Ein Tag ohne Wut. Nur mal so für zwischendurch

Coronazeit

Ihr Lieben, ich war grad bei Twitter. Menschen erzählen dort in wenigen Zeilen von anderen Menschen, die sich in der Schlange vor dem Impfzentrum zum fünft um die letzte Booster-Impfung streiten („Moderna Fünfkampf“ – ok, den fand ich echt lustig). Sie schreiben, dass sie das Übersehen der Kinder der Politik nie verzeihen werden. Sie tauschen Adressen von Arztpraxen, die Kinder unter 12 offlabel impfen. Sie schimpfen auf Impfgegner, auf Politiker, auf Masken-unter-der-Nase-Trager.

Manchmal können wir das gut ertragen, stimmen sogar mit ein, weil wir ja selbst wütend sind, weil die Zündschnur so kurz ist grad und die Inzidenzen so gigantisch. Und manchmal wird das aber zu viel. Dann schließt man Twitter schnell wieder, schüttelt sich kurz und versucht, sich zumindest für einen Moment auf das zu besinnen, was ist. Nicht, was nicht ist. Sondern was ist. Eine warme Dusche fürs Mentale sozusagen. So ein Tag ist heute. So let´s go: Lasst uns ein paar positive Dinge sammeln, ich beginne gern:

Der Kaffee am Morgen war superlecker. Der geht immer.

Unser neues Buch konnte erscheinen. Zwar ohne Premierenlesung oder Feier, aber mit vielen lieben Worten von unseren Unterstützern. Solchen zum Beispiel: „Ich würde mich SO für euch freuen, wenn ihr es wieder so weit in die Herzen eurer Leserinnen schafftet! Gerade hat Carolin Kebekus ein Buch darüber geschrieben, dass Frauen sich gegenseitig nicht unterstützen und wird darin vom SPIEGEL widerlegt – und das macht so Mut: Ich finde, wir Frauen sind eigentlich ganz gut darin, uns zu unterstützen und ICH BIN DABEI! Yay!

Die Kinder dürfen noch Fußball spielen, auch wenn am Spielfeld-Rand jetzt 2G gilt.

Unsere Kinder durften heut noch zur Schule und Kita gehen (ja, auch das ist nicht mehr selbstverständlich, ich freu mich da grad drüber, dass sie wieder/noch ein Sozialleben haben dürfen und von Fachkräften und nicht von Stümpern wir mir unterrichtet werden).

Ich brauche derzeit nicht zwischen Haushalt und eigener Arbeit als Zusatzjob drei Homeschoolkinder in allen Fächern unterstützen, muss nicht über nicht funktionierende Schulclouds schimpfen (man wird ja schon auch bescheiden).

Es gibt in NRW noch Weihnachtsmärkte, die geöffnet sind. Mit Abstand, mit Maske, geimpft oder genesen.

Joggen geht auch noch. Falls das Knie mitmacht. Sonst walken.

Das Kind im Ausland hat die Gastfamilie gewechselt und ist nun viel glücklicher.

Bislang blieben wir von Ansteckung und Quarantäne verschont. Fast ein Wunder.

Ich konnte am Wochenende noch ausreiten gehen, auch das ist noch nicht verboten. Frische Luft. Andere Gedanken. Im Waldgalopp ist Corona gar kein Thema mehr.  

Hunderunden sind möglich. Hunden sind Pandemien egal. Sie leben im Hier und Jetzt und wedeln einfach so mit dem Schwanz.

Die Lichter an den Häusern und in den Gärten lassen auch uns ein bisschen aufleuchten.

Und jetzt ihr: Worüber könnt ihr euch grad in all dem Wust an Newstickern, Inzidenzen und Lockdown-Überlegungen noch freuen? Was hat euch heute einen kurzen Moment der Freude geschenkt – oder in den letzten Tagen? Lasst uns gemeinsam weiter schöne Momente sammeln.

P.S. Wir verkennen den Ernst der Lage nicht. Wir brauchen heut aber auch einfach nochmal ein kleines Aufatmen. Einen Lovestorm mit dem Fokus auch mal auf dem, was gut ist. Gönnen wir uns selten genug in diesen wirren Zeiten…    

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5 comments

  1. Morgens wenn es draußen noch dunkel ist und unter der Bettdecke kuschelig warm einfach den Wecker noch zweimal auf Weckwiederholung drücken und sich noch 10 Minuten an das nachts unter die Decke gewanderte Kind kuscheln.

  2. Unser Baby ist gesund und dreht sich und lacht und staunt über die großen Geschwister. Die Großen kränkeln und sind daheim, aber spielen zwischendurch 😉 auch schön ohne Streit (und es sind nur Infekte, keine Quarantäne..)
    Unsere neue Schneekugel glitzert schön.
    … Danke fürs schöne-Momente-sammeln! Werd ich heut tagsüber mal mehr versuchen 🙂

  3. Hier hat sich die Sonne durch den Nebel gekämpft. Auf dem Einkaufsweg konnte ich kurz innehalten und habe sie mir ins Gesicht scheinen lassen. Herrlich in dieser grauen Zeit!

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