Erster Schultag ohne Maskenpflicht in den Schulen in NRW: Wie war es?

Maske im Unterricht

Foto: pixabay

Ihr Lieben, in NRW fiel genau heute die Maskenpflicht an den Schulen. Nicht überall natürlich, aber im Unterricht, am Sitzplatz, muss nun trotz steigender Inzidenzen niemand mehr Maske tragen. Wie war also der erste Tag? Lisa hat mal ihren 13jährigen Sohn dazu befragt, der durch einen Schulwechsel im Sommer seine LehrerInnen und viele seiner MitschülerInnen noch nie ohne Maske gesehen hat.

Hey, wie findest du das denn überhaupt, dass es keine Maskenpflicht am Sitzplatz mehr gibt?

Sohn: Super

Warum?

Sohn: Weil ich meine Klassenkameraden und Lehrer nach dem Schulwechsel noch nie ohne Maske gesehen habe.

Wie viele Kinder hatten denn ihre Maske noch freiwillig auf und wie viele nicht?

Sohn: Ich glaube, es waren nur sechs, die die Maske am Platz weggelassen haben. War sehr lustig, die mal mit Nase und Mund zu sehen. Die sahen zum Teil ganz anders aus als ich dachte. Bei manchen kannte ich nur das WhatsApp-Profilbild ohne Maske. 

Wie war das bei den LehrerInnen?

Sohn: Manche hatten ihre Maske noch an, manche aber auch aus. Die hab ich wirklich zum ersten Mal ohne gesehen und eine Lehrerin sah echt ganz anders aus, da muss ich mich erstmal dran gewöhnen.

Weißt du, warum manche ihre aufgelassen haben? Oder keine mehr trugen?

Sohn: Nee, das geht mich ja auch nichts an. Kann ja jetzt jeder selbst entscheiden.

Glaubst du, dass sich dadurch mehr Krankheiten unter euch verbreiten werden? 

Sohn: Nee, es waren ja auch echt nicht so viele, es hat sich also nicht groß was verändert. Mich selbst stört die Maske aber auch nicht, ich hab mich total dran gewöhnt. 

Du magst vielleicht auch


Mehr zum Thema





8 comments

  1. Toll geantwortet, der junge Mann. ich bin LK in HE und wir haben diese Woche am Platz noch Maskenpflicht. Ich glaube,in meinen Klassen wird kein Kind nachher freiwillig die Maske Anlässen, das war im Sommer ähnlich. Ich selbst aber lasse sie tatsächlich die meiste Zeit an,damit fühle ich mich wohler, gerade in den großen Kursen mit 28 SuS ist mir das Risiko dann doch zu groß.
    Ich finde es toll, dass dein Sohn es so locker sieht, viele Kinder bei uns würden dann sicher blöde Sprüche abgeben oder andere sich gar nicht trauen und wie alle ohne Maske sitzen.

  2. Kinder – insbesondere in der Grundschule und im Kindergarten – können AHA-Regeln nicht so umsetzen, wie es nötig wäre. Ich finde es aber auch schwierig, wenn man von 5jährigen verlangt, dass sie in einer Ganztagsschule den ganzen Tag Masken tragen sollen. Darum müssten die Schulen alle Maßnahmen ergreifen, die möglich sind, um Kinder zu schützen. Das ist schon schwierig bei den Kleinen. Größere Kinder können das Masketragen sicher eher umsetzen.

    Und nicht nur die Kinder müssen geschützt werden. Auch die Angehörigen Zuhause, die trotz Impfung erkranken können. Viele Kinder leben mit Großeltern oder anderen Angehörigen in einem Haushalt, die das Risiko schwerer Verläufe haben. Ich nehme auch Immunsuppressiva ein und mir macht es Angst. Die Zahl der Impfdurchbrüche steigt.

    Bei uns in Hessen gibt es 2 Präventionswochen mit Maske nach den Ferien, danach müssen keine Masken mehr getragen werden. Unser Schulträger weigert sich mit immer wechselnden Begründungen, das Aufstellen mobiler Luftfilter zu gestatten. Das Thema kocht schon seit einem Jahr immer wieder hoch. Wir haben jetzt mit mehreren Schulen eine Online-Petition gestartet, um endlich Luftfilter im LDK zu bekommen. Ich hoffe, dass es doch noch klappt und viele unterschreiben.

    Ich persönlich trage immer meine Maske und vermeide es, mich in Innenräumen zu treffen. Meine Kinder tragen auch immer Maske. Und zwar freiwillig, weil sie verstehen, dass es sie selbst und uns alle schützt.

  3. Liebe Jana, das sehe ich nicht so. Denn wenn ich mich entscheide, keine Maske zu tragen, dann habe nicht ich das Risiko mich anzustecken, sondern gefährde meine Umgebung. Ich halte es angesichts der momentanen Infektionszahlen auch für Schulkinder zumutbar, eine Maske zu tragen. Ich (bin Ärztin) will nämlich nicht entscheiden müssen, welche lebenswichtigen Operationen ich verschieben muss, wenn die Intensivstationen sich füllen, mit durch Maske tragen (und vor allem Impfungen) vermeidbare Infektionen bzw. schwere Verläufe. Da finde ich es schön zu hören, dass die meisten 13jährigen verstanden haben, worum es geht.

  4. Ich freue mich auch für die Kinder, bin aber als Lehrerin mit Autoimmunerkrankung und Immunsuppression nicht sehr begeistert, dass man bei steigenden Inzidenzen nun solch eine halbherzige Entscheidung trifft.
    Ich werde mich in zwei Wochen das dritte Mal impfen lassen (müssen), obwohl ich teils heftige Nebenwirkungen hatte. Andernfalls müsste ich wohl ab sofort wieder in die Distanz gehen.
    Tja, Entscheidungsfreiheit hin oder her. Ich denke, wer gesund ist, sollte sich zum Wohle aller nicht allzu sehr über einen Winter ohne Bronchitis, Grippe, Nasennebenhöhlenentzündung etc. (denn das bleibt uns ja auch alles durch die Masken erspart!) aufregen…

  5. Dein Sohn bringt es auf den Punkt: „Jeder kann selbst entscheiden.“ Das wünschte ich mir als Erwachsene auch endlich wieder. Umso mehr freue ich mich für die Kinder, die dem Zwang nun weniger unterlegen sind.

    1. Ich habe 2 Kinder in der Grundschule. Sie tragen seit überhaupt wieder Schule stattfindet 8 Stunden am Tag Maske. Bis Juni durften sie diese nicht mal in der Hofpause abnehmen. Eins meiner Kinder lit sehr darunter und hat dem gestrigen Tag seit Wochen freudig erwartet. Ganz begeistert kam er Anfang Oktober aus der Schule „Mama, rate mal was es für wunderbare tolle Neuigkeiten gibt! Ab November dürfen wir im Unterricht vielleicht die Maske abnehmen!“
      Ich kann den Zwiespalt verstehen und auch die Sorgen. Aber ich freue mich wahnsinnig für mein Kind. In der Nachmittagsbetreuung muss weiter Maske getragen werden. Mein Sohn meint „Schade, aber wichtiger ist, dass wir im Unterricht, wo wir arbeiten müssen, ohne Maske sind.“ Mein anderes Schulkind stört sich nicht so sehr an der Maske. Da haben die Kinder eben auch ein unterschiedliches empfinden.
      Ich empfinde 8 Stunden Maske tragen für 7 Jährige schon als sehr schwierig. Die meisten Erwachsenen müssen das nicht. Ja, wenn wir das vorher gewusst hätten, hätten wir versucht die Nachmittagsbetreuung anders zu organisieren.

      Was ich nicht verstehe, ist die Inkonsequentz an einigen Punkten, die das Maskentragen fast schon wieder umsonst macht. In der Frühstückspause nehmen die Kinder zum Essen die Masken natürlich ab. Aber dann sitzen sie dicht an dicht alle ohne Maske und essen! Wo doch gerade dabei viele Tröpfchen fliegen. Ich finde, da kann man doch zum essen raus gehen. Nimmt sich jeder seine Stulle in die Hand und stellt sich auf den Schulhof. Die Kinder sitzen sowieso so viel, da ist es für mich auch kein Argument, das im Stehen essen ungemütlich ist. Und vom Wetter her wäre das bei uns die letzten Monate an 19 von 20 Tagen möglich gewesen. Diese Maskenpflicht im Unterricht bringt doch so viel weniger, wenn alle gemeinsam Essen.
      Ebenso sind die Kinder in der Nachmittagsbetreuung wild gemischt. Das wär auch komplett vermeidbar gewesen. Wenn einer Corona hat, sind 25 Kinder der Schulklasse betroffen und 15-20 zusätzlich aus der Nachmittagsbetreuung. Das hätte man auf ca. 10 reduzieren können.

      Oder Sportunterricht in der Halle mit Maske bei schönstem Sonnenschein, wo man doch wirklich rausgehen könnte! Stattdessen gibt es „Atempausen“.

      An weiterführenden Schulen, wo z.T. stündlich der Lehrer wechselt und teils auch die Mitschüler in den verschiedenen Kursen unterschiedlich sind, sehe ich die Problematik auch noch anders als in Grundschulen, wo die Gruppe geschlossen ist und die Kinder in etwa 18 von 22 Stunden den gleichen Lehrer haben.

      1. Danke für dieses schöne Interview!
        Bei uns in SH ist seit Montag auch die Maskenpflicht in der Schule ausgesetzt worden. Mein Sohn (zweite Klasse) hat sich sehr darüber gefreut und möchte sie nicht weiter tragen.
        Ich bin da noch sehr zwiegespalten, er geht von halb acht bis halb drei und ich kann es wirklich verstehen, dass er die Maske nicht mehr tragen möchte. Anderseits steigen die Zahlen rasant und die Kinder haben keinen Schutz – bis auf die AHA-Regeln. Daher hätte man die Maskenpflicht den Winter über noch aufrechterhalten sollen.
        In seiner Klasse sind es laut seiner Aussage nur 3 Schüler, die weiter Maske tragen..
        Ich muss jetzt nochmal in mich gehen.. Trage selbst auf der Arbeit immer eine Maske und fühle mich dabei viel wohler, bin aber auch immer froh, wenn sie mal ab ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.