Interview mit der Neuntklässlerin: So war der erste richtige Schultag nach fünf Monaten

Ihr Lieben, gestern ging in NRW die Schule wieder los und das war für alle unsere Kinder (und die Eltern) natürlich ziemlich aufregend. Plötzlich sollen wieder ganze Klassen zusammen unterrichtet werden, es gibt etliche neue Regeln und Maßnahmen, die uns in vielen, vielen Elternmails vorab mitgeteilt wurden – und es herrscht bis zum 31.8. Maskenpflicht auch im Unterricht. Wie war das für die Kinder? Lisa hat mal ihre 14jährige Tochter dazu interviewt.

Erzähl mal, wie war dein erster Schultag? Du hattest ja vor den Sommerferien nur vier einzelne Tage Schule. Und dann auch immer nur mit einem Drittel deiner Klasse…

Cool war´s! Also, es ist halt schon schade, wieder so viel Unterricht zu haben, zu Hause konnte man halt machen, was man wollte, da gab´s nicht direkt Ärger, es ist halt einfach richtig anders, zu Hause unterrichtet zu werden. Am besten fand ich deswegen natürlich die Kurzstunden, die wir wegen der Hitze hatten…

Welche Gefühle hattest du denn auf dem Weg zur Schule am Morgen?

Es hat krass gewittert, unser Busbahnhof stand komplett unter Wasser. Ich hab mich aber echt auf meine Freunde gefreut. Nach der Schule war´s voll komisch, weil ich dachte, dass ich sie jetzt ja alle ganz lang wieder nicht sehe. Bis ich kapiert hab: Nee, du siehst sie ja jetzt wieder täglich. Ich hatte ja seit März keine zwei Tage Schule mehr am Stück.

Wie hat das denn mit dem Mund-Nase-Schutz geklappt im Unterricht und mit dem Abstand halten?

Es gab gleich Ärger, weil Zwei aus meiner Klasse unter einem Regenschirm gingen. Im Unterricht war´s unter der Maske recht heiß, aber es ging eigentlich. Durch das Gewitter draußen war die Luft zum Glück etwas kühler als die letzten Tage.

Hatte der Tag etwas von einer Rückkehr zur Normalität?

Hm. Irgendwie schon. Aber irgendwie auch nicht. Ich wusste kaum noch, wie das war mit der ganzen Klasse in einem Raum. Wir waren ja in drei unterschiedliche Gruppen eingeteilt zuletzt. Ich glaub, das mit den Masken wird sich nie ganz normal anfühlen, aber es gehört wahrscheinlich schon irgendwann einfach dazu und man vergisst sie nicht dauernd. Es wird automatischer werden, denke ich.

Hatten die LehrerInnen denn auch Masken an?

Ja. Das war aber nicht komisch, so sahen wir alle gleich aus. In Erdkunde, das bei mir auf Englisch unterrichtet wird, war´s ab und zu ein bisschen schwieriger zu verstehen, weil man die Lippen nicht sieht. Und weil ich ganz hinten sitze. Das bleibt ja auch jetzt erstmal so, wir müssen uns fest an die Sitzordnung halten, die darf nicht geändert werden.

Meinst du, es geht jetzt so weiter oder wie ist das Gefühl in der Schüler- und Lehrerschaft?

Ich glaube, das bleibt jetzt erstmal so. Einige Lehrer gehen aber ganz offen von einem weiteren Lockdown aus. Sie heben sich sogar Inhalte wie Buch lesen für den möglichen Fall auf, dass wir doch wieder ins Homeschooling zurück nach Hause gehen.

Wie fändest du das, wenn das nochmal passiert?

Naja, meine Noten sind durch deine Beschulung besser geworden 😉 Und man kann ausschlafen und den Tag selbst strukturieren. Aber auf Dauer ist Unterricht IN der Schule und zusammen mit den Freunden schon besser.

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1 Kommentar

  1. Die Noten sind durch die Beschulung zu Hause besser geworden? In meinem Bundesland durfte diese Zeit ausdrücklich gar nicht in die Benotung einfließen, da das viele Schüler benachteiligt, die zu Hause weder ein eigenes Zimmer, noch die Hilfe der Eltern haben.

    Da kann man mal wieder sehen, wie ungerecht Bildung in Deutschland ist!

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