Behörden-Wahnsinn: Wie sehr wir um Theos Integration kämpfen

Ihr Lieben, wir danken euch sehr für euer Vertrauen. Immer wieder erreichen uns Geschichten, bei denen wir nur erahnen können, wie viel Kraft die Eltern brauchen, um das durchzuziehen. Auch für Nadja waren die letzten Jahre und Monate heftig, sie erzählt uns von dem Kampf mit sämtlichen Behörden und dem Wunsch, dass ihr Kind nicht vorschnell einen Stempel aufgedrückt bekommt.

„Ich heiße Nadja, bin 32 Jahre alt und wohne mit meiner Familie in Dessau. Zu unserer Familie gehören die zwei Mädels Mia, 15 Jahre alt und Helena, 1 Jahr alt. Die Jungs heißen Max, 11 Jahre alt. und Theo, 6 Jahre alt.

Eins unserer Kinder wird verhaltensauffällig

Angefangen haben die Schwierigkeiten Ende 2018, als Theo in der Krippe verhaltensauffällig wurde. Wir hatten die Hoffnung, dass sich sein Verhalten mit dem Wechsel in den Kindergarten bessert. Leider war das nicht der Fall. Er hat Kinder gehauen, geschubst, das Alltagsgeschehen gestört und sich auch selbst verletzt.

Daraufhin haben wir im April 2019 einen Antrag auf Eingliederungshilfe beim zuständigen Sozialamt gestellt. Ein halbes Jahr verging, dann wurde uns mitgeteilt, dass für Verhaltensauffälligkeiten das Jugendamt zuständig ist. Die für uns nun zuständige Mitarbeiterin hat sich uns dann erstmalig im Oktober 2019 vorgestellt, doch es ist nichts voran gegangen.

Wo kommen die Auffälligkeiten her?

Ich hatte in der Zwischenzeit bei einer Frühförderstelle einen Wiener Entwicklungstest bei Theo durchführen lassen, der uns zwar Defizite aufzeigte, uns sonst aber auch nicht weiterbrachte. Wir hörten immer wieder beim Jugendamt nach, bis wir im Sommer 2020 gesagt bekamen, dass unser Antrag nicht bearbeitet werden kann, weil ein Gutachten von einem Kinderpsychologen nach ICD10 fehlt.

Daraufhin habe ich mich eigenständig um eine Begutachtung von Theo im Sozialpädiatrisches Zentrum in Leipzig bemüht. Er wurde dort von einer Psychologin, einer Logopädin, einer Ergotherapeutin und von der Oberärztin begutachtet. Die Logopädin dort hat uns gefragt, ob Theo überhaupt gut hören kann. Daraufhin bin ich mit ihm zu einem HNO-Arzt gegangen. Es hat sich herausgestellt, dass Theo tatsächlich nicht richtig hört. Er hatte zu dem Zeitpunkt Wasser hinter den Trommelfellen und vergrößerte Rachenmandeln. Das musste operativ behandelt werden (Paukenröhrchen).

Das Jugendamt verzögert das Antragsverfahren

Erst hinterher haben wir erfahren, dass man eigentlich bei Antragstellung einen Zettel vom Jugendamt bekommt, welche Ärzte man abklappern soll. So einen Zettel haben wir nie erhalten. Dank des SPZ bekamen wir aber immerhin Logopädie und Ergotherapie.

Nach wie vor ging Theo in den regulären Kindergarten und es gab ständig Meldungen von den ErzieherInnen, was schon wieder schiefgelaufen ist. Es wurde zunehmend belastend für alle.

Im Frühjahr 2021 – unser Antrag war schon zwei Jahre alt – gab es dann einen Sachbearbeiterwechsel im Jugendamt. Die neue Sachbearbeiterin hat sich Theo in der Kita angeschaut und dann unseren Antrag im Juli 2021 abgelehnt. Hauptbegründung war, dass sich ein Wechsel in einen Integrativen Kindergarten im letzten Kindergartenjahr nicht mehr lohnt. Ich habe natürlich Widerspruch eingelegt. Immerhin lag der Antrag lange genug beim Jugendamt, sodass Theo auch durchaus schon 2020 hätte wechseln können, wenn denn die Bearbeitung nicht so unnötig in die Länge gezogen worden wäre.

Integrative Kita: Widerspruch geglückt

Der Widerspruch hatte Erfolg und Theo durfte dann im August 2021 in den Integrativen Kindergarten wechseln. Seine Therapien erhält er nun in der Kita und die Gruppe ist kleiner, was für ihn toll ist. Parallel dazu haben wir aufgrund seiner Verhaltensauffälligkeiten und der vom SPZ Leipzig gestellten Diagnosen Pflegegrad 2 für ihn zugesprochen bekommen.

Nachdem wir unseren Sohn endlich im integrativen Kindergarten untergebracht bekommen haben, wurde wieder eine Begutachtung vom SPZ Leipzig gemacht (jährliche Kontrolle). Die Oberärztin hat uns für die Schule sozio-emotionalen Förderbedarf bescheinigt. Diese Bescheinigung haben wir zusammen mit unserem Antrag auf Einschulung in eine Grundschule außerhalb unseres Einzugsgebietes bei der eigentlich zuständigen Grundschule abgegeben. Die Schule unseres Einzugsgebietes ist sehr groß, viele Kinder, die Theo vielleicht überfordern könnten.

Kampf um die passende Schule

Die Schule im benachbarten Stadtteil beschult weniger Kinder. Ein paar Monate haben wir nichts von unserem Antrag gehört. Plötzlich bekomme ich einen Anruf vom Landesschulamt mit der Bitte um ein persönliches Gespräch im Amt. Im Gespräch wurde mir mitgeteilt, dass unser Antrag auf Einschulung außerhalb Bezirk abgelehnt wird und dass unser Kind aufgrund der Bescheinigung „sozio-emotionaler Förderbedarf“ in eine Förderschule soll. Da waren wir erst einmal vor den Kopf gestoßen.

Dessau-Roßlau hat nur Förderschulen für geistig Behinderte und eine Schule für Körperbehinderte. Für Verhaltensauffälligkeiten ist die nächste Förderschule in Güterglück, das liegt gut 40 min von Dessau. Wir haben uns die Förderschule angeschaut und waren nicht begeistert. Es sind gemischte Klassen aus Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten und Kindern mit Lernschwierigkeiten, sodass das Alphabet in der 1. Klasse nicht geschafft wird.

Kein Stempel für Theo

Wir sind uns sicher, dass das Theo unterfordern würde. Auch wenn er Probleme im Verhalten hat, er lernt schnell. Daraufhin hatten wir nun nochmal ein Gespräch mit der für unser Einzugsgebiet zuständigen Schule und einem Vertreter vom Landesschulamt. Es war eine hitzige Stimmung und man wollte unsere Entscheidung, unseren Sohn auf eine Regelschule und nicht auf eine Förderschule zu schicken, nicht verstehen. Die für uns zuständige Grundschule war Theo richtig ablehnend gegenüber. Da war uns klar, dass wir Theo definitiv an einer anderen Schule einschulen lassen wollen, weil wir nicht von vornherein einen „Stempel“ für ihn wollten.

In der Zwischenzeit hatten wir noch erfahren, dass es in ganz Dessau-Roßlau nur einen einzigen Hort mit acht integrativen Hortplätzen gibt. Und einen von diesen acht Plätzen haben wir bekommen. Knackpunkt: die Schule liegt im Zentrum der Stadt. Also haben wir einen neuen Antrag auf Einschulung außerhalb des Bezirks gestellt, damit Theo auch in die Schule gehen kann, wo er seinen Hortplatz hat. Mein Mann und ich sind berufstätig, da können wir Theo nicht so einfach nach Schulschluss abholen und zum Hort fahren.

Hörsturz nach der nächsten Ablehnung

Am 14.6 habe ich dann aber erfahren, dass von uns nun favorisierte Schule voll ist und unser Antrag abgelehnt wird. Das Landesschulamt hat uns vor die Wahl gestellt, unseren ersten Antrag auf die Schule im benachbarten Ortsteil anzunehmen, andernfalls müsste Theo nach Güterglück. Da war ich so erschöpft vom Kämpfen, dass ich auf dem rechten Ohr einen Hörsturz bekam.

Wir haben uns also nun dazu entschieden, Theo in die Regelschule im benachbarten Ortsteil einschulen zu lassen. Was wird jetzt aber mit dem Hort? Unsere Familienhelferin hat uns geholfen rumzutelefonieren. Wir mussten den Integrativen Hortplatz kündigen und bekommen nun einen regulären Hortplatz in dem Hort an der Schule, in die Theo eingeschult wird. Einschulung ist am 27.08.22. Kennenlernnachmittage hat Theo durch das endlose Hin und Her nun leider verpasst. Und ich weiß auch nicht, ob der erste Elternabend nicht auch schon gelaufen ist. Aber wenigstens ist es jetzt sicher, wo er eingeschult wird

Ein Schulbegleiter für Theo

Letzte Baustelle ist der Integrative Schulbegleiter. Den haben wir im letzten Jahr beantragt, leider ist die dafür zuständige Mitarbeiterin im Jugendamt nun dauerkrank und wir wissen noch nicht, wie es mit unserem Antrag weitergeht. Wir brauchen diesen Schulbegleiter, denn Theo hat eine Wahrnehmungsstörung, Reizüberflutung und Regulationsstörung.

All diese Kämpfe haben wirklich Spuren bei uns allen hinterlassen. Wir haben ja noch mehr Kinder, sind berufstätig. Die Zeit war so kräftezehrend und ich weiß, dass sie noch nicht ausgestanden ist. Was mich besonders belastet, ist, dass ich immer das Gefühl hatte, dass bis auf das SPZ, alle Theo voreingenommen gegenüber waren und er sehr schnell einen Stempel auf der Stirn hatte. Das macht mich sehr traurig. Ich will doch einfach nur eine faire Chance für mein Kind.“

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23 comments

  1. Hallo!
    Ich kenne das leider auch. Wir mussten der Diagnose auch ewig hinter her laufen (sind immer noch nicht durch, aber immerhin haben wir jetzt die Bescheinigung, dass eine sozial-emotionale Störung vorliegt). Wir wollten ihn gerne mit Integrationshelfer einschulen und waren uns unsicher inwieweit wir ihm ohne einen Gefallen tun. Sehr schwierig habe ich ihr auch den Umgang mit dem Kind selber empfunden: wie viel sage ich ihm, inwieweit verunsichere ich ihn? 1.5 Wochen vor Ferienbeginn habe wir jetzt die Genehmigung. Wir hoffen nun, dass wir auch noch rechtzeitig einen Schulbegleiter finden.
    Viel Kraft euch weiterhin!

  2. Es ist Wahnsinn, was man alles durchmachen muss. Klar wollen alle Eltern nur das Beste für ihre Kinder.
    Bis man endlich mal im Berufsleben steht, ist es leider von größter Wichtigkeit, welche Schule man besucht hat ,😔
    und das entscheidet letztendlich auch die berufliche Karriere.

    Ich habe nicht alle Kommentare durchgelesen, möchte aber anmerken, dass es auch für“normale“ Kinder enorm wichtig ist, dass sich die Eltern kümmern und kämpfen.
    Wir leben nun einmal in einer Leistungsgesellschaft, in der es nicht gut und gerne gesehen wird, dass ein Kind nicht der sog. Norm entspricht. Passt es nicht in den Rahmen, Zack weg damit, nochmal wiederholen oder gleich auf die Förderschule.
    Ist ein Kind nicht schnell genug, weil es etwas verträumt ist, oder weil es sich ganz genau überlegt, was es sagt anstatt drauf los zu plappern, ist es“auffällig“ und wird abgestempelt.
    Und wie oft lassen sich Eltern von „Fachkräften“ einreden, das Kind sei nicht normal.
    Individuen haben in dieser hopp-hopp auf los Gesellschaft nichts zu suchen.
    Dafür braucht es Eltern, die ihre Kinder*sehen* und sich einsetzen bis zur Erschöpfung, denn einmal den Stempel aufgedrückt, klebt er, oft für immer.
    An alle Eltern da draußen: kämpft und lässt euch dafür feiern

  3. Hallo Ihr Lieben,

    Uns ergeht es sehr ähnlich.
    Seit fast 3 Jahren warten wir auf das ok für den Integrationshelfer. Unser Sohn ist mittlerweile 6 Jahre alt. Wir hatten 3 Anläufe mit verschiedenen Kindergärten, weil sie einfach nicht in der Lage waren Ihn dort abzuholen wo er steht.
    Und nur weil wir bis jetzt noch keine eindeutige Diagnose haben… Nur verschiedene Verdachtsdiagnosen… Autistische Züge, Adhs, Verhaltensauffälligkeiten, Trennungs und Verlustängste….. Muss das Kind so leiden und wir gehen mittlerweile auf dem Zahnfleisch….
    Es ist schon heftig….
    Ich schicke euch allen Kraft und Durchhaltevermögen.
    Liebe Grüße

  4. Hallo Nadja,
    ich kann deine Frust absolut verstehen. Als wäre das Leben mit besonderen Kindern nicht schön aufregend genug, so wird einem der Rest an Energie von den Mühlen des Systems genommen.
    Wir sind ebenfalls noch mittendrin und der bisherige Weg war schon Kampf genug. Man muss wirklich allem hinterher rennen, telefonieren, mailen… Angefangen beim Kinderarzt, der Logo ablehnte, obwohl der 2-Jährige noch keinen Ton von sich gibt. Therapie-Erfolg kann nicht garantiert werden, ohne Diagnose vom SPZ. So die Begründung. 3x zum HNO, bevor man ans SPZ verwiesen wird. 9 Monate bis zum 1. Termin. Der 3-Jährige durfte nun endlich zur Logo. Ergo sei auch empfehlenswert, aber erst 6 Monate später. Mit 4 Jahren startete man endlich die Diagnostik auf frühkindlichen Autismus. Nach weiteren 9 Monaten fiel das Ergebnis nicht eindeutig aus. Verdacht auf a-typischen Autismus. Seither warten wir auf die humangenetische Untersuchung, um weiteres abzuklären. Bis dahin leben wir mit „Entwicklungsstörung und Sprachstörung“. Unser Sohn ist inzwischen 5,5 Jahre alt. Auch dem Antrag auf einen integrativen Kitaplatz mussten wir lange hinterher laufen. Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass einem damit auch nicht zwangsläufig geholfen ist. Mit der kleineren Gruppe und dem zusätzlichen Erzieher enden da aus meiner Sicht die Vorteile.
    Nun steht die Schulanmeldung vor der Tür. In Niedersachsen gibt es keine Förderschulen, nur das Integrations-Modell, von dem ich leider nicht sehr viel halte. Die Theorie klingt schön, die Praxis ist Lichtjahre davon entfernt. Allein das Thema Schulbegleiter ist schon zum Verzweifeln. Ich bezweifle zunächst, dass mein Großer den Schuleingangstest besteht. Er ist für Außenstehende kaum zu verstehen, kann dem Gespräch kaum folgen und ist auch viel zu reizoffen, um sich länger zu konzentrieren. Wir beabsichtigen daher die Rückstellung. Aufgrund des Integrations-Modells muss man in Nds allerdings beim Antrag etwas vorsichtig mit der Begründung sein. Es passiert nämlich nicht selten, dass man der Schulleitung den Grund für die Aufnahme in den Schulkindergarten auf dem Silbertablett liefert. Ob das tatsächlich das Richtige für das jeweilige Kind ist, erscheint da eher relativ. Aber die Schule kann dann Fördergelder einstreichen. Da die Entscheidung hierbei allein der Schulleitung obliegt, lassen wir uns anwaltlich beraten und ggf. vertreten.

    Ich finde es unverschämt, wenn auch nicht überraschend, dass man hier mit Vorwürfen konfrontiert wird. Insbesondere solche zur privaten Lebensführung oder Berufsausübung. Als müsse man sich für den Vollzeitjob rechtfertigen, wenn man ein verhaltensauffälliges Kind hat. Oder dafür, dass man eine bestimmte Schule für sein Kind präferiert oder ablehnt. Als hätte man nicht schon genug ungefragte Kommentare und „Ratschläge“ bekommen. Warum nicht gleich der Vorwurf, dass das Kind sicher ganz normal entwickelt wäre, wenn man einfach bloß natürlich entbunden, lange gestillt, gänzlich auf den Job verzichtet und die partnerschaftlichste Beziehung ever hätte?!

    Ich wünsche allen Betroffenen alles erdenklich Gute, ganz viel Kraft und viel Erfolg.

  5. Aufgrund der aktuellen eigenen Erfahrungen kann ich nur empfehlen, Inklusion in der Regelschule funktioniert nur, wenn die Lehrer entsprechend Erfahrungen haben. Ist das nicht der Fall, kann es schnell schwierig werden und die betroffenen Kinder werden abgestempelt als gewalttätig, nicht kontrollierbar etc. Unser Sohn (8 Jahre) wird im kommenden Schuljahr die 1. Klasse wiederholen in einer sogenannten Kooperationsklasse für Kinder mit körperlichen und motorischen Einschränkungen. Die kleinen Klassen, immer 2 Lehrkräfte, die alle sonderpädagogische Ausbildung haben und viel weniger Druck beim Lernen. Ein Wechsel in die reguläre Schule ist immer möglich. Hätten wir das eher gewusst, wäre das erste Schuljahr weitaus besser gelaufen. Unser Glück ist, dass die Behörden schon früh den Förderbedarf unserer Kinder anerkannt und unterstützt. Wir wohnen im Landkreis Lüneburg.
    Ich wünsche euch viel Erfolg und hoffe, dass euer Sohn die Zuwendung, Betreuung und vor allem das Verständnis bekommt, das er braucht. Gerade Kinder mit besonderem Hintergrund haben es viel schwerer mit ihrem Päckchen zurecht zu kommen.

  6. Liebe Nadja, auch wir kennen Deine Geschichte aus eigener Erfahrung, wenn auch nicht ganz so dramatisch. Unser Sohn hat vom 1. bis 3. Lebensjahr etwa wegen eines Paukenergusses nicht gut gehört. Uns wurde immer gesagt, dass er einfach ein „Spätzünder“ sei und sein Verhalten normal für ein 4. geborenes Kind in der Familie. Wir sind von einem Ohrenarzt zum nächsten bis endlich festgestellt wurde, dass er nichts hören kann. Unser Sohn war, Gott sei Dank, am Anfang mit seinem Bruder in einer Kindergartengruppe und so hat es ganz gut geklappt, jedoch hatte er auch Wutanfälle und hat gerne mal andere Kinder an den Haaren gezogen oder gekratzt, wenn er sich einfach nicht verständlich machen konnte.
    Er kommt nun diesen Herbst in die Schule und die Ohrenärztin hatte uns geraten die Förderstelle einzubinden und zu prüfen, ob Valentino in eine Sprachheilschule in unserer Nähe gehen kann. Das Ergebnis nach 2 von 6 geplanten Terminen (die restlichen Termine wurden einfach abgesagt) war, dass unser Sohn in eine Förderschule gehen muss. Wir haben uns dagegen gewehrt und am Ende hat unser Sohn den „Fit für die Grundschule“-Test an der Grundschule in direkter Nachbarschaft zu unserem Haus überdurchschnittlich bestanden. Die Kooperationslehrerin war sehr gut und hat sich unseren Sohn viele Male ausführlich angeschaut und den Grundschultest selbst vorgeschlagen. Dass die Sprachförderschule sich in unserem Fall selbst aussuchen kann, welche Kinder sie aufnimmt finde ich recht kontraproduktiv. Wenn ich Schule die Wahl habe zwischen malendem und bastelndem ruhigen Kind und kleinem frechen Wildfang der gerne in der Erde bohrt, dann kann das die Entscheidung durchaus beeinflussen.
    Wir wünschen euch allen viel Kraft für eure „Kämpfe“ – es ist wirklich traurig wie das System versagt.

  7. Hi!
    Das klingt sehr sehr kräftezehrend was ihr schon an Behördenmarathon hinter euch habt. Und dazu die ständige Sorge darüber die richtigen Entscheidungen zu treffen.
    Mir geht beim Lesen des Artikels die Frage durch den Kopf, warum es nicht die Möglichkeit gibt, dass Theo nach der Schule nach Hause geht statt in den Hort. Vielleicht sind es finanzielle Gründe? Oder ihr liebt eure Jobs… beides nachvollziehbar Gründe. Aber ist es nicht für ein Kind, dass sich im sozialen Miteinander schwer tut und schnell reizüberflutet ist, eine Erleichterung mittags nach Hause kommen zu dürfen und sich nicht mehr mit anderen außerhalb der Familie auseinander setzen zu müssen? Ich weiß, ich spreche ein heißes Eisen an. Aber ist nicht eine Art der Unterstützung bewusst Reize zu vermeiden und das Leben für das Kind zu entstressen?
    Ich wünsche euch auf jeden Fall von Herzen alles Gute und einen guten Start in die Schule!
    Liebe Grüße Lilu

  8. Alles Liebe für Euch und viel Kraft.
    Ich habe durch die Kämpfe mit dem Amt auch gesundheitliche Probleme mittlerweile. Deshalb volles Verständnis!

  9. Wir haben dieses Thema bereits durchlebt. Der Große ist überdurchschnittlich intelligent bei leicht verminderter Verarbeitungsgeschwindigkeit, gepaart mit ADHS. Also ein ziemlich schlauer Kerl, der sich nicht konzentrieren kann und etwas Zeit braucht um zu antworten. Wir haben zwei Jahre Regelgrundschule erlebt und sind dabei auf zwei „Lehrerarten“ gestoßen. Einmal sehr engagiert – mehr als sie muss und man verlangen konnte und er hatte gute Noten. Dann sind wir umgezogen und er geriet an eine Lehrerin, die ihn sofort abgestempelt hat als unbeschulbar und so mit ihm umgegangen ist. Plötzlich hagelte es Fünfer und Sechser, trotz dessen, dass er den Inhalt konnte – zuhause halt. Einen Schulbegleiter zu bekommen, ist auch hier ein Ding der Unmöglichkeit- und wenn man einen bekommt, kommt der an einem Tag für zwei Stunden in die Schule. Das ist also auch nicht zielführend.
    Also blieb uns nichts anderes übrig als den Weg an die Schule zur sozial-emotionalen Förderung. Ich hatte sehr große Vorbehalte. Und einige haben sich bestätigt- es gibt dort Kinder, die meinem Kind erheblichen Unsinn beibringen. ABER die Vorteile überwiegen. Er ist wieder ein 1er/2er Schüler, hat entgegen aller Vermutungen und Prognosen der alten Lehrerin Freunde gefunden, ist absolut beschulbar und fühlt sich wohl. Die 30 Minuten Schulweg sind für ihn ein Ausgleich – da hat er Zeit für sich (er fährt alleine mit dem Bus). Natürlich färben negative Einflüsse ab – wie überall. Aber die Tatsache, dass mein Sohn keinen Schreianfall bekommt wenn er in die Schule soll, sondern gerne geht- selbst wenn er etwas kränkelt und lieber zuhause bleiben sollte, zeigt, dass dieser schwere Schritt richtig war und eher in meinem Kopf ein Problem. Es geht ihm gut, er denkt von sich nicht mehr, dass er doof sei. Und das Allerwichtigste: er wird so akzeptiert und gesehen wie er ist. Und wenn die Konzentration doch mal abschweift, hilft der Sozialpädagoge ihm und allen anderen Kindern sich wieder zu konzentrieren- und wenn alle Stränge reißen, macht die ganze Klasse eben mal 5 Minuten Quatsch und Blödelei und allen geht es wieder gut – etwas was an Regelschulen meistens nicht möglich ist oder ermöglicht werden will/kann. Und er kann jederzeit wieder auf die Regelschule wechseln, da der Schulstoff identisch ist.

  10. Unsere Tochter (12 Jahre, gehörlos, auf Gebärdensprache angewiesen) wird auf unseren Wunsch hin auf der Regelschule beschult.
    Was viele Menschen nicht beachten: in Deutschland hat man ein Recht auf inklusive Beschulung. Das schließt auch Kosten für Schulbegleiter, zusätzliches Lehrmaterial, Dolmetscher ein.
    Meistens wenn sie in eine neue Klasse kommt, sind Vorbehalte der anderen Eltern da, dass sie einen Vorteil bekommen würde, durch ihre Einschränkung. Oder dass die Lehrer nicht ausreichend auf die Bedürfnisse anderer Kinder eingehen.
    Hier in Baden-Württemberg ist es zumindest jedoch so, dass die Klasse durch ein einziges Kind mit Förderbedarf schon zur Inkusionsklasse wird, was eine reduzierte Klassengröße mit sich bringt. Außerdem helfen die zusätzlichen Betreuungs- und Lehrkräfte allen Kindern. Nicht nur denen mit Förderbedarf.
    Allerdings ist das ganze hin und her jedoch seeehr anstrengend für alle Beteiligten. Die Anträge müssen rechtzeitig rausgehen, Gutachten eingeholt werden, man bangt jedes Jahr aufs neue, ob es nächstes Jahr wieder klappt. Was für mich die größte Unverschämtheit ist, ist dass man jedes Jahr aufs neue (zumindest bei uns) die Genehmigung auf weitere Beschulung beantragen muss…
    Und wir haben auch Familien im Bekanntenkreis, deren Kinder keine so „sichtbare“ Einschränkung haben und die haben es natürlich um ein Vielfaches schwerer.

  11. Hallo!

    Sie haben sehr für Ihr Kind gekämpft und es sieht aus, als wäre die Unterstützung von Amtsseite mangelhaft gewesen. Ich kann auch gut verstehen, dass man keinen Stempel für sein Kind will, möchte aber gerne den Kommentar der Förderlehrerin oben bestätigen: Förderschulen in ihrem geschützten Rahmen mit kleinen Lerngruppen und ausgebildetem FACHpersonal sind für viele Kinder ein Segen. Während meiner Zeit in der Heimpädagogik konnte ich das täglich erleben.
    Jetzt bin ich KitaLeiterin und möchte auf etwas anderes hinweisen, das zunehmend aus dem Blick gerät. Die „nicht-besonderen“ Kinder haben auch Bedürfnisse und Rechte. Z.B. auf eine ruhige Lernatmosphäre – von Recht auf körperliche Unversehrtheit einmal ganz zu schweigen.
    Auf keinen Fall dürfen sie Co-Therapeuten sein oder ihren Kiga-/Schulalltag nur irgendwie durchstehen müssen.
    Die Belastung anderer Kinder durch sozial-emotional entwicklungsauffällige Kinder im Gruppenverband ist manchmal immens und nicht hinnnehmbar.
    Persönlich glaube ich, dass Inklusion auch dann scheitert, wenn es genügend Personal geben würde – was ja auf Jahre hinaus nicht der Fall sein wird.
    Ich befürworte sehr die Integration und einen (erneuten) Ausbau des Förderschulnetzes. Leider passiert das Gegenteil. Und viel zu oft lehnen Eltern Förderschulen aus Angst vor der Stigmatisierung ihres Kindes ab. Das ist schade.

  12. Schwierige Situation. Mein Sohn hat eine visuelle Wahrnehmingsverarbeitungstörung,und musste deswegen mit ihm durch die Hölle gehen als er die ersten zwei Klassen besucht hat .Die Lehrerein hat ihn nicht leiden können weil er in vielem Langsame war. Sie versuchte ihn auf eine Förderschule zu stecken obwohl uns von Seiten des SPZ ganz klar eine Regelschule empfohlen wurde. Die Lehrerin war so angegriffen weil wir nicht das machten was sie wollte dass sie unseren Sohn im Unterricht schlecht behandelt hat. Seine Leistungen sackten ein dass er letzendlich die Klasse wiederholen musste. Gott sei Dank hat er jetzt einen sehr verständnisvollen Lehrer aber die Angst vor Lehrkräften und Arbeiten ist ihm geblieben.

    1. Hallo!

      Das SPZ sieht ja nicht die Auswirkung, die das Verhalten Ihres Kindes auf z.B. Aufmerksamkeit+Konzentration der anderen Kinder im Klassenverband hat. Die Lehrerin sieht das sehr wohl und sie hat auch Verantwortung für diese Kinder.
      Was meinen Sie wohl, wie stark der Druck der anderen Eltern auf diese Lehrerin ist!? Vermutlich nicht geringer als der von Ihrer Seite.
      So etwas kann gehen von: „Mein Kind kann sich wegen xy nicht konzentrieren.“
      bis: „Mein Kind will aus Angst vor xy nicht in die Schule.“
      Vorwurf an die Lehrerin:
      „Sie mag xy nicht. Beruf verfehlt.“ und „Sie hat xy nicht im Griff. Völlig unfähig.“
      Je nach Perspektive.
      In der Kita genauso.
      Aber das ist ja eines der großen Probleme unserer Gesellschaft: eine andere Perspektive nicht einnehmen zu können.

      Ja, Inklusion ist ein Recht! Ein Recht, das wegen des Mangels an Fachpersonal auf lange Zeit nicht umgesetzt werden kann.

      Und dann wird das vorhandene Fachpersonal auch noch verbrannt. Auch wieder schade.

  13. Hallo liebe Mama, auch ich könnte Dir von unserer Geschichte erzählen. Anderes Bundesland, diesselben Probleme. Unser Sohn ist jetzt 12 und war 2 Jahre auf einer Förderschule. Denn leider ist so: in Deutschland muss man erst alle Möglichkeiten des öffentlichen Systems ausschöpfen, bevor man andere Wege beantragen darf. Das haben wir nach 2 Schulverweigerungen getan. Mit dem Ergebnis, dass die AOSF-Förderung nicht beendet wird und man unseren Sohn weiter im System gut versorgt sieht. Das ist jedoch mitnichten so. 2 psychologische Gutachten reichen nicht aus, um die Einschätzung der Sonderpädagogen widerlegen zu dürfen. Ich erwähne nur kurz, dass der Antrag nach Par.35a SGB ebenfalls nach unfassbar langer Zeit abgeschmettert wurde.Nicht mal ein Anwalt kann uns momentan da rausboxen. Dabei wäre er mit seiner Inselbegabung an einer Privatschule gut aufgehoben. Trotz der privaten Übernahme des Schulgeldes lässt man uns nicht gehen. Ich könnte unendlich lange weiter schreiben und weitere Details schildern. Wir sind ebenfalls gerade in einer extrem schwierigen Phase ohne Entscheidung und ohne Aussicht für unseren Sohn mit seinem A-typischen Autismus das passende Schulsetting zu bekommen, was er dringend benötigt. Letztlich macht es einfach nur betroffen, dass dieses Schulsystem und ihre Behörden selbst die zu therapierenden Stellen sind, die Kinder und ihre Familien aber leiden. Ich fühle und leide mit Dir! Wir sind viele! Und doch sind wir allein!

    1. Hallo, ihr Beitrag hat mich sehr berührt, und deswegen möchte ich auch ein paar Zeilen da lassen. Wir haben zwei Söhne die 10 und 7 Jahre alt sind, unser älterer Sohn hat Asperger Autismus, auffällig in seiner ersten Kita wurde er eben um die Zeit herum, wo sich das Sozialverhalten anfängt zu entwickeln. Er war nie gern in der Kita, ich habe ihn oft weinend zurück gelassen da auch wir berufstätig sind, bin heulend den Weg zur Bahn gelaufen. Im Zuge eines Umzugs (innerhalb Berlins, wo wir wohnen) hatte er den ersten Kita-Wechsel, in leider eine noch größere Kita. Es war schlimm dort für ihn. Man war völlig überfordert, und es ist schlimm, fast jeden Tag zu hören was wieder nicht geklappt hat, das ist das wahre Stigma. Und den „Ruheraum“ durfte er nicht nutzen, kein Personal um ihn da zu begleiten….Das man vermittelt bekommt, mit dem Kind stimmt etwas nicht, und aber keine Möglichkeiten wahrgenommen wurden, um ihm zu helfen, das war bitter. Dabei stimmt einfach die Umgebung nicht für das Kind, es passt nicht ins System. Als er fast vier war, hatten wir schon durch eigene Recherche eine Ahnung was er hat. Unsere Kinderärztin überwies uns ins spz, und dann kam langsam alles ins Rollen. Wir bekamen einen Platz in einer Integrationskita, da war er 4 Jahre alt, die Diagnose erfolgte kurz vorher. Den Platz haben wir nur durch Eigeninitiative bekommen, ich habe da auch wahnsinnig Glück gehabt, von Seite des Jugendamtes kam da nix. Ab da wurde es besser. Es gibt hier in Berlin ganze zwei Schulen (!) die den Förderschwerpunkt Autismus haben. Zwei (!!!) – wir hatten Glück, eine der beiden ist relativ in der Nähe, und wir bekamen einen Platz, auch durch selber vorstellen und Glück. Es ist eine inklusive Regelschule, und ich kann mir das Kind nicht in einer reinen Förderschule vorstellen. Allerdings ist es an Regelschulen die keine personellen Möglichkeiten haben, die gerade so mit dem Personal hinkommen, wo eine Lehrkraft vor 26 Schülern steht, einfach unmöglich Kindern die durchs Raster fallen gerecht zu werden. Inklusion kann nur klappen, wenn das Personal dafür da ist, und dann profitieren alle davon. Die uns zugewiesene Grundschule, bei der wir hospitieren waren, hat ihn auch schon von vorneherein abgelehnt… Zitat Schulleiterin „wir müssen ihn ja nehmen, also einen Platz bekommen Sie, aber wir haben hier keine Erfahrung“mit sowas“ er wird einfach „mitlaufen“ müssen!“ Joa, die Dame hat definitiv auch ein Problem mit ihrer Sozialkompetenz….eine andere Regelschule hier in der Nähe hat mich beeindruckt, tiefster Plattenbau, schwierige Sozialstruktur, ich wurde zum Gespräch nett empfangen, es wurden mehrere Kollegen zum Gespräch dazugeholt, auch der Schulsozialarbeiter, und der Tonus „wir werden uns größte Mühe geben, wir wachsen sicher alle an der Situation, und in die Situation rein! Wir hatten bei uns noch kein autistisches Kind, aber wir bekommen das gemeinsam hin!“ Das war toll, und auch wenn ich ihn nicht an dieser Schule haben wollte, es hat mich beeindruckt. Menschen die Einsatz zeigen, die es versuchen wollten, mit uns zusammen obwohl sie schon viele „Baustellen“ haben. Soll heißen, lasst es erstmal auf euch zukommen, vielleicht wächst ihr auch in „eure“ Schulumgebung rein, und mit einer Schulbegleitung ist die Regelschule sicher die bessere Wahl.

      Wir gehen übrigens trotz vieler Warnungen extrem offen mit dem Thema um, auch mein Sohn. Er ist Autist, er ist gut so wie er ist, es ist „eine andere Art zu sein“ und die Offenheit hat für uns bisher überwiegend positive Effekte. Besonders für das Kind, es ist anders, darf es auch sein und lernt sich aber in der Welt der „normalen“ zurechtzufinden, seinen Platz zu finden und sich zu integrieren.

      In zwei Jahren beginnt der Kampf um die Oberschule, und ich habe schon die Befürchtung, das es da nochmal schwierig wird, denn die Situation einen angemessenen Schulplatz überhaupt in der Nähe zu finden, ist mittlerweile in Berlin wie Lotto spielen….

      Ich wünsche euch alles Gute, gebt nicht auf!

    2. Danke. Das ist auch mein Anliegen, das mir auf der Seele brennt. Bin Erzieherin und hatte letztes Jahr gleich vier schwer verhaltensgestörte Vorschulkinder in einer Gruppe. Zwei davon wurden als nicht beschulbar (sozial-emotional) eingestuft. Es war teilweise so schlimm, dass wir mit 20 Kindern fluchtartig den Raum verlassen mussten, weil einer von ihnen Kinderhocker in die Gruppe geworfen hatte und wir drei Kollegen brauchten, um ihn zurückzuhalten. Ob sich Eltern solcher Kinder auch mal Gedanken darüber machen, was solche Erlebnisse bei den anderen auslösen?

  14. Ich finde es interessant wie manch einer hier die Eltern verurteilt ohne die Umstände genau zu kennen. Nicht jede Förderschule ist gleich (gut). Manches ist zeitlich nicht zu machen (lange Schulwege etc.) und nicht jede seelische Behinderung oder Beeinträchtigung ist gleich schwerwiegend. Dazu kommt der Anspruch auf Inklusion auch in Regelschulen! Das wird immer postuliert und dann nicht entsprechend umgesetzt. Und bei aller Liebe, aber ich schule mein Kind mit ADHS (Paradebeispiel der hyperaktiven Form) auch nicht auf der hiesigen Förderschule ein, weil er mit nem IQ von über 115 dort leider ebenso falsch wäre. Die Regelschulen müssen sich einfach auch mehr daran gewöhnen heterogenere Klassen zu haben, die Klassenstärke reduzieren (was allen Schüler*innen zu Gute käme) und mehr Individualisierung zu machen. Übrigens alles Dinge, die schon vor rund 15 Jahren state of the art waren im Bereich Erziehungswissenschaften im Lehramtsstudium an bayerischen Unis. Ich persönlich kann die Situation daher gut nachvollziehen und wir haben ähnliches durch mit vier Kindern, davon zwei mit ADHS Diagnose. Es ist ätzend wie sehr man um jedes bisschen Unterstützung kämpfen muss, obwohl man einen Rechtsanspruch hätte.

    1. Amy
      Aber auch nicht in jeder Grundschule klappt Integration so toll wie es am Anfang vielleicht gesagt wird. Da muss man sich rechtzeitig vorher sehr genau BEI BETROFFENEN ELTERN, umhören.
      Und wie Sie in meinem Kommentar lesen schreiben ich nicht realitätsfremd, ja ich kenne die Umstände ( Schulweg ca.45 km…). Wer urteilt jetzt blind?

  15. Hallo,
    Ich kann deine Situation so gut verstehen den uns geht es gerade auch so.
    Mein Sohn wird im September 22 eingeschult selbe Diagnose wie bei euch. Die Anträge werden massiv verzögert. Kita,Schule,Frühförderung,BFZ und SPZ Bescheinigungen eine Notwendigkeit für THA und Tagesgruppe,aber Sozialamt und Jugendamt wollen warten bis das Kind in den Brunnen gefallen ist bis sie es genehmigen oder ablehnen.
    Bis dahin sitzen wir in der Warteschleife ohne Möglichkeiten mit Hilfe eines Anwalt dagegen vorzugehen weil kein gültiger Bescheid existiert.
    Sie sprechen immer über Kosten, ìch weiß es ist nicht günstig,aber auf Kosten meines Sohnes Geld zu sparen obwohl es bescheinigte Notwendigkeit gibt, finde ich ein Unding. Den er unď auch dein Kind sind die Rentenbezahler von diesen Menschen.

    Kämpfe den du bist im Recht

  16. Ich bin Lehrerin an einer Förderschule und kenne diese voreingenommene negative Einstellung Förderschulen gegenüber und kann sie gar nicht nachvollziehen.
    Ja, die Klassen sind gemischt mit Kindern mit anderen Förderschwerpunkten, aber jedes Kind lernt individuell in seinem Tempo und wir nicht ausgebremst. Ein Schulwechsel zur Regelschule ist jederzeit möglich, wenn es für das Kind gut ist.
    Ich sehe vielmehr die Schwierigkeit, dass dein Sohn aufgrund seiner Reizüberflutung, Wahrnehmungsstörung und Regulationsschwierigkeiten an einer Regelschule überfordert sein wird. Auch falls die Klassenstärke etwas geringer ist, wenn Förderschüler in der Klasse sind, ist die Klasse trotzdem erheblich größer, was ihn vermutlich überfordern wird, hinzu kommt, dass individuelles Lernen/ individuelle Förderung für die Klassenleitung aufgrund der Anzahl an Kindern kaum möglich ist. Ist es überhaupt eine Schule für gemeinsames Lernen? Sprich, arbeiten auch Lehrer für Sonderpädagogik dort für Schüler mit besonderem Förderbedarf? Auch auf dem Schulhof wird er mit erheblich mehr Kindern konfrontiert. Dann wurde hier schon angesprochen, dass Stellen für Schulbegleitung häufig unbesetzt bleiben, was ich auch so erlebe. Es ist also nicht unrealistisch, dass er diese Unterstützung nicht haben wird, auch wenn sie ihm zusteht…

  17. Einerseits wünsche ich euch viel Glück und Kraft. Es ist aber üblich, daß eine besondere Schulform von ärztlicher/ logopädischer… Seite vorgegeben wird je nach Förderschwerpunkt. Und die Schulbegleitung ist auch nur dann möglich, wenn sich für die Stelle jemand findet ( ein Kumpel meines Sohnes hatte zwar Anspruch darauf aber es hat sich niemand gefunden also muss er trotzdem allein gehen). Und wenn in der Förderschule festgestellt wird, er passt dort nicht hin werden die Lehrer euch ansprechen und dann wird er auf die höhere Bildungsstufe/ reguläre Grundschule kommen. Keine Panik machen! Geht nur zu Lasten eures Sohnes. Konstante Begleitung ( Psychologe…) ist wichtig! Und Förderschule ist kein Stempel! Das klingt nach Ego- Problem der Eltern! Ist er weniger wert weil er in die Förderschule geht? Mein Jüngster war auch Förderschule (Schwerpunkt Sprache, Lehrplan regulär) und er geht ab August aufs Gymnasium.
    Wenn ihr aber alles anzweifelt und die Schule permanent in Frage stellt, dann hat euer Sohn wirklich verloren. Arbeitet MIT der Schule zusammen! Und zur Frühförderung, günstiger (aber wesentlich anstrengender ) ist Logo, Ergo, Psychologe selbst suchen bzw Rezepte beim Kinderarzt holen. Dann hat wesentlich er mehr Einzelsitzungen bessere Betreuung ( bei uns anfangs wöchentlich, dafür habe ich zwar um jedes Ergo-/ Logorezept gekämpft aber das war ein Riesenunterschied). Und es gibt Sprachheilkuren und andere spezielle Reha- Kuren für Kinder ( kostenlos mit Eltern, dauert ca. 4,5 Wochen. Bei der Krankenkasse selber erkundigen, gibt da sehr gute Kliniken dafür! Frühförderung ist zuwenig, das ist nur abwimmeln der Eltern. Dort dürft ihr in Frage stellen, NICHT in der Schule! Und gerade bei konstruktiver Kritik (negatives Verhalten des Sohnes) bitte mitarbeiten, nicht meckern, nur dann hat er die Chance sein Sozialverhalten zu normalisieren. Das ist die Grundvoraussetzung für “ normale“ Grund- und weiterführende Schule! Es geht um seine Zukunft! Auch wenns jetzt böse klingt, nein Eltern ( ich auch) müssen lernen, berechtigte Kritik an ihrem Kind nicht nur abzuschmettern statt anzunehmen. Das formt auch das Verhalten des Kindes zur Schule.

  18. Hallo,
    Was erwartest du von der Schule. Ich habe auch ein Kind mit diesen Symptomen. Sie hat es ohne Schulbegleiter und Co durch die Grundschule geschafft. Meiner Meinung nach drückt man mit den Diagnosen den Kindern einen Stempel auf. Es ist wichtig für einen guten Ausgleich zu Sorgen. Dem Kind müssen Grenzen gesetzt werden. Es muss lernen die Folgen daraus zutragen. Ihr drückt ihm schon vor Schulbeginn diesen Stempel auf anstatt zuwarten was passiert. Was denkt ihr denn wie es sich in Zukunft entwickeln wird?

    1. Lea, ich bin immer wieder hin und her gerissen ob man alles diagnostizieren soll und persönlichkeitsmerkmalen und verhaltensweisen einen namen geben sollte. wird dadurch vielleicht schon manches verbaut oder ein weg vorgegeben?! am ende hat man nur eine erfahrung machen können und weiß erst hinterher ob es das richtige war oder nicht.
      ich habe jetzt als erwachsene heraus gefunden das ich eine regulationsstörung habe und schnell reizüberflutet bin, dazu noch manches andere.
      mir hat niemand geholfen und ich musste alleine durch die gymnasienzeit durch kommen. blöd bin ich nicht aber das ganze außen rum und das da alle in ein raster passen müssen war die hölle für mich. ich erinnere mich nicht gerne an die schulzeit.
      ich hätte es toll gefunden wenn ich eine andere schullaufbahn gehabt hätte, am besten auch mit lehrern die auch mein potenzial sehen und unterstützen wo es halt nötig gewesen wäre.
      oder zumindest zu merken das sich jemand für mich einsetzt !
      vielleicht wär mir einiges an leid erspart geblieben.

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