„I break together“: Ein Jahr Corona! Chronologie eines Pandemiejahres

Corona Eltern

Foto: pixabay

Ihr Lieben, wer hätte gedacht, wie lang uns Corona als Gesellschaft lahmlegt. Hätte man mir letztes Jahr gesagt, dass das alles so lang andauert, hätte ich es nicht geglaubt. So wie ich mir ganz zu Anfang der Pandemie auch nicht vorstellen konnte, dass wir mal alle Masken tragen würden in der Öffentlichkeit… Wir hatten jedenfalls jetzt genug Zeit, das alles mal sacken zu lassen und ich dachte neulich, wir könnten doch mal eine kleine Chronologie der Ereignisse verfassen. Sollen wir? Okay, los geht´s:

Februar 2020:

Irgend so ein Virus aus China könnte gefährlich werden. Naja, ist ja weit weg. Die Optimisten leben weiter wie bisher.

März 2020:

Ähm, WTF?! Unsere Kinder dürfen nicht mehr zur Schule?! Wir dürfen nicht mehr raus, niemanden mehr treffen? Im Ernst? Krass.

April 2020:

Der Osterurlaub fällt ins Wasser. Fuck. Hier gibt´s ja jetzt wirklich eine ernsthafte Bedrohung? Unser System ruckelt. Alles ist neu. Alles ist so überfordernd!  

Mai 2020:

Phase des Realisierens: Kann das denn wahr sein? Geht das jetzt immer so weiter? Wer holt uns hier raus? Immerhin haben wir uns langsam an die Masken gewöhnt.

Juni 2020:

#FamilienInDerKrise. #CoronaEltern. Leute, wir müssen laut werden, wir werden hier grad komplett von der Politik übersehen.

Juli 2020:

Oh, wie süß schmecken eigentlich Lockerungen? Fast wie ein Ausflug in unser altes Leben. Und wie entspannt ist doch ein Leben ohne Homeschooling…

August 2020:

Die Tränen laufen, als die Kinder wieder in Schule oder Kita dürfen. Vor Rührung. Vor Erschöpfung. Und weil uns der Anblick so vieler kleiner Menschen mit Masken noch immer erschüttert. Houston, wir haben wirklich ein Problem. Bitte lasst uns alle gesund durch die Krise kommen!

September 2020:

Das Oktoberfest wird abgesagt. Klausuren, Tests, Referate – unseren Kindern wird alles abverlangt, weil niemand weiß, wie lange sie noch zur Schule können. Und es müssen ja schließlich Noten her!

Oktober 2020:

Es gibt Impfstoffe demnächst? Im Ernst: Wie geil ist das denn?! Wird etwa alles wieder gut? Na gut, dann gehen unsere Kinder halt jetzt weiter nicht zu ihren Hobbys, aber dann ja bald vielleicht wieder!

November 2020:

Lockdown light? Cola Zero? Ich will aber Zucker! Ich will entweder die echte oder gar keine. Das bringt doch sonst alles nix!

Dezember 2020:

Keine Weihnachtsmärkte. Massen-Aufläufe auf Glühwein-Wanderwegen. Wir wollen raus. Wir suchen uns Wege. Sie werden verboten.

Januar 2021:

Hallo neues Jahr! Unfassbar, dass wir hier immer noch in dieser Krisensituation festsitzen! Wenn Zahnarztbesuche zu Wellness-Momenten werden, weil man endlich mal wieder was erlebt und unter Leuten ist, mit denen wir nicht verwandt sind.

Februar 2021:

Kein Karneval. Dafür: Hallo Mutanten! Ihr wolltet uns nochmal so richtig die Zunge rausstrecken, als wir die ersten zaghaften Hoffnungen zuließen, stimmt´s?

März 2021:

Puh. Wisst ihr noch, wie die Pessimisten im letzten Jahr vor Ostern scherzten, als es hieß: „Lockdown bis Ostern“ und wir danach witzelnd fragten: „Ostern in welchem Jahr denn?“

Fortsetzung folgt…

Und jetzt ihr: In welcher Phase befindet ihr euch gerade? In der Phase der Akzeptanz? Ist dann halt so? Oder in der Phase des Schulterzuckens? Weil: Ist ja eh längst nichts mehr planbar? In der Phase des Genervtseins oder der Unverständnis? In der Phase der Wut? Oder in der Phase der Dankbarkeit, weil uns zwar viel genommen wurde, aber immer noch so viel da ist, wenn wir nur hinschauen? Erzählt doch mal!

Du magst vielleicht auch


Mehr zum Thema



11 comments

  1. Corona hat mich selbst komplett kaputt gemacht. Erst meinen Alltag – als Asthmatikerin vertrage ich die kalte Dauerzugluft auf der Arbeit nicht. Dann meine Psyche – hab eh schon mit Depressionen zu kämpfen, war vorher eigentlich auf einem guten Weg. Und dann meinen Körper – habe mich im Januar über die Familie angesteckt. Meine Kinder und mein Partner sind wieder fit. Da bin ich sehr dankbar für. Aber ich mache seitdem, trotz nur mittlerem Verlauf, mit Post Covid rum. Mein befristeter Arbeitsvertrag wird wegen der langen Erkrankung und meines Athsmas nicht verlängert. Jetzt muss ich irgendwie gesund werden und mir einen Job im Warmen suchen – aber wo gibt es das noch, außer wenn man Homeoffice machen kann? Irgendwie müsste das mit dem Impfen doch endlich schneller gehen, gerade auch für Berufstätige mit Vorerkrankungen, die ihre Arbeitsfähigkeit zu verlieren drohen!!! Mich macht das einfach alles nur noch wütend.

  2. Corona hat mich selbst komplett kaputt gemacht. Erst meinen Alltag – als Asthmatikerin vertrage ich die kalte Dauerzugluft auf der Arbeit nicht. Dann meine Psyche – hab eh schon mit Depressionen zu kämpfen, war vorher eigentlich auf einem guten Weg. Und dann meinen Körper- habe mich im Januar über die Familie angesteckt. Meine Kinder und mein Partner sind wieder fit. Da bin ich sehr dankbar für. Aber ich mache seitdem, trotz nur mittlerem Verlauf, mit Post Covid rum. Mein befristeter Arbeitsvertrag wird wegen der langen Erkrankung und meines Athsmas nicht verlängert. Jetzt muss ich irgendwie gesund werden und mir einen Job im Warmen suchen – aber wo gibt es das noch außer wenn man Homeoffice macht? Irgendwie müsste das mit dem Impfen doch endlich schneller gehen, gerade auch für Berufstätige mit Vorerkrankungen, die ihre Arbeitsfähigkeit zu verlieren drohen!!! Mich macht das einfach alles nur noch wütend.

  3. Seit März letzten Jahres war mir eigentlich klar, dass wir davon noch das ganze Jahr 2020 was haben werden. Im Herbst dämmerte mir, dass das Jahr 2021 größtenteils auch durch Lockdowns und Masken bestimmt sein wird. Also haben wir in unseren Garten investiert und uns auf einen möglichen Corona-Sommer 2021 auf dem eigenen Grundstück vorbereitet.
    Es ist halt so, wie es ist. Ja, ich vermisse auch Treffen mit meinen Freundinnen und Freunden, aber es dauert jetzt halt so lange, wie es dauert. Denn ich will gesund bleiben. Ich möchte den Mist nicht. Deswegen halte ich mich an die Regeln und das tue ich meistens gerne… für Alle. Mein Mann und ich sind finanziell nicht beeinträchtigt durch den Lockdown. Auch niemand in unserem näheren Umfeld. Ich kann leider nicht im Home Office arbeiten. Dafür habe ich einen sehr flexiblen Chef, der mir alle Arbeitszeiten-Wünsche ermöglicht, damit ich Kinderbetreuung, Home schooling und Haushalt unter einen Hut bekomme.
    Ich freue mich auf unseren nächsten Urlaub, wann auch immer er sein mag.

  4. mittlerweile geht es mir wieder besser. vor weihnachten und ende januar war ich ausgebrannt. letztes jahr war hart, nicht nur corona, sondern meinem mann ging es gesundheitlich sehr schlecht und es hat monate gedauert bis klar war was es ist und was hilft, kurz vor den lockdwons im frühjahr und herbst hatte ich jeweils ops an den beinen ( ambulant, aber es muss ja trotzdem heilen). meine mutter hatte sich das bein gebrochen und brauchte viel hilfe…. so waren wir auch dadurch immer sehr eingeschränkt und ausgelastet. dazu sollte mein sohn (5) endlich regelmäßig in den kindergarten und ich wollte mit meiner tochter (2) endlich mal mehr exklusiv zeit haben bevor sie in den kindergarten geht. immer wieder musste ich im letzen jahr neue rituale, neue tagesabläufe udn finden, kurse/kindergarten… alles was struktur bringt viel ja dauernd weg. ich wollte endlich wieder sport für mich machen (yoga) das fiel auch flach…. und im herbst hatte ich keine zeit für mich. mit meinem mann hat es sehr gekriselt….. dazu möchten die kinder nur mit ihrem papa alles machen, aber er arbeitet vollzeit und ich fühlte mich irgendwann nur noch wie die haushälterin hier. und vor drei wochen war mir dann alles zuviel und ich bin zu meiner schwester gefahren, 300km weg. sie hat zwar drei kinder aber das sind ja nicht meine und ich hatte ein wenig zeit zum durch schnaufen und mein mann hat endlich nachhaltig gemerkt das ich halt andere dinge brauche damit es mir gut geht. für ihn ändert sich ja auch nicht dauernd was. er hat die ganzen jahre immer nur bei seinem vater gearbeitet und wohnt hier. für mich hat sich die letzten jahre dauernd alles verändert und war sehr kräfte zehrend und das hin und her und die einschränkungen in der corona zeit waren der letzte tropfen der das fass zum überlaufen gebracht hat. jetzt geht es aber besser. ich schicke den großen jetzt in den kindergarten, die kleine wird bald eingewöhnt und ab mai/juni geh ich wieder ein paar stunden arbeiten. das wird zwar auch anstrengend, aber wir haben mal ein bisschen abstand voneinander und ich sehe und höre nach fünf jahren mal wieder was anderes. und der antrieb mich jetzt auch gut auf meine job wieder vorzubereiten ( ich muss wiede viel lernen) lässt gar nicht mehr viel zeit in trübsal zu blasen…

  5. Ich bin in mehreren Phasen. In der Phase, müde, weil ich den ganzen Tag alleine zu Hause bin mit drei Kindern. Ich bin genervt von den ganzen Einschränkungen, zB von den Schulschließungen, aber auch von den Menschen, die die Situation nicht ernst nehmen. Meine SchwieMu zB verkündet groß, dass sie alles nicht ernst nehmen und gleichzeitig, dass ihr Leben eigentlich normal ist (sie ist selbstständig und arbeitet wie vorher, merkt auf Arbeit nichts von dem da draußen). Und ich denke mir: Schön für sie. Für die Kinder ist es nicht normal wochenlang zu Hause zu lernen.Und ich hatte mir nach einer nervenaufreibenden Ausbildung mit Kindern meine Elternzeit irgendwie anders vorgestellt.
    Naja, eigentlich sollte ich froh sein, dass es uns gesundheitlich gut geht, aber ich bin einfach nur müde.

  6. Ich hatte schon seit der ersten Infektion in Deutschland im Januar letzten Jahres ein leicht ungutes Gefühl.
    Ich selber akzeptiere die momentane Lage einfach, weil darüber ärgern für mich nur verschwendete Energie ist.

  7. Hallo ihr Lieben, ich denke ich habe mich mit allem abgefunden und bin dankbar für jeden Tag, mal so alle paar Wochen, wo schönes Wetter ist und ich meine Patenkinder (Babies) mal wieder sehen kann und mit meiner Familie im Garten sein kann. Ich bin dankbar dass wir als Familie gut zusammenhalten und alles klappt und wir (noch) Jobs und Geld haben und nicht viel zurück stecken müssen. Ivh bin dankbar, dass mein AG Homeoffice ermöglicht.
    Aber mich nervt diese Perspektivlosigkeit. Meine Tochter kommt in die Schule und irgendwie möchte ich vorbereitet sein auf das was kommt, sei es auch Homescooling( dann bräuchten wir eine Laptop oder ein Tablet für sie). Ich möchte die Kinder meiner Freunde groß werden sehen und ich möchte meinen Kindern die Großeltern nicht weiter vorenthalten müssen ( nur seltene Treffen wegen Vorerkrankungen) und ich will Schnürsenkel Und Unterhosen nicht mehr online bestellen müssen. Das nervt einfach nur noch.

  8. Tatsächlich habe ich das von Anfang an gecheckt wie das kommen würde. Ehrlichgesagt bereits im Januar und Februar letzten Jahres. Bei vielen Maßnahmen und Dingen, die passierten, dachte ich also eher „krass, erst jetzt!“
    Ich bin von Anfang an in der Phase des „Weitermachens im Rahmen der Möglichkeiten“ verbunden mit einer abwartenden Haltung, wie sich alles weiterentwickeln wird.

    1. Mir ging es ab Ende Februar so. Spätestens, als die Schulschließungen kamen, war für mich klar, dass das nicht in ein paar Monaten „vorbei“ sein wird.
      Persönlich war ich in der Situation, dass ich für 2020 keine wirklichen Pläne oder Erwartungen hatte. 2020 hatte ich komplett Elternzeit. Als Corona so richtig losging, war mein Sohn acht Monate alt. An das Jahr 2020 bin ich mit der Haltung „Mal sehen, wie das alles so läuft mit dem Kleinen“ rangegangen. Ich war sowieso, unabhängig von Corona, so halb eingestellt gewesen auf ein Jahr, in dem ich viel zu Hause bin und vielleicht nicht allzu viele soziale Kontakte habe. Diese Haltung und diese Rahmenbedingungen waren für mich im Hinblick auf Corona natürlich ein großes Glück.

      1. Ich bin für jeden Tag froh, an dem die Kleine in die Kita kann und wenigstens in ein bisschen Normalität hat.
        Ich bin dankbar für jeden Tag an dem keine aus der Familie erkrankt und/oder in Quarantäne muss.
        Ich bin traurig, dass die Politik nicht agiert sondern Wahlkampf betreibt und nicht bei den Leuten ist.
        Ich bin wütend auf all die Knallerbsen die sich so gar nicht an die Regeln halten und wegen denen wir uns noch länger im Loxkdown befinden (meine persönliche Meinung).
        Ich bin ängstlich, weil ich nicht im homeoffice arbeiten kann, weil ich nicht immer Abstand halten kann und nicht meine Familie unwissentlich anstecken will.
        Ich bin hin und her gerissen zwischen echter Nähe geben und Abstand halten.
        Ich bin einmal Himmelhoch weil wir gesund sind und es uns trotz allem gut geht und einmal downdowndown weil kein Ende in Sicht ist.

  9. Dankbarkeit für jedes Stück Normalität (Kinder bei der Oma, Arbeiten können ohne gestört zu werden, Tapas aus dem Restaurant…….)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.