auch beschäftigt werden will.

  3. Hier ist das gleiche Spiel, nur dass wir Glück haben, dass die I-Kraft wenigstens ein paar Stunden in der Woche kommt. Ich habe 3 Kinder im Homeschooling und die anderen beiden kommen definitiv zu kurz, wegen der erhöhten Aufmerksamkeit, die der Mittlere braucht.
    Aber unser Wirbelwind ist mittlerweile in der 5 Klasse und wird immer verständiger. Allerdings bin ich auch sehr streng und furchtbar konsequent. Mir tut es oft selber leid, aber ohne diese feste Struktur läuft hier alles aus dem Ruder.
    Ich verstehe die Erschöpfung, die weit über die normale Belastung geht, aber leider müssen wir da durch. Ich wünsche dir viel Kraft weiter.

  4. Ich empfehle in diesem Fall wegen des Verhaltens des Jugendamtes einen Rechtsanwalt einzuschalten. Man kann sich da ja zuerst eine Erstberatung holen und mit ihm besprechen, ob es Sinn macht in Bezug auf das Jugendamt das große Rad einer Klage zu drehen. So eine Erstberatung kostet zwar auch ein Bisschen (maximal 226 EUR mit MwSt.), aber das wäre es mir in Deiner Situation wirklich wert.

    Oft ist es ja so: Wenn eine Behörde versucht etwas auszusitzen (oder wegen tatsächlicher Überlastung einen komplexeren Vorgang länger liegenlässt- es muss nicht immer böse Absicht sein), kann ein Schreiben mit dem Briefkopf von einer Rechtsanwaltskanzlei Wunder wirken. Das sorgt dann dafür, dass Deine Anträge plötzlich nicht mehr „ganz unten im Stapel“ liegen.

  5. Ich verstehe nicht, warum Du ihn nicht in die Notbetreuung schickst. Er hat Anspruch darauf, weil er ein besonderes Kind ist. Er besucht Struktur in seinem Tag, dazu gehört die Gang in die Schule. Du machst dich und deine Familie kaputt. Das ist einfach keine gute Lösjng für niemanden.

  6. Du liebe, ich kann deine Geschichte sehr gut nachempfinden. Uns geht es teilweise genauso. Mein Sohn 9Jahre sehr ausgeprägtes Adhs und Ass. Jeder Tag ein Kampf. Meine Grenzen- schon lange erreicht. Meine Tochter 6Jahre läuft auch nur mit. Sie kommt oft zu kurz, und dann natürlich auch viel ab.
    Es stimmt mich traurig das man als erschöpfte Mutter noch so viel Initiative zeigen muss, die ganzen Paragraphen, Gesetze und Meinungen…
    Viel Kraft dir weiterhin.

  7. Liebe Sabine,
    das klingt sehr, sehr anstrengend! Nimm doch bitte die Notbetreuung in Anspruch! Ja, ich weiß, man sollte nicht…etc. Aber was ist denn hier jetzt gerade wichtig? Ich bin Grundschullehrerin und wir haben auch ein autistisches Kind und zwei syrische Kinder da, weil bei ihnen sonst NICHTS ginge! Und ich find das gut und berechtigt!

  8. Liebe Sabine, wow beim Lesen dachte ich mir schon: Wahnsinn, dieses Pensum, das diese Frau tagtäglich zu stemmen hat. Die Haltung von dem Jugendamt ist unmöglich, zumal ja entsprechende Diagnosen vorliegen. Ich würde nicht weiter warten und einen Anwalt einschalten, da hier anscheinend versucht wird die Situation “auszusitzen“ (und nicht im Sinne des Kindeswohls gehandelt wird).

    1. Hallo, wir haben unseren autistischen Sohn in die Notbetreuung geschickt. Er ist dort zusammen mit seiner Integrationskraft und zwar nur die Stundenanzahl, die die I-Kraft vom Jugendamt bewilligt bekommen hat. Das heisst, er geht von montags bis donnerstags von 8.00 bis 11.00 zur Schule. Er arbeitet dort sehr konzentriert sein Pensum ab und hat sehr wenig Kontakt zu anderen Kindern. Das findet er übrigens super, ich glaube, er ist das erstemal seit Jahren wieder zufrieden, angst-und depressionsfrei!!!!

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