Wutausbrüche, Aggressionen: Unser Pflegesohn wollte uns umbringen

Pflegekind

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Ihr Lieben, wir berichten hier immer wieder über Pflegefamilien. Manchmal ist das Päckchen, das Pflegekinder mitbringen, einfach zu groß für die Pflegeeltern. Monique hat 11 Jahre lang alles gegeben, um ihrem Pflegesohn Mario ein gutes Leben zu ermöglichen. Doch dann musste sie eine schwere Entscheidung treffen.

Mein Name ist Monique und ich möchte euch heute unsere Geschichte erzählen. Wir haben einen Pflegesohn, er kam direkt aus dem Krankenhaus zu uns. Seine Mutter war schwer drogenabhängig und Mario lag die ersten vier Wochen seines Lebens auf einer Station für Kinder, die einen körperlichen Entzug durchmachen. Weil der Entzug so heftig war, bekam er starke Schmerzmittel. Was für ein harter Start ins Leben.

Wir nahmen ihn zu uns, es war uns klar, dass es mit Mario oft schwierig werden würde. Die ersten Probleme gab es dann im Kindergarten, er musste zwei Einrichtungen verlassen, bis er in einen Integrationskindergarten kam, in dem es Pädagoginnen gab, die mit ihm umgehen konnten.

Auch zu Hause war er sehr auffällig. Bereits mit drei Jahren hatte er Wutanfälle, die über Stunden andauern könnten. Dabei demolierte er immer wieder Sachen, einmal die große Kastentüre seines Kleiderschranks, ich konnte gerade noch verhindern, dass diese auf ihn fiel. Er zerstörte Spielzeug, Klamotten, Möbel, trat gegen Wände. Einiges war nichts mehr zu reparieren, so viel Kraft hatte er.

Und gleichzeitig war er ein sehr liebes, freundliches und wissbegieriges Kind. Wenn er keine Aggressionsschübe hatte, haben wir viel gelacht und hatten einfach eine richtig gute Zeit zusammen.

Ich bin mit ihm von Geburt an zu diversen Therapien gegangen: Entwicklungspsychologie, Ergotherapie, in Bewegungsgruppen, zur Familientherapie und Psychotherapie und und und – doch die Wutanfälle bekamen wir nicht in den Griff.

Vor seiner Einschulung zogen wir aufs Land und alles wurde ein wenig besser. Da wir ein großes Haus hatten, konnten wir alle besser mit seinen Aggressionen umgehen und er konnte sich freier bewegen.

2015 wurde ich unerwartet schwanger und Mario freute sich sehr auf sein Geschwisterchen. Er war und ist zu seiner kleinen Schwester äußerst liebenswürdig, behutsam, verständnisvoll … bis es ihm wieder den Vogel raushaut und er den nächsten Wutanfall hat. Dann muss ich alles und jeden vor ihm in Sicherheit bringen. Er würde seine Schwester oder uns nicht bewusst verletzen wollen, das weiß ich. Und ist der Anfall vorbei, tut ihm alles schrecklich leid. Aber wenn er in Rage ist, dann besteht Gefahr für ihn und alle um ihn herum.

Als er acht Jahre alt war, hat er uns in einem Anfall erstmals mit dem Messer bedroht. Da folgte ein
mehrwöchiger Aufenthalt in einem Krankenhaus. Danach hat er in einem Anfall weiterhin mit Steinen oder Geschirr nach mir geworfen und gerufen, dass er uns alle umbringen wird.

Anfang 2021 war die Situation bei uns zu Hause unerträglich. Ich lebte ständig in Angst um ihn, um unsere Tochter, um mich, um meinen Mann. Einmal hielt er seiner Schwester den Mund fest zu und sagte, er schmeisse sie irgendwann aus dem Fenster.

Im Februar 2021, nachdem ich Mario friedlich ins Bett gebracht habe, ist er nochmal aufgestanden, hat sich ein Feuerzeug geholt, sich damit ins Bett gesetzt und mehrere Stofftiere und Kartons angezündet. Mein Mann hat den Rauch gerochen und konnte das Schlimmste verhindern. Marios Reaktion darauf? Dass er nicht mehr leben möchte und dass ihm alles so leid tut. An diesem Punkt aber wussten wir, dass wir endgültig Hilfe brauchen.

Ich habe ihn am nächsten Tag, nach Rücksprache mit dem Jugendamt, ins Krisenzentrum gebracht. Nach einigen Wochen dort haben wir beschlossen, dass er nicht mehr bei uns leben kan. Das war wohl die schwere Entscheidung meines Lebens. Mario ist mein Sohn, ich habe alles gegeben und immer gehofft, dass es reicht. Ich liebe ihn, genau wie meine leibliche Tochter. Und doch muss ich uns schützen – und ihn auch.

Das Sorgerecht wurde auf das Jugendamt zurück übertragen. Ich habe keinerlei Rechte und keinerlei Pflichten mehr. Zum Glück arbeiten wir sehr gut mit dem Jugendamt und dem Krisenzentrum zusammen und werden auch weiterhin als Eltern wahr genommen.

Inzwischen ist es so, dass Mario fast jedes Wochenende bei uns ist. Meistens sind die Wochenenden sehr schön und ohne größere Probleme. Er ist inzwischen 12 Jahre und schafft es ein wenig leichter, seine Aggressionen in den Griff zu bekommen, aber gefährlich bleibt es weiterhin.

Erst gestern hatten wir wieder einen Ausbruch hier bei uns zu Hause. Wir haben ihn relativ schnell beruhigen können, es ist nichts Schlimmeres passiert. Unsere Tochter hat sich im Badezimmer eingeschlossen und mein Mann und ich mussten abwägen, ob wir die Polizei rufen oder es
selbst in den Griff bekommen. Zum Glück ging es ohne Polizei.

Unter der Woche lebt Mario im Krisenzentrum (es wurde seit 1 Jahr noch immer kein passender Wohngruppenplatz für ihn gefunden, da er für die Kinderwohngruppen zu alt und für die Jugendwohngruppen zu jung ist). Auch im Krisenzentrum fordert er Pädagog*innen und Therapeut*innen sehr, auch hier sind Polizeieinsätze notwendig. Wir sprechen viel mit den Betreuern, die uns immer wieder klar machen, dass wir den richtigen Schritt gegangen sind und dass Mario einfach nicht bei uns leben kann.

Wir haben alles versucht und ihm 11 gute Jahre geschenkt, wir sind weiterhin für ihn da und er ist weiterhin Teil der Familie und unser Sohn, aber er kann leider nicht mehr auf Dauer hier leben.

Ich hoffe, dass er es schafft ein normales Leben zu führen und werde ihn dabei immer unterstützen. Aber ich habe im letzten Jahr auch gelernt an uns zu denken – und an mich!

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32 comments

  1. Juliane
    Die „Damen“ können lesen und was mich betrifft habe ich den Artikel durchaus VERSTANDEN. Sie allerdings nicht den Inhalt meiner Aussage??? Es geht darum WIE kalt Sie schreiben als wäre ein Kind ein Gegenstand den man halt weggibt wenn er nicht mehr passt und det dann auch aus der Familie verstoßen werden sollte. Die Betreuung stationär ist richtig, ABER Sie können offenbar nicht verstehen warum seine Familie trotzdem seine Familie bleibt? Ich beneide Ihr/e Kind/er nicht. Wenn jedesmal mit Liebesentzug oder aus der Familie ausschließen gedroht wird bei nicht funktionieren? Nein hier gibt es keine Heuchlerinnen wir sehen die Realität und Marion hat ja auch reagiert und Hilfe und Behandlung gesucht. Ihr Unverständnis darüber, daß man sein Kind IMMER bedingungslos liebt / lieben kann, macht Sie so abstoßend. Bei Ihnen “ verdient “ nur Liebe wer sich an Ihre Anweisungen hält??? Was tun Sie denn wenn Ihr Kind sich geprügelt hat, ins Heim geben und nie wieder sehen? Das ist nämlich ihre vernichtende Verurteilung über Kinder die nicht bilderbuchmässig sind. Die Ihnen nicht mal klar ist?

    1. Liebe Sylvie, ständig brüsken Sie sich damit, dass Sie alles richtig gelesen und verstanden haben und belehren andere. Aber mir scheint, Sie waren diesmal zu voreilig mit Ihrem Diskussionseifer. Mit keinem Wort schreibt Juliane, dass „solche“ Kinder keine Liebe verdienen oder man diese aus der Familie ausschließen muss. Das haben Sie reininterpretiert. Wer im Glashaus sitzt und so…

    2. Ich finde es überhaupt nicht angemessen, Juliane hier so anzugehen. Sie hat doch mit keinem einzigen Wort geschrieben, dass Kinder in so einer Situation fallengelassen werden sollten, oder keine Liebe oder Empathie verdienen. Ihr erster Kommentar war vielleicht nicht besonders feinfühlig, aber sie hat leider recht. Und spätestens nach dem zweiten gibt es doch überhaupt keinen Grund mehr, sie so anzugehen! Kinder in so einer Situation haben es extrem schwer, weil sie schon im Mutterleib extremen Giften ausgesetzt waren und sich deshalb vor allem ihr Gehirn nicht gesund entwickeln konnte. Ich finde es toll, was die Pflegefamilie hier die ganze Zeit leistet und super, wie das System offenbar in diesem Fall funktioniert (was ja tatsächlich leider nicht immer der Fall ist). Aber darum geht es indem Kommentaren hier ja gar nicht mehr. Der kleinste Aufhänger wird genutzt um sich zu zerfleischen. Ist ja auch schön einfach so anonym. Vielleicht überlegt ihr Euch mal, ob ihr so etwas über Euch lesen möchtet, wie das was z.B. Silvia hier über Juliane schreibt. Zum Stichwort „Empathie“!

  2. Zustimmung von mir zu Deinem Beitrag.

    Bei einem bestimmten Ausmaß von Gewaltpotential hat der Schutz der Gesellschaft Vorrang vor der Freiheit eines Einzelnen.

    Wollen wir hoffen, dass man dieses Kind mit professioneller Betreuung noch einmal „auf die Spur“ bringt, aber ich teile Deine Befürchtung, dass der Weg in diesem Fall langfristig in die Forensik führen könnte. Wie Du es schon richtig sagst: Das ist keine Kritik an der Pflegemutter oder Pflegeeltern.

    Du bist garantiert nicht „unsensibel“, wenn Du auch die Möglichkeit eines negativen Verlaufes in Betracht ziehst. Wenn „Sensibilität“ bedeuten würde, unangenehme Wahrheiten nicht mehr sagen zu dürfen, dann will ich nicht sensibel sein.

    1. Flo
      Es geht nicht um Realitätsverweigerung sondern um Empathielosigkeit. Sie würden Ihr Kind also auch, sobald es Behandlung braucht, komplett aus der Familie verbannen? Juliane versteht vor allem nicht warum die Familie weiter zu ihm hält und ihn weiter liebt und unterstützt. Sie offenbar auch nicht, erschreckend für Ihre Kinder.

      1. Ich würde ein Pflegekind nicht aus der Familie verbannen, wenn es Behandlung braucht. Ich würde es aber in professionelle Obhut geben, wenn es die Wohnung anzündet und mit Messern auf mich losgeht.

        Da gilt dann bei mir: Selbstschutz und Schutz der anderen Familienmitglieder geht vor Empathie.

  3. Leider sind neuronale Verbindungen im Gehirn nicht angelegt, verbinden sich falsch oder können sich nicht bilden, wenn es in der Schwangerschaft zu Alkohol-Drogenkonsum kommt. Wieviel Liebe und Förderung auch immer gegeben wird, diese Kinder sind und bleiben geschädigt. Das ist sehr, sehr traurig, aber wahr.
    Es ist besser für die Pflegefamilie, ab einer bestimmten Belastungsgrenze, die Reißleine zu ziehen. Mit einer andauernden Zermürbung und keiner Besserung der Situation, ist niemandem geholfen. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen. Sollte sich die Situation weiter zuspitzen, so ist es vielleicht ratsam, den Kontakt nur unter Aufsicht mit Erziehern und Betreuern zu gestalten.

  4. Ich bin weder unsensibel noch das „allerletzte“, sondern realistisch. 😉

    Und nein, das ist keine Kritik an der Pflegemutter oder Pflegeeltern generell, sondern wie es oben schon erwähnt wird : „Manchmal ist das Päckchen, welches das Kind mitbringt, einfach zu groß“.
    Man kann alles geben und doch scheitern. Das muss einem als Pflegeeltern auch bewusst sein.

    An die ganzen Damen mit den gehässigen Kommentaren : Der Junge hat Wutausbrüche vom allerfeinsten. Zerstört Sachen, reagiert gewalttätig auf seine Pflegeeltern (mit Messen!) und die kleine Schwester, zündelt und ist manchmal nur via Polizei wieder „klar“ zu bekommen.

    Der ist 12, das heißt die Pubertät schlägt bald mit voller Wucht zu, was soll der denn noch alles bringen?

    Aus dem Kindergarten wird er auch nicht 2x rausgeflogen sein, weil er so lieb zu den Erziehern und den anderen Kindern gewesen ist; aber sorry Muttis. Seht doch auch mal die Realität!

    Alle die sich hier über mich aufregen, sind die ersten die zur Leitung laufen, sobald ihre eigenen Kinder in der Kita (oder Schule) von einem Kind dieses Kalibers angegangen und mißhandelt werden.
    Wo ist dann eure Sympathie und Empathie für diesen Jungen?

    Ganz ehrlich, ich bin wenigstens realistisch und ahne, was mit dem Jungen noch alles laufen könnte, aber ihr seid einfach nur Heuchlerinnen.

    1. Zynisch, eitel, selbstgerecht. Und ja, sehr unsensibel. In der Tat.
      Hut ab vor Menschen, die Kindern eine Chance geben. Auch und gerade, wenn sie scheitern.

  5. Hallo, wir sind gerade in der Situation das wir nach 10 intensiven Jahren mit unserer Pflegetochter dieses besondere Kind in eine Einrichtung abgeben müssen. Dieses Gefühl nicht genug getan zu haben, nicht alles an Förderung und Unterstützung in Anspruch genommen zu haben erschlägt mich gerade. Auf der verzweifelten Suche nach einer GUTEN Wohngruppe hoffen wir sehr darauf das wir unsere Pflegetochter an den Wochenenden bei uns haben dürfen. Die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt erweist sich als sehr schwierig da sind wir nur ein Fall von vielen aber für uns geht es hier um viel mehr. Ich wünsche allen Pflegefamilien alles Gute, viel Weisheit, Unmengen an Geduld und ein liebendes Herz.

  6. Hi! Ich habe dasselbe durchgemacht! Mein Pflegesohn ist seit einem Jahr in einer WG! Er besucht und regelmäßig und ich weiß dass es der richtige Schritt war! Hab keine Angst und vertrau darauf er entwickelt sich weiter ..das erlebe ich jedes Wochenende wenn er uns besucht..er ist und bleibt immer mein Kind..ihr seid super!!

  7. Juliane
    Sie urteilen hier einen Menschen/ ein Kind einfach ab. JEDES Kind hat Anspruch auf Liebe und Fürsorge. Traurig, daß Sie noch nie gefühlt oder erfahren haben, was Liebe ist und ausmacht.
    Mutter/ Vater sein bedeutet bedingungslose Liebe für sein/e Kind/er.

    1. Bedingungslose Liebe heißt aber auch, zu erkennen, wann man selbst einem Kind nicht (mehr) das geben kann, was es braucht.
      Das ist hier geschehen.

  8. Juliane
    Sie urteilen hier einen Menschen/ ein Kind einfach ab. JEDES Kind hat Anspruch auf Liebe und Fürsorge. Traurig, daß Sie noch nie gefühlt oder erfahren haben, was Liebe ist und ausmacht.

    1. Mit welchen Recht gehen Sie diese Eltern an?Haben Sie Erfahrungen?Glauben Sie nicht das beide Elternteile alles getan haben?
      Für mich sind Sie einfach nur unverschämt und den Rest schluck ich runter

    1. Hallo, ich habe auch ein Pflegekind. Habe Doni mit 7Monaten bekommen. Jetzt ist er fast 4 Jahre. Mein kleiner musste die ganze Schwangerschaft über, sich dem Alkoholgenuss der Mutter aussetzen. Wir arbeiten auch daran das er später ein normales Leben führen kann. Hoffentlich!!!

  9. Oha. Da kann man noch so viel Liebe und Zuneigung schenken, die leibliche Mutter hat das Leben des Jungen bereits ab der Schwangerschaft versaut.
    Ich befürchte, dass Psychiatrie oder Forensik seine nächsten Stationen sein werden.

    1. Dieser Kommentar ist das Allerletzte. Wenn die Pflegeeltern dieses Kindes über den Jungen nicht den Stab brechen, sondern weiterhin in werschätzender Grundhaltung bei ihm sind – wer bist dann du, Juliane, dass du das tust???

  10. Euer Schritt ihn in eine spezielle Einrichtung zu geben war richtig. Ihr habt alles gegeben und viel ertragen. Aber alles hat eine Grenze. Ich denke so habt ihr eurem Pflegesohn auch eine Grenze aufgezeigt.

    1. Sk
      Es geht hier nicht um Erziehung/ Grenze aufzeigen? Der Junge ist krank und braucht Hilfe.
      Was für seelische Krü… sind hier unterwegs.
      Und die Familie tut das einzig Richtige, sie bleiben seine Familie! Familie wendet sich nicht ab, sondern steht das gemeinsam durch!

  11. Ihr habt echt lange durchgehalten. Bin selbst mit 1,5 Jahren (nach Säuglingsheim) für 11,5 Jahre bei Pflegeeltern gewesen….Eine echte Herausforderung. Dieses Verhalten kenne ich leider zu gut. Heute bin ich frei davon.

  12. Ihr habt gegeben was ihr konntet und er hatte die schönen Jahre bei euch verbracht.

    Auch wenn ihr das Gefühl habt, er hätte die beste Jahren hinter sich. So ist es nicht. Er ist zwar an einem Ort, wo keiner weiß wie es mit ihm weitergeht, wo er leben kann etc. Aber er ist an einem Ort, wo es ihm geholfen wird. Auch wenn es dauert. Es dauern wird, bis er mit seinem Wutanfällen umgehen kann.
    Aber dass ihr weiterhin für ihn da seid, das ist so wertvoll für ihn. Das zeigt ihm, ihr habt ihn nicht aufgegeben. Ihr gibt ihm das Gefühl, dass er weiterhin eures Kind ist, auch wenn er nicht mehr bei euch leben kann. Bitte vergisst das nicht.

    Ich bin Laie, also habe nicht viel Ahnung, was Drogen alles ausrichten kann (nur eine Ahnung habe ich ) aber ich kann mir gut vorstellen, dass der Drogen auch seinen Gehirn angegriffen hat, dh seine Wutanfällen sind sehr ausgeprägt und daher schwer zu kontrollieren. Das tut mir sehr leid, dass er einen schweren Start ins Leben hatte.

    Ich wünsche euch alles Gute und viel Glück, dass er eines Tages mit seinem Leben zurecht kommen wird. <3

  13. Liebe Monique,
    wie wunderbar, dass du Mario ein Zuhause gegeben hast.
    Alles, was du in den elf Jahren in ihn hinein gelegt hast, an Liebe, Beziehungsfähigkeit, Bildung ; das wird ihm bleiben.
    Ich bin auch positiv überrascht, dass das Jugendamt nach einem Abbruch den Kontakt noch so fördert.
    Gut, dass ihr als Familie auch auf euch aufpasst und euch Hilfe mit der Einrichtung geholt habt.
    Alles Gute für euch!

  14. Liebe Monique, ich bin sowohl Sozialarbeiterin, die viele Jahre im Pflegekinderdienst gearbeitet hat, als auch Mutter eines Herzenssohnes, der ebenfalls eine drogenabhängige leibliche Mutter hat.
    Aus beiderlei Perspektiven möchte ich dir sagen: Ihr seid eine großartige Familie. Und letztlich habt ihr genau das getan, was Eltern (egal ob leibliche- oder Pflegeeltern) tun sollten – ihr Kind annehmen, lieben, begleiten – und auch einsehen, wenn ihr nicht mehr tun könnt, als euch externe Hilfe zu holen.
    Das was ihr tut – nämlich euren Sohn bedingungslos lieben, egal was ist – ist das aller Wichtigste.
    Ihr begleitet ihn weiter auf seinem Weg, ihr seid für ihn da.
    Das ist leider keine Selbstverständlichkeit im Pflegekinderwesen. Viele Pflegeeltern begreifen sich in ihrem Selbstverständnis nämlich nicht als bindungslose Familie, sondern die „Familie“ endet oft dort, wo das Pflegeverhältnis endet.
    Das ist schlimm, am Schlimmsten immer für die Kinder selbst, die erfahren, dass sie eben nicht bedingungslos geliebt werden.

    Euer Sohn hat das unfassbare Glück, euch zu haben. Menschen, die immer für ihn da sind, wenn auch räumlich getrennt. So viel mehr – so denke ich – kann man sich in einem Leben kaum wünschen. Ich wünsche euch alles erdenklich Gute.

  15. Ich meine gerade ich lese unser Leben. Wir bekamen unseren Jungen mit 3Monaten. Er hat FASD, Autismus und eine leichte geistige Behinderung. Wir mussten den Schritt auch gehen und ihn mit 14 Jahren in eine Einrichtung geben. Wir telefonieren regelmäßig und er kommt auch regelmäßig zu uns nach Hause. Vor 2 Jahren sagten sie uns dass er die Einrichtung verlassen müsse. Er sei nicht tragbar. Ich fragte wo er hin soll, wenn ich keine andere Einrichtung finde? Die Antwort war, dann wird er Obdachlos. Für mich brach eine Welt zusammen. Nachhause konnte er nicht mehr. Ich habe sehr viele Einrichtungen kontaktiert, niemand konnte unseren Jungen aufnehmen. Zum Glück habe ich erreicht dass er doch bleiben kann. Nun ist er aber dieses Jahr mit der Schule fertig und müsste die Einrichtung verlassen. Jetzt stehen wir wieder genau an der selben Stelle. Alle Einrichtungen haben Wartelisten, auf wenigen steht er schon über 2Jahre. Es gibt einfach zu wenig für die armen Kinder. Die Kinder können nichts dazu und müssen ihr ganzes Leben kämpfen. Es ist traurig!

  16. Selbstrettung geht vor Fremdrettung!
    Immer.
    Ihr könnt nur weiterhin für ihn da sein, wenn ihr euch selbst gut pflegt und eure Grenzen schützt.
    Danke fürs Teilen.

    1. Becca
      Weil das Jugendamt nicht die Bösen sind! Das Jugendamt vertritt Kindeswohl/ Interessen des Kindes ( nicht der Eltern)! Wenn natürlich Elternteile nur ihr Interesse durchdrücken wollen ohne aufs Kind zu schauen, dafür ist das Jugendamt nicht da. Irgendwie ist das vielen nicht klar und es wird immer noch pauschal dieses Negativbild hochgehalten? Ich habe immer gute Erfahrungen mit dem Jugendamt gemacht. Beim Patenkind wurde ich ohne biologische Verwandtschaft immer als vollwertige Bezugsperson behandelt und unterstützt. Und auch beim eigenen Kind ( übliche Trennungsgeschichte)“sogar“ von einem männlichen (!) Sachbearbeiter. Der sogar nach dem Umzug (400km weg) sich noch 2x erkundigt hat ob alles gut ist. Natürlich nur wenn man sich auch aktiv mit um guten Kontakt bemüht und mitzieht.

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